Frage von Sanni92, 47

Mein Vater ist alkoholiker. Ich weiß nicht was ich machen soll!?

Es fing an als meine Mutter anfang des Jahres (04.01) nach langer Krankheit gestorben ist. Mein Vater hatte sich während der Krankheit rührend um meine Mutter gekümmert und auch dort schon ab und zu abends sein Bierchen getrunken, womit ich nicht das Problem hatte. Als Mama dann gestorben war, bin ich noch am selben Tag zu meinem Vater (wohne nicht mehr zu Hause), um mich um alles zu kümmern. Ich hab seit dem ersten Tag an alle Aufgaben übernommen, mich um die Beerdigung und und und gekümmert. Mein Vater hat seinen Trost seitdem täglich in Bier gesucht. Irgendwann war es soweit, dass er früh angefangen hat und abends stink besoffen ins Bett gefallen ist. Nüchtern habe ich ihn ewigkeiten nicht gesehen. Teilweise gingen 10 sixer , also 60 Bier die Woche weg. Reden konnte ich da nicht mit ihm. Am 28.05 kam dann der Supergau. Ich kam Nachmittags von der Arbeit (wohne immernoch bei meinem Vater). Mein Vater saß weinend in der Küche, bekam kaum Luft, hatte Kopfschmerzen. Ich mit ihm in die Notaufnahme. Resultat Schlaganfall. Er gelobte Besserung, wolle zurück treten, hat mir versprochen nicht mehr zu trinken usw. Die Ärzte meinten er habe extrem viel glück gehabt und er solle aufhören zu trinken. Eine Woche später wurde er entlassen. Zwei Wochen später hat er sein Versprechen wieder vergessen und ich habe ihn abends besoffen vorgefunden, nachdem er sich aus meinem Portemonnaie Geld genommen hat und sich Bier gekauft hat. Seit dem geht es wieder täglich so. Als ich ihm gesagt habe, er trinke wieder viel und er solle doch an die Worte des Arztes nennen, bekam ich zu hören, dass ich schon genauso wie meine Mutter sei (sie hat es gehasst wenn er getrunken hat). Ich weiß, dass er mit dem Tod von meiner Mutter nicht klarkommt, er fängt auch jetzt im Juli eine Therapie an, aber ich kann einfach nicht mehr und weiß auch ehrlich gesagt überhaupt nicht mehr weiter... Dieses Jahr geht alles schief, fühle mich als ob mir der Boden unter den Füßen weggerissen wird. Ich stehe einfach hilflos zwischen all dem und weiß nicht was ich machen soll. Das ganze geht mir nicht nur psychisch ziemlich nahe, sondern auch finanziell, da ich meinen Vater unterstütze weil er selbst nicht viel bekommt... Jetzt zum Beispiel, ich hatte noch 50 €, die bis nächste Woche gereicht hätten, wo ich mein Geld bekomme. Er fährt einkaufen, ein paar Lebensmittel, die wir meiner meinung nach nicht brauchen, aber Bier ohne Ende. Resultat nur noch 20€.

Es tut mir leid, wenn ich hier einen langen Roman geschrieben habe und der auch vielleicht ein bisschen durcheinander ist, aber ich musste das mal loswerden.

Antwort
von andie61, 22

Ich habe Dir einmal einen Link rausgesucht,Du solltest bei gleichbetroffenen Hilfe suchen,es gibt überall Selbsthilfegruppen in Deutschland,das schlimmste ist die Hilflosigkeit mit der man als angehöriger dem Problem ausgesetzt ist.Es ist schon voll vor die Wand gefahren und das hat ihn nicht bewegt aufzuhören,ob eine Therapie da Erfolg bringt ist die andere Frage.Du musst nun auch an Dich denken das Dein Leben nicht auch den Bach runtergeht weil Du mit alle dem nicht fertig wirst,da ist die Unterstützung in einer Selbsthilfegruppe sehr wichtig,da sitzen alles Menschen die mit den gleichen Problemen zu kämpfen haben,und von Erfahrung anderer kann man viel lernen,ich hoffe das sich für Dich da alles zum Guten wendet,Gruss andie.

http://www.a-connect.de/hilfea.php

Antwort
von Ille1811, 13

Hallo Sanni!

Schau mal auf die Webseite Al-Anon.de und/oder ins blog.al-anon.de. Al-Anon ist eine Selbsthilfegemeinschaft für Menschen, die Probleme durch die Folgen des Alkohol trinkens eines nahestehenden Menschen haben.

Antwort
von amdros, 24

....... aber ich musste das mal loswerden.

...du mußt dich nicht entschuldigen, wenn du deinem Herzen Luft machen mußtest aber..so leid es mir für dich auch tut, du wirst deinem Vater ganz bestimmt nicht helfen können, wenn er es denn selbst nicht will bzw. dazu in der Lage ist!

Deine Mutter war sicher in der Lage ihn teilweise noch vom Alkohol abhalten zu können, nun sieht er sich allein und seinem Schicksal überlassen und sucht Trost eben darin.

Du mußt dich arrangieren sonst gehst du daran zugrunde, es verlangt ganz bestimmt sehr viel Kraft zuzusehen, wie er sich am Akohol festhält und sich selbst vernichtet.

Die finanzielle Seite..laß ihm kein Geld da, dann kann er nichts ausgeben!

Du tust mir unendlich leid als Kind ertragen,  zusehen zu müssen und nicht helfend eingreifen zu können.

Ich wünsch dir alles Gute ..

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