Frage von Mounten, 166

Mein Hund knurrt uns und unseren andern Hund an - was sollen wir machen?

Mein Hund knurrt wenn er einen Knochen, Schweineohr oder sonst was bekommt zum kauen von uns. Sobald man vorbei läuft oder sich ihm ein bisschen nähert, da wir auch noch einen anderen Hund haben aber er nichts macht sondern einfach weggeht wenn er von unserem "jungen Hund" angeknurrt wird. Wir haben schon vieles versucht wie Fressen aus der Hand geben und ihn dann loben. Wenn wir essen bekommt er gleichzeitig auch sein essen, damit er sieht das ihm niemand was wegnehmen möchte. Also wenn er trockenfutter oder normales futter bekommt knurrt er nicht, es ist wirklich nur bei den Knochen so. Wir wissen echt nicht mehr was wir machen sollen?

Expertenantwort
von Isildur, Community-Experte für Hund, 18

Hallo,

das Problem haben mehr Hundebesitzer als man denkt. Einige aus falsch Verstandenem Domianzdenken "Der Hund muss sich jetzt aber das wegnehmen lassen", andere aus Unwissenheit/Unsicherheit - vor allem da inzwischen anscheinend in das andere Extrem verfallen wird und jede Regel die irgendwie für den Hund aufgestellt wird, gleich verwerflich ist.

Zum einen ist es gut, dass der Hund knurrt - er warnt noch. Hunde die denken für das Knurren bestraft zu werden, können dazu übergehen gleich zu schnappen - weniger lustig. Auf der anderen Seite, hat mich mein Hund nicht anzuknurren - ganz egal was da gerade abgeht. Hunde können nun mal nicht alles Fressen, was sie so finden, Hunde müssen auch leider mal Schmerzen aushalten, die ihnen vom Menschen - aus ihrer Sicht grundlos - zugefügt werden. Das kann unter Umständen, dass Leben des Hundes retten!

Mein Hund bekommt vor mir sein Futter, da ich das stumpf von meinen Reiterjahren übernommen habe: Erst wird das Tier versorgt, dann der Mensch. Ich lasse ihn in Ruhe fressen und er lässt mich in Ruhe essen. Wer bettelt, fliegt aus der Küche. Gasthunde werden auch nicht angeknurrt, wenn es Kauartikel gibt, geht eder auf seinen Platz und lässt die anderen in Ruhe - ist entspannender für alle Beteiligten.

Ich würde dem Hund das Kommando "Nein" beibringen. (Schnellerklärung: Keks in der geschlossenen Hand Hund hinhalten und "Nein", erst wenn der Hund von der Hand ablässt, gibt es die Belohung aus der anderen Hnd; Soweit steigern, bis ihr den Keks vor ihm auf den Bodenlegen könnt und er ihn erst auf Kommando nimmt), gleichzeit via Tauschgeschäft "Aus" aufbauen. Spielzeug gegen Leckerlie, Trockenfutter, gegen Fleisch usw. usf. Den Hund beim Fressen in Ruhe lassen, so positionieren, das da kein Durchgangsverkehr ist. Dann wde ich einfach mal versuchen, ob er sich davon abrufen lässt oder es auf euer "Aus" oder "Nien" Kommando davon ablässt.

Antwort
von Bitterkraut, 40

Macht dasselbe, wie euer Althund. Geht einfach weg. Der Althund hat verstanden, nur ihr nicht.

Ich hab auch 2 Hunde, 2 große intakte Rüden. Der Junge brummt, wenn er nen Knochen hat, der Alte versteht das. Umgekehrt hat der Alte soviel Autoriät, daß es ihm reicht, dem Jungen den Rücken zu drehen und seinen Knochen einfach nur mit dem Körper zu decken. Der Junge versteht das.

Daß dein Youngster knurrt, statt mit Körpersprache zu arbeiten, liegt vermutlich daran, daß er sich eben noch nicht so sicher ist. Er verstärkt seine Signale noch mit Lautsprache, wenn er völlig integriert ist und mehr Sicherheit gewinnt, wird das nachlassen.

Das "gib aus" -Signal solltet ihr draußen üben, mit einem Spielzeug und in einem Spiel, zu dem der Hund euch braucht, also Stöckchen werfen oder dergleichen. Und auch da nimmt man dem Hund das Spielzeug nicht einfach weg, sondern man fordert ihn auf, es abzulegen. Bzw. wenn er es von selbst ablegt, sagt man gleichzeitig das magische Wort und sobald er das Spielzeug ganz freigibt, lobt man.

Das ist eine Leistung und ein Vertrauensbeweis seitens des Hundes. Und keine Selbstverständlichkeit, weil du der "Alpha" bist, wie manche das hier erzählen.

Kommentar von Bitterkraut ,

PS: Mein Younsgster hat Anfangs auch mich angebrummt, wenn ich ihm zu nahe gekommen bin, Inzwischen hat er aber kapiert, daß ich ihm nix wegnehme, ich glaub, der hat auch verstanden, daß ich Knochen gar nicht mag ;)

Kommentar von inicio ,

das verstehen meine hunde bis heute nicht..die gucken sich dann immer so an: "warum will die denn den knochen nicht?" 

Antwort
von Sissy1957, 27

Hallo

Ich habe die Kommentare größtenteils durchgelesen !

Ich stimme absolut zu ,das es in einem Wolfsrudel so ist wie von mehreren Kommentatoren beschrieben.

Die  Krux dabei ist m.E. das wir nicht in einem Wolfsrudel mit Wölfen zusammenleben sondern mit dem domestizierten Haustier Hund.

Den Bloch habe ich auch gelesen , nur kriegt er manchmal die Kurve nicht vom Wolf zum Hund wie Clarissa (v. Reinhardt ) es neulich mir gegenüber formulierte.

Ich will damit sagen das man freilebende Wölfe und Haushunde nicht zu 100% gleichsetzen kann.

Der Große geht weg :

Das ist bei meinem auch so . Wenn der Kleine  sein Kauteil will läßt er es fallen.

Obwohl der Kleine nicht knurrt . Ansonsten  läßt sich  der Große meiner Meinung nach ziemlich viel gefallen.

Ich rief Frau Schlegl -Kofler,eine Hundetrainerin  die ich schon sehr lange kenne , an und fragte nach ihrer Einschätzung.

Sie meinte dann: " Wenn er dem Kleinen alles läßt ist es ihm nicht wichtig ,wenn es ihm wichtig wäre würde er es ihm schon "sagen "

Wahrscheinlich nimmt er den Kleinen noch nicht für voll."

Wir waren uns auch einig das der Stil der Hundeerziehung alle paar Jahrzehnte wechselt bzw. anders propagiert wird.

Früher ging es nur über Dominanz und heute ist bei manchen schon eine Korrektur verwerflich.

Ich bin für den goldenen Mittelweg.

Ich halte das so :

Mich anknurren geht gar nicht !

Die Hunde müssen sich in jeder Situation ALLES nehmen lassen.

In der Praxis kann ich ja dem Hund auch keinen großen Kalbsknochen 5 Std zum Kauen lassen.( Verstopfung ,Kalkkot )

Welpen verteidigen naturgemäß ihr Futter auch gegenüber  ranghöherenTieren.

Meiner Meinung nach sollten sie unbedingt lernen daß das gegenüber dem Menschen nicht geht.Das kapieren sie in der Regel auch sehr schnell.

Gefüttert wird bei mir zuerst der Ersthund ( Stellung festigen) , wann wir essen spielt da für mich keine Rolle.

Wir haben ein Fütterritual , das sieht so aus.

Ich sage : jeder geht auf seinen Platz , die Hunde gehen an ihren Futterplatz und setzen sich.

Dann  stelle ich zuerst  dem Großen die Schüssel hin " Schau " " Nimms "

beim Kleinen dann das gleiche Procedere.

Wer zuerst fertig ist ,setzt sich wieder hin und wartet bis der andere auch fertig ist.

Dann gibts noch ein kleines Knabberle , wieder mit dem gleichen Procedere.

So lernen die Hunde Selbstkontrolle.

Futterneid gibt es bei uns nicht , geklaut wird nicht , Ressourcen die frei herumliegen müssen sie sich selber ausmachen.

Hunde brauchen  Grenzen, Regeln, Rituale .Ja , das ist meine Meinung.

Das oben beschriebene Knurren schon bei Annäherung halte ich insofern für bedenklich , da ich dann die Befürchtung hätte es könnte zu einer Futteraggression  ausarten oder  sich  auf weitere Situationen ausweiten

da keine Grenze gesetzt wurde.

Der Hund hat ja gelernt das er mit Menschen anknurren " durchkommt. "

Das wegnehmen bringe ich spielerisch bei , wegnehmen , wiedergeben und mehrere Male wiederholen, ein Knurren würde mich da nicht beeindrucken.

LG

Sissy

Antwort
von FelixFoxx, 86

Regelmäßig vorübergehend das Futter wieder wegnehmen, das macht das Tier, das ranghöher ist, und das sollte immer der Mensch sein. Und möglichst gar nichts aus der Hand füttern!

Kommentar von Bitterkraut ,

Auf gar keinen Fall! Was der Hund hat, ist seins und das Knurren besagt auch deutlich, daß das auch so bleiben wird. Und nein, Ranghöhere Tier machen das nicht. Die haben Respekt.

Bei Wölfen jagen sich höchstens gleichaltrige Welpen gegenseitig das Futter ab, Erwachsene, ranghohe Tiere nie!

Kommentar von inicio ,

uns zum letzen satz: manchmal ist handfuetterung notwenidg und es starkt auf jeden fall die bundung mensch -hund! 

Antwort
von MiraAnui, 73

Knochen ist ja um einiges Besser als der Müll von Trockenfutter...da nützt das üben ja null.

Es ist eig normal das Hunde und Wölfe ihre Beute beschützen (auch gegenüber dem "Alpha")

Da meine mir blind vertrauen kann ich zwar jederzeit ihr Knochen, Whatever abholen tu es aber nicht. Wieso auch? Ich gebs ihnen ja dann sollen sie es auch in ruhe fressen.

Nur andere Tiere dürfen nicht an ihr Futter, da geht mein Rüde sogar auf meine Hündin los. Wenn sie an sein Knochen will.

Antwort
von teddybearme, 78

Ich denke einfach er fühlt sich einfach mißverstanden und bedroht....vielleicht brauchen die beiden auch einfach etwas länger Zeit?
 Oder ihr seit zu hart!!

z.b ihr schickt ihn auf seine Decke, er weiß aber gar nicht warum....ihr seid zickig zu ihm, und deshalb ist er zickig zu Euch, ganz einfach....Du bist zu hart mit ihm, das ist oft so...Hunde sind sensibel, er KANN nicht mehr tun, außer alle Beschwichtigungssignale senden, die er zur Verfügung hat...werden diese ignoriert und weitergeschimpft ist die ganz klare Schlußfolgerung, er geht in Angriff über!

Was soll er denn auch sonst tun?Seid netter zu ihm....arbeitet mit ihm.....lobt ihn....zeigt ihm den Weg nach draussen.......er muß einen Fluchtweg haben können....irgenteinen....und sei es nicht der Fluchtweg nach draussen, dann zeigt ihm, daß Befehle befolgen ihn auch zum Ziel führt, nämlich, ihr laßt ihn dann in Ruhe, wenn er den Befehl befolgt und ausgeführt hat....Das ist ein Fluchtweg in seinen Augen.....

Antwort
von Flauschy, 58

Wie lange lebt der Hund schon bei euch und woher habt ihr ihn?

Habt ihr ihm schon mal einen Kauartikel weggenommen den er von euch bekommen hat?

Expertenantwort
von inicio, Community-Experte für Hund, 66

warum lasst ihr nicht den hund zufreiden den knochen fressen?

sein knurren heisst doch einfach - "finger weg!" der ist meiner. also den hund nicht beim knaochen fressen stoeren, keine tauschgeschaefte anbieten sondern einfach respekt haben - der hund hat seinen knochen und niemand sollte ihn dabei stoeren..

Antwort
von Minusch68, 61

Das ist ein Fall für Cesar Millan.  ;-) Schau mal im Internet dieses Video von ihm an: Der Hundeflüsterer - Cesars schlimmster Fall Alles Gute, Minusch

Kommentar von LukaUndShiba ,

Bitte empfehle nicht diesen Typen und seine Methoden. Zudem sollten irgend welche Möchtegerne seine Tipps nach machen. 

Kommentar von Berni74 ,

Das sehe ich ganz genauso wie LukaUndShiba.

Kommentar von inicio ,

das ist ein uebler hundeunterdruecker und tierquaeler. sehr schlechter vorschlag!!

Kommentar von Bitterkraut ,

Cesar Millan ist ein Narzisst und ein Fall für den Psychiater.

Kein Hund ist ein Fall für einen Hundequäler und erst recht nicht, wenn sich der Hund völlig normal verhält.

Antwort
von Manuelajosefa, 34

Hallo,

möchte noch ein Detail hinzufügen. Du schreibst, dass der Hund gleichzeitig mit euch sein Fressen bekommt.

Wir hatten bevor wir unseren ersten Welpen bekommen haben eine intensive Anleitung der erfahrenen Züchterin. Diese sagte uns, dass der Hund nach unserem Essen sein Futter bekommen soll. Dies ist ein Punkt um die Rangordnung im Rudel Familie zu klären. Und hier sollte der Hund ganz klar ganz unten stehen, alles andere ist zu gefährlich.

Nun ist unser Hund ein "Schaf" und die strikte Einhaltung dieser Regel nicht erforderlich, wenn ich aber einen größeren Hund hätte (oder einen der das macht was du beschreibst) würde ich diese Regel auf jeden Fall einhalten.

Kommentar von Bitterkraut ,

Meiner Erfahrung nach spielt das nicht die geringste Rolle, wann die Hunde ihr Fressen bekommen.

Meine bekommen morgens und abends, ich esse zu ganz anderen Zeiten. Und das ganze Rngordungsgerde halte ich für überflüssig. Das der Hund knurrt, wenn er nen Knochenhat, hat gar nix mit Rangordnung zu tun.

Kommentar von Manuelajosefa ,

Hallo,

wenn du zu ganz anderen Zeiten isst, spielt das bei dir wohl keine Rolle.

Ich halte Rangordnung im Rudel Familie für sehr wichtig, besonders wenn Kinder da sind.

Das mit dem Knurren kann auch Spielverhalten sein, das macht mein Hund auch, wenn wir heftig spielen, z.B. Zerrspiele, aber es ist ganz klar, dass ich bestimme wann Schluss ist und der Hund akzeptiert das.

Für Hunde ist es auch nicht schlimm ganz unten in der Rangordnung zu sein, das gibt ihnen Sicherheit und sie fühlen sich wohl.

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