Frage von MariellaS75, 258

Mein Sohn ritzt sich - Was kann ich tun?

Hallo liebe Community,

ich bin am verzweifeln! Ich bin Mutter von zwei Kindern (16 und 18) und mein jüngster Sohn bereitet mir große Sorgen. Seit ca. einem Jahr verletzt er sich selbst und es wird immer schlimmer, er ist schon zwei mal daran fast verblutet und einen Selbstmordversuch hat er auch schon hinter sich. Er war nun für ca. ein halbes Jahr in einer Klinik, aber es hat sich nichts geändert. Er hatte eine schwere Kindheit (viel Gewalt und auch sexueller Missbrauch) und vor 2 Jahren ist auch mein Mann bzw. sein Vater verstorben, an dem er sehr hing. Dazu kommt das er sich vor ein paar Monaten als schwul geoutet hat und im Klassenumfeld viel negative Kritik einstecken muss. Ich und der Rest der Familie akzeptieren seine Sexualität natürlich. Jedenfalls ist es so, dass er täglich Sachen sagt wie z.B das er nicht mehr leben möchte, das er sich hasst, das ihn sowieso niemand mag und vermissen würde und dazu kommt das die Sache mit dem ritzen. Sowas vom eigenen Kind zu hören ist natürlich schrecklich, da ich immer für ihn da bin und ihn selbstverständlich über alles liebe. Früher war er immer sehr fröhlich drauf, heute ist er ununterbrochen traurig und ein komplett anderer Mensch.

Ich bin ratlos, der Aufenthalt in der Klinik hat nichts gebracht und ich habe große Angst um ihn. Wie würdet ihr mit der Situation umgehen? Was kann ich noch machen? Man kommt einfach nicht mehr an ihn ran.

Lieben Dank im Voraus für eure Antworten! LG

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Antwort
von skogen, 81

Wünschte ich hätte so ein liebes und fürsorgliches Elternteil/Familienmitglied gehabt... Da kommen wohl ein paar Tränen, ach man.

Macht mal ein wenig Urlaub mit ihm. Gebt ihm eine Auszeit vom ganzen Stress. Und dann solltest du mit ihm reden. Nicht nur über die Situation, auch über seine Wünsche und Träume. Sprich ihn Mut zu.

Zwar ist jetzt alles doof, aber es wird mal besser. Erstmal muss man erkennen wo man gerade ist und wo man hinkommen kann. Ein Lebensziel kann einen Motivation verleihen.

Außerdem sollten sich die restlichen Familienmitglieder an eine Beratungsstelle wenden, bzw seinen Psychiater. Nachfragen was ihm hilft und was man vermeiden sollte.

Antwort
von zahlenguide, 58

1. Schulwechsel !

2. Schauen, dass er mit Menschen zusammen ist, die er mag, die ihm ein Vorbild sind!

3. Unter seinen Freunden/ seiner Familie einmal am Tag 10 Minuten Kuscheln - hebt von Tag zu Tag das Selbstbewusstsein.

4. Zusammen mit Ihm eine Liste erstellen, von 7 kurzfristigen, 7 mittelfristigen und 7 langfristigen Zielen, die er in seinem Leben umsetzen will. Kurzfristige Ziele direkt angehen.

5. Freundeskreis aktivieren - er hat sicherlich irgend etwas, was ihm Spass macht - z.B. Computer spielen - dann schick ihn öfter zu sogenannten LAN-Partys, wo die Leute gemeinsam gegeneinander spielen. (nur als Beispiel)

6. Kreatives Leben führen - also ihn Sportarten ausprobieren lassen, die er noch nicht mal vom Namen kennt (Vereinsgebühr kostet 10 Euro pro Monat); ihn auf Konzerte schicken usw.

7. Schulische Hassfächer frontal angehen (die Buchreihe "... für Dummies" kann ich empfehlen - da erklären Profis in leichter Sprache diese Fächer)

8. Ernährung auf viel Rote Beete umstellen, viel Eiweiß und exotische Früchte, stilles Wasser, wenig Zucker, denn Rote Beete enthält viel Eisen und das macht uns im Kopf und Muskel extrem agil (dauert drei Tage bis es wirkt); wir bestehen aus Wasser und Eiweiß und 80 Mineralien daher die restliche Ernährung anpassen - besonders beim Frühstück!

9. gemeinsames Familienritual einführen bei dem man jeden Tag an seinen Vater gedenkt und damit viel Druck rauslässt.

10. 

11. Sich durchaus mit Profis zusammen tun.

12. Das Schlimmste vermeiden: Alleine zuhause vor dem Fernseher/ PC sitzen und in sich hineinfressen. So löst man die Probleme nicht. Sie werden größer.

Antwort
von otanimaku99, 35

Es wäre sehr gut, wenn sie jetzt versuchen würden neue, gute Erinnerungen zu schaffen. Vielleicht wäre auch eine kleine Veränderung notwendig. Wie wäre es mit einer kleinen Renovierung in seinem Zimmer?Ich weiß ja nicht, ob er generell zu einem Psychologen geht, oder Medikamente bekommt, aber vielleicht wäre das noch eine Option. Ansonsten ist es jetzt wichtig, dass sie so schwer es auch ist nicht Kopf verlieren oder nicht unüberlegte Dinge überstürzen. Wenn ihr Sohn beispielsweise den Vorschlag von sich aus macht sein Zimmer neu zu streichen, dann lassen Sie es zu und wechseln sie die Zimmerfarbe. Lassen sie ihn machen, wenn er machen will.

Und noch ein Vorschlag und wie unmöglich er auch klingen mag: Wenn er zum Beispiel nur im Bett rumliegt, versuchen Sie ihn irgendwohin mit zu nehmen (Einkaufen, Spaziergang etc.) oder etwas mit ihm zu machen  (Film gucken, Spiel spielen etc.). Schaffen sie ihm ein Hobby und was auch noch gut wäre, wenn sie ihm wirklich für eine längere Zeitspanne das gesamte Internet zu unterziehen.

Ich kann Ihnen nicht helfen, aber ihnen Vorschläge machen, weil jemand aus meiner Familie und auch ich mit ähnlichen Problemen kämpfen/kämpften. Das bedeutet, dass ich zwar nicht weiß, wie ihr Sohn und sie sich fühlen, aber mich ungefähr in die Lage von ihnen UND ihrem Sohn versetzen kann.

viel Glück🍀🐷

Antwort
von lialein360, 51

Ich kann deinen Sohn gut verstehen..

Mir hat es immer geholfen mich auf meine Stärken zu besinnen. Zeigt ihm was er kann! Zeigt ihm, dass sein Leben einen Sinn hat.

Mir hat Therapie auch nicht geholfen, ist eben so. Ich würde ihn da zu nichts zwingen, Stress ist nicht gut... Man muss irgendwie Lösungen für seine Probleme finden, Personen, eben auch außerhalb der Familie, mit denen er reden kann, die ihn verstehen. 

Für mich war das allerwichtigste damals, mit Leuten zu reden, die mich WIRKLICH verstehen, die ähnliches durchgemacht haben, Ich habe immer große Zuflucht in Facebook Gruppen gefunden. Es gibt Gruppen, nur für Leute die sich ritzen. Ich habe mit sehr vielen Leuten angefangen zu schreiben, Erfahrungen auszutauschen und Tipps zu geben und ich fühlte mich nicht mehr alleine.

Aber ER muss den Willen haben, daraus zu kommen. Das ganze ist ein Teufelskreis. Er muss selber verstehen, dass er aufhören muss, eher hat es keinen Sinn. 

Ich denke ihr könnt konkret gar nicht so viel für ihn tun. Zeigt ihm, dass ihr ihn unterstützt, ihn liebt und gebt ihm Mut. Zeigt ihm seine Stärken und lenkt ihn von seinen Schwächen ab. Aber lasst ihm auch genug Freiraum!

Wenn zu viel Druck von der Familie kommt (auch wenn er bestimmt gut gemeint ist) macht man es eigentlich nur noch schlimmer. 

Ritzen hat so einen Suchteffekt. Es löst Probleme. Es ist der einfachste Weg mit seinen Problemen klar zu kommen. Unser Gehirn versteht nicht, wieso es also nicht unbedingt ein guter Weg ist..

Man kann das nicht verstehen, auch wenn man sich die größte Mühe gibt, ich weiß das. Also seid stark! Er wird seinen Lebensweg finden. Mit so einer tollen Familie! Er schafft das! 

Antwort
von XJuli95X, 100

Hey ich hatte selbst auch mal eine Freundin die auch geritzt hat. Ich würde dein Sohn nochmal in die Klinik "schicken" und auch eine Therapie bis dahin/danach machen lassen.
Psychische Probleme sind immer sehr schwer zu verstehen und auch zu behandeln. Man braucht viel Geduld und darf dem Kind keine Schuld geben...das führt höchstens dazu das es noch schlimmer wird. Und ihm immer wieder sagen dass er im Wohnzimmer willkommen ist. Kann auch sein das er in der schule etc probleme hat...

Antwort
von Graceabby, 25

Ihr müsst aus der gewohnten Umgebung weg, unternimm was mit ihm, versuche alle scharfen Gegenstände  aus seiner Umgebung zu nehmen. Munter ihn auf, mach ihm schöne viel bedeutende Aufmerksamkeiten.Eine Option wäre auch ein Hund, dieser lenkt ihn ab, er kommt an die Luft und auf andere Gedanken. Er hat einen wichtigen Begleiter in seinem Leben, denn Hunde sind sehr treue Tiere! Er muss in Therapie und du musst ihm das Gefühl geben das er sehr wertvoll und toll ist und das er nicht alleine ist. Und vorallem musst du ihm klar machen das es immer einen Ausweg gibt!

Antwort
von BBTritt, 71

Zunächst einmal ist es gut, wenn er innerhalb der Familie gut aufgehoben ist und akzeptiert wird.

Was ihm wirklich fehlt, sind Bezugspersonen außerhalb der Familie. Einen schwulen Freund für eine Beziehung, einen schwulen Freundeskreis, damit er sieht, er ist nicht alleine schwul. Denn alleine fühlt er sich.

Die Anfeindung in der Schule sind natürlich kontraproduktiv, aber die wird er ertragen müssen. Es braucht ein dickeres Fell, das muss er lernen.

Worin liegen seine Stärken? Könnt ihr ihm da fördern?

Er muss für sich selbst eine Perspektive erkennen, sich Ziele setzen und Erfolgserlebnisse generieren, dann ändert sich auch seine Sicht der Dinge wieder.

Antwort
von Huflattich, 42

Vielleicht sollte man ihm jemanden zur Seite stellen, der ihm gut tut, ein (wie auch immer gearteter) Partner - frag mich nicht wie das zu schaffen ist. 

Ein verständiger liebevoller Mensch - väterlicher Freund (so oder so) könnte der Schlüssel für die Lösung des Problems sein

Tja, hoffen dass er jemanden treffen wird, der Stabilität ins Leben bringt.

Spontan gedacht - Gibt es irgendeinen Sport den er gerne macht ? Ein Hobby, wo man jemanden kennen lernen kann - einen Treff? 

Man muss ihn davon abbringen sich selbst für das zu strafen was nicht seine Sache ist .Etwas das ihn "spüren" lässt damit er sich nicht mehr selbst verletzen muss......

Einen guten Psychologen befragen - ohne Sohn - wäre vielleicht für Dich auch gut. Vielleicht hätte der noch eine gute Idee (für Euch) , denn auf Dauer gehst Du ja an der Situation mit kaputt. Damit wäre dann niemandem geholfen.

Ansonsten mit den Söhnen reden, reden, reden bis es (vielleicht) klick macht......

Alles Gute !

Antwort
von veronicapaco, 22

Mir hat ergo Therapie geholfen. Das besteht eigentlich nur aus dinge selber machen zum Beispiel speckstein oder ein Vogelhaus bauen. Dinge selber schaffen. Ergebnisse sehen. Habe mich zwar nicht geritzt aber es hat mir aus einer schwarzen Zeit rausgeholfen :)

Antwort
von extrapilot350, 75

Bei seiner Anamese solltest Du bei solchen Äußerungen den Notarzt anrufen wenn er damit droht. Eine Therapie in einer psychiatrischen Klinik ist absolut wichtig. Nach so einem Aufenthalt ist niemand mit mittelschwerer Depression mit latenter Suizidalität geheilt. Unmittelbar im Anschluß muss eine psychologsische Weiterbehandlung erfolgen. Hinzu kommt offenbar eine mögliche Borderlinestörung. Also sofort Arzttermin machen, Situation schildern und einweisen lassen.

Kommentar von skogen ,

SVV ist nicht gleich Borderline. Oder woran machst du das fest?

Kommentar von extrapilot350 ,

@skogen hahaha von Dir keine Antwort aber hier schlau sein wollen. lese meine Antwort " mögliche Borderlinestörung." Was soll also der Kommentar.

Antwort
von JasminAnanas, 50

Das wichtigste für ihn ist, dass er selbst "gerettet" werden will. Vielleicht kannst du, neben einer Therapie oder einem Klinikaufenthalt die umgehend erforderlich sind, kleine "Lichtblicke" in sein Leben bringen. Mit ihm einen Kuchen backen, oder etwas dass ihn an schöne Zeiten erinnert. Das wird zwar nicht alles magisch verändern, aber es kann helfen. Das Gespräch suchen kann helfen, wenn er jedoch komplett abblockt solltest du es besser lassen.
Viel Glück!

Antwort
von dario1567, 83

Ich empfehle Ihnen einen Psycholog/in aufzusuchen oder sich bei einer Hilfestelle zu Melden. Bei einer Klinik ist es problematisch dass er nur fremde um sich hat und weg von seinem Vetrautem Umfeld  ist. Am besten mal Ärtzlichen Rat holen.

Antwort
von Nashota, 81

Von wem hat er denn Gewalt und Missbrauch erfahren?

Hat er sich in der Klinik nicht offenbart? Gab es dort auch mal ein Angehörigengespräch?

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