Mein Sohn ist so sensibel , kennt das noch jemand in dem Ausmaß?

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7 Antworten

Hallo Sandy,
ich bin zwar erst 19, aber versuche mich mal trotzdem, vielleicht hilft es ja. :)

Da dein Sohn vor Kurzem so ein schlimmes Erlebnis machen musste, könnte er tatsächlich Angst haben, dass du nicht mehr kommst. Da sind diese Folgen wie Klammern und eine verstärkte Sensibilität nicht ungewöhnlich (vielleicht ist er ohnehin schon ein Sensibelchen). Was ich als sehr wichtig erachten würde, ist, dass du ihm die Zeit und Sicherheit gibst, die er braucht. Es ist unheimlich schwer über so etwas hinwegzukommen und gerade in der kindlichen Phase sind solche Gefühle noch verstärkt. Falls es in Ordnung ist, könnte man der Lehrerin von diesem Vorfall berichten, dass sie es auch nachvollziehen kann. Es ist ohnehin schon sehr zuvorkommend von ihr, dass sie es erlaubt, dass du dabei ist. :)
Mit der Zeit wird er auch Vertrauen zu diesem Neuen (Schule, länger weg von Zuhause) gewinnen und sich daran gewöhnen, dass er eben für ein paar Stunden auf sich alleine gestellt ist. Ich würde es erst einmal versuchen, dass du - sofern es durch die Lehrerin und Arbeit etc. möglich ist - ihn einmal 1-2 Tage während des kompletten Schultages begleitest. Wenn das funktioniert, ihn dann wissen lässt, dass du dann 1-2 Stunden nicht im Klassenzimmer bist, aber im Schulgebäude / vor dem Klassenzimmer wartest oder nur eine Runde um das Schulhaus drehst. Dann weiß er, dass du ganz in der Nähe bist und könnte vielleicht seine Sehnsucht etwas eindämmen. Falls das klappt, könnte man die Zeit, in der du bei ihm im Klassenzimmer bist, immer mehr verringern, bis er in der Klasse Fuß gefasst hat und durch seine neuen Freunde bzw. Mitschüler / andere schöne Dinge abgelenkt wird. Manchmal brauchen Kinder etwas länger als normal, bis sie Distanz zu ihren Eltern gewinnen können. Ich weiß selbst von Bekannten von mir, dass sie mit 11-12 noch im Bett ihrer Eltern geschlafen haben und das sind bestimmt keine Ausnahmen. Hoffentlich gewöhnt er sich mit der Zeit daran, ich denke, dass Geduld und Einfühlsamkeit die besten Mittel sind um ihn daran zu gewöhnen. Bloß nicht 'gewaltsam' seine Reaktion ignorieren! :)
So lernt er dann auch, dass Schule etwas Schönes sein kann und verbindet es nicht mit negativen Erfahrungen.

Falls es nicht klappen sollte und nichts hilft, würde ich eventuell zu einem Kinderpychologen gehen, der wird auf jeden Fall besser in den Kopf eines Kindes als ich schauen kann und zu so etwas wie Verlustängste mehr Erfahrung hat. :)

Ich wünsche deinem Sohn und dir das Beste, dass es besser wird und genug Kraft für alles Weitere :)

tobitestudo

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Kommentar von Sandy19831009
20.09.2016, 22:23

Danke für die ausführliche Antwort , mir hilft es sehr wenn ich objektive Meinungen dazu lesen kann. Werde morgen mit der Lehrerin reden. Und wie bereits erwähnt haben wir heute schon ein paar Kleinigkeiten  (Fotos , Plüschtier mit Parfüm) vorbereitet . Habe auch gesagt das ich morgen in dem Kaffee neben der schule auf ihn warten werde . Ich hoffe das es wird 😊

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Trennungsangst kommt vor. Wenn das Kind schlimme Erfahrungen mit Trennung und/oder Verlust von Verwandten machen musste, kann das diese Angst erzeugen.

War er im Kindergarten? Konnte er sich da trennen?

Falls ja, hat die aktuelle Situation möglicherweise mehr mit seinen Erwartungen an das, was schlimmes in der Schule passieren könnte zu tun als mit realen Erlebnissen ("der Ernst des Lebens")

Wenn Dein Sohn geräuschempfindlich sein sollte und die Lehrerin ihre Autorität durch das Übertönen des Lärms der Mitschüler begründet, reicht das als Angstauslöser völlig aus. Ohrstöpsel helfen gegen die Auswirkungen des Lärms. Für die positive Beziehung zum Kind, das sich der Lehrerin anvertrauen können muss, ist die Lehrerin alleine verantwortlich. Und Du musst Vertrauen in die Lehrer und die Schule insgesamt haben, dass Deinem Kind dort nichts schlimmes widerfahren wird.

Ein Experte kann helfen, die vielfältigen Hintergründe zu strukturieren und euch Sicherheit zu geben.

Alles Gute!

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Kommentar von Sandy19831009
21.09.2016, 14:46

Also heute hat es bereits etwas besser geklappt. Mit seinem Sorgenfresser und den Bildern von uns im Mäppchen klammerte er nicht mehr so aber bekam leicht Tränen in die Augen als ich gegangen bin. Habe ihn nach Schulschluss mächtig gelobt das er das so toll gemacht hat. Habe Hoffnung auf Besserung . Und am Freitag einen Termin im SOS für Kinder , da er dort bereits die Hunde Therapie hatte und die ihn kennen. Danke euch allen 😊

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Vielleicht bringt eine Ursachensuche etwas. Wovor genau hat er denn solche Angst ? 

Und für seine soziale Entwicklung ist das sicher nicht förderlich. Mit 6 wurde er ja nicht einmal früh eingeschult.

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Ok ich hole mal weiter aus,  der kleine hat durch einen Arbeitsunfall seinen Papa verloren . Und nein er ist kein verwöhnte Muttersöhnchen und auch kein Einzelkind . Ich habe manchmal das Gefühl , obwohl er nur 1 Jahr alt war als sein Papa von uns ging , das er dies auf emotionaler Ebene sehr wohl mitbekommen hat. Und er eventuell angst hat das ich nicht wieder komme. Im Kindergarten hatte er das zeitweise auch. Aber nicht so schlimm wie jetzt in der schule 😕

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Kommentar von miezepussi
20.09.2016, 21:49

Okay, das sieht doch schon wieder ganz anders aus. Diesen Verlust kenne ich aus eigener Vergangenheit, ich war ebenfalls 1 Jahr.

Hier hilft nur, dass Du Deinm Kind immer wieder klar machst, dass Du (oder Tante ...) ihn abholst. Mach Zeitangaben. Diese MUSST Du einhalten!! Ganz wichtig. Das wird lange dauern. Er muss lernen, dass er sich auf Dich verlassen kann. Dass Du IMMER wieder kommst. (Diese typische "Mami geht, jetzt und kommt nicht wieder" nur damit das Kind hinterherläuft, geht gar nicht.)

Das erfordert viel Geduld von Dir. Und Konsequenz. Und üben, üben, üben.

Und bitte mit ihm über den Verlust von "damals" reden. Das ist wichtig. Mit mir hat nie jemand gesprochen, das war ein Tabu-Thema. Das durfte nicht ausgesprochen werden. Ich habe jetzt als über 40jährige noch Probleme. Allerdings weiß ich inzwischen damit umzugehen. Dein Sohn weiß vermutlich nicht mal, dass das sein Problem ist. Wie denn auch? Vielleicht kann da auch ein Psychologe behilflich sein.


Das ganze nennt sich "Verlustangst" und hat mit "Sensibel" nichts zu tun.

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Mag überzogen klingen, aber seid ihr mal beim Psychologen gewesen? Vielleicht muss er tatsächlich den Verlust des Vaters aufarbeiten. Kinder bekommen oft mehr mit als man denkt und sicher hast du in der Zeit (verständlicher Weise) auch neben dir gestanden.

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Das Kind reflektiert die Befindlichkeiten der Mutter/ Familie.

Es hat Angst, dass zu Hause etwas passiert, wenn es nicht da ist.

Du solltest die Familienprobleme und deine eigenen Strukturen therapieren lassen.

Womöglich solltest du dein Kind ein Jahr zurückstellen lassen.

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Sensibel?

Ich würde sagen, in der Schule ist er nicht der Prinz, sondern einer von vielen. Bei Mama ist er aber der Prinz / König, weil einzig(artig).

So. Nun steinigt mich.

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