Frage von li123, 237

Mein Hund beißt Besucher, was tun?

Hallo:-) Meine Familie und ich haben einen fast 12 Monate alten spanischen Wasserhund. Am Anfang war er noch ganz schüchtern und hatte immer Angst vor fremden Hunden oder Menschen. Er hat sich auch noch streicheln lassen usw. . Nun ist er mutiger geworden! Er bellt und knurrt alle Hunde an, beißt/zwickt Besucher und hört nicht mehr richtig. Heute morgen ist es sogar so weit gekommen, dass er einem guten Freund in die Hose gebissen oder gezwickt hat und diese Hose jetzt kaputt ist. Meine Familie und ich sind langsam am verzweifeln, weil wir nicht mehr wissen, was wir machen sollen. Wir gehen mit ihm jede Woche zur Hundeschule, wo er dann auch gut hört und mit macht. Zuhause ist er dann manchmal wie angestochen. Könnt ihr uns Tips geben ?

Expertenantwort
von Starciel, Community-Experte für Hund, 163

Euer Hund braucht dringend eure Führung.

Grade wenn er Anfangs unsicher und ängstlich war braucht so ein Hund die Sicherheit, dass seine Menschen in stressigen Situationen die Führung übernehmen, sich kümmern und er sich entspannen kann. Dass er jetzt bellt und nach vorne geht bedeutet nicht, dass er "mutiger" ist sondern dass er nun andere Strategien ausprobiert um für ihn stressige Situationen zu klären. Wenn die Erfolg haben eskaliert das vollends.

Ihr könnt NICHT danebenstehen und gucken und sagen "ui, jetzt ist er ängstlich, Uiuiui, jetzt schnappt er!"

Hundeschule ist gut und schön, da lernt der Hund aber nur Situationsbezogen und ist an die Umgebung und Hunde gewöhnt. Das ersetzt nicht die Arbeit daheim. Ihr müsst den Hund jederzeit führen, nicht mal machen lassen und erst eingreifen wollen wenn es schon zu spät ist weil es euch dann stört. Vorausschauend Situationen erkennen in denen er Stress hat, rechtzeitig eingreifen oder gleich entschärfen. Wenn er lernt dass ihr ihn aus Situationen "rettet" muss er sich weniger selbst verteidigen. Auch ohne Stress kann man dem Hund ständig vermitteln dass es euch interessiert was er macht und ihr darauf Einfluss nehmen wollt.

Parallel dazu solltet ihr mit dem Hund ersthaft arbeiten (Apportieren, Mantrailing...) Nicht als reine Bespaßung wenn er grade Lust hat sondern auch um eine Arbeitsbasis mit dem Hund zu bekommen, damit er lernt draußen mit euch zusammen zu arbeiten und sich auf euch zu konzentrieren und Sicherheit zu gewinnen.

Um einzelne Situationen vor Ort anzuschauen sollte euch ein Trainer daheim begleiten.

Kommentar von Pudelcolada ,

Jepp, sehe ich genauso.
Der Hund ist nicht mutiger geworden, sondern mindestens genauso ängstlich und schüchtern wie früher.
Nur, dass er jetzt eine Strategie entwickelt, seine Angst durch offensives Verhalten zu kompensieren.
Bei wiederholtem Erfolg wird sich dieses Verhalten verfestigen, und der Hund wird zu einem Angstbeißer.

Wie Du schon schreibst: Das Tier braucht Sicherheit, damit es diese Last der Verantwortung wieder abgeben und danach Selbstvertrauen aufbauen kann.

Expertenantwort
von jww28, Community-Experte für Hund, 136

Hi,leider habt ihr die Probleme eures Hundes nicht für voll genommen. Er ist nun nicht mutiger, sondern hat ein Weg gefunden seinen Leidensdruck loszuwerden.

Da er mit Sicherheit komplett sozialisiert und geprägt werden muss, dazu neu Vertrauen und eine Bindung aufbauen muss kann ich euch nur empfehlen zu einen Verhaltenstrainer zu gehen (nicht normale Hundeschule, sondern erstmal Einzeltraining, um den Hund nicht weiter zu verstören). Ihr habt da kein Problem mit der normalen Erziehung wie Sitz,Platz usw sondern habt eine Verhaltensstörung aufgrund mangelnder Sozialisierung und Vertrauen, da muss man alles von vorne angehen...

Expertenantwort
von Naninja, Community-Experte für Hund, 135

Gewagter Vorschlag, aber wie wäre es mit "erziehen"?

Der Hund regelt Situationen, weil er von Euch keine Vorgabe bekommt und Ihr nicht die Initiative ergreift.
Um an diesen Problemen zu arbeiten, müsst Ihr die Motivation des Hundes (er-)kennen. Aggression kann auch eine Reaktion auf Angst sein. Vielleicht sind Besucher und Behrührungen dem Hund immer noch unangenehm, aber weil Ihr seine Zeichen nicht richtig gedeutet und ihn in der Vergangenheit nicht geschützt habt, regelt er die Distanz nun selbst, indem er Besucher angreift und vertreibt. Auch möglich, dass der Hund nicht aggressiv ist, sondern ein ziemlich verzogener Rüpel ist. All das muss ein Trainer sich ansehen und Lösungen erarbeiten.

Bis ein Trainer da war, würde ich den Hund sichern. Ich verstehe ohnehin nicht, warum der Hund Kontakt zu Besuchern haben darf, wenn er solche Verhaltensweisen zeigt. Nehmt ihn entweder an die Leine oder lasst ihn in einem anderen Raum, wenn Besuch kommt. So ein Vorfall wie der von Dir geschilderte darf sich nicht wiederholen! Wenn ein Hund einmal die Beißhemmung gegenüber einem Menschen verloren hat, wird das Training extrem hart und schwierig. So weit dürft Ihr es nicht kommen lassen!

Also bemüht Euch bitte zügig um einen guten und gewaltfreien Trainer, der Euch unterstützt.

Antwort
von Kleckerfrau, 146

Lasst den Hundetrainer zu euch nach hause kommen und ihn da trainieren. Euer Hund hat überhaupt keinen Respekt.

Kommentar von Pudelcolada ,

Ich finde, Du liegst falsch.
Der Hund hat Angst und ist überfordert.
Um Respekt vor dem Halter geht es hier überhaupt nicht.

Kommentar von Kleckerfrau ,

Ich spreche nicht vom Halter. Ich spreche vom Besucher

Antwort
von Volkerfant, 111

Zu Hause muss der Hund natürlich auch erzogen werden. Vielleicht noch strenger, als in der Hundeschule.

Frag mal in der Hundeschule nach, was die dir empfehlen.

Antwort
von MiraAnui, 121

Der hundetrainier muss sich das vor Ort anschauen..

 

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