Frage von Frageschaf,

Mein Sohn hat eine Spritzenphobie, wie kann ich ihm helfen?

Hallöchen,

mein Sohn hat Asperger-Autismus und eine Spritzenphobie. Ich meine hier nicht, die normale Angst, die viele Kinder vor einer Spritze haben. Er dreht nur bei dem Gedanken völlig durch. Es zerreist mir jedes Mal fast das Herz.

In einer Woche muss er zu einem Allergietest. Getestet wird bei ihm auf den Unterarmen. Die Ärztin weiß von seiner großen Angst, kann aber den Test nur so machen.

Ich habe meinem Sohn etwas kleines gekauft, worauf er sich schon freut. Aber er denkt immer wieder daran, was auf ihn zukommt. Ich versuche es ihm auch nicht schön zu reden oder so, sondern bin ehrlich zu ihm.

Habt Ihr vielleicht Ideen, wie ich seine Angst noch mehr lindern kann?

Danke im Voraus!

LG Frageschaf

Hilfreichste Antwort von user1245,

Der Allergietest kann auch auf dem Rücken durchgeführt werden. Sprechen Sie mal mit der Ärztin darüber.

Kommentar von Frageschaf,

Ja, habe da schon mit ihr darüber gesprochen, aber irgendwie macht sie das immer dort. Ich weiß nicht, ob das jetzt mit der Reakton der Haut dort besser ist oder weil man die Arme besser festhalten kann, als den ganzen Rücken.

Kommentar von user1245,

Es mag ja sein, dass es die Ärztin immer so macht, dann wird es Zeit, dass sie lernt, dass DU es anders willst...

Wenn DU meinst, dass es deinem Sohn besser damit geht, dann hat es so zu passieren!

Ärzte sind Dienstleister und deshalb haben die sich auf den Patienten einzustellen.

Es ist nur meine Meinung: Wenn die auf dem Rücken den Test durchführen, sieht dein Sohn es nicht. dann kannst du ihn beschäftigen. Getestet wird auch normalerweise nicht mit einer Spritze, sondern mit einem Metallstäbchen, was unten eine Spitze hat (Lanzette). Wenn die nun das Stäbchen erst einmal anders herum über die Haut streichen (etwas fester natürlich) und dein Sohn merkt und sieht, dass es nichts schlimmes ist, dann können sie es ausser Sichtweite deines Sohnes auf dem Rücken machen. Du kannst ihn so auch im Blick behalten und ihn beschäftigen.

Wenn du deinem Sohn vorher schon erklärst, dass es was ganz neues ist und es auch kaum weh tut und es auch keine Spritze mehr ist, dann könnte es so vielleicht entspannter für alle sein!

Kommentar von Frageschaf,

Du hast Recht. Nur weiß ich nicht, ob ich es packe, so selbstbewusst dort aufzutreten. Jedenfalls werde ich nochmal mit ihr darüber reden. Ich habe selbst schon Tests auf Unterarmen und Rücken durch und muss sagen, dass es auf dem Rücken wesentlich angenehmer war.

Kommentar von user1245,

Es ist für deinen Sohn, der etwas ganz Besonderes ist!

Setz es durch. Wenn die Ärzte merken, dass du deine Rechte kennst, werden sie auch anders in Zukunft mit dir umgehen. Du bist kein Bittsteller, sondern Kunde. Ärzte sind keine Götter in Weiß, sondern Dienstleister.

Würden Verkäufer so mit ihren Kunden umgehen, wären wir ruckzuck pleite.... ;-)

Wie heiß es noch in der Werbung? ...du packst das schon!

Antwort von Maerzkatze,
3 Mitglieder fanden diese Antwort hilfreich

Mit kommt zweierlei dazu in den Sinn und eines davon kennst Du bereits :

  • Emlapflaster oder Salbe vorab, denn damit wird die Haut leicht betäubt, und ein Stich nicht mehr schmerzhaft wahrgenommen
  • klare und logische Erklärung über das warum des Tests / wissen wollen, ob z.B. Nüsse, Schokolade etc. eine Gefahr sein können, und um diese dann ausgrenzen zu können

Mit Punkt zwei haben mein Sohn und ich seinerzeits einen echten Sprung nach vorne gemacht, denn bei ihm müssen aufgrund von vielen Medikamenten regelmässig Medikamentenspiegel bestimmt werden, und das war lange Zeit alles andere als ein Spaziergang für ihn...

Es fand dann ein Ende als ich ihm klar und deutlich sagte, daß dies nötig sei um zu schauen und exakt auch zu zählen und zu messen, ob denn noch genug an Medizin in seinem Blut sei, damit er bloß nicht richtig krank wird, oder womöglich sogar leiden muss. Glaub es mir oder nicht, aber seither streckt er gelegentlich sogar von ganz alleine seinen Arm hin - hat aber auch von mir grünes Licht bekommen, ein deutliches Signal zu setzen, wenn der Arzt ihm vorher versprochen hatte, das tut nicht weh...und dann kommt es aber leider anders - denn so war seine Angst schließlich damals überhaupt erst ausgelöst worden...also von einen Arzt, der nicht beherzigte, daß man Kinder einfach nicht belügen sollte !

LG + viel Glück für euch 2 - Maerzkatze

Kommentar von Frageschaf,

Danke Dir, für Deine Antwort. Die Salbe wird nicht gehen, da sie ja auch den Test verfälschen könnte, oder? Über den Sinn des Tests habe ich meinen Sohn bereits aufgeklärt. Er weiß, dass er auf Hausstaub allergisch ist und dass da wahrscheinlich noch ein paar Pollen dabei sind. Was genau, soll nun geklärt werden. Er mäht so gerne Rasen und hofft, dass keine Gräser dabei sind. Er hat Asthma und fühlt sich seit dem er Medis bekommt, so gut.

Er hat schon einiges durch in Vergangenheit, weil er auch noch eine Blutkrankheit hat. Außerdem hat er Asperger-Autismus. Er ist sehr sensibel, was ihn selbst betrifft. Ich bin auch immer ehrlich zu ihm. Wenn ich weiß, dass er bei einem Termin eine Spritze bekommt, dann sage ich ihm das vorher. Ich sage auch nicht, dass das nicht weh tut.

Kommentar von Maerzkatze,

Frageschaf,

ich will Dir wirklich nicht zu nahe treten, aber mach bitte nicht den Fehler Deinen Sohn zu einem rohen Ei werden zu lassen - das wäre weder im Jetzt gut für ihn, aber ebenso nicht für das Morgen.

Ich bin selbst Asperger Autistin und mein Kerlchen sitzt mit einer schwersten Mehrfachbehinderung, blind, taub, Tracheostoma, Epilepsie, künstlichem Darmausgang etc. und halt auch Autismus im Rolli - er hatte eine Prognose von gerade mal einem halben Jahr, und er wäre nicht 13 Jahre inzwischen und ein erstaunlich selbstbewußtest und fröhliches Kind, hätte ich nicht sehr früh ihm signalisiert was man über ihn sagt, und ob er das wirklich glauben möchte, oder ob er vielleicht weit mehr Lust hat zu zeigen, was für ein tolles Kind er ist.

LG

Kommentar von Frageschaf,

Ich finde gut, dass Du Deinen Sohn so gut unterstützt und ihn stärkst.

Ich versuche das auch so gut ich kann. Ich bin mir da schon relativ unsicher, wieviel ich in dieser Situation von ihm abwenden soll. Es ist auch so schwer, ihm einen Rat zu geben, wie er mit seiner Angst klar kommen soll. Ich weiß auch nicht, wie ich Dir das jetzt erklären soll.

Mein Großer bekommt eine Therapie von der Autismusambulanz und ich bin schon sehr stolz auf ihn, dass er solch riesige Fortschritte gemacht hat. Andererseits kann ich seine Ängste nachvollziehen und möchte schon, dass er lernt damit umzugehen.

Kommentar von Maerzkatze,

und ich bin schon sehr stolz auf ihn, dass er solch riesige Fortschritte gemacht hat. >

Da hast Du auch allen Grund zu, und sei aber auch stolz auf Dich. Was mir persönlich enorm in puncto Ängste geholfen hat war Reittherapie, und ich beabsichtige da auch weiterzumachen, und auch meinen Sohn da heranzuführen, denn er liebt Tiere sehr und geht äußerst behutsam und liebevoll mit ihnen um.

Wir machen hier ja auch viel mit Tierbeobachtung, und haben jüngst unsere Liebe zu Weinbergschnecken entdeckt. Jetzt haben wir sogar Schneckennachwuchs, und das sind wahrlich äußerst zerbrechliche kleine Lebewesen, die man leicht mit einem falschen Griff töten kann - nur dann müßtest Du mal sehen wie mein Sohn zu strahlen beginnt wenn ich ihm so ein Baby auf die Hand setze, und wie er sich freut, wenn dieser Zwerg dann seine Hand zu erkunden beginnt :-)

Autisten haben oft einen sehr guten Zugang zur Natur und zu den natürlichen Dingen, und der kleine Forscher und Entdecker in ihnen freut sich da entsprechend auch - und ja nach Angebot und Zuneigung kann das äußerst hilfreich sein, auch Ängste kleiner werden / verschwinden zu lassen...und das widerum / diese kleinen Erfolgserlebnisse helfen dann das Selbstbewußtsein zu stärken.

LG + jetzt muss noch der Rasen gemäht werden...denn da wartet mein Kerlchen schon drauf, denn das liebt er auch ;-)

Antwort von Manuela87,
1 Mitglied fand diese Antwort hilfreich

Ja das muss echt übel sein, wenn man sein Kind so leiden sehen muss... In den Krankenhäusern haben die doch bestimmt irgendwelche Beruhîgungsmittel oder so.. Kann man nicht irgendwie damit etwas machen.. So Lachgasmässig oder so.. Etwas was natürlich nicht noch sehr schädlich ist.. ? Ich meine bei diesem Test geht es ja nicht nur um eine schnelle Spritze.. Das wird ja der blanke Horror für den kleinen.. Ablenkung ist sicher schon mal keine schlechte Idee.. obwohl ich in dem Fall glaube, das Ablenkung schier unmöglich ist.. Vor Operationen bekommt man auch so ein Medikament zur Beruhigung.. Dies bewirkt auch, dass man danach nicht mehr so genau weis, was passiert ist.. (Bekam das mal vom Zahnarzt davor) Weis vom Eingriff praktisch nichts mehr.. Ich weiss wir sprechen hier von einem Kind!! Und Tabletten sind nie die optimale Lösung.. Schon gar nicht bei einem Eingriff, der normalerweise problemlos ohne sowas durchgeführt werden kann.. Aber irgendwie muss doch die Sache gelindert werden können, eine solche Angst und Aufregung ist ja auch nicht gesund.. Viel Erfolg!

Kommentar von Frageschaf,

Danke für Deinen Beitrag! Ich denke, dass die Ärztin ihm wohl kaum etwas zur Beruhigung geben wird. Aber vielleicht kann ich es ja mit etwas Baldrian versuchen. Und ihm sein kleines Geschenk vor ihm hinlegen ...

Vor der OP, die er mal hatte, bekam er auch etwas zur Beruhigung. Und sie hatten ihm so eine Salbe drauf gemacht, damit das nicht so weh tut. Da ging es auch einiger Maßen.

Aber die anderen vielen Male hatte er echt gelitten.

Antwort von Nic43,
1 Mitglied fand diese Antwort hilfreich

Es wäre schön und hilfreich, wenn er sich während dieser Situation ablenken bzw. auf etwas vollkommen anderes konzentrieren könnte, z.B. ein Nintendo Spiel, ggf. mit Kopfhörern.

Außerdem sollte er die Spritze nicht sehen - der Schmerz ist ja kaum merklich.

Kommentar von Frageschaf,

Ablenkung ist gut, Nintendo wäre für ihn perfekt, nur leider nicht machbar, da der Test ja auf seinen Unterarmen gemacht wird.

Ich selbst habe mal so einen Allergietest durchgemacht und kann nicht behaupten, dass der Schmerz kaum merklich ist.

Kommentar von Nic43,

Nun ja, Schmerzen empfindet halt jeder anders ;-)

Es gibt aber auch einen absolut schmerzfreien Test auf dem Rücken, mittels Pflaster.

Wäre ja ggf. eine Alternative!?

Antwort von binima,

warst du schon Blut nehmen oder impfen oder Blutspenden und hast ihn zusehen lassen??? da sieht er das es gar nicht weh tut. Du kannst dabei lächeln und ihm erzählen das es notwendig ist.

Kommentar von Frageschaf,

Mein Sohn musste mit 3 Jahren mal ins Krankenhaus und die waren dort der Meinung, ihm das Blut entnehmen zu müssen, ohne ihn darauf vorzubereiten. Sie haben ihn einfach zu dritt festgehalten und losgelegt. Seit dem ist das Thema echter Stress für ihn.

Er weiß, dass andere damit besser umgehen können und es nicht so schlimm finden. Aber für ihn ist es der Horror.

Ich weiß ja nicht, ob Du vor irgendetwas Angst hast, dann kannst Du das vielleicht nachempfinden. Mir hilft es auch nicht, wenn andere eine Spinne auf der Hand halten und dabei lächeln.

Kommentar von binima,

also ich wollt nur helfen, bei meinem Neffen hat dies geklappt.

Kommentar von Frageschaf,

Es war auch nicht böse gemeint. Ich weiß nur, dass das bei ihm nicht funktioniert und ich selbst mich nicht durch soetwas überzeugen lasse.

Kommentar von Chrysaetos,

Kenne ich gut, bei mir wurde mal vor Jahren eine Blutabnahme Falsch durchgeführt. Die Blutabnahme hat funktioniert, aber die Wunde bereitet mir immer noch Schmerzen. Vielleicht liegt das auch mit am Asperger(hab ich auch, auch Hypersensibel) und bei mir kann es sein, dass selbst kleine Wunden nie heilen!

Antwort von tm2009,

In dem Moment ablenken dürte schon eine große Hilfe sein, wenigstens versuchen sollte man es

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