Frage von alphaclasch, 71

Mein Onkel liegt im Sterben, wie gestallte ich ein Gespräch mit ihm?

Seit nun fast 5 Jahren hat er bitter zu kämpfen, Krebs, verschiedene Operationen dadurch, durch diese wiederum verschiedene Infektionen bis hin zum Koma, dann wieder alles auf s neue lernen mit viel Anstrengung und nun geht es wohl zu Ende. Zum einen sein Leiden, worum er denke ich mehr als froh ist, aber eben auch sein Leben. Und ich hoffe, dass ich ihn noch mal sehen kann bevor er geht, dass er evtl. seinen Großneffen noch einmal zu Gesicht bekommt.

Aber es stellt mich doch auch vor gefühlsmäßige Schwierigkeiten. Was sagt man zu jemandem der seinen Lebenswillen aufgegeben hat, auf Grund des vielen leidens. Wie kann man eine Person die im Sterben liegt "aufmuntern". Mut und Hoffnung machen finde ich irgendwie falsch, denn da ist nicht s mehr was Hoffnung bringt.

Soll ich ihn fragen welches seine schönsten Momente im Leben waren??? Einfach um seine Erinnerung aufzufrischen und ihn vielleicht für einen Kurzen Moment zurück in eine glückliche Zeit zu bringen???

Vielleicht könnt ihr mir helfen.

Antwort
von CygnusLucifer, 23

Du wirst ihn noch ein letztes mal sehen. Glaube mir! Er ist dein Onkel, und somit eine wichtige Person in deinem Leben.Wen ihr ein sehr enges Verhältnis und sehr viel miteinander erlebt habt, ist das umso beser! :) Wen du ihn sieht, redet über damals über alles worüber ihr lachen könnt. Dann denkt ihr gar nicht mehr an den Schmerz im Herzen. Schenke ihm als Erinnerung von dir etwas, dass er dann in seinem Herzen mitnimmt. Du must zu ihm gehen, denn es schmerzt zwar wen man sich niewieder sieht aber, am meisten schmerzt es, wenn man keine Zeit (oder Möglichkeit) hat, um sich zu verabschieden. So war es bei mir, ich hatte nie die Möglichkeit mich bei meiner Oma zu bedanken, für all das was sie mir beigebracht hat, dass sie immer für mich da war und das ich sie immer geliebt habe :').Ich war damals zu klein, um zu kapieren was damals los war bis man mir es mitgeteilt hatte. Darum, mache das was ich dir gerade gesagt habe und sei auf jeden Fall für ihn da. Er braucht dich :). Viel Glück! <3

Antwort
von Schmackofax, 37

Verlass dich doch einfach beim Besuch auf dein Gefühl. Du musst ihn nicht alles Mögliche fragen. Das würde ihn sicher belasten und überfordern.

Geh auf seine Bedürfnisse ein, halt ihm die Hand. Nimm an was er dir gibt an Fragen oder Antworten. Vlt. möchte er hören, wie es dir so geht.

Ich denke du bist sehr feinfühlig und wirst es ganz intuitiv richtig machen. Aufmuntern und Hoffnung machen wäre auf jeden Fall grundfalsch.

Geh auf ihn ein, du machst das sicher ganz prima. Ich wünsch dir alles Gute.

Antwort
von Nenai, 25

Ich finde, dass du einfach natürlich bleiben solltest. Frag ihn ruhig Dinge zu seinem Leben, die dich interessieren und höre ihm zu, was er dir zu sagen hat. Sei einfach bei ihm, nimm seine Hand. Und wenn du dich bedanken möchtest, dann tu es. Hab keine Angst.

Ich drücke dir Daumen, dass du ihn noch einmal sehen kannst.

Antwort
von auchmama, 33

Bei solchen Begegnungen braucht es keine großen Worte!

Setz Dich zu ihm und nimm seine Hand! Und dann lass Deinen Onkel sprechen oder nicht. Wenn Du Dich dann verabschiedest, dann bedanke Dich für alles - nimm ihn in den Arm wenn Dir danach ist.

Ganz viel Kraft wünsche ich Dir 

Antwort
von meini77, 27

Ich war vor ca. 2 Jahren in der gleichen Situation, mit meinem Vater.

ich habe mich bei den Besuchen "ganz normal" verhalten. Ihm von meinem Alltag erzählt (gut, er hatte den selben Beruf wie ich) etc. Wenn's gepasst hat, habe ich mit ihm über unsere guten Zeiten gesprochen, über schöne Erinnerungen.

Als es dann wirklich Zeit wurde, habe ich ihm gesagt, daß er immer ein toller Vater war und ist.

Das hat mir selbst auch etwas über die Trauer geholfen.

Versuch' einfach, nicht zu verkrampft zu sein. Er weiss mit Sicherheit, daß es "zu Ende geht" und es vielleicht der letzte Besuch ist.

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