Frage von Skiatio, 163

Meine Eltern hassen alle religionen?

hallo , in unserer familie sind alle atheisten und wir kommen aus dem iran. ich bin aber sehr tolerant und habe nichts gegen religion und finde es eig auch gut aber meine eltern sind da ganz anders, sie hassen jede religion und alle menschen die an gott glauben. für sie sind sie so was wie zurückgebliebene untermenschen vor allem wenn es um den islam geht. warum sind sie so? ich verstehe das irgendwie nicht, eigentlich sind sie sehr friedlich aber sie haben so ein hass auf religion

Expertenantwort
von Enzylexikon, Community-Experte für Religion, 70

in unserer familie sind alle atheisten und wir kommen aus dem iran[...]aber sie haben so ein hass auf religion

Ich weiß natürlich nicht, wann deine Familie aus dem Iran gekommen ist, aber vielleicht gibt es in der Familiengeschichte einen Grund dafür?

Wenn dort Angehörige nach der Vertreibung des Shahs durch die religiösen Ayatollahs verfolgt wurden, würde es die Ablehnung erklären. 

Ich wünsche euch jedenfalls, dass ihr trotzdem friedlich miteinander auskommt. :-)

Antwort
von Chaoist, 73

Warum deine Eltern so sind, können nur sie dir sagen.
Das hat sicherlich mit ihren Erfahrungen zu tun. Mach dich also darauf gefasst, dass du viel und nicht sehr schöne Dinge zu hören bekommst. Ja, ich rate dir sie zu fragen. Ich rate dir aber auch nicht gegen sie zu sprechen. Sie haben ihre Erfahrungen gemacht. Du kannst daran nichts mehr ändern.

Wenn du dich für die Religion interessierst ( welche auch immer ) dann beschäftige dich damit ohne deine Eltern zu sehr damit zu konfrontieren. Wenn du erwachsen bist und auf eigenen Beinen stehst, dann kannst du selbst über dein Leben entscheiden. So lange du akzeptierst, dass deine Eltern sind wie sie eben sind, stehen die Chancen gut, dass sie auch dich so akzeptieren.

Antwort
von Hamburger02, 39

Wenn man sieht, was religiöser Fanatismus aus dem Iran gemacht hat, kann ich deine Eltern schon verstehen.

Antwort
von Micromanson, 35

Naja, in den letzten Jahrtausenden gab es einen Leitsatz, wie mit Religion umgegangen wurde:

"Entweder du glaubst daran, oder du wirst daran glauben."

Ich habe nichts gegen Religion, solange sie privat gehalten wird.

Wenn ich allerdings als Steuerzahler Gehälter von Kirchenheinis bezahlen muss, und jeden Sonntag morgen durch kirchliche Ruhestörung geweckt werde,hat der Spaß ein Ende.
Wenn ein Papst im Bundestag sprechen darf und Kinder trotz der des hohen Stundenausfalles in den Schulen trotzdem noch jährlich zu Anschlussgottesdiensten gedrängt werden, nervt das.

Die Religionen sind institutionalisiert. Und das ist schlecht.
Also, ich verstehe deine Eltern.
Aber ich hasse keine Gläubigen.
Aber ich bin sauer welche Bevorzugungen die Religion bei uns bekommt.
Man sollte sie als Verein eintragen lassen, dann wäre alles gut und sie hätten genauso viel Rechte wie mein Kegelclub, das wäre gerecht.

Antwort
von MarinusWillet, 74

Naja viele Exil-Iraner sind ja Marxisten und die sind halt in der Regel säkular eingestellt.
Atheismus, Rationalismus, Empirismus und der sog. Realismus sind jedoch auch nur dogmatische Formen der Weltbetrachtung (vgl. Skeptizismus), weshalb ich diese Intoleranz anderen Sichtweisen gegenüber immer befremdlich finde. Mit Toleranz und Friedfertigkeit erreicht man doch ein viel glücklicheres Leben als mit Überheblichkeit und Stolz.

Kommentar von Zicke52 ,

Wenn man sieht, was religiöse Fanatiker dem iranischen Volk antun, muss man kein Marxist sein, um einen Hass auf diese Religion zu entwickeln.

Antwort
von Jawollek, 89

Religion führt leider nun mal zu vielen Todesfällen :(

eventuell auch aus deinem Familiären oder Freundschaftlichen Kreis wenn du sagst dass deine Eltern aus Iran kommen :(

Damit musst du fürchte ich leben...aber es ist auf jeden Fall gut dass du dir eine eigene Meinung bildest.

Antwort
von Accountowner08, 36

lies nach über die Geschichte ihres Landes. Iranische Revolution, Khomeini, Pasdaran, dann verstehst du sie vielleicht...

Antwort
von Andrastor, 48

Es ist das Recht des Menschen etwas zu mögen oder nicht zu mögen.

Die Abneigung gegen Religionen ist durchaus nachvollziehbar, immerhin sind einige der grausamsten Verbrechen der Weltgeschichte im Namen von verschiedenen Religionen durchgeführt worden und selbst heute wird im Namen des Glaubens aller Religionen gemordet, gefoltert und verfolgt.

Antwort
von vonGizycki, 23

Grüß Dich Skiatio!

Ich denke, Deine Eltern denken in erster Linie an die Religionen, die das freie Denken des Menschen einengen, sie quälen und die Freiheit des Menschen unterdrücken. Es scheint mir klar, das Deine Eltern traumatische Erfahrungen damit gemacht haben. Hass ist nicht gut, aber verständlich!

Religion kann aber auch ganz anders interpretiert werden:

Eine „klassische“ Definition nach Gustav Mensching lautet: „Religion ist erlebnishafte Begegnung mit dem Heiligen und antwortendes Handeln des vom Heiligen bestimmten Menschen."

Und was ist das Heilige?

Heilig bezeichnet etwas Besonderes, Verehrungswürdiges und stammt wortgeschichtlich von Heil ab, was sich abgeschwächt noch in heil („ganz“) wiederfindet!

Das müssen aber nicht Götter, Gott oder Allah oder sonst was in der Art sein, von denen Menschen meinen, man müssten die bei Strafe besonders verehren. Das Leben selbst mit all seinen Höhen und Tiefen, mit seinem Schönen und Hässlichen, mit seinem zerstörerischen und schöpferischen Wirken, kurz gesagt, mit allem was das Leben ausmacht, das ist auch möglich, dies als Heilig zu betrachten. Das könnte auch ein Atheist annehmen. Dabei wird der Wunsch gefördert, das Wunderbare daran zu fördern und zu erhalten und das Furchtbare, wenn es vom Menschen verursacht wird, im Sinne des Heiligen zu bekämpfen. Das schließt die Verantwortung für das eigene Handeln und Unterlassen mit ein, denn niemand ist vollkommen.

Und dann gibt es ja einen Grund, warum überhaupt etwas ist (und damit auch wir Menschen) und nicht nichts. Das aber ist ein Geheimnis, das nicht aufgeklärt werden kann und dennoch verdanken wir ihm unser Dasein.

Albert Einstein, der berühmte Physiker sagte einmal:

„Wissenschaft ohne Religion ist lahm, Religion ohne Wissenschaft ist blind.“ 

Und:

Das Schönste und Tiefste, was der Mensch erleben kann, ist das Gefühl des Geheimnisvollen. Es liegt der Religion sowie allem tieferen Streben in Kunst und Wissenschaft zugrunde. Wer dies nicht erlebt hat, erscheint mir, wenn nicht wie ein Toter, so doch wie ein Blinder. Zu empfinden, dass hinter dem Erlebbaren ein für unseren Geist Unerreichbares verborgen sei, dessen Schönheit und Erhabenheit uns nur mittelbar und in schwachem Widerschein erreicht, das ist Religiosität. In diesem Sinne bin ich religiös. Es ist mir genug, diese Geheimnisse staunend zu ahnen und zu versuchen, von der erhabenen Struktur des Seienden in Demut ein mattes Abbild geistig zu erfassen."

Damit können sich auch Atheisten wie ich, wenngleich ich mit Einstein ein religiöser Atheist bin, anfreunden können. Fundamentale Atheisten, die eingefleischte Materialisten sind, erreicht man damit auch nicht und sind, wie ich finde, dann wieder Sektierer auf der anderen Seite.

Daher würde ich mal diese Variante vom Religiössein den Eltern vortragen. Vielleicht können sie ihren Hass dann anders begreifen und differenzieren. Es ist nicht die Religion die man hassen sollte, sondern die Menschen, die Religion pervertieren. Es geht ja um Glaubensinhalte, die die diesen Hass erzeugen. Die Religion im allgemeinen und übergeordneten Sinne bietet keinen Anlass dazu, finde ich. Dazu gehört freilich eine andere Interpretation von Religion, so wie ich sie hier beschrieb. Könnte es sein, das dies die Eltern zum Nachdenken bringen könnte? Denn dafür ist kein Gott notwendig, sondern wäre sogar unerwünscht!

Herzlichen Gruß

Rüdiger

Antwort
von TorDerSchatten, 58

Die Frage kann dir hier keiner beantworten. Setz dich mit deinen Eltern auseinander

Kommentar von vonGizycki ,

Dass stimmt nicht. 

Das ist sehr wohl beantwortbar und wir sollten uns damit auseinandersetzen. Darauf müssen Antworten gefunden werden und das im Namen der Menschlichkeit, die wir alle doch so hochhalten!

Kommentar von TorDerSchatten ,

Blödsinn. Was im Kopf von unbeteiligten Dritten vorgeht, können nur diese erklären und begründen. Alle Antworten hier sind Spekulationen.

Antwort
von Hoegaard, 57

Na und? Wenn du "sehr tolerant" bist, müsste dir das doch eigentlich egal sein

Antwort
von Bestie10, 44

 sie hassen jede religion

was für ein hochtrabendes Wort ... hassen

Antwort
von realsausi2, 33

Ich bin auch ein Gegner jeglicher Religion, aber Hass ist etwas Falsches. Man muss hier trennen zwischen dem Menschen und seinem Bekenntnis. So sehr man das Bekenntnis auch verachtet, darf man niemals den Menschen verachten, der es ablegt.

Religionen trennen Menschen und bringen viel Leid und Unrecht in die Welt. Gerade im Iran ist Religion ja Staatsräson und geht gehen Anders- oder Nichtgläubige auch aggressiv vor.

Hass ist aber immer ein schlechter Ratgeber. Dass solltest Du Deinen Eltern sagen. Sie machen den gleichen Fehler wie die Fanatiker der Religion.

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