Frage von Juschina, 302

Mein Kater hat harten Stuhlgang. Was kann ich dagegen machen?

Antwort
von NaniW, 229

Hallo Juschina,

Katzen haben von Natur aus relativ trockenen, harten Kot. Die Natur hat sie mit einem speziellen Mechanismus versehen, der es ihnen erlaubt, auch in trockenen Regionen zu überleben. Unter anderem können sie Wasser sparen, indem sie den Flüssigkeitsverlust über den Kot gering halten. Das heißt Katzen entziehen ihrem Kot soviel Wasser wie möglich um es wieder dem Körper zu zuführen. Wird dieser natürliche Wasserentzug durch irgend etwas gestört, kommt es zu Verstopfungen. Diese können für das Tier ganz schön quälend sein, da sie oft mit großen Schmerzen einhergehen.

Verstopfung tritt häufiger bei mittelalten und älteren Katzen (6 Jahre und älter) auf sowie eher bei übergewichtigen Tieren als bei dünnen. 70 Prozent der betroffenen Tiere sind Kater.

Die Ursache für eine Verstopfung ist leider oft nicht leicht zu ermitteln.
Mögliche Ursachen:
- Fress- und Trinkverhalten (zu viel Trockenfutter, gleichzeitig zu wenig Trinken)
- Einschränkung des Darmlumens: z.B. durch Gewebezubildungen im Darm oder am After
- neurologische Störungen z.B durch kleine Rückenmarksläsion (teilweiser Bandscheibenvofall)
- Megacolon (starke Ausweitung großer Teile des Dickdarms, Kot bleibt dort liegen, Diagnose durch Röntgen)
- Flüssigkeitsverlust, Austrocknung
- Bewegungsmangel ...

Ein TA Besuch ist unumgänglich !

Eine Verstopfung kann lebensbedrohliche Folgen haben.
Die Katze benötigt ggf. Abführmittel, oder gar einen Einlauf. Ein Einlauf wird nur unter Nakrose gemacht !

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Bitte der Katze KEINE Medikamente selbst verabreichen und schon gar nicht welche, die für den Hund sind !

Lactulose ist, erfahrungsgemäß, recht heftig bei Katzen und kann die ganze Situation zu schwerer Diarrhoe (Durchfrall) führen. Dies wäre wiederum aabolut nicht gut und kann ebenso gefährlich werden. Zudem kann man nicht einfach irgend welche Medikamente verabreichen. Man muss auf das Alter und das Körpergewicht achten, um die Richtige Dosierung zu verabreichen !

Bitte geh mit der Katze zum TA und lass ihn drauf schauen.

Es fällt mir auch schwer zu glauben, das der TA am Telefon nur geraten hat, mal Öl auf das Futter zu mischen. Nicht jedes Öl dürfen Katzen fressen. Und was soll denn die Petersilie bewirken ?

Alles Gute

LG

Kommentar von Juschina ,

Ich war beim TA mit meinem Kater und dabei hat er mir den Tipp mit dem Speiseöl gegeben. Der TA ist für meine Begriffe sehr kompetent. Mein Stubentiger ist bisher der 4. den er behandelt hat. Also habe ich das mit dem Öl geglaubt.

Kommentar von NaniW ,

Öl ist gut, ja. ABER bitte Sonnenblumenöl...Bitte auf keinen Fall z.B. Knoblauchöl, Sesamöl und so etwas.

Um den Stuhl wieder weich zu bekommen, kannst du alternativ mal etwas Milch trinken lassen. Aber bitte nicht zu viel, pass auf, das der Stuhlgang dann nicht zu weich wird.

LG

Kommentar von Juschina ,

Ich habe es mit Sonnenblumen-Raps-und Walnussöl probiert. Milch und Joghurt nimmt die " Nase" sehr gerne, da er aber allergisch auf Milch reagiert habe ich es bisher ignoriert; werde es mal probieren. Die diagnostizierte Allergie auf Huhn hat sich ja auch gebessert.

Vielen Dank für deine ausführlichen Beiträge:)

Kommentar von NaniW ,

Das deine Katze auf Milch "allergisch" reagiert ist normal.

Katzen sind Laktoseintolerant...

Allgemieninfo zum Thema Laktoseintolerant:

Katzen sollen keine Milch trinken, denn sie enthält Laktose (Milchzucker).

Den Katzen fehlt von Natur aus das sogenannte Verdauungsenzym Laktase. Das ist aber Notwendig, um die Laktose zerlegen und verdauen zu können.

Wenn die Katze Milch trinkt, gelangt der Milchzucker also unverdaut in den Darm und verursacht dadurch Diarrhö (Durchfall). Für Hunde gilt übrigens das gleiche.

Manche Katzen können eine gewisse Menge an Laktose tolerieren und reagieren nicht gleich mit Durchfall. Um eine Darmerkrankung zu vermeiden, sollte ganz auf die Fütterung von Milch verzichtet werden bzw. auf Laktosefrei Milch zurück gegriffen werden.

Diese Katzenmilch im freien Handel ist ebenso ungeeignet. Katzenmilch ist ein Leckerli, keine Nahrungsergänzung und enthält auch Zucker. Sie sollte also nur ab und zu gereicht werden und nicht regelmäßig ! Bitte der Katze Wasser hin stellen. Mehrere Möglichkeiten in der Wohnung verteilt, steigert auch das Trinkverhalten. Mal ein Napf, mal ein Trinkbrunnen.

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Da deine Katze aber Probleme mit dem Kot absetzten hat, kann die Milch hier helfen. Dennoch muss man ein Auge drauf haben, wenn der Kot wieder weicher ist, die Milch weg lassen, das es nicht zu Durchfall kommt. Das ist eben das doofe an der ganzen Sache.

Alles Gute

LG

Antwort
von NaniW, 190

Hallo Juschina,

ich habe dir noch etwas zu Ölen und Fette raus gesucht :-)

Allgemeininfo zum Thema Fette & Öle:

WICHITG: Dieser Rat ersetzt NICHT den Tierarzt !
Bei Auffälligkeiten, wie harter Stuhlgang/Verstopfung, kann dies nur zur Heilung unterstützend sein. Es ersetzt keinesfalls den notwendigen Arztbesuch.

Oft wird geraten der Katze mal etwas Öl oder Fett ins Futter zu mischen.
Ob für schönes, glänzendes Fell, oder um harten Kot wieder weich zu
bekommen.

Um aber zu verstehen, warum und welche Öle und Fette man Katzen geben kann, muß man sich einmal mit der chemischen Zusammensetzung auseinandersetzten.

In allen Fetten und Ölen befinden sich Fettsäuren. Dies ist also quasi der Wirkstoff. Jedes Öl und jedes Fett hat eine andere Zusammensetzung der Fettsäuren.

In Olivenöl Beispielsweise überwiegen einfach ungesättigte Fettsäuren - wie z.B. Ölsäure - mit circa 75%, dann kommen 13% gesättigte Fettsäuren, 10% Linolsäure und 2% Linolensäure dazu.
"Extra vergine"-Olivenöl ist reich an wertvollen Antioxidantien. Olivenöl ist das "sicherste" Pflanzenöl, das man essen kann, da es nicht so schnell ranzig wird wie andere Pflanzenöle.

Anderen Öle wie z.B. Rapsöl, haben einen hohe Anteile an mehrfach ungesättigten Fettsäuren, die sie sehr anfällig für die Oxidation machen. Sie werden also sehr schnell ranzig.
Vor allem Fischöl ist hochempfindlich. Damit kann man, unter Umständen, mehr Schaden anrichten als Nutzen. Außerdem hat ein hoher Anteil an mehrfach ungesättigten Fettsäuren unterdrückende Auswirkungen auf das Immunsystem, was bei kranken Tieren nicht erwünscht ist.

Dosierung: Es empfiehlt sich, täglich 1/2 Teelöffel z.B. Extra-vergine Olivenöl unter das Futter zu mischen.

Alles Gute

LG

Antwort
von AnnnaNymous, 196

Unser Hund bekommt dann schon mal einen Teelöffel Naturjoghurt.

Antwort
von SofiaMc, 177

Tierarzt

Kommentar von Juschina ,

Der Tierarzt sagt dass ein paar Tropfen Öl im Fressen helfen. Ich habe verschiedene Öle probiert, es schmeckt ihm nicht;). Kann ich ihm aus der Humanmedizin Lactulose-Sirup geben? Bei mir wirkt es. Petersilie bekommt er schon.

Kommentar von NaniW ,

Oh Vorsicht ! Nicht jedes Öl darf die Katze fressen o.O Und Lactulose ist, erfahrungsgemäß, recht heftig bei Katzen. Bitte NICHT !!

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