Frage von Julia2016, 62

Meine Elter gehen mir auf die Nerven. Wie kann ich mich von ihnen abgrenzen?

Hallo!

Ich bin Studentin, schon über 18 Jahre alt und wohne noch zu Hause. Meine Eltern sind tiefreligiös und sprechen nur die ganze Zeit über Gott und Jesus und versuchen auch mich in ihre Gespräche oft einzubinden. Mir geht das langsam auf die Nerven. Auf die schnelle kann ich leider nicht ausziehen, aber in 1-2 Jahren ist es soweit. Einen Nebenjob hab ich außerdem auch noch.

Was kann ich tun, um mich von meinen Eltern noch mehr abzugrenzen?

Antwort
von Tasha, 22

Da kannst du nicht viel tun, außer in deinem Zimmer zu bleiben und mal Gespräche über andere Themen anzustoßen.

Viele Menschen haben ein Lieblingsthema, über das sie immer wieder reden wollen, und viele andere nervt das. Meist bringt es nichts, das Thema grundsätzlich anzusprechen, weil sie es nicht merken und ihnen das Thema wirklich wichtig ist. 

Meine Oma hatte irgendwann massive Probleme aufgrund von Wassermangel. Seitdem sagt meine Mutter mir bei allen Gelegenheiten - Kopfschmerzen, mir geht's gerade nicht so gut, Müdigkeit - "du trinkst zu wenig!" oder drängt mir, wenn ich mit ihr zusammen bin, alle paar Minuten Wasser auf. Muss man halt mit leben.

Sage, dass du Zeit zum Lernen brauchst und bleibe in der Zeit in deinem Zimmer (Musik, Computer, Fernsehen evlt. über Kopfhörer). Nimm dir einen Zeitpunkt am Tag, zu dem du mit ihnen über Gott etc. redest, aber nicht mehr. Sage, dass du zu anderen Zeiten auch mal für dich sein möchtest und anderen Interessen nachgehen möchtest.

Frage deine Eltern ggf. mal nach ihrer Kindheit, Jugend, erstem Urlaub, ersten Hobbys etc. - um sie zu animieren, mal über andere Themen zu reden. Oft kann man mit solchen Fragen Leute ein wenig "öffnen".

Kommentar von Julia2016 ,

Wie gehst du da mit deiner Mutter um?

Kommentar von Tasha ,

Ich akzeptiere das. Ich habe gemerkt, dass sie immer dann, wenn in ihrer Umgebung ein größeres Problem auftrat, für das eine Ursache gefunden wurde, diese auf die restliche Umgebung projiziert. Es gibt dann nur ein Thema, eine Ursache für alles, bis ein neues Problem auftritt. 

Ich habe konsequent gesagt, dass ich Zeit für mich brauche. Früher habe ich das immer begründet, und die Begründung wurde immer abgeschmettert mit "das kannst du doch auch später machen" oder "das können wir auch zusammen machen". Und dann war ich 8 Stunden mit ihr im Einkaufszentrum unterwegs...

Heute sage ich immer mal wieder, dass ich einfach Zeit für mich brauche, alleine sein möchte. Ich wohne zwar nicht mehr bei ihr, aber wenn sie sich alleine fühlt, bin ich immer Ansprechpartner, da ich in ihren Augen nichts Besseres zu tun habe und sie mir mit diesen Ausflügen etwas Gutes tut. Ich versuche, das so zu verteilen, dass ich auch meinen Interessen nachgehen kann, auch Zeit für mich habe, aber auch regelmäßig mit ihr unterwegs bin. Sie versucht dann schon oft, mich zu ködern mit Essengehen etc, und man merkt, dass sie sonst nicht weiß, wie sie ihren Tag gestalten soll.

Ich habe aber mit der Zeit gelernt, deutlicher zu sein.

Früher bin ich stundenlang hinter ihr hergelaufen, es gab immer noch etwas Neues zu tun, vom Einkaufscenter ins Möbelhaus zum Essengehen und dann noch mit ihr nach Hause fahren... heute begrenze ich das und komme mit zu EINER Sache. Oder ich gebe einen Alternativtermin an: Heute nicht, aber nächsten Sonntag. Was nicht geht: Sagen, ich hätte Zeit von 10 bis 14 Uhr, dann gibt es Streit, man darf die Zeit nicht begrenzen. Also treffe ich mich eher mit ihr um 14 Uhr, dann habe ich morgens Zeit und weiß, dass es bis 21 Uhr oder so geht.

Hin und wieder erfülle ich ihre Forderungen komplett - 6 Stunden Keller aufräumen oder Gartenarbeit bis zur Erschöpfung etc. - aber danach nehme ich mir Zeit für mich. Oft gibt es dann Vorwürfe, aber oft wendet sie sich dann auch Freundinnen zu und plant ihre Zeit mit denen.

An Deiner Stelle würde ich z.B. die religiösen Gespräche immer abends führen, dann kann man irgendwann ins Bett gehen. Nicht morgens, dann geht man vom Frühstück ins Wohnzimmer und diskutiert dort bis nachmittags weiter. 

Und mal versuchen, sie zu anderen Themen zu bewegen.

Sage offen Deine abweichende Meinung (falls du nicht an Gott glaubst etc.) aber akzeptiere ihren Glauben. Dann wirst du vermutlich erst "missioniert" werden, aber wenn das nicht klappt, werden sie vielleicht irgendwann aufhören mit diesem Versuch. Stelle ihnen viele Fragen, das mögen solche Leute oft, dann können sie ihre Ansichten und ihr gesammeltes Wissen loswerden und sind irgendwann von selbst "erschöpft" davon und beenden das Gespräch. Streitpunkten, die sich nicht beilegen lassen, würde ich zustimmen, solange nichts Praktisches von dir verlangt wird. Also "ja, ich glaube an Gott", aber "nein, ich möchte nicht deshalb in die Kirche gehen, ich habe auch erklärt warum, das wiederhole ich jetzt nicht!".

Antwort
von Wonnepoppen, 34

Wieso kannst du erst in 1-2 Jahren ausziehen?

du bekämst Bafög, falls dich deine Eltern nicht unterhalten können, dazu Kindergeld u. hast einen Nebenjob, das reicht doch für ein Zimmer in einer WG?

Kommentar von Julia2016 ,

ja, wahrscheinlich müsste ich relativ bald ausziehen.

Kommentar von Wonnepoppen ,

Wäre das beste !

Antwort
von nettermensch, 27

so weit wie möglich, deine Eltern nicht sehen, ich würde soviel freizeitgestalten machen, so viel es nur geht. du gehst doch gerne studieren, oder

Kommentar von Julia2016 ,

ja, ich geh gerne studieren.

Kommentar von nettermensch ,

na siehste, das würde ich jeden tag so gut wie möglich in die länge ziehen, bis von mir aus dich bitten, endlich zzu gehen. das gleiche mußt du dann tun, bei deiner Freizeitgestaltung.

Antwort
von merve96blacksee, 15

Die können dir nichts aufzwingen was du nicht willst 

Rede mit ihnen offen darüber das du ihre Art respektierst aber dennocj andere interessen hast und diese mit ihrem Verhalten dich einengen gar bald sogar schon vertreiben wenn du es selbst nicht allein hinbekommst nimm deine tante / onkel zum Rat ein erwachsener hört meist mehr auf ein erwachsenen statt auf ein Kind 

Kommentar von Julia2016 ,

Ich bin auch kein Kind mehr. Auch wenn ich mit ihnen darüber rede, versuchen sie es immer wieder

Kommentar von merve96blacksee ,

Ich weis liebes aber in den Augen deiner Eltern bleibst du nun mal auch mit 40 ein Kind , ich würde dir gerne mit anderen Tipps helfen aber da es bei mir eher der Gegenteil der Fall das ich mehr manchmal sogar zu viel religiös rede statt meine Eltern 

Kann ich dir nur wünschen das du eine bald mögliche Lösung erhältst

Womit ihre alle drei klarkommt 

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