Frage von Naturmacht, 50

Mein Vater wird immer schwerer ertragbar und ausziehen kann ich aus privaten Gründen nicht! Was kann ich dagegen machen?

Hallo liebe Community,

es geht mir hierbei um ein Problem, dass bei uns in der Familie schon seit Jahren existiert und von dem ich die Schnauze allmählich gestrichen voll habe (Sorry für die Ausdrucksweise^^):

Mein Vater ist vor einigen Jahren arbeitslos geworden. Seitdem ist er zu einem launischen Menschen geworden, der sich obendrein auch noch etwas darauf einzubilden scheint, dass er 45 Jahre lang gearbeitet hat (er ist um die 65 Jahre alt). Seit dem Beginn seiner Arbeitslosigkeit ist er deutlich unausgeglichener und somit leider dauerhaft sehr leicht reizbar geworden.

Das Problem dabei ist einerseits, dass er fast sofort aggressiv wird, wenn ihm irgendetwas nicht passt und wir (also die Familie) nicht das tun, was er von uns will, selbst bei Kleinigkeiten! (Einmal hat er mich angefaucht, weil ich einen Wasserfleck auf meinem Hemd hatte! HALLO???)

Andererseits ist er aber auch nicht bereit sich eine Freizeitbeschäftigung bzw. ein Hobby zu suchen und diesem auch wirklich nachzugehen. Mittlerweile hilft er ja meiner Mutter ein wenig im Haushalt, aber ansonsten sitzt er einfach nur vorm Fernseher oder vor seinem Notebook und guckt Formel 1, spielt Solitär, sucht nach potenziellen Reisezielen für Motorradfahrer (Er liebt das Motorradfahren eigentlich, ich verstehe beim besten Willen nicht, warum er nicht einfach mal hin und wieder einen Tagesausflug macht. Finanziell geht es uns nicht schlecht und die Zeit und Fitness dafür hat er auch.) und dergleichen.

Beim Renovieren hilft er tatkräftig mit, weil er das gut kann und weil er durchaus möchte, dass meine Schwester und ich nach dem Tod unserer Eltern unser Haus erben. Und da er für uns beide nun einmal das Beste will, gibt er sich bei solchen Dingen auch viel Mühe, wofür ich ihm sehr dankbar bin. Aber ich habe vor allem in den letzten 12 Monaten auch verstärkt festgestellt, dass er gar nicht merkt, dass seine Schwärmerei über Autos, Motorräder und Technik häufig niemanden auf Dauer interessiert, weil seine Ausführungen zu detailliert sind.

Und er scheint mich auch nicht bereit zu sein, sich an uns anzupassen, während er non-verbal das Gleiche praktisch von uns verlangt! Dass sich niemand aus unserer Familie absolut vorbildlich verhält (mich eingeschlossen natürlich), ist mir klar, aber wer sich nicht an andere anpasst, kann auch nicht erwarten, dass sich andere an einen anpassen! verärgert blick

Und dann noch der Klassiker: Immer sind's die anderen schuld! Er selbst sieht seine Fehler leider nicht und unterstellt vor allem meiner Mutter teilweise Dinge, die auf ihn selber genauso zutreffen (z.B. Sturheit).

Was kann ich da machen, ohne gleich irgendein Amt zu involvieren? Oder anders gesagt: Was kann ich selber dagegen machen? Soll ich die Bombe platzen lassen und meinem Vater trotz des dann bevorstehenden und unausweichlichen Streits geradeheraus sagen, was ich von seinem Verhalten halte? Oder gibt es dazu eine Alternative abgesehen vom Auszug?

Mfg,

Naturmacht

Antwort
von AriZona04, 14

WOW! Du musst ja innerlich am explodieren sein, aber Deine Ausdrucksweise und Deine Rechtschreibung lassen darauf nicht schließen. Du hast Dich unwahrscheinlich im Griff. Hut ab! Deinem Vater müsste das eigentlich doch auch positiv auffallen ... Seltsam

Ja, mein erster Gedanke war: Schalt das Jugendamt ein. Und eigentlich ist das immer noch mein Gedanke. Gut, ich kann Dich verstehen. Aber gibt es tatsächlich einen Weg, dass Ihr das allein schafft, Deinen Vater "umzukrempeln" bzw. zur Vernunft zu bringen. Er denkt wohl, ER habe die Vernunft gepachtet. Bei 65 kommt allerdings auch langsam der Altersstarrsinn dazu ...

Wenn ich Du wäre, hätte ich schon längst "die Bombe platzen lassen" -heißt: Ich hätte längst nicht so viel geschluckt, wie Du es getan hast. Nun, ich bin älter als Du und in Deinem Alter habe ich mich GAR nix getraut! Was sagt Deine Mama zu der Gesamtsituation? Hast Du Geschwister? Das geht mich nichts an, aber könntet Ihr Familienkriegsrat halten? Hat Deine Mutter keinen Draht zu Deinem Vater?
Könntest Du in aller Ruhe mit Deinem Vater sprechen - vorher eine Liste machen, was Du alles auf dem Herzen hast; so, wie Du es uns geschildert hast. Und wenn er aufbrausen will, bitte geh dann nicht selbst mit in die Luft, sondern bleib ruhig - das wirkt unheimlich entwaffnend! Besprich alle Punkte so ruhig und sachlich wie möglich. Vielleicht vielleicht ändert sich ja doch noch alles zum Guten. Vielleicht erkennt Dein Vater dann seine Fehler. Ich drück Dir die Daumen!

Antwort
von miezepussi, 15

Deinen Vater kannst Du nicht ändern. Kein "Amt" kann Deinen Vater ändern.

Wenn Dir sein Verhalten nicht passt, hast du folgende Möglichkeiten:

- Auszug, kommentarlos. Vermutlich wird man dich aber bedrängen dass du erklärst warum. Da bleibt dann entweder die Wahrheit oder irgendein vorgeschobener Grund. Beispiel: Ich will auf eigenen Beinen stehen

- Auszug mit Begründung und daraufhin vermutlich Streit

- Deinen Vater sachlich von seinen Fehlern berichtetn. Da er vermutlich "die Hosen an hat", wird es hier ebenfalls zu einem Streit kommen und du ziehst aus oder der Streit verläuft im Sande.

- oder du sagst nichts, und frisst alles in Dich rein

Letztendlich ist es egal was Du machst, Deinen Vater änderst Du nicht. Das muss er selbst wollen. Entscheide für Dich, was für DICH das Beste ist.

Antwort
von djstini, 15

Rede mit ihm über dein Problem.(schonmal über Familientherapie nachgedacht)

Kommentar von Naturmacht ,

Das hat meine Mutter schon mehrfach versucht. Leider erfolglos.

Ich hab ihm einmal nur einen Rat geben wollen udn er hat mich prompt angefaucht, ich könne mir meine Besserwisserei sparen. Zuvor hat er eine kurze, kleine Diskussion mit meiner Mutter über das Thema gehabt, zu dem ich ihm den Rat geben wollte. Dadurch war er also angepisst, was er dann voll an mir ausgelassen hat...

Ganz ehrlich, das ist nicht der Mann, den ich kennengelernt habe! Mit so einem Verhalten hat er meinen respekt nicht verdient, selbst wenn er 90 statt 45 Jahre beruflich tätig gewesen wäre...

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