Frage von Ninnivera, 141

Mein Ex nimmt in seiner Betreuungszeit unseren überlasteten 3jährigen Sohn zur neuen Freundin in eine andere Stadt mit. Was denkt ihr darüber?

Hallo,

ich bin allein erziehende Mutter eines dreijährigen Kindes. Vor dem zweiten Geburtstag meines Kindes hatte ich mich vom Kindsvater getrennt, da es selbst vor dem Kind zu heftigen Streitereien kam und die Probleme selbst durch einen Paartherapeuten nicht zu lösen waren. Daher bin ich mit meinem Kind in die Nähe meiner Eltern ca. 100 km von unserem damaligen Wohnort gezogen und habe zuvor noch das Sorgerecht geteilt. Nachdem wir Gespräche beim Jugendamt hatten, haben wir wieder einigermaßen vernünftig kommunizieren und eine zeitliche Einteilung schaffen können. Leider lässt es sich wegen meines Berufes und meinem vollen Alltag nicht vermeiden, dass mein Kind viel "herumgereicht" wird, was ihm auch nicht gut tut, da er bereits Ticks entwickelt hatte und an mir hängt, zuweilen sogar negative Aufmerksamkeit einfordert. Der Zeitplan sieht vor, dass unser Kind an zwei WE beim Vater von Samstag bis Montag Abend um 18 Uhr ist, dann bei mir schläft. Am Dienstag bringe ich unser Kind in die Kita und hole es dann mittags dort wieder ab. Abends muss es bei meinen Eltern schlafen, die es am nächsten Tag dann in die Kita bringen. Ich hole es wieder ab, dann schläft M. bei mir. Am nächsten Tag muss ich M. wieder in die Kita bringen und meine Eltern holen ihn ab. Dann schläft M. bei seinen Großeltern um am Freitag wieder abends bei mir zu schlafen. Es ist also ein ziemlich volles Programm für ein dreijähriges Kind - und auch für mich:(

Nun habe ich seit 7 Monaten wieder einen Freund. Dieser lebt ebenso in dem Wohnort des Vaters. Mein Kind habe ich aber noch nicht einmal seit unseres Zusammenseins zu ihm mitgenommen. Und auch an den Wochenenden, die M. bei mir ist, mache ich trotzdem auch alleine was mit ihm und nicht nur im Beisein meines neuen Lebenspartners.

Jetzt hat der Kindsvater seit wenigen Wochen wieder eine Freundin (er sagt Bekannte) mit einer Tochter im Grundschulalter. Diese leben wiederum aber in einem anderen Wohnort 70 km entfernt vom Vater. Ich hatte erst vor kurzem durch mein Kind erfahren, dass sie nun alle regelmäßig was zusammen machen, wogegen ich prinzipiell auch nichts habe. Aber ich habe Sorge darum, dass es für mein erst dreijähriges Kind zuviel wird und bin absolut dagegen, dass es nun noch in einen fremdem Haushalt in ein weitere Stadt 70 km (insgesamt also am WE 340 km) fahren soll, nur weil der Kindsvater Zeit mit seiner Freundin verbringen will. Ein Kind braucht doch Zuverlässigkeit und feste Lebensmittelpunkte. Ich finde, dass es für ein dreijähriges Kind mit so vielen Anlaufstellen nur zunehmender Stress ist und sich sein Mittelpunkt in der Stadt seines Vaters gestalten sollte (eig. auch mit Kindern aus der gleichen Umgebung). Der Vater und ich haben uns deshalb wieder verkracht, da er meine Sorge nicht richtig wahrnimmt und darauf nicht eingeht. Neulich ist er mit unserem kranken Kind dahin Bahn gefahren, was er auch nicht als schlecht empfand. Wie seht ihr das? Ich fühle mich hilflos und ohnmächtig dabei. Danke..LG

Antwort
von Goodnight, 141

Das Chaos liegt ja vornehmlich bei dir. Da hat es euer Kind vergleichsweise ruhig beim Vater. Bei ihm ist es offensichtlich konstanter als bei dir. Ausser dass der Vater mit dem kranken Kind unterwegs ist, kann ich nichts Nachteiliges finden. Fragt sich auch wie krank das Kind dann wirklich war. Nach meinem Gefühl müsstest du dringend etwas an der Betreuungssituation deines Kindes ändern, du gibst es zu viel weg. Das kannst du nicht dem Vater in die Schuhe schieben. Objektiv gesehen ist es mehr beim Vater als bei dir. Du bietest dem Vater geradezu an, das Kind ganz zu sich zu nehmen. Statt ihm Vorwürfe zu machen solltest du eine bessere Situation für dein Kind schaffen.

Kommentar von Pfaffenhofener ,

Gut geschrieben. Ich sehe es auch so, daß bei der Familie des Vaters momentan der ruhige Pol ist, ansonsten nur Hektik. An der müßte gearbeitet werden, das würde viel verbessern.

Kommentar von Georg63 ,

Ihr habt recht, aber das ist von uns hier leicht geschrieben. Der Vater betreut den Sohn nur alle 2 Wochen, während die Mutter ansonsten alles allein regeln muss. Einen auskömmlichen Job hängt man auch nicht so einfach an den Nagel und ob Teilzeit möglich und finanziell ausreichend wäre, wissen wir nicht.  

Ich kümmere ich auch um meinen Enkel, wenn meine Tochter Überstunden machen mus oder die Kita geschlossen ist.

Kommentar von Goodnight ,

Es geht hier ja natürlich nicht um einen Vorwurf nur um eine Rückmeldung wie es auf uns wirkt. Das war die Fragestellung. Ich weiss sehr wohl, dass es nicht immer einfach oder möglich ist eine Situation zu ändern. LG

Kommentar von jenshiller ,

....absolut und von der Tatsache, dass schon ein kind da ist, welches selbst ein Kind hat, war nicht die Rede. Liege ich mit (Kinder kriegen Kinder) arg falsch?

Wie alt ist deine Tochter und wie alt bist du, ca.: ?

Da passt einiges nicht so zusammen...

Antwort
von blumenkanne, 87

für das kind ist es kein fremder haushalt. es ist die freundin des vater und für das kind eine neue vertraute. du redest davon das kind brauche feste lebensmittelpunkte - es hat bei dir jedenfalls keine. sondern ist in deinem haushalt besuchskind, da es ja vorrangig bei den großeltern aufwächst und ab und an am we bei dir ist. also beschwere dich nicht darüber, das kv mit dem kind zu seiner freundin fährt und deren kind. sie zeigen dem doch einfach nur wie familienleben funktioniert. was daran ist verwerflich? warum sollte das für das kind belastender als der quatsch den du dem kind abverlangst u. deinen eltern?

wie der vater seinen umgang gestaltet geht dich nichts an. wo er mit dem kind hinfährt und selbst wenn er das kind allein bei seiner freundin lassen würde - geht dich das nichts an. er bestimmt im rahmen seiner alleinigen alltagssorge was er mit dem kind macht, wer es beaufsichtigt und wo es sich aufhält. genauso wie du es in deiner zeit des umgangs machst.

du solltest dafür sorgen, dass dein kind einen lebensmittelpunkt bekommt und nicht nur den bei seinen großeltern, wo es wohl sein zu hause sieht und immer mehr vertiefen wird. eines tages wird es dir sagen, dass es keine lust hat auf umgang mit dir, weil du eh nie zeit hast.

du wirst also erstmal deine prioritäten selber sortieren müssen und leben müssen damit, dass andere leute andere vorstellungen haben wie sie zeit mit ihren kindern verbringen. lass den vater machen wie er denkt, er kommt ja seinem umgang regelmäßig nach. es ist unverständlich warum du dich hilflos oder ohnmächtig fühlen solltest. du schaffst kriegsschauplätze, wo keine hingehören. kümmer dich um dich selbst und sorge nicht dafür, dass der vater irgendwann in frage stellen könnte, ob der kauderwelsch den du veranstaltest überhaupt dauerhaft gut ist für das kindeswohl.

Kommentar von jenshiller ,

Die perfekte Antwort.

Antwort
von hertajess, 98

Was bitte bezeichnest Du als krank? Eine kleine Erkältung? Diese dient in dem Alter dem Aufbau des Immunsystems. Wie manche anderen Infekte. 

Dein Sohn hat also wenn er beim Vater ist einen Spielkameraden und Du bist dagegen? Sehr fürsorglich von Dir!!! 

Du bildest Dir ernsthaft ein ein dreijähriges Kind sei überfordert wenn ihm die Möglichkeit geboten wird die Welt zu entdecken, viele verschiedene Menschen kennen zu lernen? Dann würde ich Dir schon gerne dringendst ans Herz legen Deine Vorstellungen mit den Fakten abzugleichen. 

Aus Deinem Text geht nicht aus einer Zeile hervor dass es Dir um das Wohl Deines Kindes geht noch dass Du überhaupt eine Ahnung hast welche Bedürfnisse ein dreijähriges Kind tatsächlich hat. Das mag Dir nicht gefallen. Am Eindruck ändert es Nichts. Dafür geht aus Deinem Text hervor dass Du dem Vater des Kindes keine neue Beziehung gönnst und diese Missgunst nun auf dem Rücken des Kindes austragen willst. 

Wie das Sorgerecht in der Praxis gelebt wird ist jeweils Sache der Sorgeberechtigten. So lange Kindswohl nicht nachweisbar gefährdet ist. Und da wäre erst mal zu hinterfragen welche Erkrankung ein vom Sorgeberechtigten begleitetes Kind daran hindern sollte Bahn zu fahren. 

Kommentar von Ninnivera ,

Lieber Hertajess,

lies bitte genau! Der Vater kann gerne ne neue Beziehung haben. Aber dann soll das Kind nicht in ne andere Stadt geschleppt werden, wenn es zwei Tage beim Vater mal ist. Es ist ja wohl nicht so toll für die ganze Entwicklung, wenn das Kind dann noch zu ner weiteren Stadt mitgenommen wird. Ansonsten bin ich die Organisatorin und die Geldverdienerin und sorge mich seit der Geburt allein ums Kind, weil der Vater nämlich in der Woche von morgens bis abends arbeitet. Am Wochenende hat er natürlich gute Karten und kann seinem Kind dann Spaß und Unterhaltung bieten. Er hat auch sonst keine Verpflichtungen. Ich in der Woche ne Menge und ich wupp das nebst Kind. Wenn das Kind beim Vater untergebracht werden würde, dann hätte er weniger Zeit in der Woche und würde noch mehr betreut werden von Fremden.

Außerdem hatte unser Kind dann eine dreiwöchige Bronchitis! Nach dem Besuch beim Vater schlimmer. Was sagt dir das?

Arbeitest du mit Kindern?  Ich ja! Ich kann dir sagen, dass die Kinder, die herumgereicht werden und dann auch noch am Wochenende ne Menge Action haben müssen, weil der Vater vielleicht meint, es wäre so toll, immer ins Fussballstadion zu gehen, Verhaltensauffäliigekeiten entwickeln. ADHS und so weiter.

Mit freundlichen Grüßen!

Kommentar von Georg63 ,

Wenn das Herumgereichtwerden so schlimm ist, dann brauchst du wohl einen anderen Job, denn du reichst ihn herum. Der Vater ist doch anscheinend die ganze Zeit bei ihm, wenn er ihn hat.

Dass es der Vater leichter hat, steht außer Frage, aber daran kannst du eh wenig ändern.

Kommentar von Menuett ,

Doch, kann sie.

Sie kann das Kind zum Vater geben.

Kommentar von Georg63 ,

Klar, wenn der dazu bereit ist ..... ich wärs als Vater.

Kommentar von hertajess ,

Ninnivera:

Du bist ja wohl kaum die alleinige Verdienerin und Versorgerin des Kindes und kümmerst Dich auch nicht alleine um das Kind denn Du hast das Sorgerecht mit dem Vater geteilt. Und dieser wird auch seinen angemessenen Unterhaltsbeitrag leisten. Wenn Du ihn nicht in die gemeinsame Sorge mit einbeziehst dann ist es Deine Angelegenheit. Er ist ja nach Deinen eigenen Ausführung durchaus dazu bereit denn sonst würde er sein Kind nicht regelmäßig zu sich nehmen, seiner Sorgepflicht dem Kind gegenüber nachkommen. 

Kommentar von jenshiller ,

....du arbeitest mit Kinder? Meine Kollegen benehmen sich stellenweise auch wie Kinder, fahren dennoch Auto etc.

Hey, du hast das Kind aus seiner vertrauten Umgebung genommen.....und 1,2h Fahrt sind kein Problem, sie sind spannend, wenn Vati nicht mit Facebook an der Zugbar steht.

Nein, ich muss dich enttäuschen, ich bin zwar KV, jedoch der betreuende Elternteil und kann mich sehr wohl in deine Lage versetzen.

Gewöhne dich daran, dass der KV, auch vor den Augen eures Kindes, mit einer neuen Frau kuschelt und.....,vorsichti, tut etwas weh, da könnte euer Kind probleemlos mitmachen.

Ich lebe mit einer neuen Frau zusammen, sie ist die Stiefmutter, na und? Sie macht mit dem kind HA`s, spielt, bastelt und ja, die böse Stiefmama faucht das Kind auch mal an, genau dann, wenn es angemessen ist.


Antwort
von martinzuhause, 71

"dass sie nun alle regelmäßig was zusammen machen, "

es ist doch gut wenn sie regelmässig etwas zusammen machen. ein kind braucht da eine regelmässigkeit. das kann für seine entwicklung nur gut sein.

Antwort
von Georg63, 96

Du fährst doch auch mit dem Kind zu deinem Freund - oder hab ich das falsch verstanden?

Warum sollte der Vater das nicht dürfen? Die zusätzliche Fahrstunde wird sicher durch die neue Spielgefährtin wettgemacht.

Bist du vielleicht nur eiersüchtig?

Kommentar von Ninnivera ,

Hallo,

das hast du falsch verstanden. Nein, ich bin noch nie zu meinem Freund mit meinem Kind gefahren.

Sollte ein kleines Kind möglichst wenige, beständige Bezugspunkte haben, um eine gesunde Geisteshaltung zu entwickeln? Ja oder? Ich meinte, dass es besser ist, wenn er in der Umgebung seines Papas am WE bleibt und nicht dann wieder noch weiter kutschiert wird und die Freundin samst Kind dann zu ihm kommt, da das Kind auch größer ist..

Aber trotzdem danke für die Antwort!

Kommentar von Georg63 ,

Wenn das Kind die stressige Woche mit dem hin und her aushält, wird ihm die Stunde Fahrt am WE auch nicht schaden.

Verschiedene Orte sind sowieso kein Problem, solange kein Stress dabei ist. Man geht auf verschiedene Spielplatze, in den Zoo, besucht Freunde  und macht überhaupt allerhand interessante Unternehmungen mit dem Kind. Warum da nun ausgerechnet der Ausflug zu Papas Freundin schaden soll, kann ich nicht verstehen.

Die Freundin wird damit noch lange nicht zum Bezugspunkt.

Antwort
von jenshiller, 4

hm....deine Sorgen hätte ich gern.

Ich bin KV, unser Kind lebt mit Stiefmutter, bei mir. Die KM wohnt 200Km entfernt und fährt mit dem Kind Bus, Bahn, Auto.

Krank? ist immer relativ.....lief die Nase oder brach der Blinddarm durch?

Worin liegt das Problem?

340Kilomter muss das Kind reisen und der KV verantwortet 140? Na viel Spaß bei der Rechnerei.....und Trennungskinder (die Tochter der neuen Lg. deine Ex`s) ist oft die beste Hilfe zur Überwindung der Trennung.

Du hast dich getrennt, du hast das Kind in die Situation gebracht und bist dann zu Mutti gezogen....ggf. lässt du dir das mal auf der Zunge zergehen....und sei bitte froh, dass dir der KV keinen Strick drauß dreht.




Antwort
von Menuett, 70

Du darfst dem Kind Streß machen, er nicht?

Es ist völlig in Ordnung, was er da macht.

Das überfordert das Kind nicht mehr als alles andere.

Rechtlich ist er völlig abgesichert, es steht ihm zu, was er da macht.

Kommentar von Ninnivera ,

Rechtlich steht den Erziehungsberechtigten so ziemlich alles zu. Er könnte jedes Wochenende nach Bayern fahren. Und ist das letztendlich gut, nur weils erlaubt ist, was den Erziehungsberechtigten gefällt und weils möglich ist. Ich merke ja, wie quakig mein Kind in der Woche dann nach vollen Wochenenden zurückkommt und habe die engste Bindung zu ihm, weil ich mich immer noch meisten um ihn kümmere. Falls der Eindruck entstanden ist, nein, ich bin da, in guten wie in schlechten Zeiten.

Übrigens, er hat sein Kind nur an zwei Wochenenden im Monat. Ich habe ihn im Alltag. Er nimmt sich nicht frei, wenn das Kind krank wird. Er kauft keine Kleidung, er füllt keinen Verwaltungskram aus. Er geht nicht zum Arzt mit dem Kind. Er wäscht keine Wäsche. Er hat nix großartiges zu tun. Ich kenne ihn und weiß was er zu macht und was ich mache. Ich finde es toll, dass er Interesse an seinem Kind hat und sich kümmert. Bei Vätern ist das immer so toll. Bei Frauen scheint es nach wie vor selbstverständlich zu sein.

Kommentar von Menuett ,

Es ist völlig normal, dass Kinder aus dem Wochenende etwas durch den Wind zurückkommen.

Der Umgang ist dazu da, dass das Kind das Leben des Vaters kennenlernt.

Da gehört die Freundin nun dazu.

Kommentar von jenshiller ,

Unser Kind kommt ebenfalls "verstört" aus dem WE zurück.

Wir machen es so, dass wir dem Kind Nähe anbieten, sie aber nicht erzwingen. Dann zieht sich das Kind etwas zurück und kommt danach kuscheln. Wir kennen das mittlerweile und sorgen dafür, dass dann auch alles passt. Pflichttelefonate vorher erledigen, Hund war Gassi, Essen schon gekocht.

Manchmal erzählt Zwergnase, meißt nicht und das ist auch okay so.

Antwort
von Dahika, 73

Du hast ja Nerven...

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