Frage von monsi2628, 117

Meine Elten sind geschieden. Mein Vater ist wieder verheiratet und hat seinem Stiefsohn das Haus übergeben. Ich habe keinen Kontakt. Was bekomme wenn er stirbt?

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Expertenantwort
von ichweisnix, Community-Experte für Erbe, 49

Zunächstmal kommt es darauf an, ob ein Testament vorhanden ist oder nicht und wieviel Zeit zwischen einer etwaigen Schenkung und den Erbfall liegt.

Beim gesetzlichen Erbe und Zugewinngemeinschaft erbt die Ehefrau 25% und bekommt 25% pauschalen Zugewinn also insgesammt 50% der Erbmasse. Der Rest geht an die leiblichen oder adoptieren Kinder zu gleichen Teilen. Hierbei ist zu beachten, das beide Ehegatten getrennte Vermögen haben. Es wird dabei nur das Vermögen des Erblassers vererbt.

Sollten Sie enterbt sein ( oder weniger als den Pflichtteil erben) , haben sie Anspruch auf den Pflichtteil ( bzw. die Differenz). Dies ist ein Geldanspruch gegen den Erben und falls der Nachlass nicht reicht nachranig gegen den Beschenkten. Der Pflichtteil beträgt dabei die Hälfte des gesetzlichen Erbteils. Geschenke werden dabei den Nachlass anteilig zugerechnet. Anteilig heißt, das der Wert des Geschenks pro Jahr um 10% abgeschmolzen wird. Der Beginn der Frist kann unterschiedlich ausfallen ( realer Vollzug der Schenkung bei Ehegatten Ende der Ehe), das Ende ist der Erbfall = Tod des Erblassers.

vermutlich nichts, wenn ihr keinen kontakt habt und er sich mehr für seine andere familie interessiert

Kontakt spielt für das Erbrecht keine dirkete Rolle, es kann höchstens dahingegen Einfluß haben ob und wie der Erblasser ein Testament macht.

Antwort
von imager761, 67

Lebzeitige Schenkungen deines Vaters gehören nicht mehr zu seinem Nachlass. Innerhalb von 10 Jahren könntest du, ab dem zweiten Jahr alljährlich jeweils 10% im Übergabewert fallend, darüber einen Ergänzungsanspruch in Geld gegen die Erben beanspruchen.

Nach der gesetzlichen Erbfolge bist du neben seiner  Ehefrau zu 1/2 Erbin seines Nachlasses. Durch andere Verfügungen kann er dich davon ausschliessen und dich damit auf den dazu hälftigen Pflichtteilsanspruch setzen: Du könntest also 1/4 von dem, was nach Abzug seiner (auch hälftig mit der Ehegattin gemeinsamen) Schulden, Nachlassverbindlichkeiten einschl. Beerdigungskosten von seinem Vermögen verbliebe, ausbezahlt verlangen. In Geld; einen Anspruch an Teile seiner Nachlassgegenstände oder Immobilienbesitzes hättest du nicht.

Und wenn ihr keinen Kontakt habt, dürfte er sein Vermögem lebzeitig so entnehmen und verteilen, dass es nur ein Viertel von ganz wenig bis nichts wird - mit dem Haus  tat er bereits den ersten Schritt in diese Richtung unternommen :-(

G imager761


Antwort
von WosIsLos, 53

Falls du im Testament nicht bedacht werden würdest, könntest du deinen Pflichtteil einklagen.

Erbteil 25%, davon die Hälfte = 12.5%.

Sollte das Haus an den Stiefsohn geschenkt worden sein, so wäre dieses nur 10 Jahre in der Erbberechnung berücksichtigbar, danach zählt es nicht mehr zum Nachlaß.

Ach ja, bin davon ausgegangen, daß der Stiefsohn adoptiert ist.


Antwort
von Chabella, 48

Der Besitz wird aufgeteilt, 50% die Frau, der Rest gleichmäßig auf die Kinder. Wenn es nur dich gibt, sollten das 50% sein.. Es sei denn es gibt andere oder hat den Stiefsohn adoptiert.

Das Haus wird da aber nicht mit drin sein, da es auf den Stiefsohn läuft. Gibt da glaube ne Zeit von 10jahren bis das 'verjährt' ist und man keinerlei Einspruch erheben könnte.

So wurde uns das jedenfalls erklärt :)

Kommentar von Chabella ,

Anders wäre es, wenn er dich im Testament raus nimmt, aber dann gibt es auch noch einen Pflichtteil (sollte es)

Antwort
von Workaholica, 44

vermutlich nichts, wenn ihr keinen kontakt habt und er sich mehr für seine andere familie interessiert

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