Mein Pferd hat ein geschwollenes Bein, es ist aber nicht heiß, was kann ich tun?

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8 Antworten

Eventuell war die Wundbehandlung schon nicht die beste. Das wissen wir aber nicht, weil wir alle, selbst, wenn wir noch so gute Kenntnisse haben (hier schreibt auch eine professionelle Wundmanagerin regelmäßig mit) weder die Wunde gesehen haben noch das Medikament kennen, das da drauf kam und somit nicht beurteilen können, ob die Behandlung zu dem Medikament gepasst hat.

Entsprechend können wir auch nicht beurteilen, ob die jetzige Schwellung was mit der Wunde von vor zwei Monaten zu tun hat oder ob die wirklich sauber geheilt ist und das unabhängig davon ist.

Was bei Schwellungen der Gliedmaßen immer sinnvoll ist, grade, wenn das Pferd nicht lahmt, ist gehen, gehen, gehen und sehen, ob es dann besser wird. Dabei darf man ruhig drauf sitzen, es muss einfach Dreck, der da drin ist, raus gepumpt werden aus dem Bein und das pumpt mit Reiter genauso wie ohne. Wenn das Pferd schlecht läuft, ist es ohne Reiterlast definitiv sinnvoller. Und man kann mal eine Kühlkompresse aufbandagieren. Es gibt da so Einwegkompressen, wo man durch Druck einen Beutel im Inneren zum Platzen bringt. Das dann drauf bandagieren und sehen, ob eine halbe Stunde derart kühlen was bewirkt. Mit Wasser kühlen kann man leider vergessen, da das Pferd das Wasser so schnell anwärmt, dass es kaum Kühlwirkung hat. Das ist eher so der Tropfen auf den heißen Stein. Beruht die Schwellung auf einer kleinen, harmlosen Entzündung kann man einem magengesunden Pferd auch ein paar Tage lang Ingwer (von der Wurzel ein Stückchen abschneiden, evtl. auch zerkleinern und bisserl Hafer dazu) geben, das ist ein natürlicher Entzündungshemmer. Aber halt nur ein paar Tage, sonst schlägt auch der auf den Magen. Helfen diese beiden Maßnahmen nicht, kann definitiv nur der Tierarzt helfen, denn die Medikamente, die dann zum Einsatz kommen, sind nicht umsonst verschreibungspflichtig.

Was für das Pferd ganz wichtig wäre, wäre zum einen, dass es nie stehen muss, also in einem Offenstall mit Bewegungsanreizen lebt und keine Gamaschen oder Bandagen tragen muss. Es sieht zwar nach Bandagieren immer so aus als hätte es was geholfen, weil dann die Beine oft dünner sind, doch ist das ein Irrtum, denn sie sehen kurzfristig auch dünner aus, wenn der Lymphfluss eingeschränkt wurde, doch wird das alles noch viel, viel schwerer abtransportiert.

Ich gehöre sicher nicht zu denen, die zu schnell den Tierarzt holen, doch wenn es sich nicht wie gewünscht entwickelt, dann nehm ich auch mal das Telefon in die Hand. Doch ist das nicht Dein Einflussbereich, leider. Und eventuell ist es doch ein erfolgreicher Heilungsprozess und die Besitzerin ist in der Lage das zu beurteilen? Das können wir Dir hier leider auch nicht sagen, denn wir sehen das Pferd nicht, hatten, wie schon gesagt, die Wunde nicht gesehen und somit nicht beurteilen können. Ich würde mal nicht den Teufel an die Wand malen, wenn ich sowas nur von fern aufgrund einer Beschreibung mitbekomme.

Aus Vorverurteilungen halte ich mich definitiv raus und möchte auch alle anderen darum bitten. Zumal ich nahezu alles ohne Tierarzt löse (in den Augen meiner Einstellerkollegen), doch eben auch meinen Tierärzten Fotos zur Beurteilung schicke, wenn ich mir nicht sicher bin und sie frage, ob sie vorbei kommen oder ob ich nach ihrem Rat selbst weiter behandeln kann. Ich möchte nicht verurteilt werden, nur weil ich Erfahrung mit sowas habe und entsprechend weiß, wann die Grenze überschritten ist, wo ich alleine nicht mehr weiter komme. Wenn meine Tierärzte mir sagen "ja, so würd ich's auch machen" oder "probier doch mal dies und jenes" und ich die für ihren Rat entlohne, z.B. indem ich mich auch mal zum Assistieren abkommandieren lasse, ist das für mich in Ordnung, aber natürlich geh ich nicht hin und erzähle "ich hab mit dem Tierarzt telefoniert, der hat mir grünes Licht dafür gegeben", denn damit würde ich meinen Tierarzt in zumindest kleine Schwierigkiten bringen. Entsprechend ist er dabei, es weiß nur niemand und wenn es niemand weiß, dann auch eine Beteiligung und die Einstellerkollegen nicht in deren Augen ich immer alles ohne Tierarzt mach - wahrscheinlich, weil ich zu geizig bin, keine Ahnung, das hör ich mir lieber nicht an, sonst muss ich mich nur ärgern.

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ich denke mal, das geht ncht mehr weg.

da dürfte sich was eingekapselt haben - haut, ein haarfollikel, ein fremdkörper.

um so etwas herum bildet sich narbengewebe - manchmal auch später äusserlich wildes fleisch. innerhalb von narben- bze. "schutzgewebe" kann sich flüssigkeit oder eiter einkapseln.

meistens rutschen solche schwellungen im laufe der zeit nach unten. oft genug bleiben die eingekapselten stellen in irgendeinem gelenk hängen.

das füht dann zu chronischer lahmheit, da mit dem fremdkörper im gelenk dieses nur noch ungenügend beweglich ist.

manchmal sind solche lahmheiten schmerzfrei. das pferd kann geritten werden, lahmt aber.

meist sind sie aber mit erheblichen schmerzen verbunden und führen zur unreitbarkeit.

springen mit DEM pferd? NIE WIEDER.

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Kommentar von Jojoandelli
16.02.2016, 07:31

Oha... werde ich mir zu Herzen nehmen. Danke.

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Bei einer größeren Wunde an den Gliedmaßen,  hast Du oft nach der Abheilung noch eine ziemlich lange Zeit in diesem Bereich eine Schwellung. Wenn das Pferd lahmfrei geht, ist das meistens Lymphflüssigkeit die sich dort staut.

Durch das Narbengewebe ist der Lymphfluss unterbrochen. Hol Dir aus der Apo eine Narbencreme, und massiere die Narbe täglich damit . Das Gewebe wird dann weicher und die Lymphe kann besser abtransportiert werden.

Über Nacht kannst Du auch auf das betroffene Areal großzügig Heilerde-Paste auftragen.( Kleiner Tipp:: vom TA ist zu teuer, bekommst Du bei Makana günstiger)

Diese Schwellungen können bis zu einem halben Jahr anhalten und evtl. zeitweise, unter besonderen Bedingungen immer mal wieder auftreten. Solange alles weich und elastisch ist, wird das Pferd damit kein Problem haben.

Viel Bewegung etc. ;; da hat Dir u.a. Baroque ja schon viele nützliche Tipps gegeben.

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Da habe ich leider auch keinen Einfluss drauf.

dann solltest Du das Pferd einfach nicht mehr reiten. Es ist ja offensichtlich nicht fit und ein geschwollenes Bein sollte auch nicht belastet werden. 

Dem Besitzer solltest Du penetrant ins Gewissen reden, denn wenn man sich Tiere hält, hat man ggf. auch tierärztlich für deren Gesundheit zu sorgen!

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Kommentar von Jojoandelli
15.02.2016, 23:28

Naja. Du kennst meinen Stall natürlich nicht, deswegen ist dein Vorschlag unmöglich umzusetzen. Aber trotzdem danke, du hast versucht zu helfen :)

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Wenn die Besitzerin sich weigert, einen TA zu holen, würde ich mich weigern, das Pferd weiter zu versorgen.. 

Sorry, aber es kann nicht angehen, dass man ein Lebewesen, das von einem abhängig ist, nicht versorgen kann..

Den Rest hat ponyfliege schon geschrieben. 

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es könnte sich im "besten" Fall ein harmloses Ödem gebildet haben, also eine Schwellung mit Gewebsflüssigkeit, die meist nicht stört,

 im schlimmeren Fall ist die Verletzung nicht völlig auskuriert und etwas hat sich abgekapselt und die Folgen sind schon beschrieben worden;

 auch eine Knochenheutentzündung kann noch vorhanden sein, die aber nur in seltenen Fällen keine Beschwerden verursacht.

eigentlich müßte dringend mal das Röntgengerät her um das Ganze abzuklären - soooo teuer ist das nun wirklich nicht (bei uns 35€ pro verertbarem Bild, meist reichen 3)

bis dahin bitte nur wenig belasten ( mit engen flotten Wendungen) aber viel Schritt reiten und NICHT springen

vielleicht kannst Du Dir die TA-Kosten ja  mit der Besi telen ???

p.s. gegen Entzündungen hilft Homöopatie auch prima, i.d.R. nebenwirkungsfrei: ich empfehle Sulfur D6 oder D12 oder D30
sowie Arnika D12

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Ich kann leider auch nur empfehlen den Tierarzt dran zu lassen. Wir selbst hatten gerade einen Fall, wo wir alles getan haben, um bei so einer Verletzung einen Einschuss zu verhindern - was auch geklappt hat. Und wo sich dann nach ein paar Wochen rausgestellt hat, dass sich etwas vom Knochen abgesplittert ist... insofern ohne genaue Diagnose auf keinen Fall springen.

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Das selbe haben wir auch gehabt, ebenfalls auf Rat der Tierärztin bandagiert,wurde nicht besser, ein anderer Tierarzt meinte dann nur , dass bandagieren absolut blöd war. Das Bein gewöhnt sich an das eingewickelte, ist das Eingewickelte weg, ist es eine Umstellung. Wir hatten das Anfang des Jahres, wenn man weiß was war kann man es jetzt immer noch leicht sehen, also das "dickere".

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