Mein Vater ist 91 und hat Prostatakrebs. Sein PSA-Wert ist innerh. v. 3 Monaten von 40 auf 60 gestiegen. Ärztin will Chemo, ich nicht, was ist richtig?

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7 Antworten

Hallo Apfelbirnbaum, 

was richtig wäre gewesen weißt du immer erst danach. 

Was will denn dein Vater? Kann er noch selbstbestimmt handeln? Dann sollte er das tun. 

Was ist der Grund, warum du keine Chemo für ihn möchtest? Hinterfrage dich mal selbst und sprich vor allem mit deinem Vater darüber.

Was denkt er über Tod und sterben? Was denkt er über seine Lebenserwartung? Hat er alles erledigt, was er erledigen möchte bevor er diese Welt verlässt?

Darüber solltet ihr mal miteinander sprechen. 

Mein Vater hat vor einem Jahr ein malignes Pleuramesotheliom diagnostiziert bekommen. Lebenserwartung ein halbes Jahr. 

Er wollte Chemo, hat sie angefangen und wäre dann fast gestorben. Dann wollte er keine Chemo mehr und hat aufgehört. 

Irgendwann, nachdem er den ersten Schock überwunden hatte fing er an darüber nachzudenken doch wieder eine Chemo zu machen und er hat wieder angefangen. 

Und was soll ich sagen, beide Entscheidungen konnte ich gut mittragen und wider Erwarten sämtlicher Ärzte lebt er noch immer, den Umständen entsprechend sogar ausgesprochen gut. 

Also, was ist jetzt richtig?

LG Mata

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Salue

Prostatakrebs ist bei Männern, vor allem im hohen Alter, sehr häufig. Allerdings sterben nur etwa 7 % (habe ich irgendwo gelesen) der Betroffenen an dieser Krebsart.

Der Grund liegt darin, dass sich Prostatakrebs sehr langsam aufbaut und daher die meisten Betroffenen schlussendlich an etwas anderem sterben.

Eine Chemotherapie ist sehr belastend und schränkt die Lebensqualität erheblich ein. Dein Vater ist 91 und würde daher noch mehr darunter leiden.

Ärzte neigen dazu, möglichst viele Behandlungen durchzuführen. Ich persönlich tendiere zu Deiner Meinung.

Schlussendlich muss aber Dein Vater entscheiden, ob er diese Belastung noch auf sich nehmen möchte.

Es ist eine schwierige Entscheidung und ich hoffe, er hat noch die geistigen Fähigkeiten, diesen Entscheid bewusst zu treffen.

Es grüsst Dich mit sehr viel Verständnis

Tellensohn

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Bei der Abwägung, ob man bei einem Prostatakarzinom (PCA) in dem von dir genannten Alter eine Chemotherapie (CTX) empfehlen / durchführen würde, sollten einige Informationen vorliegen und abgewogen werden:

  • WAS für ein PCA liegt vor (Gleason-Score?), Ausdehnung, Ausbreitung
  • (gibt es Hinweise auf Metastasen (z.b. ein Skelett-Szintigramm?)
  • In welchem Allgemeinzustand ist dein Vater (wie "fit" ist er)?
  • Was möchte dein Vater - eher Therapieoptionen ausschöpfen oder eher seine "Ruhe" haben?
  • Weiß dein Vater (und du) etwas über die in Rede stehende Chemotherapie (meist Taxol in relativ verträglicher Dosis)?
  • Gibt / gab es bereits eine antihormonelle Therapie (AHT), z.B. ein Androgenentzug?

Das Alter alleine ist schon seit längerem KEIN Ausschlußkriterium mehr dafür, eine wirksame Therapie (z.b. eine CTX) anzubieten, vielmehr orientiert man sich an der anzunehmenden Lebenserwartung und der Nutzen / Risiko -Abwägung einer Therapie (ja, die Verschwörungstheoretiker werden jetzt wieder ....)

Zur Entscheidungsfindung sollte immer das offene Gespräch mit dem behandelnden Urologen / Onkologen und ggf. Strahlentherapeuten erfolgen.

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In keinem Fall eine Chemotherapie in diesem Alter. Sie schwächt den Körper sehr stark und wird deinen Vatter bestimmt nicht heilen.

Was ist mit Hormonblockade?, einer Prostatabestrahlung? Gibt es schon Metastasen?, Wie hoch war der Gleason score?

Außerdem ein Anstieg von PSA-Wert um 50% in 3 Monaten bedeutet eine Verdopplung in 6 Monaten. Das ist nicht besonders schnell. Mit solchem Tempo wird dein Vatter nicht an Prostatakrebs sterben.

Du kannst auch über Verlauf einer Prostatakrebserkrankung hier nachlesen:
http://prostatakrebs-tipps.de/prostata-krebswachstum-stadien/

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Mit 91 würde ich niemand ne chemo machen lassen . Die Chemotherapie würde ihn wahrscheinlich früher sterben lassen weil sie einen wirklich fertig macht (körperlich und psychisch).

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Kommentar von beamer05
20.08.2016, 22:14

Die Chemotherapie würde ihn wahrscheinlich früher sterben lassen weil sie einen wirklich fertig macht

Du weißt, welche Chemotherapie bei Prostatakarzinom eingesetzt wird / würde?

Nein?

Eben!

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Was du willst, spielt überhaupt keine Rolle! Du kannst Entscheidungen über deinen Körper treffen, aber nicht über den deines Vaters!

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Richtig ist das, was Dein Vater will.

ICH wäre dafür, ihm die Chemo zu ersparen.

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