Meine Freundin hat Krebs und weitere Beschwerden bekommen?

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4 Antworten

Moin.

Eine Chemotherapie baut das Immunsystem nicht auf, sie zerstört es. Der Hintergrund einer Chemotherapie besteht darin, mit spezifischen Zellgiften den Zellteilungszyklus des Krebszellen zu stören, sie dadurch an der Vermehrung durch Zellteilung zu hindern und die bereits vorhandenen Krebszellen absterben zu lassen, ohne das sie die Möglichkeit zur Fortpflanzung durch Zellteilung hatten.

Das Problem dabei ist, dass keines der heute zur Verfügung stehenden und im Rahmen einer Chemotherapie eingesetzten Zellgifte selektiv nur die Krebszellen angreift. Es greift alle Zellen im Körper an, die sich zum Zeitpunkt der Chemotherapie im Zellteilungszyklus befinden.

Aus diesem Grund ist zum Beispiel der Haarausfall eine häufige Nebenwirkung. Ferner wirken sich nahezu alle Wirkstoffe negativ auf das blutbildende System und das eng damit verbundene Immunsystem aus.

Unter einer Chemotherapie, insbesondere einer Polychemotherapie, können einfachste Infektionen aufgrund des amssiv geschwächten Immunsystems lebensbedrohliche Ausmaße annehmen. Hier kann im wahrsten Sinne des Wortes eine Erkältung tödlich sein.

Was den bereits angesprochenen Mundschutz angeht, liegt dieser außerhalb einer Klinik meist im Ermessen des Patienten selbst bzw. bei seinem Angehörigen. Das heißt, der Patient ist selbst dafür verantwortlich, ob und wie strikt er einen solchen benutzt. Und die Angehörigen sind gefragt, dieses eben zu forcieren.

Der Patient sollte ihn immer tragen. Und ebenso auch jeder Angehörige und Besucher, der dem Patienten akut nahe ist. Einige Patienten schämen sich, einen Mundschutz in der Öffentlichkeit zu tragen. Hier sind die Angehörigen gefragt, den Patienten entsprechend zu unterstützen.

Das habe ich mit meinem Schatz auch gemacht. Wir sind dann halt eben beide mit Mundschutz spazieren oder zum Einkaufen gegangen. Man gewöhnt sich dabei irgendwann an die blöden, teils sehr unverständigen Blicke der anderen.

Aber wenn man eine Chemo gut überstehen will, ist konsequenter Schutz eben Pflicht, lebenswichtige Pflicht.

Das Gleiche gilt allerdings auch für alle anderen Aspekte des Infektionsschutzes und der Hygiene. Dazu gehört die konsequente Desinfektion der Hände. Dazu sollte man ein entsprechendes Desinfektionsmittel wie etwa Bode Sterilium (Apotheke oder auch Amazon)

http://www.produktkatalog.bode-chemie.de/produkte/haende/sterillium.php

nicht nur ausreichend im Haus haben, sondern in den kleinen, handlichen 100ml Flaschen auch stets in der Tasche. Neben den Händen sollten insbesondere in einem gemeinsamen Haushalt alle Flächen regelmäßig, am Besten jeweils direkt nach Benutzung, desinfiziert werden, die nicht vom Patienten exklusiv benutzt werden, z.B. WC-Sitze, Lichtschalter, Fernbedienungen, Wasserhähne, etc.

Hygieneartikel wie Shampoo, Duschgel, Zahnpasta, etc. sollte man für die Zeit der Chemo mehrfach im Haus haben. Am besten schafft man dem Patienten einen eigenen Satz dieser Artikel an, der vom Patienten in einer Tasche, einem Kulturbeutel, etc. aufbewahrt und wirklich nur durch den Patienten genutzt wird.

Beim Einkaufen sollte man sich vergegenwärtigen, dass alle Produkte, die in einem Laden stehen, einschließlich des Frischobstes und vor allem das dort umgeschlagene Geld bereits von anderen Menschen angefasst wurden. Unter diesem Gesichtspunkt ist es für den Patienten ratsam, in Supermärkten, etc. neben dem Mundschutz auch Handschuhe zu tragen, insbesondere im Umgang mit Geld. Auch hier gewöhnt man sich mit der Zeit an die komischen Blicke der anderen und auch hier kann es hilfreich sein, wenn Angehörige es dem Patienten solidarisch gleich tun.

Eines noch zum Schluss: Unter einer Chemo ist auch der Körperkontakt mit Angehörigen eines Gefahrenquelle. Auf Küssen und sonstigen Austausch von Körperflüssigkeiten sollte also verzichtet werden. Wenn überhaupt, sollte der Patient nur an Körperstellen geküsst oder gestreichelt werden, an denen weder direkt noch indirekt eine Infektionsgefahr besteht. Indirekt meint Körperstellen, die nach einer Berührung durch Angehörige vom Patienten selbst angefasst werden können.

Die ideale Körperstelle für Zärtlichkeiten am Patienten ist hier der obere Rücken, unterhalb der Schultern. Das ist zwar Gewöhnungsbedürftig, aber sinnvoll.

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ASRvw de André

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Die chemo strahlen zerstören Zellgewebe und Schwächen das immunsystem der Vorteil ist denke ich klar das man hierdurch die Chance hat den Krebs zu besiegen. Die Nachteile sind eine hohe Strahlenbelastung und eine Anfälligkeit gegenüber Krankheiten wobei man hier auch nutzen und Risiko abwägt. Ich weiß ja nicht wie weit der Tumor schon fortgeschritten ist etc. aber ich wünsche dir und Vorallem deiner Freundin viel Kraft und eine schnelle und komplette Genesung !

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Nein, die Chemo ist ein Zellgift .

Auch das Immunsystem leidet extrem unter dieser Therapie, deshalb tragen auch viele Chemo- Patienten z.B. einen Mundschutz .

Infektionen der Nieren, der Lunge und der Schleimhäute sind während einer Chemo leider häufig . 

Ich wünsche deiner Freundin viel Kraft und alles Gute. 

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Kommentar von SchmidtiNina
14.06.2016, 11:18

Tragen sie den nur im Krankenhaus oder den ganzen Tag? Manche gehen ja nach der Chemo ganz normal wieder nachhause tragen sie das nur draußen?

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Der Arzt hat es dir doch schon erklärt. Diese Chemo greift den Körper an. Da kann sogar ein Schnupfen lebensgefährlich werden.

Alles Gute für deine Freundin.

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