Frage von VivianeSommer, 61

Mein Kater ,13 beißt mich , es sind keine liebesbissen mehr . Was kann ich tun und woran liegt es?

Hilfreichste Antwort - ausgezeichnet vom Fragesteller
von Katzenkumpel, 21

Solange es bei den Bissen nicht zu (ernsthaften) Verletzungen kommt, könnte es sich noch immer um den sog. "Liebesbiß" handeln, der eine besondere Zuneigung ausdrücken soll. Als Übersprungshandlung kann der Biß dabei durchaus kräftiger ausfallen, als von der Fellnase eigentlich beabsichtigt.

Hilfreich wäre es vielleicht, beim Streicheln, Schmusen oder Spielen verstärkt auf die Signale des Katers (z.B. Haltung der Ohren, Schwanzschlagen etc.) zu achten, und ggf. rechtzeitig aufzuhören, bevor er aus lauter Übermut und/oder Zuneigung "über-schnappt".

Vielleicht sind es auch bestimmte, wiederkehrende Situationen, in denen der Kater zubeißt? Dann würde ich versuchen, solche Gelegenheiten nach Möglichkeit zu vermeiden.

Zudem sollte man beim Spielen zunächst besser nicht primär die Hände einsetzen, sondern eher Spiele bzw. Spielzeuge bevorzugen, die den Kater etwas auf Distanz halten (z.B. Spielangel o.ä.).

Es könnte natürlich auch durchaus sein, dass schlechte Erfahrungen sein Handeln beeinflussen. Evtl. gibt es in der jüngeren Vergangenheit einen Vorfall oder ein Missverständnis, der bzw. das sein Verhalten erklären könnte?

Ich würde dem Kater weiterhin mit Zuneigung und Güte begegnen, keinesfalls strafen oder mit Liebesentzug reagieren, und ihm in "kritischen" Situationen ggf. aus dem Wege gehen, bis sich sein Mütchen wieder etwas abgekühlt hat.

Falls die Attacken aber nicht aufhören (oder schlimmer werden), würde ich den Kater auch mal beim Tierarzt vorstellen, um gesundheitliche Probleme, z.B. (Zahn-)Schmerzen o.ä., als Ursache auszuschließen.

Alles Gute Dir und Deinem Katerchen!

Kommentar von VivianeSommer ,

Danke für deine Antwort , ich habe ihn vorkurzem erst übernommen und er hat einiges hinter sich . Er wurde wohl damals gegen die Wand geschlagen ect. Sodass eine blutblase operativ entfernt werden musste .  Usw. Das kann dadurch gut möglich sein . 

Also denkst du , wenn das weiter So geht und stärker wird bzw nicht aufhört , dass er mir damit zeigen will , dass er schmerzen evtl hat ? 

Kommentar von Katzenkumpel ,

Bei dieser traurigen Vorgeschichte zunächst mal DH und meine Hochachtung dafür, dass Du das arme Tier bei Dir aufgenommen hast!

Kein Wunder, dass der arme Kerl das Vertrauen in die Menschen verloren hat. Die Blutblase hat ihm sicherlich Schmerzen bereitet, und vielleicht tut auch die OP-Narbe noch weh, von den seelischen Schmerzen durch die erfahrenen Mißhandlungen einmal ganz abgesehen. Wenn er beim Tierarzt in Behandlung ist, müsste dieser eventuelle weitere (ggf. ältere) Verletzungen ja eigentlich erkannt und nach Möglichkeit behandelt haben, dann wird Dein Katerchen hoffentlich zumindest keine körperlichen Schmerzen mehr haben. Wenn Du allerdings das Gefühl hast, dass er noch (bislang unerkannte) Schmerzen hat, solltest Du das ruhig noch mal mit dem Tierarzt besprechen, oder ggf. auch eine zweite Meinung einholen.

Wichtig ist zunächst sicherlich, den Kater nicht zu bedrängen, und ihm alle Zeit zu geben, die er braucht. Hab Geduld mit ihm und laß ihn am besten auf Dich zukommen. Wenn er Vertrauen gefasst hat, wird er mit der Zeit bestimmt Deine Nähe suchen.

Wichtig ist auch, in dieser (auch für den Kater) stressigen Situation, Ruhe zu bewahren, ihm mit Zuneigung, Geduld und auch mit Nachsicht zu begegnen, und nicht zu strafen oder laut zu werden.
Katzen haben ein untrügliches Gespür für unsere Gefühlslage. Wenn Du - was in meinen Augen gut nachvollziehbar wäre - verunsichert oder ängstlich bist, wird sich das wahrscheinlich auch auf Deinen Kater übertragen. Vielmehr solltest Du versuchen, ihm Ruhe und Sicherheit/Geborgenheit zu vermitteln.

Vielleicht lässt er sich mit Leckerchen und allerlei vorsichtigen (!) Spielen und Streicheleinheiten ja schneller "überzeugen"? Bei den Spielsachen - aber auch in alltäglichen Situationen - würde ich allerdings auch immer seine Vorgeschichte ein wenig im Hinterkopf behalten, so könnte z.B. die bei Fellnasen eigentlich allseits beliebte Katzenangel von einem derart traumatisierten Katerchen auch schnell mal mit einem Schlagstock "verwechselt" werden.

Eine weitere Hilfe könnten eventuell Raumsprays oder Verdampfer für die Steckdose sein (im Fachhandel oder bei Tierärzten erhältlich), die Duftstoffe an die Umgebung abgeben, welche bei Katzen angeblich zu Wohlfühleffekten und größerer Entspannung führen. Ob dem tatsächlich so ist, vermag ich nicht zu sagen, aber vielleicht wäre es ja einen Versuch wert?

Falls es zu weiteren Attacken kommt (was bei der Vorgeschichte wohl leider gut möglich ist), solltest Du ihm - wie gesagt - nach Möglichkeit etwas aus dem Weg gehen, ihm aber auch durch ein deutliches "Nein" seine Grenzen aufzeigen.

Bevor ich's vergesse: Herzlichen Dank fürs Sternchen! <freu>

Alles Gute für Euch beide!

PS: Im Frühjahr fand ich - zum Glück gerade noch rechtzeitig - im Garten einen Nachbarskater, mit dem ich mich im Herbst/Winter ein wenig angefreundet hatte. Er hatte sich, durch Tritte und eine Luftgewehrkugel schwer verletzt, mit letzter Kraft vor meine Terrassentür geschleppt, weil er die 80m bis nach Hause nicht mehr geschafft hätte. Seitdem hatte er, eigentlich Freigänger,  sein Zuhause nicht mehr verlassen, offenbar aus Angst vor den Menschen. Vorgestern saß er dann plötzlich wieder vor meiner Terassentür, als wenn nichts gewesen wäre. Hat mich vor Freude bald umgeworfen und mit Begeisterung ein paar Leckerchen (von meinem Kater gespendet) verputzt.
Du siehst, manche Dinge benötigen einfach (viel) Zeit!

Kommentar von VivianeSommer ,

Eine sehr süße Geschichte bei dir und sogleich Eigtl auch echt traurig . 

Das Problem ist  ich habe den Kater erst aufgenommen , und die Vorbesitzerin hat keinerlei Dokumente über ihn . Das einzige was sie vorlegen kann ist die kastrastion. So weiß ich Eigtl von den Gesundheitszustand von meinem kleinen , gar nichts ... 

Ich hatte ihn heute eine Art Angel gekauft , die nimmt er mit viel ergeiz an , genau wie den LED Stift . Das einzige woran wir arbeiten müssen ist sein Körbchen. Er legt sich aus Prinzip immer mit ins Bett , was wir echt nicht wollen , wegen den Haaren . Aber wenn wir schlafen bekommen wir das nun nicht mit . Und er schleicht sich immer wieder an . 

Vielen Dank für deine Antwort.

Kommentar von Katzenkumpel ,

Wenn es hier im Haus einen Ort gibt, an dem mein Katerchen garantiert noch NIE gewesen ist, dann ist es sein Katzenkörbchen...

Gleich am ersten Abend, an dem ich ihn aus dem Tierheim adoptiert hatte, hat er sich neben mir auf die Couch gekuschelt, und dabei ist es dann geblieben <g>.

Das Schlafzimmer hatte ich auch von Anfang an zur katzenfreien Zone erklärt, wovon er natürlich nicht sehr viel hält.

Das Problem mit der geschlossenen Schlafzimmertür hat sich dann aber mit der Zeit gelöst, indem ich ihn immer dann einmal hereinlasse, wenn der Raum durch Bettenmachen, Hausputz etc. für ihn gerade wenig attraktiv ist, sodass er gerne von sich aus wieder den Rückzug antritt, das Zimmer aber trotzdem als Teil seines Reviers ansehen kann.

Falls Dein Kater regelmäßig geimpft wurde, müsste ein Impfpass für ihn existieren. Falls nicht, solltest Du bzgl. der notwendigen Impfungen nochmals mit Deinem Tierarzt sprechen. Evtl. kannst Du auch seinen früheren Tierarzt ausfindig machen (z.B. anhand der Kastrationsbescheinigung oder - falls doch vorhanden - des Impfpasses), dann könnte der Dir anhand seiner Patientenakte Auskunft über die medizinische Vorgeschichte Deines Katers geben.

Wenn Deine Fellnase bereits so großes Vertrauen zeigt, dass er sich sogar zu Dir ins Bett schleicht, dann bist Du mit ihm sicherlich schon auf einem sehr guten Weg.

Ich drück' die Daumen. Alles Gute!

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