Frage von izmirlibln, 16

Mein Konto wurde gepfändet. Wie kann ich das Geld was ich auf meinem Konto eingezahlt habe online überweisen, damit ich aus der Pfändung raus bin?

Antwort
von itasca, 11

Hallo izmirlibln,

Sinn und Zweck einer Kontopfändung ist, daß der Schuldner, dessen Konto gepfändet wurde, nicht mehr ohne weiteres über das Guthaben verfügen kann. Die Bank ist verpflichtet, den im Pfändungs- und Überweisungsbeschluß ausgewiesenen Betrag an den Gläubiger abzuführen. Sobald dies geschehen ist, kannst Du über den Rest Deines Guthabens verfügen.

Freundliche Grüße

itasca

Antwort
von Dagox, 14

Am besten bei deiner Bank vorbeigehen und mit deinem Berater die Sachlage klären. Bei einer Direktbank anrufen! Im Normalfall überweist die Bank bei einer Pfändung das Geld automatisch. Sie dürfen dir aber nicht alles pfänden, sondern es muss von den letzten Zahlungseingängen (Gehalt, Arbeitslosengeld, Hartz4,etc.) der Grundbetrag stehen bleiben. Einfach mal googeln.

Kommentar von itasca ,

Hallo Dagox,

einem Schuldner darf das komplette Guthaben gepfändet werden, es sei denn, er verfügt über ein sogenanntes Pfändungsschutzkonto. Ist dies der Fall, so errechnet die Bank bei dessen Beantragung den individuellen Pfändungsfreibetrag.

Freundliche Grüße

itasca

Kommentar von Dagox ,

Die Bank darf Guthaben pfänden. Das ist richtig. Sofern sie die Freigrenzen für Arbeitseinkommen und andere rechtliche Grenzen einhält. Das hat nichts mit einem P-Konto zu tun! Denn: eine Pfändung hat erstmal nichts mit der KONTOART zu tun. Ein P-Konto erleichtert nur der Bank und dem Schuldner die gemeinsame Arbeit. 

Und wegen einer einzelnen Pfändung stellt kein Schuldner und kein Bänker das Konto auf ein Pfändungsschutzkonto um. Das wäre grob fahrlässig, da damit große Nachteile einhergehen! Inkl. Schufa, Streichung von Dispolinie uvw.

 

aus der Zivilprozessordnung:

§ 850c Pfändungsgrenzen für Arbeitseinkommen

(1) Arbeitseinkommen ist unpfändbar, wenn es, je nach dem Zeitraum, für den es gezahlt wird, nicht mehr als

 

930     Euro

1)

 monatlich,217,50Euro

2)

 wöchentlich oder43,50Euro

3)

 täglich,

beträgt. Gewährt der Schuldner auf Grund einer gesetzlichen Verpflichtung seinem Ehegatten, einem früheren Ehegatten, seinem Lebenspartner, einem früheren Lebenspartner oder einem Verwandten oder nach §§ 1615l, 1615n des Bürgerlichen Gesetzbuchs einem Elternteil Unterhalt, so erhöht sich der Betrag, bis zu dessen Höhe Arbeitseinkommen unpfändbar ist, auf bis zu

 

2 060     Euro

4)

 monatlich,478,50Euro

5)

 wöchentlich oder96,50Euro

6)

 täglich,und zwar um

 

350Euro

7)

 monatlich,81Euro

8)

 wöchentlich oder17Euro

9)

 täglich,

für die erste Person, der Unterhalt gewährt wird, und um je

 

195Euro

10)

 monatlich,45Euro

11)

 wöchentlich oder9Euro

12)

 täglich

für die zweite bis fünfte Person.

(2) Übersteigt das Arbeitseinkommen den Betrag, bis zu dessen Höhe es je nach der Zahl der Personen, denen der Schuldner Unterhalt gewährt, nach Absatz 1 unpfändbar ist, so ist es hinsichtlich des überschießenden Betrages zu einem Teil unpfändbar, und zwar in Höhe von drei Zehnteln, wenn der Schuldner keiner der in Absatz 1 genannten Personen Unterhalt gewährt, zwei weiteren Zehnteln für die erste Person, der Unterhalt gewährt wird, und je einem weiteren Zehntel für die zweite bis fünfte Person. Der Teil des Arbeitseinkommens, der 2 851 Euro

13)

 monatlich (658 Euro

14)

 

wöchentlich, 131,58 Euro

15)

 täglich) übersteigt, bleibt bei der Berechnung des unpfändbaren Betrages unberücksichtigt.

(2a) Die unpfändbaren Beträge nach Absatz 1 und Absatz 2 Satz 2 ändern sich jeweils zum 1. Juli eines jeden zweiten Jahres, erstmalig zum 1. Juli 2003, entsprechend der im Vergleich zum jeweiligen Vorjahreszeitraum sich ergebenden prozentualen Entwicklung des Grundfreibetrages nach § 32a Abs. 1 Nr. 1 des Einkommensteuergesetzes; der Berechnung ist die am 1. Januar des jeweiligen Jahres geltende Fassung des § 32a Abs. 1 Nr. 1 des Einkommensteuergesetzes zugrunde zu legen. Das Bundesministerium der Justiz und für Verbraucherschutz gibt die maßgebenden Beträge rechtzeitig im Bundesgesetzblatt bekannt.

(3) Bei der Berechnung des nach Absatz 2 pfändbaren Teils des Arbeitseinkommens ist das Arbeitseinkommen, gegebenenfalls nach Abzug des nach Absatz 2 Satz 2 pfändbaren Betrages, wie aus der Tabelle ersichtlich, die diesem Gesetz als Anlage beigefügt ist, nach unten abzurunden, und zwar bei Auszahlung für Monate auf einen durch 10 Euro, bei Auszahlung für Wochen auf einen durch 2,50 Euro oder bei Auszahlung für Tage auf einen durch 50 Cent teilbaren Betrag. Im Pfändungsbeschluss genügt die Bezugnahme auf die Tabelle.

(4) Hat eine Person, welcher der Schuldner auf Grund gesetzlicher Verpflichtung Unterhalt gewährt, eigene Einkünfte, so kann das Vollstreckungsgericht auf Antrag des Gläubigers nach billigem Ermessen bestimmen, dass diese Person bei der Berechnung des unpfändbaren Teils des Arbeitseinkommens ganz oder teilweise unberücksichtigt bleibt; soll die Person nur teilweise berücksichtigt werden, so ist Absatz 3 Satz 2 nicht anzuwenden.

_____________

Die unpfändbaren Beträge nach Absatz 1 und Absatz 2 Satz 2 sind durch Bekanntmachung zu § 850c der Zivilprozessordnung (Pfändungsfreigrenzenbekanntmachung 2005) vom 25. Februar 2005 (BGBl. I S. 493) geändert worden:

1)

 

985,15 Euro;

 

2)

 

226,72 Euro;

 

3)

 

45,34 Euro;

 

4)

 

2 182,15 Euro;

 

5)

 

502,20 Euro;

 

6)

 

100,44 Euro;

 

7)

 

370,76 Euro;

 

8)

 

85,32 Euro;

 

9)

 

17,06 Euro;

 

10)

 

206,56 Euro;

 

11)

 

47,54 Euro;

 

12)

 

9,51 Euro;

 

13)

 

3 020,06 Euro;

 

14)

 

695,03 Euro;

 

15)

 

139,01 Euro.

Fußnote

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