Frage von Pitterle, 54

Mein Mann ist überraschend verstorben. Es ist kein Testament vorhanden. Wir besitzen ein Reihenhaus 3 erbberechtigte Kinder, wie ist das mit der Erbübertragung?

Antwort
von imager761, 26

Du bildest mit den Kindern eine Erbgenmeinschaft. Bereits jetzt ist euch nach Erbqoute Eigentum daran zugefallen, § 1922 BGB. Meint: Alles, was nach Abzug (auch hälftig gemeinsamer) Schulden und Bestattungskosten von seinem Nachlassvermögen verbleibt, auch sein (Mit-)Eigentumsanteil an dem Reihenhaus, ging zu je 1/6 auf (seine/eure) Kinder, zu 3/6 auf dich über, §§ 1924, 1931 BGB, sofern ihr im gesetzlichen Güterstand der Zugewinngemeinschaft verheiratet wart, also keine notariellen Erbvertrag oder Gütertrennung oder Gütergemeinschaft vereinbart hättet.

"Die zum ehelichen Haushalt gehörenden Gegenstände, soweit sie nicht Zubehör eines Grundstücks sind" sowie das Familienauto kannst du dir als sog. Voraus, § 1932 BGB, vorab entnehmen.

G imager761


Antwort
von TorDerSchatten, 29

Du als Ehefrau erbst 50% der Erbsache und die  Kinder des Verstorbenen insgesamt ebenfalls 50% von seinem ganzen Besitz.


Antwort
von MancheAntwort, 33

erst mal mein herzliches Beileid zu deinem schlimmen Verlust....

ich würde vorschlagen, relativ schnell einen Anwalt aufzusuchen,

der sich auf den Nachlass spezialisiert hat.....

... denn es kann zu großen Problemen kommen !

Kommentar von sergius ,

Wenn alle Beteiligten in gutem Einvernehmen stehen, braucht es zunächst keinen Anwalt. Da Sie vermutlich entweder Mitinhaberin der Bankkonten sind oder eine über den Tod hinaus wirkende Vollmacht über die Bankkonten Ihres Mannes besitzen, können Sie ohne weiteres über die Geldmittel verfügen.  Sie werden allerdings zur Umschreibung des Grundbuchs bezüglich des Eigentumsanteils Ihres Mannes (wohl 1/2 ?)  auf Sie (1/2) und Ihre Kinder (je 1/6) einen beschränkten Erbschein brauchen, den Sie beim Nachlassgericht (Amtsgericht des Wohnsitzes - Abt. Nachlassgericht) unter Vorlage der Geburtsurkunden der Kinder und Ihrer Heiratsurkunde beantragen müssen. Sprechen Sie dort einfach einmal vor und lassen sich beraten.   Falls infrage kommt, dass Ihre Kinder auf ihre Erbanteile verzichten wollen, könnten sie innerhalb  6 Wochen nach dem Erbfall ihr Erbe ausschlagen (Erklärung auch beim Nachlassgericht möglich). Wenn Ihre Kinder selbst noch keine Abkömmlinge haben, würde das wohl bewirken, dass Sie Alleinerbin werden. Das sollten Sie aber vor der Ausschlagung beim Nachlassgericht abklären bzw. dazu tatsächlich einen Anwalt befragen.

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