Frage von Mikiju, 78

Meine Familie versteht mich nicht-Misophonie?

Ich habe misophonie, das ist wenn man bei bestimmten Geräuschen (kaugeräusche, atmen/schnaufen, tiefe Bässe...) sehr wütend... wird. Ich wohne bei meiner Oma und meinem Onkel, mein Vater weiß das gar nicht und meine Mutter sehe ich sowieso sehr selten.. Meine Oma versteht mich bzw. ich darf immer wenn wir essen Kopfhörer tragen oder raus gehen. Mein Onkel versteht das überhaupt nicht, er lacht mich dann immer aus und sagt das ist alles nur Einbildung. Ich würde gerne zu nem Psychiater der das 1. beweist das ich die Krankheit habe, bzw. meinem Onkel und der restlichen Familie klar macht das ich nichts dafür kann. Und 2. soll er meine Krankheit bekämpfen, es nervt mich sehr das ich das habe. Die einzigen Personen bei denen es nicht so extrem ist sind mein bester Freund und Kinder unter 3 Jahren. Meine eigentliche Frage ist jetzt ob ihr wisst wie ich das meinem Onkel klar machen kann und ob ihr wisst ob es einen Psychiater für misophonie in Mainz, Wiesbaden oder Frankfurt gibt. Danke im Voraus (w/14/MZ)

Antwort
von AndreasSeebeck, 29

"...ich darf immer wenn wir essen Kopfhörer tragen oder raus gehen."

Meine Hochachtung vor deiner Oma, sie hat instinktiv genau so reagiert, dass sich deine Misophonie zumindest nicht verschlimmern kann. Denn Trigger können sich unter Stress vermehren. http://misophonie-aktuell.de/die-ausbreitung-von-misophonie-triggern/

Hier findest du Tipps, wie man anderen besser klar machen kann, was Misophonie für einen bedeutet: http://misophonie-aktuell.de/offen-ueber-misophonie-reden/

Es gibt mittlerweile auch 3 Fragebögen, mit denen du den Schweregrad deiner Misophonie bestimmen kannst: http://misophonie-aktuell.de/category/test/

Übrigens ist Misophonie keineswegs selten. Umfragen überall auf der Welt haben ergeben, dass etwa jeder fünfte (20%) misophonische Trigger hat. Misophonie als Begriff ist nur sehr unbekannt, besonders unter Ärzten. Einen Therapeuten zu finden, der sich mit Misophonie auskennt, ist schwierig. Aber ein guter Therapeut wird sich schnell schlau machen können. Wichtig zu wissen ist, dass Misophonie keine Art Phobie oder Zwang ist, sondern eine aversiver konditionierter Reflex. So etwas lässt sich mit einer Methode aus der Verhaltenstherapie behandeln, die sich systematische Desensibilisierung (auch reziproke Gegenkonditionierung) nennt. Dabei hört man ganz leise kurze Aufnahmen von seinen Triggergeräuschen in einer Wohlfühlatmosphäre, die z.B. durch gleichzeitiges Abspielen von Lieblingsmusikstücken gewährleistet wird.

Zu einem Verhaltenstherapeuten lässt man sich einfach vom Hausarzt überweisen.

Antwort
von mexp123, 44

Kann mir kaum vorstellen dass man das irgendwie behandeln kann. Ich denke jeden nerven solche Geräusche wie schmatzen, schniefen, tickende Uhren, ... Manche mehr, manche weniger.
Aber viel tun, außer sich davon zu überzeugen dass es nicht so schlimm ist, bzw wenn man davon komplett verrückt werden sollte irgendwelche Beruhigungsmittel einwerfen (was ja auch nicht die Lösung ist), kann man da ziemlich sicher nicht

Mit dem Alter nimmt dein Hörvermögen ab und irgendwann merkst du das nicht mehr. Hilft dir jetzt natürlich nichts aber wird dir erklären können, warum das von den Erwachsenen kaum einer versteht.

An deiner Stelle würd ich zum Hausarzt gehen. Es gibt keine auf misophonie spezialisierten Psychiater/Psychologen weil das ja ein eher selten behandeltes "Krankheitsbild" ist. Aber wenn einer die Schaltstelle zu allen möglichen Fachärzten ist, dann der Hausarzt.

Und Versuch doch mal, während dem Essen statt Musik hören mit deinen Eltern/Großeltern ein Gespräch zu führen, oder fernseh zu schauen und sich darüber zu unterhalten. Mit kophörern zu essen ist auf Dauer keine Lösung und sehr unhöflich.

Antwort
von tactless, 35

Interessant dass es dazu sogar ein Krankheitsbild gibt. Ich könnte nämlich auch immer ausrasten wenn ich jemanden schmatzen bzw. kauen höre. Oder wenn meine Mum so ganz Monoton etwas vorliest, dann kann ich das auch nicht ertragen. Verrückt. 

Antwort
von PKSSDI, 28

Wer hat den "Misophonie" diagnostiziert?

Und wenn es tatsächlich dieses Krankheitsbild ist, dann ist es nichts wohl nichts psychisches und der Psychiater wäre der falsche.

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