Frage von 110frager, 31

Mein Vater hat drei Häuser. Zwei fast wertlose, mit Gerichtsverfahren und notwendigen Reparaturzahlungen behaftet in der Tschechischen Republik,?

das dritte Haus neu gebaut in Deutschland. Er beabsichtigt jetzt mir – seinem Sohn aus seiner ersten Ehe - die wertlosen Häuser in der Tschechischen Republik zu vererben und meinem Halbbruder aus seiner zweiten Ehe in Deutschland, das Haus in Deutschland zu vererben, obwohl ich seit 34 Jahren in Deutschland lebe und deutscher Staatsbürger bin. Frage: Gibt es so etwas wie gesamt Erbmasse, welche nach dem Gesetzt zwischen seine Söhne gerecht verteilt werden müsste, oder muss ich mich als ältester Sohn mit wertlosen Immobilien abspeisen lassen und habe auf ein Teil (3 stöckiges Haus) der Immobilie in Deutschland nach dem Gesetz kein Anspruch, wenn es so sein Wille ist ?

Antwort
von ichweisnix, 10

Zunächstmal sind Erben nach deutschen Recht Rechstnachfolger und erben gemeinsam den kompletten Nachlass mit allen Rechten und Pflichten.

Die Zuordnung von einzelnen Erbschaftsgegenständen kann dann über (Voraus-)Vermächtnise, Auflagen und Teilungsanordnungen erfolgen. Bei einer Teilungsanordnung würde in der Regel auch ein Wertausgleich erfolgen, d.h. ein Erbe der durch die Teilungsanordnung wertmäßig zuviel erhält muß den Betrag entsprechen an den anderen Erben zahlen.


Gibt es so etwas wie gesamt Erbmasse, welche nach dem Gesetzt zwischen seine Söhne gerecht verteilt werden müsste,

Jain. Es gibt einen Nachlasswert, der den gesamten Nachlass erfaßt und einen Pflichtteilsanspruch. Dieser beträgt die Hälfte des gesetzlichen Erbanspruchs in Geld. Das Erhalte ist dabei wertmäßig anzurechen. Bei einen beschwerten Erbe ist es auch möglich das Erbe auszuschlagen und den Pflichtteil zu verlangen. 

Bei eine Vorausvermächtnis ist es so, das dieses gekürzt werden kann, soweit der eigene Pflichtteil unterschritten würde.


wertlosen Immobilien abspeisen lassen und habe auf ein Teil (3 stöckiges
Haus) der Immobilie in Deutschland nach dem Gesetz kein Anspruch, wenn es so sein Wille ist ?


Hier muß man den wertmäßigen Anspruch und den unmittelbaren Anspruch an der Sache unterscheiden. Wertmäßig kann man den Pflichtteil nicht so einfach
( Er könnte aber z.B. das Haus a10 Jahre vor den Erbfall verschenken.)  umgehen. Dies ist aber ein Geldanspruch und kein Anspruch am Haus.

Letztlich hilft aber nur Erbfall abwarten und sehen was genau im Testament steht.

Antwort
von wfwbinder, 12

Dein Vater kann auch alles seinem zweiten Sohn schenken. Wenn Dein Vater dann noch weitere 10 Jahre lebt, gibt es für Dich gar nichts.

Würde er innerhalb der 10 Jahre sterben, gäbe es für Dich einen "Pflichtteilsergänzungsanspruch."

Antwort
von Marshall7, 11

Ganz ehrlich die wertlosen Häuser würde ich nicht annehmen,da behaftest du dich nur mit Schulden.Da bist du besser dran wenn du es ausschlägst.Allerdings das andere Haus in Deutschland ,da wäre es interessant den Pflichtteil,aber ich glaube wenn du das eine Erbe ausschlägst ,gibs dann auch nichts.

Kommentar von ichweisnix ,


ich glaube wenn du das eine Erbe ausschlägst ,gibs dann auch nichts.

Hier muß man unterscheiden. Wenn es Beschränkungen und Beschwerungen gibt, ist es nach §2306 BGB möglich das Erbe auszuschlagen und den Pflichtteil zu verlangen.

https://dejure.org/gesetze/BGB/2306.html

Bei der rein gesetzlichen Erbfolge, oder wenn im Testament nur Erben eingesetz werden, ist es hingegen nicht möglich.

Außerdem muß man natürlich das Testament kennen. Es ist ja möglich das ein Wertausgleich erfolgt.

Antwort
von sassenach4u, 15

Dein Vater kann ein Testament errichten und darin bestimmen, was er möchte. Wenn sie dann meinen, weniger als den Pflichtteil zu bekommen, dann haben Sie die Möglichkeit einen Pflichtteilsergänzungsanspruch geltend zu machen. Aber neben Ihnen und ihrem Bruder gibt es doch noch die 2. Ehefrau (oder ist die schon tot?). Damit wäre auch sie zumindest pflichtteilsberechtigt.

Antwort
von apophis, 19

Falls Du meinst, ob es ein Gesetz für eine "gerechte Aufteilung des Erbes" gibt, so lautet die Antwort: Nein. Wenn Dein Vater festlegt wer was bekommt, bleibt das auch so.

Dir steht es allerdings offen das Erbe abzulehnen.

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