Frage von abendleserin, 125

Mein Neffe spricht im Kindergarten nicht?

Hallo zusammen,

Mein Neffe (6) soll auf Empfehlung von Pädagogen und Erzieherinnen statt auf die Grunschule auf eine Förderschule für Sprachbehinderte Kinder. Weil er trotz 3 Jahre Kindergarten und 2,5 Jahre intensive Logopädische,- und Ergo Therapie einfach nicht spricht.

Allerdings nur im Kindergarten.

Zuhause spricht er. Besser gesagt, er brüllt. Er brüllt Befehle. Denn trotz seinen 6 Jahren und zierlicher Statur hat er einen unglaublich lauten Organ!

Seine älteren Geschwister (18 und 15) waren auch ruhige Schüler, allerdings aber auch Zuhause eher ruhig.

Der kleine wird so extrem verwöhnt, dass er im wahrsten Sinne des Wortes befiehlt, wer wo sitzen darf, wer seine Eltern besuchen, wer TV gucken, oder ans PC darf usw. Er hat Zuhause einen sehr "starken Charakter" Die Eltern lassen ihm alles durch gehen...."ist doch egal, er ist noch klein!"

Nun wurde er gestern wegen der Einschulung untersucht. Die Pädagogen meinten, er soll für 3 Monate nach Mainz auf Schule für Kommunikationsschwache Kinder. Aber das möchte meine Schwester -seine Mutter- nicht.

Was gibt es sonst für Möglichkeiten, damit der Junge in der Schule spricht, sich am Unterricht beteiligen kann? Wird er eines Tages "auftauen "?

Meine Schwester ist wirklich sehr verzweifelt, möchte nur das beste für ihren Sohn, weiß aber nicht mehr weiter. Ob sie Psychologen einschalten soll?

Expertenantwort
von chog77, Community-Experte für Schule, 27

In einer Regelschule wird er nicht die Hilfe bekommen können, die er braucht. Eine Grundschullehrerin betreut 20-25 Kinder, eine Sonderpädagoge an einer Förderschule 5-10 Kinder.

Der Kleine wird alle Hilfe brauchen, die er kriegen kann. Psychologische als auch Sonderpädagogische. Er hat nach deinen Beschreibungen Sprachentwicklungsverzögerungen als auch Auffälligkeiten im Sozialverhalten. Das wird auf einer Regelschule wahrscheinlich nicht gut gehen.

Viele Kinder von Sprachheilschulen werden später, wenn möglich wieder in die Regelgrundschule umgeschult, wenn es ihnen möglich ist, dem Unterricht dort zu folgen. Deinen Schilderungen nach ist dies derzeit nicht möglich.

Wenn sich deine Schwester von dem Kleinen derart terrorisieren lässt, sollte sie selbst dringend Möglichkeiten der Erziehunghilfe in Anspruch nehmen.

Expertenantwort
von Schuhu, Community-Experte für Schule, 43

Armer kleiner Junge. Wie soll der wissen, wie die Welt funktioniert? Zu Hause darf er alles bestimmen und hat über Jahre den Eindruck vermittelt bekommen, die Welt existiert, weil er sie steuert. Dann kommt er in den Kindergarten und sein Weltbild bricht zusammen: nichts funktioniert auf sein Wort hin. Die Eltern haben ihm nicht ins Leben ausßerhalb der Familie geholfen und nun muss er es ausbaden. Er bleibt im Kindergarten allein, er kann mit niemandem reden. Natürlich muss er in eine Schule, wo man sich mit seiner Problematik auskennt und damit umgehen kann. Und die Eltern müssen dringend zur Erziehungsberatung,damit sie ihre Fehler nicht nur beleidigt von sich weisen, sondern endlich korrigieren können.

Antwort
von Lycaa, 17

Googel mal "selektiver Mutismus". Ein Kind aus meiner Verwandtschaft, wurde deshalb mehrere Jahre von einem Kinderpsychologen betreut. Die Therapie hat sehr gute Ergebnisse erzielt.

Antwort
von hertajess, 21

3 Jahre Kindergarten, 2,5 Jahre auf unser aller Kosten fachliche Hilfe die wie es scheint zu keinem Erfolg führte. Und die Eltern weisen immer noch jegliche Beteiligung an dieser Auffälligkeit beleidigt weit von sich?

Wie Du selbst schreibst hat er normale Kommunikation nie erlernen dürfen. DÜRFEN. Weil ihm seine Eltern die Möglichkeit dazu nicht eingeräumt haben. 

Nun soll er also erst mal für drei Monate zu Fachmenschen mit einem geschulten Blick auf die Gesamtsituation. 

Und das Jugendamt hat den Eltern das bisherige Erkenntnis-Ergebnis präsentiert welches beleidigt abgelehnt wurde. 

Was mir persönlich zu solchen Eltern einfällt schreibe ich besser nicht hier hin. 

Ansonsten ist es selbstverständlich - noch - ihre Entscheidung ob sie ihr Kind weiterhin missbrauchen wollen oder endlich anfangen wollen ihren Pflichten dem Kind gegenüber nachzukommen. Ihre Pflichten sind im Grundgesetz formuliert und heißen Erziehungs- und Fürsorgepflicht. 

Wir als Gesellschaft zahlen den Eltern ohne die genannten Sonderhilfen welche durchaus bis jetzt schon sehr teuer waren den weltweit dritthöchsten Betrag damit sie ihren Pflichten ZUM WOHLE DES KINDES wie vom Jugendamt dargestellt nachkommen. 

Ich bin zwar bezüglich Mainz nicht auf dem aktuellen Stand bezüglich Kinder- und Jugendhilfe weiß aber dass sie schon vor vielen Jahren sehr gut aufgestellt war. 

Antwort
von blumenkanne, 34

mein jüngste wurde mit 3,5 in die kita gegeben, nach drei jahren tagespflege. er hat mit eintritt in die kita kein wort mehr gesprochen. mit eintritt in die schule - da war er sechs, hat er ganz normal wieder gesprochen. er sagte mir normal tschüss. wenn ich nachmittags kam sprach er ganz normal weiter - nur in der zeit dazwischen sagte er kein wort mehr.

wir waren zur frühförderung wegen verdachts auf mutismus, auch selektiver mutismus. wir waren bei psychologen die sich mit ihm befassten, mit denen er sprach etc. im endeffekt hat er nichts gesagt, weil er die erzieherin einfach nicht leiden konnte.

er bestand keinen test, keine grenzsteine der entwicklung, er hat den sprachtest absolviert mit nicken und kopf schütteln. attestiert wurde ihm ein sprachstand eines zweijährigen, obwohl wir wußten das er sprachlich seinem alter voraus war. etc. ihr junge kann nicht eingeschult werden, der wird wohl erst ein jahr später gehen.

er wurde eingeschult, er spricht auch dort mit allen und das schweigen hat aufgehört. er hat auch keinen selektiven mutismus.

klärt doch mal ob er in der kita mit irgendeinem anderen erzieher spricht. zudem hätte man auch schon vor zwei jahren einen psychologen etc ansprechen sollen. wenn nun pädagogen festlegen, dass er in eine schule für kinder mit problemen kommt. hier sollte die mutter sich an das halten was die kita und die lehrer entscheiden. es geht dabei um das wohl des kindes. wenn er sich dort öffnet, wird eine umschulung sicher kein problem sein. wie soll man aber einem kind, welches nie erziehung angediehen bekommen hat von jetzt auf gleich zum normalen kind hin bekommen. das wird nicht gehen. hier hilft nur bis zur einschulung ganz klare grenzen aufzuzeigen, dem kind den mund zu verbieten, wenn er nicht gefragt ist und konsequent zu bleiben und das eisern. es wird schwierig für so einen terrorgnom zu begreifen, warum es jahrelang nach seiner nase ging und jetzt nicht mehr. aber lieber so, bevor die kinder in der schule ihm das irgendwann einprügeln.

Antwort
von Demelebaejer, 43

Das sieht nach Selektiven Mutismus aus. Schau mal im Internet nach und vergleiche mit Deinem Kind!

Kommentar von abendleserin ,

Hab gerade auf Wikipedia gelesen. Die Beschreibung passt 1:1 auf ihn, wenn der im Kindergarten ist. Danke für deine Hilfe!!!

Kommentar von blumenkanne ,

vorsicht. selektiver mutismus ist extrem selten und nur weil er in der kita nicht spricht, heißt es nicht, dass er es woanders wiederholt. das ist keine diagnose die man über vergleich bei wiki stellt, das wird getestet im spz und mit einem psychologen.

Kommentar von Demelebaejer ,

Na, so extrem selten ist der nun auch wieder nicht. Sogar im WDR-Fernsehen wurden Fälle gezeigt.

Natürlich reicht da eine Wiki-Beschreibung nicht aus. Bei uns in der Verwandtschaft haben wir so ein Kind, das nur mit den Eltern spricht, noch nicht mal mit den Großeltern.

Kommentar von hertajess ,

Anstatt den Eltern zu helfen ihre Kinder entwicklungsgerecht zu erziehen werden sie mit solchen sinnfreien Beiträgen noch zusätzlich verunsichert, darin bestärkt bei jedem eigenen Versagen erst mal zum Kinderarzt zu rennen, den Kinder-Psychiater ihre eigenen - in diesem Fall massiven - Fehlverhalten auf Kosten der Allgemeinheit zu vertuschen und die nachwachsende Generation frühestmöglich an wahrnehmungsverändernde Drogen zu gewöhnen. 

Sehr förderlich. 

Kommentar von Demelebaejer ,

Ich kenne das Problem aus eigener Erfahrung. Man ist echt froh, überhaupt mal einen Hinweis zu erhalten, von wem auch immer. Eine zusätzliche Verunsicherung habe ich nicht festgestellt.

Kommentar von blumenkanne ,

mutismus ist etwas das nicht mit drogen behandelt werden kann. es ist zum verzweifeln, weil du nicht weißt, warum dein kind das macht. du denkst du hast wirklich was falsch gemacht. in unserem fall hätte es auch so sein können, da kind immer in bekannter umgebung war und sich rausstellte, das er mit weniger bekannten tagesmüttern und -vätern auch nicht sprach. es machte mir unglaublich angst, da immer von grenzdebiliität, von förderschule etc die rede war, von vernachlässigung der sprache - obwohl er alles konnte was in den grenzsteinen stand und darüber hinaus, topfit war, viele uralte kinderlieder kannte und sprüche etc. mutismus muss getestet werden. ich kannte es garnicht bis dahin und der selektive mutismus passte völlig auf mein kind, auch die art wie er neue dinge angeht, die beschreibung über eigenheiten u. kleine macken - alles völlig stimmig. nach langer testreihe auch in berührung mit völlig fremden kam wir zum schluss - die heilpädagogin hat nen schuss und er sieht sie so und es gab und gibt nichts dies zu ändern. er sprach urplötzlich, als die mal wegen krankheit in der kita ausfiel. das war einige wochen vor der einschulung. als sie wieder da war, war er stumm wie ein fisch.

Antwort
von Wonnepoppen, 38

Ein Psychologe wäre eine Möglichkeit!

Der Grund scheint mir auch in der Erziehung zu liegen?

Der kann dann hoffentlich beurteilen, ob sie es mit der normalen  Schule versuchen soll?

Antwort
von gamine, 54

Ich denke, das Kind braucht unbedingt Hilfe und die sollten seine Eltern annehmen.

Ob diese Schule für ihn gut ist, kann niemand von uns beurteilen. Allerdings drei Monate ist doch nicht soo lang?

Ich würde einen Besuch der Eltern mit dem Kind bei einem Psychologen empfehlen. Es gibt Vorschulheilpädagogen oder Schulpsychologen.

Dort wird man versuchen den Eltern klar zu machen, dass sie es sind, die etwas verändern müssen. Das Kind reagiert ja nur darauf, wie es behandelt wird.

Es kann nicht sein, dass sie einem Befehle brüllenden Kind alles durchgehen lassen und womöglich auch noch seine Befehle ausführen!

Antwort
von Tarsia, 42

Wer seinem Kind das zu Hause durchgehen lässt, macht in der Erziehung einiges falsch!

Kommentar von abendleserin ,

Das hat man gestern seiner Mutter gesagt, dass er zu sehr verwöhnt wird. Sie ist tödlich beleidigt, weil es aus ihrer Sicht nicht der Fall ist.

Kommentar von blumenkanne ,

involviere das jugendamt. die eltern brauchen hilfe bei der erziehung.

Kommentar von Georg63 ,

Sie ist tödlich beleidigt

Traurig für das Kind, wenn die Mutter lernresistrent ist.

Kommentar von benutzer9 ,

Dann sollte zuerst ihr geholfen werden bevor man das Problem bei ihrem Sohn in den Griff bekommen will.

Antwort
von robi187, 36

wer keine grezen gezeigt wird der wird grenzenlos?

der schock war im kindergarten dort machte er erfahrung mit grenzen ander kinder und er war überfordert? und kroch schnell ins schnecken haus zurück?

ich würde auf jeden fall mal mit einem guten kinderarzt reden ober da jede  förderschule das richtige ist?

ich denke da sollte wirklich leute die was verstehen ans werk gehen bevor noch mehr in eine schieflage kommt?

möchte damit keine angst machen aber es gehört fachliches feingefühl her.

das ist meine meinung und muss nicht richtig sein

Antwort
von mariannelund, 4

das ist schubladen denken,

der junge spricht nicht,  folglich muß er in therapie

der junge spricht zuviel , folglich der ist hyperaktiv  ahds

warum kann ein mensch nicht so sein wie er ist ?

die einzigartigkeit wird ausgerottet jeder soll steuerbar und regelbar sein und machen was alle machen damit wir täglich roboten gehen

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