Frage von mamamama12, 154

Mein Therapeut möchte, dass ich weine in der Therapie. Darf ich ihn bitten mich zu berühren, damit es mir leichter fällt?

Hallo,

mein Therapeut möchte, dass ich in der Therapie weine. Es fällt mir sehr sehr schwer und ich habe bisher nur sehr selten vor anderen geweint. Ich mache eine Verhaltenstherapie und mein Therapeut sitzt gegenüber von mir. Ich möchte weinen, aber das loslassen fällt mir schwer. Ich bin mir auch sicher, dass ich nicht weinen kann, wenn er gegenüber von mir sitzt. Ich fühle mich dabei unwohl. Es kommt mir eher so vor, als würde ich beim Jobcenter sitzen oder so. Das geht einfach nicht. Ich denke, wenn mein Therapeut neben mir sitzen würde und zum Beispiel seine Hand auf meinen Rücken legt, würde ich eher anfangen können zu weinen. Also es würde mir deutlich einfacher fallen. Ich wurde auch schon zweimal vom Therapeuten umarmt, aber das kam zustande, weil ich es gerne wollte.

Denkt ihr, mein Therapeut würde sich neben mich setzen, wenn ich ihn fragen würde? Wäre es auch denkbar, dass er mir seinen Hand auf den Rücken legt oder einfach nur meine Hand hält damit ich weinen kann? Die therapeutische Beziehung ist auf jeden Fall gut. Ich habe eigentlich angst zu fragen, weil ich angst vor Ablehnung habe....

Hilfreichste Antwort - ausgezeichnet vom Fragesteller
von Buddhishi, Community-Experte für Angst, Gesundheit, Psyche, ..., 99

Hallo Mamamama12,

es spricht nichts dagegen, dass Dein Therapeut sich neben Dich setzt und Dir die Hand auf den Rücken legt. Außerdem hat er Dich ja auch schon mal umarmt, so dass er selbst keine Berührungsängste zu haben scheint.

Ich glaube kaum, dass er das ablehnen würde, so dass ich Deine Angst vor einer Ablehnung für unbegründet halte. Bitte erkläre ihm die Situation und die Gefühle, die Du hast, damit er verstehen kann, warum Du ihn darum bittest.

Da er selbst das Weinen für therapeutisch wichtig erachtet, wird er Dir dann sicherlich auch die dafür nötige Hilfestellung bereitwillig geben, zumal Du von einer guten therapeutischen Beziehung sprichst.

Habe nur Mut und sage es ihm, Du wirst sehen, alles wird gut.

Alles Liebe und Gute für Dich wünscht Dir

Buddhishi

Antwort
von pikiii, 43

Ich versteh das zu gut . Aber mir geht es Mitleiterinnen so schlecht das ich manchmal gar nicht anderes kann als zu weinen . Mir ist das auch sehr unangenehm aber erleichternd zugleich . Das mit dem köperkontak hätte ich mir auch gewünscht ich bin 19 und schon bei den Erwachsenen manchmal wünsch ich mir das ich in dem Arm genommen werde oder so .
Zurück zum weinen ähm ich find es hängt stark von der Beziehung zum Therapeuten an ob Man weinen kann oder nicht bei meinen letzten 4 Therapeuten wär ich nie drauf gekommen dort zu weinen mich schwach und verletzt zu zeigen aber bei ihr ist das anders . Ich hoffe ich konnte helfen alles gute

Antwort
von Einstein2016, 52

Trau Dich ruhig. Sowas ist für Dich eine Hilfe und auch für den Therapeut, damit der psychische "Knoten" so bei Dir aufgehen kann. 

Antwort
von JaniXfX, 38

Hallo,

eine sehr gute Antwort hat der buddhishi ja schon gegeben. Noch ergänzen: es ist durchaus üblich, in einer Therapie das Setting zu wechseln. Für Manche ist es einfach zu nah, wenn kein Tisch zwischen Therapeut und Klient steht und beide aufrecht sitzen. Es kommt immer auf denjenigen an, der dort in Behandlung ist - und Dein Therapeut wird sich darüber nicht großartig wundern, wenn der Wunsch kommt.

Antwort
von Giwalato, 74

Hi,

Du möchtest Deinem Therapeuten einen Gefallen tun, wenn Du weinst. 

Aber Du bist noch nicht so weit. Du kannst Dich erst dann fallen lassen und weinen, wenn Du spürst, daß der Druck, unter dem Du stehst, von Dir abfällt.

Derzeit hast Du immer noch den Eindruck, funktionieren zu müssen.

Laß Dir Zeit, dann passiert es irgendwann von selbst. Du kannst es nicht erzwingen.

Giwalato 

Antwort
von dasistsparta5, 62

klar darfst du ihn fragen, mach das einach. Ich war selbst schon drei Mal bei der Verhaltenstherapie und mir wurde nie gesagt, ich solle weinen. Was bedrückt dich denn, wenn ich fragen darf...

Kommentar von mamamama12 ,

Ich bin schon seit zwei Jahren bei ihm. Papa ist vor kurzem gestorben und es sind viele andere Dinge in dieser Zeit passiert und ich kann einfach nicht vor ihm weinen. Er selbst hat deswegen schon vor mir geweint und auch ein paar seiner Berufskollegen, aber ich kriege es nicht hin. Ich denke mit Hand halten oder seine Hand auf dem Rücken würde es funktionieren. Auf jeden Fall müsste er neben mir sitzen...

Kommentar von dasistsparta5 ,

dann bin ich sicher, dass er sich auch neben dich setzen und dich am Rücken berühren wird. Aber als ich deinen Kommentar gelesen habe, musste ich unwillkürlich lachen bei der Vorstellung, wie dein Therapeut und seien Kollegen vor dir weinen, um dich zum Weinen zu animieren

Kommentar von mamamama12 ,

nein, das war nicht um mich zu animieren. Das war in der beschissenen Situation mit vielen anderen beschissene Situationen zusammen. Ich war da in der Aufnahme, wo eben mehrere vom Personal anwesend waren. Also Ausnahmesituation und Ausnahmezustand. 

Antwort
von sabi0304, 33

Frag ihn einfach?!

Antwort
von Andrea1964, 76

Mit deinem Therapeuten sollst du über deine Gefühle und Ängste sprechen. Also sag ihm, was in dir vorgeht.

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