Frage von Sinatsch, 136

Mein Freund hat Diabetes wass kann ich tun?

Hallo

Mein Freund liegt momentan im Spital da er ein Diabetes Kolabs hatte. Er ist Diabetiker Typ1 und ich mache mir wirklich sorgen weil ich sehe das er seine Krankheit nicht wirklich ernst nimmt. Wenn ich ihn frage warum er nicht mehr auf die Krankheit achtet antwortet er nur das er keine lust habe dem die ganze zeit nachzurennen. Habt ihr vieleicht Tipps wie ich ihm helfen kann sich daran zu Gewöhnen oder eigene Erfahrungen?? Hilft mir Bitte.. Danke :)

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Antwort
von expermondo, 5

Hallo Sinatsch,

Schau mal bitte hier:
Freunde Diabetes

Expertenantwort
von Lirin, Community-Experte für Diabetes, 34

Hallo!

Er wird sicherlich im Krankenhaus viel über seine Krankheit lernen! Das sollte er auch, denn wenn er so weitermacht, stehen die Spätschäden schon Schlange bei ihm!

Solche Schäden könnten ihm das Leben auf ewig vermiesen. Die sind wirklich nicht lustig! Diabetes ist nicht schlimm, solange man seine Werte unter Kontrolle hat, regelmäßig zum Diabetologen geht und sich auch beraten lässt, wenn es Probleme gibt.

Übrigens, ein guter Diabetologe, der seine Arbeit ernst nimmt, ist unbedingt notwendig!

Was du für ihn tun kannst ist nicht leicht, denn er wird sich wehren! Achte darauf, dass er regelmäßig ein Tagebuch führt. Lass ihn essen was er will aber er muss immer vor dem essen, messen und dann auch spritzen! Leider wird das etwas Disziplin brauchen.

Weiters solltest du ihn auf die Spätfolgen ansprechen! Sag wie die Spätfolgen aussehen:

** Diabetische Füße mit schlecht verheilenden Wunden.

** Erhöhtes Herzinfarkt- und Gehirnschlagrisiko.

** Nierenschädigungen bis hin zur Dialyse.

** Sehr schmerzhafte Nervenschädigungen, durch schlechte Durchblutung.

Ich kann mir nicht vorstellen, dein Freund will sowas!

Zuguterletzt solltet ihr mal ein langes Gespräch führen. Mach ihm klar, dass du ihn liebst und angst um ihn hast. Vielleicht könntet ihr auch mal gemeinsam etwas für ein gesünderes Leben tun! Ein wenig auf gesunde Ernährung achten, ein bischen Sport und schon hat sich euer Leben zum besseren verändern!

Ihr hättet dann mehr Gemeinsamkeiten, würdet vielleicht neue Freunde kennenlernen. Du könntest ihm auch raten mal in eine Selbsthilfegruppe zu gehen. Das verändert die Perspektive ungemein!

Ich wünsche euch alles Gute und deinem Freund allzeit gute Blutzuckerwerte!

Gruß Lirin

Antwort
von Woropa, 29

Du hast ja hier schon sehr viele gute Tipps bekommen. Ich bin auch Diabetiker, allerdings Typ II. Ich musste vom ersten Tag an spritzen , als durch Zufall, beim Blut abnehmen beim Urologen, festgestellt wurde, das ich Diabetes habe, war mein Wert schon 18,6 (nach der westdeutschen Messmethode wohl etwa 334).  Mir ist das eigentlich nicht so schwergefallen, mich an das Messen und Spritzen zu gewöhnen.Wie hier schon geschrieben wurde, muss man auf nichts verzichten. Vor kurzem wurde mir bei einer Diabetikerschulung gesagt, ich dürfe sogar Nutella essen, das habe ich mich bisher nie getraut zu essen, seit ich Diabetes habe. Was für mich ein grosses Problem war und ist, ist, das man durch Diabetes so oft Wasser lassen muss.  Man hat immer das Gefühl, das die Blase voll ist. In Wirklichkeit ist sie das aber gar nicht. Mir hat das hier jemand neulich sehr gut erklärt: Weil bei Diabetes der Urin anders zusammengesetzt ist als bei gesunden Menschen, löst er ein Missverständnis im Gehirn aus, das die Blase voll ist. Deswegen bekommt man dann Harndrang und muss zur Toilette, oft auch nachts. Ich habe jetzt von meinem Urologen Tabletten dagegen verschrieben bekommen, die helfen mir gut und ich kann nachts auch wieder mehr schlafen.

Neben all dem, was hier schon geschrieben wurde, kannst du ihn auch noch anders zum Umdenken bringen. Sag ihm, das du ihn lieb hast und willst, das es ihm gut geht und er nicht schwer krank. wird Vielleicht überzeugst du ihn damit.

Antwort
von loema, 41

Es ist schwer mitanzusehen, dass er seine Gesundheit aufs Spiel setzt.
Aber als Partnerin gerätst du in Gefahr, wie seine Mutter zu wirken oder wie ein Arzt oder ein Oberlehrer, wenn du versuchst, ihn daran erinnern, was er besser machen oder lassen sollte.

Als Partnerinn stellt es aber eine Überforderung da, wenn er sich aus Trotz so verhält, dass er ins Krankenhaus kommt.
Du kannst da ganz klar sagen, dass du kein Interesse daran hast, deine Zeit mit jemanden zu verbringen, der sich selbst wissentlich zerstört.

Antwort
von Cassiopeija, 28

Typ 1 Diabetes heisst, das man auf Grund einer Autoimunerkrankung kein eigenes Insulin hat. Man muss also das, was fehlt, durch Injektionen von ersetzen. Tut man das nicht oder nur sporadisch und läuft damit längere Zeit herum (viele Monate oder Jahre), kann das u.U. verheerende Spätfolgen haben.

Leider tut es nicht weh und im Moment wird er auch keine grossen Probleme haben, wenn er zu wenig spritzt.

Du kannst es ja uf die harte Tour machen und ihm sagen, das Du keinen Freund möchtest, der eines Tages blind im Rollstuhl sitzt, weil ihm beide Füsse amputiert werden müssen. Wenn er unbingt zum blinden Krüppel werden möchte, soll er das mal allein tun.

Das ist hart und heftig, aber manch einen muss man seine Zukunft mal drastisch vor Augen führen, denn macht er so über Jahre weiter, kann das durchaus passieren.

Andererseits kann Diabetesmanagement einem schon sehr auf den Keks gehen und manchmal, vor allem wenn man jung ist und eigentlich ganz andere Dinge im Kopf hat, braucht man auch mal eine kleine Auszeit.

Solang das nicht ausufert und nur auf ein paar Wochen beschränkt ist, wird das keine wirklichen Folgen haben.

Ich weiss nicht, ob Ihr mit einer Klicke unterwegs seit. Vielleicht hilft es ja, wenn die Kumpels/Freunde ihn mal einfach beiläufig fragen, ob er denn schon gespritzt hat und ob er gern Folgeschäden hätte.

Aber wenn ich  es wäre - es muss von innen kommen, ich muss es wollen. Also einfach mal abwarten, ob er nicht ganz von allein zur Disziplin zurück findet. Ich denke er weiss, was er da gerade tut und wird eh ein schlechtes Gewissen haben, auch wenn er das nicht zugeben wird.

Ich selbst bin Typ 2 Diabetiker und manchmal nervt es mich auch. Dann benutze ich mal gerade 2 Teststeifen am Tag und spritz irgendwann mal die bereits gegessenen KE nach. Aber so eine Phase geht nie länger als 2-3 Wochen, dann wird wieder odertlich gemessen und korrekt gespritzt.

Kommentar von Cassiopeija ,

Hier noch ein kleiner Link, vielleicht hilts ja ein wenig, wenn er merkt das er nicht allein ist mit seinem Empfinden und das andere auch die Kurve gekriegt haben. ;)

http://www.blood-sugar-lounge.de/

Antwort
von TheCasper80, 11

Also wenn er die Verantwortung (noch) nicht für sich selbst übernehmen will, was das Diabetes angeht, dann musst du das eben in die Hand nehmen. Informiere dich bei einschlägigen Shops, bspw. auf http://www.diaquick.de/ und zuvor natürlich bei ihm selbst, über seinen genauen Diabetes Typ, dessen Eigenheiten und seiner individuellen Befindlichkeiten im Rahmen des Diabetes. Anschließend kaufst du ihm ein Notfall-Set und alles was man als Diabetiker nunmal so braucht im Leben und bietest es ihm sozusagen an, ihm ein bisschen "beizubringen", um seiner selbst willen. Vielleicht lenkt er dann ja schnell ein und nimmt das ganze ernster. Oder drohe mit dem Beziehungsende, da du die Gefahr nicht ignorieren kannst, dass er jederzeit umfallen könnte, weil er auf nichts achtet. Was du an Grundbedarf brauchst kannst du bei jeder Service-Hotline erfragen.

Ganz einfach!

Grüße

Antwort
von Hountez, 65

Sicherstellen dass er immer (ka welcher Typ was ist) entweder Traubenzucker oder Inulin dabei hat und du auch weist wo er diese hat und da er es nicht ernst nimmt immer die Notfall-nummern parat haben sollte wirklich etwas passieren.

Kommentar von djbee ,

Als Typ 1 Diabetiker idealerweise immer beides!

Antwort
von lonne110, 56

du solltest mit Angehörigen deines Freundes reden, da ihn niemand zwingenk nann muss ihn jemand überreden. Zeig ihm vielleicht Webseiten zu dem Thema und ähnliches

Kommentar von Sinatsch ,

Hab ich bereits durch die webseiten ist er nun wütend auf mich.. :(

Kommentar von lonne110 ,

Die Sache ist die, das du sonst eigentlich nichts tun kannst, wenn er dadurch schon wütend auf dich ist, dann nützt es nichts, wenn du weiter auf ihn "einhämmerst". Am Ende macht er nur mit dir Schluss

Antwort
von jessica268, 49

Sie werden im Krankenhaus beginnen. Diabetiker bekommen Schulungen und dann sollte ihm wohl klar werden, daß er falsch denkt. Bring ihm einfach schon mal solche Sachen mit. Obst usw. Nichts Süßes, höchstens für Diabetiker. Danach macht der Hausarzt weiter (ich habe auch Diabetes). Regelmäßige Termine, Blutuntersuchungen usw. Er wird immer damit leben müssen. Vielleicht sogar Spritzen müssen. Ernährungskurs usw. gibt es auch. Er muß komplett umdenken, ist am Anfang schwer. Dabei kannst Du ihn unterstützen. Mach Dich auch schlau. Es gibt gute Bücher. Dann ist es für ihn leichter.

Kommentar von Tschoo ,

Frage lesen!!!! "Vielleicht sogar spritzen müssen"  Was macht wohl ein Diabetiker Typ 1??

Kommentar von djbee ,

Er wird spritzen müssen. Typ 1 Diabetiker müssen immer Insulin von außen zuführen.

Süßigkeiten sind prinzipiell erlaubt (alle) - sofern man dafür genügend Insulin zuführt!

Kommentar von Cassiopeija ,

Er kann essen und trinken was er möchte, er muss nur richtig berechnen und spritzen.

Und gelegentlich eine Auszeit ist in dem Alter auch nichts ungewöhnliches. Da hat man andere Dinge im Kopf.

Mit autoritäten Massnahmen und erhobenen Zeigefinger kommt man meistens nicht weit, ganz im Gegenteil. Und Ihm nur "gesunde" Sachen mitzubringen wird nur noch seinen Hass auf die dämliche Erkrankung erhöhen und ihn bestimmt nicht zum umdenken bewegen.

Es darf ruhig was Süsses sein, er muss es halt berechnen und spritzen. Das zieht mehr als "Gesundes".

Ernährungskurs? Gut, sollte man gehört haben, aber er wird das schon kennen. Da schläft ihm eher das Gesicht ein, als das es ihn motiviert. ;)

Denk nicht wie ein Erwachsener, versuch Dich in einen Teenager zu versetzen, den seine Krankheit und die Umstände, die damit verbunden sind, einfach ankotzen.

Antwort
von altgenug60, 31

So einen Lebensgefährten hatte ich auch. Er starb, als er 29 Jahre alt war. Die letzten sechs Jahre war er blind und die letzten zwei Jahre verbrachte er an der Dialyse. Alles gute für euch . . .

Antwort
von Stadtreinigung, 38

Typ eins ist eigentlich nicht so schlimm,kommt aber darauf an wie sein Verhalten in der Ernährung ist,wenn er seine Bauchspeicheldrüse Übersprtapaziert,dann kann es schon Böse enden

Kommentar von Tschoo ,

Wieso bringen hier so viele Leute ihr Pseusowissen aus Bildzeitung und so was an. Typ 1 muss sich nicht mehr um die Bauchspeicheldrüse (in Bezug auf Diabetes) kümmern, die Inselzellen sind sowieso schon kaputt.

Kommentar von djbee ,

Essen darf ein Typ 1 Diabetiker prinzipiell alles. Wichtig ist nur, dass er weiß wie er dafür spritzen muss. 

"Nicht so schlimm" ist immer relativ - das messen und spritzen kann schon belastend sein. 

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