Frage von Holly080, 63

Mein Gehirn ist zu Aktiv. Opiat mangel im Körper, habt ihr Erfahrungen damit?

Guten Tag zusammen :)

Gestern bekam ich die Ergebnisse zurück der Hirnforschung die ich gemacht habe mit einem Psychologen. Wir haben die Ergebnisse auch zusammen 1h lang beredet. Dass Ergebniss ist dass mein Zu Aktiv ist, Viel zu Aktiv. Dass ist absolut Ungesund und auch sehr wahrscheinlich schuld an vielen Probleme die ich habe.

Hier mal ein beispiel: Durchschnittsaktivität in meinem Alter (19): 30 Bei mir: 120 ( was die zahlen genau aussagen weiss ich nicht )

Der Psychologe hat sich echt mühe gegeben mir dass alles zu erklären. Aber mich haben die Ergebnisse irgentwie sehr geschockt, ich war mit den Gedanken dann ganz wo anderst. Mein Gehirn läuft auf Hoch-Hochtouren. Damit ich aber normal, ruhig und konzentriert denken kann braucht mein Körper mehr Opiate oder Dopamin im Körper.

UND: Meine Konzentration währe sprichwörtlich eine Katastrophe. Dass wurde auch getestet. Also Stark "ADHS" betroffen.

Ich habe leider die Ergebnisse immer noch nicht auf Papier in der Hand und mein nächster Psychiater Termin ist erst in 3 Wochen... ich würde gerne mit ihm darüber reden.

Seit einer Woche nehme ich jetzt Ritalin (18 mg), merken tue ich nicht all zuviel und mein Psychologe mit dem ich den Test gemacht habe, sagte dass mir Ritalin nicht wirklich helfen könnte, es würde den Zustand eher verschlimmern.

Habt ihr evtl Erfahrungen damit? Wisst ihr evtl wie dass im grossen und ganzen heisst, so im Fachargon?

Ich bin ziemlich angeschlagen, entäuscht und auch sehr verwirrt. Entschuldigung für die Verwirrende lange Texte mit evtl zu wenig Infos, dass entspricht eigentlich nicht meinem Schreibstile. Aber wenn ihr noch Fragen habt, stellt sie bitte...

Antwort
von Tau83, 39

Mir hat Ritalin geholfen. Zwar nicht sehr bei der Konzentration, aber dafür im Umgang mit meinen Mitmenschen, was wiederum zu weniger Problemen führte, die mich ablenken könnten.

Ich habe das Problem, dass ich nicht gut zuhören kann und im Unterricht immer wieder Blackouts habe, so dass ich plötzlich nach ca. 10 Minuten wie aus einem Wachtraum aufwache und merke, dass ich wieder mal einen Teil des Unterrichts verpasst habe. 

Ich kann das nicht kontrollieren. Es passiert einfach, wenn ich zuhöre. Ich prüfe ständig was der andere sagt und versuche neue Zusammenhänge oder Widersprüche zu bereits Erlerntem zu finden und folge dann einem der sich daraus ergebenden Gedankengänge und falle in eine Art Trance. Oder aber ich langweile mich durch das Gegenüber und denke dann automatisch über etwas nach, das mich zur Zeit gerade beschäftigt.

Das passiert sogar dann, wenn ich mit jemandem von Angesicht zu Angesicht rede, wobei ich aufwache sobald das Gegenüber aufhört zu reden. Das kann vor allem im Gespräch mit langweiligen Dozenten sehr unangenehm sein, weshalb ich unterdessen bei Gesprächen generell meist so stark gestresst bin, dass ich zwar nicht gleich weg döse, aber ich kann die Informationen nicht schnell genug verarbeiten und bekommen so auch nur die Hälfte mit. Das wird dann wohl eher ADS genannt, und ist etwa das Gegenteil von ADHS, wobei ich auch sehr impulsiv sein kann und sehr hyperaktive Phasen habe, während denen ich mein Umfeld ziemlich fordern kann. Mir scheint es ein Ungleichgewicht zwischen Über- und Unteraktivität zu sein. Wahrscheinlich ist es bei dir wieder völlig anders, aber ich würde mich über ein Feedback deinerseits und auch von Dritten freuen.

Kommentar von Tau83 ,

Bei Ritalin bzw. Methylphenidat kommt es sehr auf die Menge und das Präparat an. Das Original, also Ritalin in einer Dosis von ca. 27 mg hat mich eher zum Roboter gemacht. Zur Zeit nehme ich Concerta. Das ist ein Generikum von Ritalin mit einer Depot-, und somit Langzeitwirkung. Der Wirkstoff wird nicht rein schlagartig, sondern in zwei Stufen abgegeben. Die erste Stufe erhöht den Wirkstoffpegel im Blut rasch auf das gewünschte Niveau und die zweite Stufe hält den Pegel durch kontinuierliche Abgabe auf dem gewünschten Niveau. Die Wirkung hält bei mir etwa 6 Stunden. Ich nehme morgens um 7 Uhr 36 mg und um 13 Uhr nochmals 18 mg. Diese Dosis scheint zu stimmen. Um darauf zu kommen, musste ich aber in regelmässiger Rücksprache mit meiner Psychologin die Dosis über zwei Jahre anpassen. In der Regel fängt man mit einer zu tiefen Dosis an und tastet sich dann nach oben.

Kommentar von Holly080 ,

2 Jahre ö.Ö? Nein solange kann ich nicht warten ^^. Im Februar muss ich wieder in die Schule..

Kommentar von Holly080 ,

Faszinierend wie sehr wir uns doch gleichen :). Bis auf Impulsivität und Hyperaktivität.

Ich habe auch Probleme zuzuhören. Meine Gedanken sind meistens  Lauter als die Stimme der anderen Personen. Aber an was ich dann in solchen Situation denke könnte ich nie beschreiben. Es sind 1000e Gedanken und alle "verschwommen". 

Ich hatte wie du auch immer diese, (so wie ich es immer genannt habe ^^) Zeitsprünge in der Schule. So habe ich noch nie überhaupt etwas richtig lernen können. Ganz schlimm wurde es dann in der Berufsschule. Immer Krasse Aufmerksamkeitseinbrüche gehabt. Aber was für Gedanken ich in diesen Einbrüchen habe, könnt ich nie beschreiben.

Ist Irgendwie sehr Schwierig solche Situationen genau zu beschreiben °.°

Möchtest du noch was Wissen? :)

Antwort
von Seanna, 41

Hat er gesagt WARUM dir Ritalin nicht hilft?

Denn bei ADHS-bedingtem Dopamin-Mangel ist das das übliche Medikament und hilft üblicherweise auch.

Die Dosis von 18mg ist mir ein Rätsel. Üblicherweise werden 5, 10 oder 20 verschrieben und bei so krasser Symptomatik auch 2-3x am Tag.

Möglicherweise muss die Dosis angepasst werden. Eventuell gehörst du auch zu den 25% Non-Respondern (was der Psychiater aber nicht vorher wissen kann), dann kämen noch andere Präparate in Frage.

Außerdem gehört zur Behandlung der ADHS -immer- auch eine Psychotherapie dazu! Verhaltenstherapie üblicherweise.

Schau Dich mal im Forum der ADHS-Chaoten um für mehr Infos.

Kommentar von Seanna ,

Achja - der Opiat-Mangel ist mir auch etwas unklar - aber selbst wenn dürfte der kaum mit (Selbst-)Medikation durch Opiate zu beheben sein. Nur als Info, nicht als Angriff oder Verdächtigung.

Kommentar von Holly080 ,

Okay, danke =). Ich müsste meinen Körper dazu bringen mehr Körpereigene Opiate zu Produzieren. Weiss aber nicht wie...

Kommentar von Holly080 ,

Ritalin Würde mein Gehirn nicht beruhigen sonder eher noch mehr aufputschen, sagte er. Aber er ist "nur" Psychologe.

Ich nehme Methylphenidat Sandoz 18 mg. Ab Samstag dann 36 mg.

Ich wahr aber ein bisschen Ungeduldig und habe gestern schon mal 36mg ausprobiert, aber keine Wirkung gespürt.

Okay, dann müsste ich dass dann auch noch mit meinem Psychiater besprechen.

Eine Psychotherapie und/oder eine Verhaltenstherapie mache ich nicht.

Danke für den Hinweis. Werd mich mal auf der Website ein bisschen umschauen.

Danke für die Antwort!

Kommentar von Seanna ,

Ein Psychologe hat von Medikamenten so viel Ahnung "wie du und ich" - er lernt weder im Studium noch in der Ausbildung so viel darüber dass er qualifiziert beraten kann - und darf! // Definitiv muss hier ein Psychiater - möglichst auf ADHS spezialisiert - hinzugezogen werden! // Wer verschreibt das denn aktuell? Der Psychologe kann das ja nicht.. // Das mit dem Aufputschen ist mir nach wie vor unklar. Könnte auch nur eine fachlich unqualifizierte Meinung sein... Psychologen sind oft gegen Medikamente - besonders Stimulatien und Tranquilizer.

Kommentar von Holly080 ,

Das Rezept bekam ich von meinem Psychiater. Beim Psychologen machte ich nur den Hirntest. Mein Psychiater ist auf ADHS Spezialisiert :).

Kommentar von Seanna ,

Ein etwas ähnlicher Stoff sind die Endorphine. Glückshormone auch genannt. Die werden zb durch Sport bzw Leistungssport ausgeschüttet. Das wäre eine gesunde Variante und ist bei ADHS sowieso gut. Speziell auch Kontaktsport wie Ringen oder Kampfsport. Fördert auch Abreaktion und Konzentration.

Kommentar von Holly080 ,

Leistungssport wäre ein Tropfen auf dem heissen Stein. Es würde Glückshormone ausschütten, aber eben...nicht allzuviel. Kontaktsport währe fatal, dass würde es auch nur verschlimmern. Ich müsste alleine Leistungssport machen ( Stark Introvertiert ). Ich gehe 2x in der Woche ins Fitness um Krafttraining zu machen. Es ist jedesmal eine grosse Herausforderung ins Studio zu gehen. Wenn ich dann Fertig bin brauche ich immer stundenlang ruhe, weil mich grössere Menschenmassen sehr Stressen.

Danke für die Antwort! :)

Kommentar von Tau83 ,

Das geht mir genauso. Das nennt sich Sozialphobie. In der Berufsschule neben meiner Uni gibt es einen kleinen Fitnessraum, der fast immer leer ist, aber eben nur fast immer. Auf dem Trimm-dich-Pfad begegnet man auch immer Menschen. Deshalb trainiere ich meist nur noch zu Hause mit Hanteln und einer Fitnessmatte und ich hoffe mir später eine Wohnung mit Extraraum für eigene Fitnessgeräte leisten zu können.

Keine passende Antwort gefunden?

Fragen Sie die Community