Mein Roman ist schlecht?

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11 Antworten

Kritik kann sehr wehtun. Das Problem ist, dass die "Testleser" oft Freunde oder Bekannte sind, Leute die mit dem Schreiben nichts zu tun haben und einen persönlich kennen. Die Wahrscheinlichkeit da brauchbares Feedback zu bekommen ist leider gering.

Als ich mein erstes Feedback von professioneller Seite bekam war ich auch am Boden zerstört. Ich war wütend und wollte, wie du, am liebsten alles hinschmeißen. Aber das konnte ich nicht. Ich bekam immer wieder neue Ideen und bald auch Lust zu schreiben, also habe ich geschrieben. Und mit dem Schreiben wurde ich besser und besser und stellte bald fest, dass vieles des Feedbacks von damals berechtigt war.

Natürlich ist es in gewissem Sinne eine Sache des Geschmacks und gerade professionelle Autoren neigen dazu SEHR kritisch zu sein. Als Neuling in der Runde hat man es da sehr hart. Aber wie hier schon häufiger geschrieben wurde: Sieh das nicht als Beleidigung oder Vorwurf, sondern als sachliche Anmerkung und Verbesserungsvorschläge.

Es würde dir auch nichts bringen wenn sie dich nur loben und dann vom Verlag nur Absagen kommen. So weißt du wenigstens wo die Probleme liegen.


Um wieder in gute Stimmung zu kommen, hilft es vielleicht vorerst eine Kurzgeschichte oder schlicht anderes Projekt zu beginnen und dich dort auszuleben. Lese, schreibe, höre Musik und lass dich neu inspirieren bis die Lust am Schreiben zurück gekehrt ist. Wenn du soweit bist, setzt du dich wieder hin und schreibst an deinem Roman weiter.

Die Frage ist auch: Wie oft hast du deinen Roman überarbeitet? Besonders beim ersten Buch schreibt man ihn gern einmal bis zum Ende und denkt es sei damit getan. Dabei fängt hier erst die Arbeit an.

Ein bisschen Sachlektüre zu lesen halte ich übrigens auch für hilfreich. Es kann nie schaden seine Theorie auszuweiten. Das heißt ja nicht gleich, dass du dich genau daran halten musst.

Falls du noch einmal Kritik haben möchtest, würde ich dir Enny Wilsbrook (http://www.enny-wilsbrook.com/) empfehlen. Sie gibt Kritik, aber Stück für Stück und berücktsichtigt Alter und Erfahrung des Autoren. Sie gibt vor allem direkt Tipps wie man es besser machen kann oder worauf man achten sollte, um sich zu verbessern. Mir hat das schon oft geholfen. Vor allem kann man mit ihr gut reden, gerade auch über solche Erfahrungen, Frust, Ideenlosigkeit, etc.

Auf jeden Fall nicht unterkriegen lassen. Finde wieder den Spaß am Schreiben selbst. Du bist kein schlechter Autor, du bist nur vielleicht noch nicht ganz ausgereift und brauchst noch etwas mehr Übung und Erfahrung. Das ist ganz normal, auch wenn es einen am Anfang ziemlich mitnimmt.

Viel Spaß und gutes Durchhalten!

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Ich habe schon immer geschrieben, meinen ersten Roman hatte ich mit 16 fertig, meine testleser waren begeistert, von den Verlagen kamen formlose, nichtssagende absagen.

Mit 20 hatte ich den zweiten Roman fertig und wollte den nächsten Versuch starten. Dass der erste Roman schlecht war, hab ich inzwischen selbst erkannt. Zufälligerweise bin ich ein paar Profis (veröffentlichte Autoren) in die Hände gestolpert. Und habe Ihnen den Anfang des ersten Kapitels gegeben. Ich dachte, es käme etwas wie "schon ganz gut, nur hier und da müsstest du noch ne Kleinigkeit ändern". Tatsächlich wurde es aber demontiert, komplett, inhaltlich, sprachlich, die Figuren, das Setting... Nichts, absolut gar nichts hat gepasst.

Das hat mich dann erstmal von meiner Wolke geschleudert in einen tiefen Brunnen hinein. Aber was soll ich sagen, im Nachhinein? Sie hatten recht! 

Dann begann der Aufstieg, der sehr mühsame... Aber mit jeder Geschichte wurde das Feedback positiver. Ich würde jetzt gerne berichten, dass ich es inzwischen geschafft habe, einen Verlag zu finden, aber leider kann ich das nicht. Leider spielt hier noch mehr als nur eine gut geschriebene Story mit rein...

Was ich sagen will: es ist noch kein Meister vom Himmel gefallen. In welchem anderen Beruf wird man mit dem ersten Versuch zum Profi? Nimm die Kritik ernst, mach weiter und verbesser dich. 

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Ja, Kritik kann sehr schmerzen. Das stimmt. Wahrscheinlich bist du sehr verletzt und kannst deshalb das Positive darin noch nicht erkennen.

JEDER Autor/Schriftsteller erlebt das mal. Ich spreche aus Erfahrung, glaube mir, sogar aus doppelter Erfahrung, denn mein Mann ist ebenfalls Autor, Bestsellerautor sogar.

Nun ist aber auch nicht jeder Mensch zum Kritiker geboren. Manch einer ist mit seiner Kritik sehr direkt - und manch Autor sehr verletzlich. Auf einer Skala von 1 bis 100 kannst du dir jeden Wert dazwischen vorstellen. Bei Kritiker UND Autor!

Wenn du das alles berücksichtigst, tut es vielleicht nicht mehr so weh, die Kritik zu ertragen. Schreib dir einfach mal die Kritikpunkte (auch die sehr "unfreundlichen") auf, dann warte ein paar Tage und nimm dir dann dein Manuskript erneut vor und gehe es Punkt für Punkt durch. An vielen Stellen wirst du vielleicht erkennen, dass die Kritik berechtigt ist, an anderen vielleicht nicht. Markiere dir alle diese Stellen und schreibe deinen Kommentar dazu (Das geht wunderbar mit der Kommentarfunktion in MS Word oder OpenOffice.)

An manchen Stellen wirst du vielleicht die Kritik einfach nicht verstehen. Das könnte ein Zeichen sein, dass du in dem Bereich noch etwas lernen musst. Aber auch das ist ja nicht schlimm.

Ich bin auch Lektorin und habe viele Manuskripte von vielen Autoren lektoriert. Grundsätzlich kann ich zwischen zwei Sorten von Autoren unterscheiden: Die einen sehen jeden noch so gut begründeten Änderungsvorschlag als Einschränkung ihrer Kreativität und lehnen alles ab bis hin zur kleinsten Kleinigkeit. Die andere Sorte Autor sagt grundsätzlich: Alles, was mein Werk besser macht, ist gut. Dabei sind wir nicht immer einer Meinung, der Autor und ich! Wichtig ist aber, dass er sich mit dem Kritikpunkt auseinandersetzt. Das letzte Wort hat er. (Und ich möchte dann gern wissen, warum er sich so oder so entscheiden hat.)

Also: Lass die Ohren nicht hängen. Du hast schon ganz enorm viel geleistet. Soll das umsonst gewesen sein?

Jetzt musst du es vollenden und zur Veröffentlichungsreife bringen. Das ist manchmal mehr Arbeit als das Schreiben selbst. Aber es gehört unbedingt dazu!

Viel Erfolg!

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Nicht ganz meine beiden Geschichten hab ich aber nur meinen Freuden gezeigt. Denk einfach nich mehr nach über die Profis es liegt nämlich immer am Geschmack . Ich habe in meinen Aufsätzen in Inhalt und Ausdruck von meiner Deutschlehrern immer 4 gegeben und ich hab's meinen freunden und die fanden toll

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Lass dich nicht runterkriegen...
Motiviere dich selbst dabei auf...und pralle mit deinen Büchern.den jeder hat ein anderen Geschmack :)
Lg aly08

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Das heißt nicht, dass du schlecht bist, sondern, dass du deine Geschichte noch so viel besser und aufregender machen kannst. Sieh es als Motivation! :)

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dann lade doch mal ein paar Absätze hoch, damit wir es beurteilen können

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Kommentar von AnnJabusch
17.02.2016, 16:17

Wie willst aus ein paar Absätzen Inhalt, Spannungsbogen, Sinnhaftigkeit u.v.m beurteilen? Ich als Lektorin kann das nicht.

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Nicht Auf Orden lesen deine Bücher, sondern normale Menschen. Es gibt für dich noch andere Möglichkeiten Meinungen einzuholen, z.B. Wattpad oder http://www.test-lesen.de/ . Lass dir deine Ideen nicht schlechtreden !

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Kommentar von AnnJabusch
17.02.2016, 13:30

Es geht ja nicht darum, möglichst positive Meinungen einzuholen, sondern um konstruktive Kritik. Von Lobhudelern ist die nicht zu erwarten.

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Hey, lass dich davon nicht unterkriegen! Klar, die Kritik nimmst du jetzt natürlich sehr persönlich, vor allem, da dein Buch vermutlich vorher nie richtig kritisiert wurde. Aber mach das beste draus! Nimm dir das, was die "Profis" kritisiert haben mal genauer unter die Lupe. Könntest du damit dein Buch vielleicht noch besser machen? Nimm dir das nicht so zu Herzen, wenn ich zB Kritik abbekomme von Leuten, die mich ernsthaft kritisieren wollen und nicht wie alle Freunde bzw Familie sagen "ohhh das ist toll", bin ich erstmal auch immer leicht traurig oder sauer, aber genau aus sowas lernt man und es macht einen stärker!

Versuch es mal! :)

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Motivieren musst du dich schon selber. Denn du schreibst ja für dich und nicht für andere. 

Also entweder einfach weiterschreiben und dein Ding durchziehen, oder eben aufhören. 

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Kommentar von AnnJabusch
17.02.2016, 16:15

Und aus der Kritik zu lernen wäre keine Option?

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