Frage von Denisekraack, 74

Mein Hund winselt ununterbrochen. Könnt ihr mir Ratschläge geben, wie ich mich verhalten soll?

Hallo ihr lieben, Ich habe eine fast 5 jährige weiße Schäferhündin. Seit sie 3 ist hat sie die nervige Angewohnheit das sie STÄNDIG winseln muss. Wenn wir z.B gassi gehen wollen und ich davor nocheinmal auf Toilette gehe, dann höre ich nur, dass sie so tut als würde ich jetzt sterben und sie für immer alleine lassen. Oder andere Beispiele sind, wenn ich meine zimmertür zumache. Oder wenn Sie bei mir ist und ich nur auf dem Bett sitze und alles leise ist dann winselt sie auch. Oder auch wenn ich morgens wach werde und sie das mitbekommt, sobald ich mich bewege fängt sie an schon fast zu jaulen weil sie sich so freut. Wenn ich mich denn wieder schlafen legen will winselt sie solange bis ich aufstehe. Sie winselt eigentlich immer wenn sie nur darauf wartet das irgendwas passiert. Ich mache es zurzeit so das ich sie total ignoriere, aber das interessiert sie nicht. Ich hoffe jemand kann mir da gute Ratschläge geben?

Expertenantwort
von Naninja, Community-Experte für Hund, 74

Ahnst Du, warum Dein Hund winselt? Weil er Erfolg damit hat. Du bist irgendwann so genervt, dass Du tust, was er erwartet. Mit einem Augenzwinkern: Dein Hund weiß sehr viel besser, wie die Konditionierung seines Halters funktioniert, als umgekehrt.

Was Du tun kannst? Deinem Hund 1. das Erfolgserlebnis nehmen und 2. sein unerwünschtes Verhalten in erwünschtes Verhalten umlenken. Dabei kommt es allerdings sehr stark auf richtiges Timing und auf Konsequenz an. An Deiner Stelle würde ich mich deshalb nicht auf Anleitungen aus dem Internet verlassen, sondern einen Trainer buchen. Wenn Du einen guten, erfahrenen Trainer findest, wird er genau zwei Stunden brauchen: eine, um Dir die Grundlagen zu erklären und eine zweite, um den Trainingserfolg zu kontrollieren und Dir letzte Korrekturen zu geben. Vorausgesetzt natürlich, Du arbeitest gut mit.

Sofern das für Dich eine Option ist, gebe ich Dir gerne einen Tipp für die Trainersuche.

Kommentar von Denisekraack ,

Ja, ich merke selbst auch das es mich immer mehr nervt und frustriert, denn das Geräusch ist ja auch nicht gerade angenehm. Jaa, also ich werde es ab jetzt aufjedenfall so machen, dass ich sie nichts mehr durchgehen lasse und ich es wirklich ignoriere und das sie kein erfolgserlbenis mehr hat. Nur könntest du mir vielleicht ein Beispiel geben wie ich ein unerwünschtes verhalten in ein erwünschtes verhalten lenken soll? :) jaa- also das mit dem Trainer ist nicht so leicht, da wir uns das leider nicht leisten können und Trainer ja immer recht teuer sind :(

Kommentar von Naninja ,

Zur Info: Eine Einzelstunde kostet im Schnitt 40 €.

Was das Umlenken anbelangt: Was erwartest Du denn von Deinem Hund? Soll er ruhig im Korb liegen? Soll er, bevor ihr spazieren geht, vor der Tür sitzen?

Wenn Du möchtest, dass sich der Hund ruhig hinlegt, baust Du zwei Kommandos auf: Platz und bleib. Bleib baust Du auf, indem Du den Hund ins Platz legst und ihn zunächst mit Futter dafür belohnst, dass er 5 Sekunden liegen bleibt. Das streckst Du dann zeitlich immer weiter. Funktionieren 2 min beispielsweise nicht, gehst Du zurück auf 1:30. Bleibt der Hund liegen, wenn Du vor ihm stehst, fängst Du an, Distanz aufzubauen, indem Du Dich ein wenig von ihm entfernst und das kleinschrittig zu belohnen. Erst einen Schritt zurück, dann zwei usw.

Klappt das, kombinierst Du den zeitlichen und räumlichen Abstand (mit Sichtkontakt). Sitzt das 100%, fängst Du an, ganz kurz die Tür zu schließen und dafür zu belohnen, dass der Hund liegen geblieben ist. Auch an dieser Stelle baust Du die Zeit immer weiter aus.

Zusätzlich ignorierst Du das Jammern. Aufmerksamkeit gibt es immer nur dann, wenn der Hund ruhig ist und entspannt in seinem Korb liegt. Auch Schimpfen ist (negative) Aufmerksamkeit. Es wird hart und nervig werden, aber da musst Du leider durch. Du kannst die Situation vor dem Spaziergang auch überreizen, indem Du 20x die Toilettentür von innen schließt, wieder rauskommst, Dich hinsetzt, nicht mit dem Hund rausgehst. Pack Dir Kekse in die Tasche, belohne jede Phase, in der der Hund ruhig ist und geh erst mit ihm raus, wenn er sich entspannt. Er muss verstehen, dass sich ab sofort nicht mehr das Wimmern, sondern Ruhe lohnt.

So verfährst Du in allen Situationen: ignorieren des unerwünschten Verhalten und Aufbau des erwünschten Verhaltens.

Den Einwurf, dass Du die Auslastung des Hundes hinterfragen solltest, finde ich als weiteren Ansatz auch überdenksenswert.

Viel Erfolg!

Kommentar von Denisekraack ,

Also gut, dann werde ich all das denn auch sofort ins praktische umsetzen und dies denn jetzt auch durchziehen. und das mit dem Trainer werde ich mir dann auch nochmal überdenken, noch eine Frage :" bei welchem Trainer kostet es 40€? :) vielen, vielen Dank für deine Hilfe und die Zeit die du für die Texte gebraucht hast :) Danke :)

Antwort
von FrauStressfrei, 59

Vermutlich hat dein Hund gelernt, damit durch zu kommen

Antwort
von MrMo85, 64

Hat sie genug geistige Auslastung?

Kommentar von Denisekraack ,

meinst du damit kopfarbeit? Spiele wo sie geistig gefordert wird? :)

Kommentar von MrMo85 ,

Genau, und ausgelastet wird. Also Kopf und Körper..clickern eignet sich gut dafür

Keine passende Antwort gefunden?

Fragen Sie die Community