Mein Freund ist Alkoholiker... Was kann ich tun?

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10 Antworten

"Du hast eine sehr klare Wahrnehmung: Und Du ziehst sehr nachvollziehbare Schlussfolgerungen daraus [By the way: Die Verbindung mit seinem Bruder... auch wenn es einer Vorverurteilung gleichen mag, ist von der Entwicklungspsychologie nicht von der Hand zu weisen: Wir Menschen lernen am Modell.... und als Brüder werden beide ähnliche "Vorlagen" = "Modelle"... also Vater, Mutter, nächste Familienangehörige als Vorbild genossen haben]

Aber ich gehe davon aus, dass es sehr schwer ist für Dich, die richtigen Konsequenzen daraus abzuleiten. Und sei es nur, ihn auf die Therapie anzusprechen: Merke: Es gibt nie einen guten Zeitpunkt... und es gibt nichts verletzenderes als das warten auf einen sanften Hinweis oder einen Schonvertrag: Wer trinkt kann die Wahrheit vertragen.... und wer das nicht kann trägt sein Problem schon tief in sich! 

Wie soll ich Dir Deine Entscheidung versüßen? Sollte ich das überhaupt, selbst wenn ich es könnte?

Nein! Das kann und will ich hier auch nicht tun... denn diese Entscheidung,- egal in welche Richtung, steht mir nicht zu- und niemand anderem!

Aber Du kannst das was Du oben aufgeschrieben hast, klar benennen: Sprich an, was Du siehst... so offen, so klar wie es Dir möglich ist...>>> und mit unmittelbaren Konsequenzen verbunden!

Hör auf Dein Bauchgefühl: Wir Menschen haben meist sehr feine Antennen für Widersprüchlichkeiten... man sollte sich selber also mehr trauen, auf sein Bauchgefühl zu hören!

Aber Ach! Ich weiß wie schwer das ist.

Denn leider knallt diese innere Stimme auf ein sehr gegensätzliches Gefühl: Nämlich das einer Erkenntnis, die wir nicht wirklich wahrhaben wollen. Wir befürchten, wir ahnen... wir sorgen uns.... und dann hätten wir gerne, dass die Welt besser ist und der Mensch an sich edel, hilfreich und gut: Ist er aber nicht.

Und weil wir uns vor den Konsequenzen fürchten... denn sollten unsere schlimmen Ahnungen zutreffen, sich unsere Befürchtungen bestätigen... dann müssten wir ja Konsequenzen ziehen.... Du sprichst das einerseits sehr klar an... und verwässerst es im selben Moment. ( Der Hinweis auf die biologische Uhr sagt mir, dass Du noch bereit bist auszuhalten: Und verglichen mit Deinem spielsüchtigen Ex... solange ist es da ja noch nicht!

Eigentlich!!

Wir müssten jemanden gezielt auf sein Verhalten ansprechen, - oder unser Verhalten dieser Person oder Sache gegenüber ändern.... vielleicht eine Beziehung durch ein offenes Gespräch belasten... klare Worte und innere Haltungen finden.... da ist keine "wird schon werden" Haltung mehr erlaubt!

Weil wir also lieber Harmonie und Ruhe suchen, finden wir schnell ins uns Argumente, die gegen den ersten Augenschein sprechen.... und uns wieder beruhigen

Wir möchten also glauben!

Soll ich Dir doch was sagen? Ha! ich sage Dir nur, was Du schon weißt... da ist nicht ein neuer Gedanke, geschweige denn eine Aufforderung dabei, die nicht schon längst in Deinem Kopf herumgespukt hat:

Also: Frag ihn! Bzw... sprich ihn gezielt auf sein Trinkverhalten an: Entweder er kann das verändern;- und zwar dauerhaft: Oder eben nicht.

Er geht in Therapie... und zwar zügig (klarer Zeitplan, der auch einzuhalten ist)... oder nicht.

Das was Du bemerkst ist schon ein deutliches Zeichen... und es wird nicht besser werden! Das wird es nie!

Aber die Frage ist: Hast Du die Kraft, dass zu vermitteln? Ihn in Therapie zu schicken.. die Beziehung ganz klar abzugrenzen?

Gute Absichten helfen nicht... "Gut gemeint" ist das Gegenteil von "gut gemacht!"

Und darum kann er manchmal notwendig werden auf Abstand zu gehen! Gerade bei Personen die uns etwas bedeuten!

Und ... nochmal "by the way": Ein Satz von Dir war: " Irgendwie hab ich immer das Glück, an abhängige Partner zu gelangen"

Das sagt etwas über Dich aus: Partner finden sich... das einfachste Beispiel ist die der Süchtigen und derer coabhängigen Partner: Ein Partner der sich sorgt, harmonisch, nachgiebig, aufopfernd, geduldig.... und der andere der genau diese  Formen der Aufmerksamkeit und Beziehung sucht: Nun... ein süchtiger Mensch (egal welche Sucht)... rate mal, was der an seiner Partnerin / Partner sucht: Genau: Nachgiebigkeit, Fürsorge, Verständnis... usw.

Das lässt sich verändern... aber dazu braucht es professionelle Begleitung.

Und bevor Du in dieser... oder in der nächsten Beziehung wieder "so viel Glück hast".... vielleicht schadet eine Beratung in eigener Sache ja nichts

Sincerely Norbert

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Hallo!

Ohne dir Hoffnungen zu nehmen: Auf lange Sicht hin macht nur die Trennung ernsthaft Sinn.

Es sei denn, er erkennt seinen Alkoholismus, gesteht ihn sich ein & kämpft dagegen an, etwa über eine Therapie, die auch wirklich hilft. Im "worst case" macht er eine Entziehungskur/Entgiftung --------> wobei selbst das kein Garant ist für Trockenheit. Gerade bei Veranlagung ist das sehr, sehr schwer.

Auch muss er sein Problem erstmal akzeptieren. Es macht keinen Sinn, wenn er das nicht tut... und viele Suchtkranke gestehen sich ihre Sucht nie im Leben ein, sondern reden sich bzw. die Sucht normal und schön, als wäre das Standart & "alles halb so schlimm".

Du solltest seinem Partner ganz deutlich sagen, dass du ihn wirklich von Herzen liebst & dir deswegen massiv Sorgen um seine Gesundheit machst, gerade weil er ständig an der Flasche hängt und du doch Interesse an einer gemeinsamen Zukunft hast... teile ihm das mit wie uns: Er wäre ein guter Papa, sollte aber nicht als Alkoholiker Vorbild für seine Kinder sein. Und so weiter!

Mache ihm auch klar, dass es so nicht weitergehen kann, spreche auch das Thema "Trennung" schon ganz konkret und dennoch behutsam an, damit er weiß was er ggf. riskiert & erkläre ihm gleichzeitig, ihn nicht im Stich zu lassen: Er geht seinen Weg nicht allein, du bist bei ihm! Das solltest du ihm mitteilen!

Wenn er es nicht versteht bzw. sich herausredet & alles beim Alten bleibt, würde ich mich von ihm trennen. Denn wenn dein Freund sogar bei diesem Ultimatium weiterhin trinkt, zeigt es ihm, dass er sich nicht unter Kontrolle hat & ihm der Alkohol wichtiger ist als die Beziehung. So schade wie es ist, würde ich dann die Trennung anberaumen & ihn mal sich selbst überlassen. Denn wenn du dann weiter zu ihm hältst zeigst du ihm nur, doch wieder inkonsequent zu sein & gibst ihm damit einen Freibrief für sein Handeln, sodass er die Trinkerei nie bleiben lassen wird.

Meine ehrliche Ansicht!

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Ich würde mich erkundigen ob es dort wo du wohnst eine Selbsthilfegruppe für Angehörige von alkoholkranken Menschen gibt. Die Gruppe heißt Al-Anon. Wenn ja würde ich dort hin gehen und mich beraten lassen. Für deinen Freund wären die Anonymen Alkoholiker zu empfehlen.

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Hallo!

Für deinen Freund kannst du nichts machen, aber du kannst was für dich machen. Bei mir war es so, dass, als ich was für mich tat, mein Mann den Wunsch hatte, mit dem Saufen aufzuhören. :-O

Ich bin damals zu Al-Anon gegangen. Al-Anon ist eine Selbsthilfegemeinschaft für Menschen, die durch die Folgen des Alkoholtrinkens eines Angehörigen oder Freundes Probleme haben. Schau einfach mal auf die Webseite Al-Anon.de und/oder ins blog.Al-Anon.de.

Ich bin leider erst zu Al-Anon gegangen, als unsere Kinder zwischen 11 und 20 Jahren waren. Sie sind alle seelisch geschädigt von dem, was sie bei Aufwachsen in alkoholkranker Familie erleben mussten. Es ist also richtig, dass du mit deinem Freund so wie er zur Zeit trinkt, keine Kinder haben möchtest.

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Hallo!

Ich kenne das Problem aus meiner Familie... Derjenige muss aber erstmal erkennen, dass der Alkohol zu einer Sucht geworden ist und muss selbst was ändern wollen! Sonst klappt es nicht!

Ich würde dir vorschlagen, mit deinem Freund mal intensiv zu reden! Sag ihm, dass es dich stört und dass du ihn abstoßend findest, wenn er betrunken ist. Und vor allem musst du ihm sagen, dass das für dich nicht so weiter geht! Er muss sich entscheiden und für sich ausmachen, ob ihm die Beziehung so wichtig ist, dass er aufhört!

Wenn er wirklich süchtig ist, dann braucht er schon professionelle Hilfe... Aber die muss er selber wollen!

Dräng ihn nicht in eine Ecke und mach ihm nicht zu viele Vorwürfe... Damit hilfst du dir selber nicht! Aber er muss die Konsequenzen kennen, wenn er nicht aufhören will!

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Kommentar von FallenGirl96
27.03.2016, 17:38

Das Problem wird, denk ich, eher sein, dass er nicht einsieht, dass er zu viel trinkt und sich von daher wahrscheinlich angegriffen fühlt. Er sieht ja auch keinen Grund aufzuhören. Es läuft ja alles und bis jetzt ist die Welt ja nicht untergegangen (seine zwei Exfreundinnen sind nach 5 bzw. 5,5 Jahren Beziehung gegangen, wohl wegen dem selben Problem)... :-/

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Kommentar von TremibilGirl
27.03.2016, 17:42

Versuch, nicht zu aufbrausend zu wirken! Sag einfach, dass es für dich ein Problem ist und dass er es für dich doch bitte reduzieren soll! Sag vielleicht nicht gleich, dass er Alkoholiker ist, weil er das als zu dramatisch sehen könnte... Aber mach ihm halt klar, dass das für dich ekelig ist! Und mal ganz ehrlich... Wenn er wirklich kein Problem hätte, dann wäre es ein Leichtes für ihn, aufzuhören!

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Du kannst nur sagen, dass es dich enorm stört und du dir für deine Familienplanung nicht vorstellen kannst, mit seinem Alkoholkonsum eure Zukunft zu gestalten.
Mehr kannst du nicht tun. Weißt du ja auch schon.
Du kannst dann nur gehen.

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(vielleicht kommt deswegen das Thema Bier auch erst nach 1,5 Jahren Beziehung so richtig hoch). 

Alle 3-4 Tage ein Kasten Bier, der fällt nicht erst nach 1,5 Jahren auf. Das ist eher Verdrängung. Entgegen dem, was du schreibst, finde ich nicht, dass das super läuft sondern das ihr beide ein großes Problem habt an dem ER arbeiten muss, nicht du. Du kannst ihm nicht "professionell helfen lassen", du kannst nur dir selbst helfen und dich hinterfragen warum du immer wieder an abhängige Partner gerätst.


Ich höre meine biologische Uhr noch nicht ticken,

Über deine biologische Uhr kannst du dir in 15 Jahren Gedanken machen und bis dahin hast du bestimmt einen Partner gefunden der besser passt.

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Dein Freund muss einerseits (selbst) zur Erkenntnis kommen, dass er ein Alkoholproblem hat. Andererseits muss bei ihm auch der Wille vorhanden sein, aktiv etwas dagegen zu unternehmen. Ist beides nicht vorhanden, hast Du (leider !) mehr als schlechte Karten. Dann bleibt letztendlich nur eine Trennung.

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Eine guten Rat suchst du?

Ob dein freund ein Alkoholproblem hat kann ich nicht sagen, das kann niemand außer ihm selbst. Es gibt- wenn auch wenige- Vieltrinker die niemals abhängig werden.

So wie ich deiner Beschreibung der Lebensumstände entnehme, hat dein Freune keinen Leidensdruck, daher ist es für ihm schwer einsehbar seinen Bierkonsum einzuschränken.

Einen guten Zeitpunkt gibt es nicht.

Entweder der Alkohokonsum hat keine bis wenige Auswirkungen auf das Leben des trinkenden- Arbeit ok, Führerschein noch da, keine Gewaltätigkeiten, soziale Beziehungen intakt etc.- dann gibt es keinen Grund was zu ändern, oder es ist schon alles halbwegs in Mitleidenschaft gezogen, dann ist der Alkohol für den trinkenden ein Mittel in die Flucht vor der Realität.

Dann kommt der sogn. Leidensdruck ins Spiel, ist der nicht groß genug, dann wird weiter getrunken bis er es ist.

Aber dann ist oft soviel Kaputt, das nur ein Neubeginn übrig bleibt.

Ich möchte hier nicht mutmaßen ob es bei deinem Freund jemals soweit kommt, wie du jedoch seine Familien beschreibst, ist es naheliegend.

Aber es muss nicht so sein.

Was bedeutet dies alles für dich?

Eigentlich hast du deine Frage schon selbst beantwortet, deine Kinder sollen so nicht aufwachsen.

Wenn er diese Einstellung nicht teilen kann, bleibt nur noch eine Konsequenz.

Sorry aber einen besseren Rat habe ich nicht.

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""Was kann ich tun? ""

Zu einer Angehörigenberatung gehen.

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