Frage von amethystcluster, 55

Meine beste Freundin leidet an Anzeichen einer Depression,wie kann ich ihr helfen?

Hallo, Ich habe mich soeben in diesem Forum angemeldet, da ich nicht mehr weiter weiß wie ich meiner besten Freundin helfen kann und ich mir ernsthafte Sorgen mache. Meine beste Freundin ist 15 Jahre alt und hatte eine sehr traumatische Kindheit, ihre Mutter starb nach einem langen Kampf an Krebs und lit zuvor an Depressionen und einem Alkoholproblem. Zu dieser Zeit war meine Freundin 11 Jahre alt und bekam alles mit. Ihr leiblicher Vater vergewaltigte sie mehrmals und verließ die damalige Familie als sie ca 8 war. Als sie mir ihre Geschichte damals das erste mal detailreich anvertraute war ich unheimlich schockiert und war mir sicher, dass kein Mensch dies ohne Probleme verarbeiten kann. Heute lebt sie bei dem Mann der mit ihrer Mutter bis zum Todeszeitpunkt zusammen war. Nach außen hin wirkt sie wie einer der fröhlichsten Menschen, doch besonders in letzter Zeit hat sich ihr Zustand verheerend verändert. Sie redet unheimlich oft davon wie sehr sie sich selbst hasst, wie sehr sie darunter leidet das sie keine richtige Familie hat und schildert mir Psychosomatische Beschwerden, Angstzustände, Konzentrations- sowie Schlafstörungen in denen sie ihre Mutter sieht und schreibt sogar über Selbstmordgedanken. Das alles nimmt mich unheimlich mit und obwohl ich sie oft darauf anspreche Ihr Hilfe zu suchen, sie zu begleiten und ihr alle möglichen Vorteile nenne die der Arztbesuch nach der großen Überwindung bringt-Sie will es einfach nicht. Ich selbst bin erst 16 aber es ist an den Punkt gekommen an dem ihr Abschluss in Gefährdung steht und ich mich so verantwortlich für sie fühle, dass ich alles mögliche tun möchte um ihr zu helfen, aber egal wie viel ich rede und argumentiere, es bleibt ohne Erfolg. Wie kann ich weiter verfahren ? Ich bin sehr dankbar für jegliche Vorschläge und eigene Erfahrungen.

Antwort
von Einstein2016, 4

Deine Freundin hat in sehr jungen Jahren extrem Negatives erlebt, was sich entsprechend in ihrer Seele tief verwurzelt hat und nun nach außen drängt.

Diese jetzt auftretenden depressiven und psychosomatisch begleitenden Symptome sind daher als sogenannte "Hilferufe der Seele" zu bewerten.

Dieses Gefühl des Selbsthassens hat sie, weil sie damals nicht in der Lage war diese schlimmen Dinge zu verhindern, obwohl sie keine Chance hatte.

Sie fühlt sich trotzdem schuldig, obwohl sie natürlich - nicht nur aufgrund ihres geringen Alters - völligst schuldlos daran war bzw. ist. 

Im Gegenteil - man hat ihr auf übelste Weise offenbar vor allem schwerste seelische Verletzungen und entsprechend qualvolles inneres Leid zugefügt.

Es benötigt sehr viel Einfühlungsvermögens einer vertrauenswürdigen Person - im Idealfall einer erfahrenen (älteren) Psychologin - welche diese negativen Erlebnisse behutsam aus ihr "rausholt" und entsprechend mit ihr zusammen alles ganz langsam aufarbeitet und so in einen positiveren Verlauf bringt.

Es muss bei ihr nach und nach sozusagen ALLES (!!!) runter von der Seele ! 

Die Seele wird sonst durch diese entstehenden Krankheitssymptome keine Ruhe geben, bis alles "bereinigt" ist - soweit man bei solchen schwersten seelischen Verletzungen überhaupt noch von Bereinigen sprechen kann.     

Es bleiben oft schwere seelische Narben zurück, aber es muss nicht so sein, wenn man zunehmend in der Lage ist sich innerlich nach außen völligst zu "öffnen" und diese schlimmen Dinge und Erlebnisse im Detail positiv zu verarbeiten.

Ich empfehle Dir weiterhin behutsam auf Deine Freundin einzuwirken, dass sie sich schnellstens über den Hausarzt in eine fachliche psychotherapeutische Einzel-Behandlung begibt. 

Bei relativ unveränderlichem Stand besteht übrigens die Möglichkeit, in der Anfangszeit der Therapie kostenlos eine neue Psychologin (oder Psychologie) über den Hausarzt überweisend in Betracht zu ziehen.

Vermutlich wird der Therapeut/Therapeutin je nach Verlauf später sogar eine stationäre Fachklinik-Behandlung für Deine Freundin noch in Betracht ziehen.

Man sollte versuchen alle Möglichkeiten auszuschöpfen, ihr intensiv zu helfen, sonst können die bestehenden Krankheitssymptome immer schlimmer werden und weitere neue Krankheitssymptome dazukommen und die Gesamsituation noch mehr verschlimmern und die Suizidgefahr evtl. erheblich verstärken. 

Ich spreche leider aus großer Erfahrung (nach u.a. 6 stat. Klinikaufenthalten).

Alles Gute wünsche ich Dir und vor allem natürlich Deiner Freundin !

Du kannst mich jederzeit gerne wieder ansprechen.


Antwort
von Schneehase94, 12

Ich hab das ähnlich mitgemacht wie du...da war ich auch 16.
ich kann dir nur sagen, solange sie sich nicht helfen lassen will, kannst du sie nicht zwingen. Das wird auch nichts bringen. Das einzige was du machen kannst, ist immer für sie da sein. Ihr zu zeigen, dass sie dir wichtig ist. Somit merkt sie, dass es eben doch jemanden gibt, der sie lieb hat, der es wichtig ist, dass es sie gibt!
Red ihr das aus, wenn sie über Suizid redet, versuche mit ihr viel zu unternehmen und ihr die schönen Dinge im Leben zu zeigen.
Mach das aber nur solange, wie du das selbst noch schaffst. Darfst dich dabei nicht kaputt machen und vernachlässigen.
Hoffentlich kommt bei deiner Freundin irgendwann die Erkenntnis, dass sie es nicht alleine schafft.
Wenn du magst, kannst du mich auch gerne anschreiben wenn du fragen hast oder wenn ich dir weiter helfen kann oder du einfach jemand zum "reden" darüber brauchst.

Antwort
von MiriPsychadelia, 17

Was  deine Freundin durchgemacht hat ist schlimm! Und jetzt kommt es nunmal raus. Sei wirklich viel für sie da.schlag ihr vlt vor mit dir zusammen zu einem menschen hinzugehen der helfen kann. Ich wünsche euch beiden alles gute:)

Antwort
von Lincina, 2

Hallo! Ich habe gerade deine Frage gefunden und wollte dir erstmal dafür danken, dass du dich so für deine Freundin einsetzt und ihre Probleme nicht einfach so ignorierst!:D Ausserdem macht es mich glücklich, das die Frage nicht all zu alt ist! Na gut... ich muss jetzt, aber leider sagen, dass ich persönlich dir nicht wirklich helfen kann jedoch gibt es einen Youtuber der sehr viel zu dem Thema "Depressionen" usw. macht. Sein Name lautet Andre Teilzeit. Ich glaube er hat auch wirklich hilfreiche Tipps auf Lager, da er (glaube ich) selbst Depressionen und so paar Probleme hatte/hat. Hoffe ich konnte dir helfen und ausserden noch einmal VIELEN DANK!<З

Antwort
von Felix1799, 13

Ein Gespräch mit einem Psychologen!

Keine passende Antwort gefunden?

Fragen Sie die Community