Mein Ehemann hat mir vorgeschlagen, dass er den Scheidungsantrag zurückzieht, wenn ich (notariell) auf den Versorgungsausgleich verzichte. Eure Meinung dazu?

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9 Antworten

Hallo Syndra44sandra,

das täte ich an Deiner Stelle nicht, denn es wäre ausschließlich zu Deinem Nachteil. Im übrigen nennt man so etwas 'Erpressung' oder 'Drohung' ;-(

Ich kann zwar nicht einschätzen, was Dir zustände, aber sei versichert: es wird nur zum Vorteil Deines Ehemannes sein, der auf diese Weise versucht, sich vor der finanziellen Verantwortung zu drücken.

Im übrigen würde Dir kein Anwalt zu einer solchen Lösung raten. Und einen solchen solltest Du Dir bitte zur Seite nehmen, bei so einem Vorschlag Deines ich nenne es mal: Noch-Ehemannes.

Des weiteren geht es bei einer Scheidung ja nicht nur um den Versorgungsausgleich, sondern auch um einen Zugewinnausgleich und einen Trennungs- bzw. Nachehelichen Unterhalt. Lasse Dich bitte umfassend beraten und Deine Rechte vertreten.

Alles Gute

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Der "Versorgungsausgleich" regelt im Rahmen des Scheidungsverfahrens die Rentenansprüche beider Ehepartner. 

Wird per Vertrag auf den Versorgungsausgleich verzichtet, so bedeutet das lediglich, dass jeder Ehepartner später nur die Rente erhält, die er durch seine eigene Erwerbstätigkeit erarbeitet hat.

Solange es nicht zu einer Scheidung kommt, wird also auch kein Versorgungsausgleich durchgeführt.

(Insofern macht der Vorschlag des Mannes erstmal wenig Sinn...., nur, wenn er nach Vertragsabschluss dann doch nochmal die Scheidung einreichen lässt, hättest du ggf. als Rentnerin Nachteile...)

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Oft wird der "Versorgungsausgleich" aber mit "Unterhalt" verwechselt....

Während der Trennungszeit (bis zur Scheidung) besteht möglicherweise der Anspruch auf "Trennungsunterhalt" eines Ehepartners an den anderen. (Ein solcher Anspruch resultiert aus dem "Familienunterhalt".)

Zwar kann auf diesen Unterhalt verzichtet werden... Aber wenn ein Ehepartner "bedürftig" und somit auf Trennungsunterhalt vom anderen Partner angewiesen ist, wird der Verzicht außer Kraft gesetzt, denn der gesetzliche Anspruch auf Familienunterhalt steht über solchen Verträgen.

Lediglich "nachehelicher Unterhalt" (Unterhalt nach der Scheidung) kann tatsächlich ausgeschlossen werden, aber dieser wird ohnehin nur noch in Ausnahmefällen zugesprochen.....

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Die Frage ist, wo der Vorteil für Dich ist? Falls er die Scheidung zurücknimmt, Ihr aber weiter getrennt lebt, hast Du keinen ersichtlichen Vorteil, sondern durch den Verzicht auf einen Versorgungsausgleich nur Nachteile. Die Sache würde wohl nur Sinn machen, wenn Ihr dadurch wieder zusammenlebt. Ob es ein guter Neuanfang ist, wenn er das Zusammenleben mit Dir von einem Verzicht auf den Versorgungsausgleich abhängig macht, sei mal dahingestellt. Aber das wäre natürlich Deine eigen Entscheidung.

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Damit würdest du ohne verwertbare Gegenleistung auf ein gutes Stück Altersvorsorge verzichten. Ich rate dir dringend ab!

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Du musst doch selbst wissen, ob du weiterhin mit deinem Mann zusammen leben willst, zu natürlich für dich schlechteren Bedingungen bei einer späteren Trennung.
Es ist maßgeblich wie alt und wie selbstständig bist du, um ein eigenes neues Leben zu beginnen, egal wie in wann.

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Willst du ihn zurück? Quatsch, das wird eh nichts.

Auf den Versorgungsausgleich kann man nur verzichten, wenn die Ehe von kurzer Dauer war. Der Versorgungsausgleich wird von Amts wegen vom Gericht durchgeführt. Dabei werden die jeweils erworbenen Rentenansprüche gegeneinander aufgerechnet und ggf. ein entsprechender Ausgleich vorgenommen.

Würde ein Verzicht auf den Versorgungsausgleich, auch notariell, dich ggf. Gefahr laufen lassen, in Altersarmut abzurutschen und auf staatliche Hilfe angewiesen zu sein, dann würde das Gericht sogar diesen Vertrag für nichtig erklären.

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Hallo, Sandra44sandra.

Lass das ja sein, denn dann ist er erst Recht weg und dein dir zustehendes Geld auch.

Bleib bitte stark, lG.

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nein. machs nicht.

ist ein trick.

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Kommentar von Sandra44sandra
19.07.2016, 22:46

Ich würde das aber in der Reihenfolge machen: 1. Scheidungsantrag wird vom Noch-Mann zurückgezogen 2. erst dann kommt mein Verzicht auf Versorgungsausgleich.

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