mein noch-mann hat extra freiwillig den hauskredit hochgestuft, um unter die existenzgrenze zu kommen, damit er keinen kindesunterhalt zahlen muss, rechtens?

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5 Antworten

Der Mann wird damit nicht "durchkommen".

Unterhalt für minderjährige Kinder hat Vorrang vor allen anderen Zahlungsverpflichtungen des Mannes. Und auch möglicher "Trennungsunterhalt" für dich (bis zur Scheidung) hätte Vorrang.

Die Höhe der Unterhalte ist abhängig von seinem "unterhaltsrelevanten Einkommen". 

Schulden, Ratenzahlungen etc. beeinflussen dieses Einkommen in der Regel nicht. 

Kreditrückzahlungen können nur dann angerechnet werden, wenn sie den Unterhaltsempfängern auch tatsächlich zugute kommen:

  • Solange ihr also noch "mietfrei" im gemeinsamen Haus wohnt und der Mann die Kreditraten allein zurückzahlt, könnte das sein anrechenbares ("unterhaltsrelevantes") Einkommen mindern.
  • Sobald du und die Kinder ausziehen, dürfte die Kreditrate bei der Berechnung der Kindesunterhalte nicht mehr auf sein unterhaltsrelevantes Einkommen angerechnet werden.
  • Nur auf deinen möglichen Trennungsunterhalt könnte das Einfluss haben - nämlich dann, wenn du den Kreditvertrag mit unterschrieben hast und nur er die Raten zahlt.... Sollte es sein alleiniger Kredit sein, hat er keinen Einfluss...

Als "unterhaltsrelevantes Einkommen", nach dem sich die Höhe der Unterhalte richtet, zählt sein gesamtes Durchschnittseinkommen (abzüglich anrechenbarer Beträge für Fahrtkosten etc.

Die danach berechneten Unterhalte (Kindesunterhalt, ggf. Trennungsunterhalt) solltest du in jedem Fall "titulieren" lassen, denn mit einem Titel könntest du ausstehenden Unterhalt einklagen/ pfänden lassen....

  • Würde er nur wenig verdienen, müsste ihm in Bezug auf die Kindesunterhalte für seinen eigenen Lebensunterhalt (Verpflegung, angemessene Wohnkosten, Kleidung...) ein "Selbstbehalt" von 1080 Euro verbleiben. 
  • Hätte er die Kreditrate dann selbst so hochgesetzt, müsste er zusehen, wovon er sie dann tilgt - sie ggf. wieder herabsetzen lassen...
  • Bezüglich Trennungsunterhalt liegt sein Selbstbehalt (nach Abzug der Kindesunterhalte) dann bei derzeit 1200 Euro.

Würdest du den Unterhalt dann pfänden lassen, gilt nicht der Selbstbehalt, sondern sein "Pfändungsfreibetrag".

  • Dieser steigt zwar mit der Anzahl der "unterhaltsberechtigten Personen", aber auch nur, wenn er diesen auch tatsächlich "freiwillig" den ihnen zustehenden Unterhalt zahlt.
  • Wenn nicht, würde sein Pfändungsfreibetrages entsprechend herabgesetzt, so dass dann von seinem Einkommen entsprechend gepfändet werden könnte.

Du solltest dir in jedem Fall einen kompetenten Anwalt suchen, der die Ansprüche der Kinder und auch deine durchsetzt.

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Wie es um deinen Unterhalt steht, kann ich dir leider nicht genau beantworten.

Wenn dein Kind mind. 3 Jahre alt ist, wird dir zugemutet, dass du es in eine Betreuung gibst und dir einen Job suchst.

Wenn du ausziehst, kannst du beim Jugendamt erst mal Unterhaltsvorschuß beantragen. Dass ist der unterste Satz. Das Amt schaut sich dann die Einkommensverhältnisse deines Gatten an...

Wenn du kein eigenes Einkommen hast, kannst du dir für kleines Geld beim Anwalt einen Beratungstermin holen. Da erfährst du dann, was dir zusteht und was machbar ist.

Viel Glück und lass den Kopf nicht hängen.

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Kommentar von flippieee
06.01.2016, 21:03

ich habe minijob und studium.
ich sollte jahrelang nicht arbeiten gehen, sondern mich um die kinder kümmern, hat dann druck gemacht, wenn es nicht lief, als ich mehr gearbeitet hatte. will einfach klein halten und abhängig machen.

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Dann spart er noch mehr Geld. Kämpf lieber.

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Kommentar von flippieee
06.01.2016, 20:37

wie denn, meine anwältin sagte, ich hätte keine chance. er hat haus (allein im grundbuch), zugewinngemeinschaft....mehrere fahrzeuge und motorräder.....und die kinder gehen leer aus??

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Kommentar von Akka2323
06.01.2016, 20:41

Kann nicht sein, such Dir eine andere Anwältin. Dir gehört doch ein Teil des Hauses, er muß Dich doch auch auszahlen?

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Zunächstmal muß man die Arten des Unterhalts unterscheiden. 

Um den Mindestunterhalt minderjähriger Kinder  kommt der Vater durch einen Kredit nicht so einfach herum. Da hier eine gesteigerte Erwerbsobligenheit besteht, muß die Tilgungsrate so weit gesenkt werden, das zumindest der Mindestunterhalt gezahlt werden kann. Außerdem sind alle möglichen Einnahmequellen, etwa die einer teilweisen Vermietung, einer Nebentätigkeit etc. zu prüfen.

Ein freiwilliger Vermögensaufbau kann hier nicht einkommensmindernd berücksichtig werden.

Der Selbstbehalt beträgt gegenüber minderjährigen Kindern 1080€ wovon 380€ für die Unterkunft vorgesehen sind.

mir wurde durch eine anwältin gesagt, da das haus FÜR DIE FAMILIE angelegt war, könne man da nicht pfänden.

Wessen Anwätlin ? Wenn es Ihre Anwätin war sollten sie diese wechseln.

Für eine Pfändung braucht man einen vollstreckbaren Titel. Einen besonderen Pfändungsschutz für selbst bewohnte Immobilien gibt es grundsätzlich nicht.

wie kann denn jetzt ein mann mit 1200 euro existengrenze sich mit dem restgeld ins fäustchen lachen und den rest verprassen und wird gleichgesetzt mit einem mann, der von dieser grenze noch miete etc ausgeben muss?

Es wird nicht gleichgesetz, sondern der Wohnwert wird beim Unterhalt ganz ausdrücklich als Einkommen berücksichtig. Dabei wird von der ortsüblichen Miete ausgegangen, er wird aber auf das begrenzt, was normalerweise dafür aufgewendet werden würde. Beim Mangelfall also die 380€ - reale Kosten.

Beim nachehelichen Unterhalt sieht die Rechnung übrigens anders aus, da gegenüber der Exfrau keine gesteigerte Erwerbsobligenheit besteht. Hier kann ein Vermögensaufbau für die Altersvorsoge in gewissen Grenzen einkommensmindernd geltend gemacht werden. Aber auch hier ist natürlich der Wohnwert als Einkommen zu berücksichtigen.

Beachten sie ferner, das es bei einer Scheidung in der Anspruch auf den Zugewinnausgleich gibt. Dieser beträgt die Hälfte der Differenz des Zugewinns.



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Hi,

Du kannst  beim Jugendamt auch einen Unterhaltsvorschuss beantragen. Den gibt es allerdings maximal bis zum zwölften Lebensjahr und er wird maximal 72 Monate pro Kind gezahlt.

Wie viel Geld das genau ist musst du am besten einfach mal beim Jugendamt erfragen.

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Kommentar von flippieee
06.01.2016, 20:40

das ist gar nichts. :(
eigentlich müsste er 700 euro zahlen, weil er sehr gut verdient!

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