Frage von 15jahre, 138

Mein großer Bruder muss nach Afghanistan wie stehen seine Chancen unbeschadet wieder zu kommen?

Mein Bruder ist bei der Bundeswehr und soll nächstes Jahr nach Afghanistan er wurde ausgebildet in der Marine aber auch als Kundschafter und sollte eigentlich Serbisch lernen um in Kosovo aktiv zu sein aber es gab anscheinend eine Änderung wird er es unbeschadet überstehen also auch Psychisch wie stehen da die Chancen ??

Expertenantwort
von ponter, Community-Experte für Bundeswehr, 75

Du solltest erst einmal klären, welche Verwendung genau dein Bruder bei der Bundeswehr hat. Mit dem Begriff "Kundschafter" lässt sich wenig anfangen.

Die Bundeswehr beteiligt sich derzeitig in Afghanistan mit rund 900 Soldaten  an der Mission "Resolute Support". Diese beinhaltet die Ausbildung und das Training der afghanischen Sicherheitskräfte. Weiterhin nimmt die BW dort u.a. eine beratende Funktion ein. Zu Beginn dieses Jahres endete der ISAF - Einsatz und somit obliegen die "Kampfeinsätze" zum großen Teil den afghanischen Streitkräften. 

Wie sich die Lage in den nächsten Monaten entwickeln wird, ist leider unklar, blickt man z.B. mal auf den Angriff auf Kundus von vor ein paar Wochen. 

Eigentlich sollten die dort stationierten Einheiten quasi nicht mehr an Kampfhandlungen teilnehmen, allerdings kann das keineswegs garantiert werden.

Antwort
von Isabelle1910, 84

Also was ich so mitbekommen habe ist die Chance dass ihm was passiert nicht gerade hoch. Man braucht allerdings immer Glück

Antwort
von Essensausgabe, 138

Psychisch wird er vermutlich einen abkriegen - aber das ist der Preis dafür wenn man zum Bund geht. Körperlich ist die Wahrscheinlichkeit sehr, sehr gering dass er irgendeine Form des Schadens nimmt. Afghanistan ist verhältnismäßig sicher - insbesondere für Aufklärer die größtenteils Drohnenaufklärung nutzen. Hauptsache er wird nicht Opium-abhängig. Ansonsten wird es mit Sicherheit eine spannende Erfahrung. 

Kommentar von 15jahre ,

Das es spannend wird kann ich mir vorstellen will ich zwar nicht aber ich kanns und wie schlimm kann es mit der Psyche danach aussehen

Kommentar von ponter ,

Psychisch wird er vermutlich einen abkriegen

Wie kannst du das pauschal voraussetzen?

Kommentar von Essensausgabe ,

Da ist doch pauschal überhaupt nichts vorausgesetzt. "vermutlich" ist bereits relativierend (!) aber wenn man sich statistiken anschaut (der US-Armee, die sind da etwas offenherziger) findet man Angaben dass über 50% der Heimkehrer depressiv sind; Suizide steigern sich nach dem Einsatz noch mal so weit, dass es der größte Faktor des Irak/Afghanistan Krieges ist. Abgesehen davon kenne ich ein paar Soldaten die in Afghanistan waren. Von den 6 ist nur 1 dabei der nicht zum Psychologen "musste". Insofern halte ich meine These durchaus für anwendbar. Wenn Ich eine Münze werfe und sage es kommt wahrscheinlich Kopf oder Zahl sagst du ja auch nicht "wiie kannst du das vorraussetzen? - es kann doch ganz anders kommen, sie könnte ja auf dem Rand stehen bleiben"....

Kommentar von Apfelkind1986 ,

Erstens spricht du sicher von ISAF und nicht von Resolute Support, in welchem nur noch Ausbildung betrieben wird.

Zweitens kannst du US Armee und Bundeswehr gar nicht vergleichen, weil beide völlig andere Einsatzintensitäten hatten und haben. Dazu kommt eine unterschiedliche Mentalität, Ausbildung, Betreuung.

Antwort
von Apfelkind1986, 58

Also, du bist natürlich aufgrund deiner Frage selbst Schuld, dass hier jeder mit oder ohne Ahnung (eher ohne) in seine Glaskugel schaut und dir dann willkürliche %-Zahlen um die Ohren haut.

Wie soll man das abschätzen können? Aber zum einen ist Resolute Support eine reine Ausbildungsmission, deutsche Soldaten sichern also nicht mehr eigenständig oder gehen auf Patrouille. Zum Anderen sind selbst bei ISAF nur knapp 60 Soldaten gefallen, bei vielen Tausend, die in den Einsatz gingen.

Ich persönlich habe schon sehr (!) viele Kameraden in den Einsatz geschickt und wieder zurück begrüßt und keinem von ihnen hat der Einsatz körperlich oder psychisch geschadet.

Die mit Abstand größte Wahrscheinlichkeit ist also, dass er ein paar Monate weg sein wird und dann wieder da ist und das war's.

Kommentar von navynavy ,

Gute Antwort! DH!

Kommentar von wiki01 ,

Ich persönlich habe schon sehr (!) viele Kameraden in den Einsatz geschickt und wieder zurück begrüßt und keinem von ihnen hat der Einsatz körperlich oder psychisch geschadet.

So? Als was denn? Und warum hat dann der Psychologische Dienst der Bundeswehr so viel zu tun? Kameraden, die dort ihren Dienst verrichtet haben, wo gestorben wird, wo Soldaten, die man gerade noch gekannt hat, liegen bleiben, oder wo man selbst am Trigger ist, kommen mehr als häufig traumatisiert zurück. Wenn du das nicht weißt, bist du kein Truppenführer.

Kommentar von Apfelkind1986 ,

Nein, stimmt, ich bin kein Truppenführer, denn das wäre die Brigadeebene, welche von einem Brigadegeneral geführt wird.

Ich frage mich, wer du glaubst zu sein, da du dir ja anmaßt, was man so alles wissen muss auf bestimmten Ebenen.

Wen ich so in den Einsatz geschickt habe? Vom Mannschafter bis zum Offizier, vom Nachschieber über Fernmelder, bis hin zum Spähtruppführer und Fallschirmjäger eigentlich alles, danke der Nachfrage.

wo Soldaten, die man gerade noch gekannt hat, liegen bleiben,

Wie ich schon geschrieben habe, sind in 14 Jahren Einsatz gerade mal etwas über 60 Kameraden "liegen geblieben", also tu nicht so, als wäre das Alltag für deutsche Soldaten gewesen der sehr wahrscheinlich.

Kommentar von wiki01 ,

Ich vermute, dass du kein Soldat bist, wenn du Offiziere in Krisengebiete schickst, ohne Truppenführer zu sein. Womöglich ein Verwaltungsangestellter. Und wer ich glaube zu sein, dass ich mir anmaße, deine Aussage, es hätte noch keinem derjenigen geschadet, die du geschickt hast, anzuzweifeln? Ich bin einer der Offiziere, die von Zivilisten nach Afghanistan geschickt werden.

Kommentar von Apfelkind1986 ,

Und wie ich Soldat bin. xD

Und ich habe nie behauptet, sie in Marsch gesetzt zu haben. Aber ich habe sie stets in den Einsatz verabschiedet.

Wenn du wirklich Offizier bist und dennoch so einen Quark schreibst, wird mir echt Bange um das OffzKorps. Oder bist du einer dieser jungen Leutnante, die mit der Zeit und Erfahrung noch ruhiger werden und von den ganzen Kriegsfilmen wegkommen werden?

Antwort
von wiki01, 64

Als Kundschafter ausgebildet? Solch eine Ausbildung kenne ich nicht. Oder meinst du Aufklärer? Dann wäre er da, wo es funkt. Mit entsprechendem Risiko.

Kommentar von 15jahre ,

Aufklärer mein ich ich verbesser das kurz :)

Antwort
von JBEZorg, 47

Egal wo er Besatzer spielt, in Kosovo oder in Afghanistan. Besatzer sind unbeliebt. Was für einen Sinn hat es über die Chancen zu sprechen? Er wusste hoffentlich wozu er sich verpflichtet. Das ist Berufsrisiko.

Antwort
von ES1956, 56

Das ist reine Glückssache. Manche kommen gesund zurück, andere garnicht.

Kommentar von ES1956 ,
Kommentar von wiki01 ,

...andere garnicht.

Blödsinn. Alle kommen zurück!

Kommentar von ES1956 ,

Bist du sicher das in den Särgen immer das drin ist was drauf steht?

Antwort
von iceCristallx, 54

Richte deinem Bruder von mir alles gute und danke für seine dienste aus.

Körperlich wird ihm sicher nichts passieren nur psychisch sind viele danach im Eimer

Antwort
von Sonnenstern811, 81

Hmm, Marine und Kundschafter? Bist du ganz sicher? Fremde Erdteile sind eigentlich schon lange alle entdeckt. Columbus Mannen mussten sich noch an Land durchschlagen.

Wenn er nicht ausgesprochenes Pech hat, wird ihm nichts passieren. Er nimmt ja nicht an Kampfhandlungen teil. Unliebsame Überraschungen von "befreundeten Kameraden" anderer Herkunft sind leider nie ganz ausgeschlossen.

Die psychische Belastung muss man sich heutzutage überlegen, bevor man zur Armee geht. Die Zeit der Schönwettersoldaten ist nun mal vorbei.


Kommentar von 15jahre ,

also er ist seit 4 jahren dort und ging zur Marine und konnte nach einer zeit aussuchen was er macht falls er doch aufs feld muss und hat sich für den Kundschafter entschieden also wurde darin auch ausgebildet deshalb

Kommentar von Sonnenstern811 ,

Aha. Naja, wenn er wirklich an Kriegseinsätzen teilnehmen müsste, wäre die Tätigkeit als Kundschafter sicher nicht ganz ohne.

Aber die Verbündeten sollen dort doch nur noch beratende und ausbildende Funktionen ausüben. Was nun allerdings immer so hinter den Kulissen geschieht, weiß man auch nicht genau. Nicht alles kommt hier in die Zeitung. Alles gute für deinen Bruder.

Dieser Wahnsinn dort hat schon genug Menschenleben gekostet und am Ende freuen sich die Taliban. Die haben nämlich letztendlich den längeren Atem.

Kommentar von 15jahre ,

Er sagte er muss die Erfahrung laut der Bundeswehr machen also wird wahrscheinlich nicht großartig kämpfen aber es sehr nah mit erleben und vielleicht psychisch was davon mit nimmt aber danke für die Antwort :)

Kommentar von Sonnenstern811 ,

Ich hoffe, er ist psychisch stark. Sonst hätte er auch den falschen Beruf. Allerdings ist das auch keine Garantie, dass er es gut übersteht. Die hatten nun allerdings in vielen schlimmen Kriegen die Soldaten aller Seiten auch nicht. Insofern hilft es dir vielleicht, dass die noch viel schlimmer dran waren als er dann.

Wenn er wieder zurück ist, soll er dir zum Dank für deine Besorgnis von seinem wohl verdientem Extra Sold ein schönes Geschenk machen.

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