Frage von derKuba, 88

Mein Vermieter verlangt Mietminderung zurück, was tun?

Hallo

Ich habe Mitte letzten Jahres meinen Vermieter über Tropfwasser in meiner Wohnung telefonisch in Kenntnis gesetzt. (Tropfwasser über der Küchenzeile) Der erschienene Dachdecker meinte nach in Augenscheinname es sei wegen ungünstigem Wind eine einmalige Sache gewesen.

Anfang Januar, das Wasser war mittlerweile 3x wieder da, habe ich meinem Vermieter per Einschreiben eine Frist bis Ende Januar mit Androhung einer Mietminderung gesetzt. In KW 2 war ein anderer Dachdecker als beim ersten Mal da. Dieser konnte auf Grund schlechten Wetters nichts machen, wollte sich aber wieder melden. Zur Februar Miete hin habe ich die Miete um 20% gemindert.

Ende Juni kam es erneut zu Tropfwasser in meiner Wohnung. Anfang Juli habe in meinem Vermieter erneut eine Frist bis Ende Juli gesetzt. Nun kam auch der Dachdecker wieder und machte einige Reperaturarbeiten am Dach. Der Vermieter forderte mich per Schreiben auf die einbehaltene Miete zurückzuzahlen.

Nun meine Frage:

Darf und kann der Vermieter die bis hier einbehaltene Miete zurück verlangen? Weil der Mangel ja erst im Juli, hoffentlich, behoben wurde.

Schon mal Danke für eure Antworten.

MfG

Expertenantwort
von anitari, Community-Experte für Mietrecht, 70

Eine berechtigte Mietminderung kann der Vermieter nicht zurück verlangen.

Unberechtigte bzw. unberechtigt hohe Mietminderung sind Mietschulden.

Hat sich da ein entsprechender Betrag "angesammelt" kann der Vermieter kündigen.

Wie hast Du denn die Mietminderung errechnet?

Exakt nur für den Zeitraum in dem der Mangel bestand und exakt nur für die Wohnfläche die davon betroffen war?

Einfach 20 %, da bezweifel ich schon das die Höhe gerechtfertigt ist, von der Gesamtmiete wäre nämlich nicht richtig, sprich unangemessen hoch.

Kommentar von derKuba ,

Ich habe mich an Angaben aus der Mietminderungstabelle gehalten. Und die 20% von der Gesamtmiete errechnet

Kommentar von anitari ,

Und genau das ist falsch. Auf jeden Fall  rechnerisch.

Du hättest die Gesamtmiete anteilig für Fläche der Küchenzeile umrechnen müssen und davon, anteilig für den Zeitraum an dem der Mangel bestand, die Mietminderung vornehmen müssen.

Beispiel:

Gesamtmieter 600 €, Gesamtwohnfläche 60 m², Fläche der Küchenzeile 2 m², Dauer des Mangels gesamt 10 Tage

600 € : 60 = 10 €/m² im Monat für die ganze Wohnung

2 m² x 10 € = 20 ² anteilige Miete für die Fläche der Küchenzeile im Monat : 30 Tage = 0,66 € pro Tag

20 % von 0,66 € = 0,13 € um die Du die pro Tag, an dem der Mangel bestand,  hättest mindern dürfen.

Nicht um 20 % von 600 €

Expertenantwort
von johnnymcmuff, Community-Experte für Mietrecht, 30

Ich habe Mitte letzten Jahres meinen Vermieter über Tropfwasser in meiner Wohnung telefonisch in Kenntnis gesetzt. (Tropfwasser über der Küchenzeile) 

Wegen der Nachweisbarkeit bei Minderung der Miete sollte man Mängel immer per Einwurfeinschreiben dem Vermieter melden.

Der Vermieter forderte mich per Schreiben auf die einbehaltene Miete zurückzuzahlen. Darf und kann der Vermieter die bis hier einbehaltene Miete zurück verlangen? Weil der Mangel ja erst im Juli, hoffentlich, behoben wurde.



Wenn die Mietminderung zu hoch ist, sind das Mietschulden und der Vermieter kann Geld zurückfordern.

Man sollte Mietminderungen von einem Fachmann festsetzen lassen.

20% waren definitiv zu viel; da schleiße ich mich anitaris Antwort an.

Antwort
von Arya87, 12

Das klingt, als könntest du froh sein, dass du nur die Mietschulden zurückzahlen musst und nicht gekündigt wurdest. 20 % ist der Gesamtmiete ist unangemessen hoch.

Bevor man die Miete um ein Fünftel mindert, sollte man einen Fachanwalt oder zumindest den Mieterbund um Rat fragen. Das ist sehr viel! Diese Mietminderungstabellen basieren auf Einzelfällen bzw. konkreten Urteilen und sind nicht auf jeden Fall anwendbar. Das sollte nur eine grobe Orientierung sein.

Wie viel hat sich denn da inzwischen angesammelt an Mietminderung? Wenn es mehr als 2 Monatsmieten sind und sich herausstellt, dass die Mietminderung unberechtigt bzw. unangemessen hoch ist, kann dir eine unbefristete Kündigung ins Haus flattern (Quelle siehe https://kautionsfrei.de/blog/bgh-urteil-voreilige-mietminderung-kann-kuendigungs...)

Alles Gute!

Antwort
von DerHans, 62

Wenn der Mangel jetzt behoben wurde, müsstest du nachweisen, dass deine Wohnqualität, in diesem Zeitraum um 20 % beeinträchtigt war. Das wird wohl nichts werden.

Etwas anderes wäre, wenn sich durch diese Feuchtigkeit jetzt Schimmel gebildet hätte.

Kommentar von derKuba ,

Mit dem letzten Wasser ist ein Teil der Tapete abgegangen. Darunter sind einige schwarze Flecken, vermutlich Schimmel zum Vorschein gekommen

Kommentar von DerHans ,

Das ist aber jetzt ein neuer Tatbestand, den du dem Vermieter unverzüglich anzeigen musst.

Antwort
von derKuba, 56

Hallo nochmal

Es hat sich beim letzten Mal ein Teil der Tapete über meiner Küchenzeile gelöst. Die darunter sichtbar gewordene Rigipsplatte weist einige schwarze Flecken auf von denen ich ausgehe dass es sich um Schimmel handelt.

Außerdem ist das Wasser jedesmal in meine Küchenzeile gelaufen. Kochbücher sind dadurch nass geworden und das Holz der Küchenzeile weist nun an einigen Stellen Verfärbungen auf und die Leiste am Holz hat sich gewölbt und beginnt nun sich zu lösen

Kommentar von anitari ,

Das bedeutet noch lange nicht das Deine Mietminderung berechtigt, insbesondere die Höhe, war und korrekt ausgerechnet.

Wenn nicht, hast Du jetzt Mietschulden.

P. S.: Nutze für weitere Ergänzungen bitte die Kommentarfunktion unter der jeweiligen Antwort.

Noch ein P. S.: Die Kochbücher hätte man ja weg räumen können.

Kommentar von bwhoch2 ,

Und man hätte z. B. auch saugende Tücher da hin legen können, wo das Wasser drauftropft oder raus kommt. Schadensminderungspflicht!

Antwort
von ersterFcKathas, 53

was war bei dir beeinträchtigt ??  konntest du deine küche nicht mehr nutzen oder mußtest du schränke abbauen???  danach geht der prozentsatz....20% sind meines erachtens wegen tropfen an der decke ein wenig hoch angesetzt.

am besten ein gespräch führen und sich einigen

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