Frage von Nagato17, 60

Mein Chef meint entweder verzichte ich aufs Geld oder ich werd gekündigt, was soll ich machen?

So ich hab letztens gefragt ob ich als Aushilfe wenn ich krank bin meine Stunden bezahlt bekomme wenn ich ein Atest vom Arzt dazulege. Diese fragen wurde hier sehr gut beantwortet. Bin zum meinem Chef gegangen wollte, dass er mir die Stunden bezahlt und er meinte nur, dass er das nie macht. Ich habe Ihn drauf aufmerksam gemacht, dass das gesetzlich geregelt ist und mir das Geld zusteht. Er meinte daraufhin dann bezahlt er mir die Stunden aber ich könne morgen wieder kommen und meine Kündigung anholen... ( Ich arbeite dort seit 6 Monaten ) Was soll ich machen...

Expertenantwort
von Hexle2, Community-Experte für Arbeitsrecht & Kündigung, 53

Wenn Du schon mehr als sechs Monate dort arbeitest und der Betrieb mehr als 10 ständige Vollzeitkräfte hat (Teilzeit und Minijob werden entsprechend aufgerechnet), kann Dein AG Dir nicht so einfach kündigen.

Da greift das Kündigungsschutzgesetz und die Einforderung der gesetzlichen Rechte, ist kein Kündigungsgrund. Außerdem ist selbst beim Kleinbetrieb ein AN nicht ganz schutzlos der Willkür des AG ausgeliefert.

Du solltest aber auch nach einem neuen AG Ausschau halten. Bei so einem Chef geht doch niemand gerne arbeiten und wenn Du auf Dein Recht bestehst, wird er Dich "rausekeln" wollen.

Bekommst Du eigentlich Deinen Dir zustehenden Urlaub und Entgeltfortzahlung bei Feiertagen?

Kommentar von Nagato17 ,

Da ich Urlaub und Entgeltfortzahlung noch nie gehört haben bekomme ich sowas nicht xD ich bin eine Aushilfe. Müssen die mit etwa auch Geld geben wenn ich im Urlaub bin oder an Feiertagen arbeite?!

Kommentar von Hexle2 ,

Selbstverständlich steht Dir bezahlter Urlaub (mindestens vier Wochen/Jahr) und auch Bezahlung am Feiertag und bei Krankheit zu.

Die Arbeitsgesetze gelten nicht nur beim Vollzeitjob sondern bei jedem Beschäftigungsverhältnis. Auch bei Dir

Kommentar von Familiengerd ,

Hexle, das hättest Du mal in Fettschrift, GROßBUCHSTABEN und und Schriftgröße 40 oder so was schreiben sollen!

Es ist doch immer wieder erschreckend!!

Kommentar von Ernsterwin ,

Völlig richtig, Hexle2 und Familiengerd - aber wie wir alle wissen, leider keine Ausnahme. Und es gibt - übrigens nicht nur bei Kleinbetrieben - viel zu viel Arbeitgeber, die mit ihren Arbeitnehmern nach dem alten deutschen Sprichwort verfahren: Wer sich verdingt als Knecht, wird behandelt wie ein Knecht.

Kommentar von Hexle2 ,

@Ernsterwin,

da widerspreche ich Dir nicht und habe deshalb auch geschrieben:

wenn Du auf Dein Recht bestehst, wird er Dich "rausekeln" wollen.

Wenn aber nach der Rechtslage gefragt wird, muss auch entsprechend geantwortet werden. Ob der AN dann handelt und wie der AG reagiert, steht (leider) auf einem anderen Blatt.

Antwort
von Funkymonk831, 60

Das ist eine Situation die extrem Sch ei**e ist... Ich würde in erster Linie den Chef nochmal drauf ansprechen und nicht mit einem anwalt oder der Polizei drohen..."Immer schön sachlich bleiben" :). Dann wenn es immer noch nichts gebracht hat, würde ich mir langsam mal Hilfe beschaffen und evtl. Beweise sammeln so, dass du im Notfall auch die Polizei kontaktieren könntest... In aller letzter Linie würde ich tatsächlich die Polizei kontaktieren und mir auch einen Anwalt  Beschaffen und alles genau mit ihm abklären( auf gar keinen Fall den Anwalt anlügen!)

Viel Glück noch hoffentlich auch ohne Polizei und Anwalt :)

Antwort
von majaohnewilli, 57

Theoretisch kannst du schön brav gehorchen ABER sobald das Dienstverhältnis beendet ist (ich nehme an, Du wirst nicht ewig für so einen A.. arbeiten) alles einfordern. Also, schreib Dir jeden unbezahlten Krankenstand und jede unbezahlte Überstunde auf! Er wird bezahlen müssen, ob früher oder später!

Antwort
von brromed, 9

Recht zu haben und Recht zu bekommen sind bekanntlich zwei verschiedene Dinge.

Leider sitzt der AG in Deinem Fall kurzfristig am längeren Hebel und nutzt dies in unverschämter Manier aus.

Es würde vermutlich auf ein Verfahren vor dem Arbeitsgericht hinauslaufen, bei dem übrigens jede Partei ihre eigenen Kosten zu tragen hat. Dabei wird er sich vielleicht auf einen Vergleich im Gütetermin einigen, der ihn eben so viel kostet, wie er Dir bezahlen muss, aber das Arbeitsverhältnis wäre vermutlich beendet.

Du musst nun selbst entscheiden, welchen Weg Du beschreiten möchtest. In jedem Fall würde ich der Gewerkschaft beitreten, denn dort hast Du nach drei Monaten Anspruch auf kostenlose Rechtsberatung und -betreuung, vorher aber auch bereits Information und Beistand. Das ist eben die einzige Interessensvertretung außerhalb des Betriebes, denn einen Betriebsrat gibt es bei Euch offenbar auch nicht.

In jedem Fall solltest Du die vorenthaltene Vergütung (Entgeltfortzahlung) genauestens protokollieren und könntest sie dann nach drei Monaten mit Hilfe der Gewerkschaft bis hin vors Arbeitsgericht geltend machen. Vielleicht ist ja auch eine Informationskampagne innerhalb des Betriebes ganz hilfreich ... (Unterstützt auch die Gewerkschaft!)

Viel Erfolg!

Antwort
von Tim2k12, 46

Sag ihm, er soll dir die Kündigung geben und das im Kündigungsgrund angeben. ;)

Antwort
von Elfi96, 43

Ob dir lt Arbeitsgericht Geld zuseht oder nicht, liegt an der Art des Vertrages, den du mit dem Chef abgeschlossen hast. Meldet er dich sozusagen jeden Monatsanfang an und am Monatsende ab, hast du nur einen monatlichen Vertrag und du kannst dann nur die Stunden bezahlt bekommen, die du tatsächlich abgeleistet hast. (Soweit ich weiß) LG

Kommentar von Elfi96 ,

Eine kurzfristige Beschäftigung liegt vor, wenn die Beschäftigung von vornherein auf nicht mehr als drei Monate oder insgesamt 70 Arbeitstage (bis 31. Dezember 2014 sowie ab 1. Januar 2019: zwei Monate bzw. 50 Arbeitstage) im Kalenderjahr begrenzt ist und nicht berufsmäßig ausgeübt wird. Die Höhe des Verdienstes ist dabei unerheblich.

Von dem Drei-Monats-Zeitraum ist auszugehen, wenn der Minijob an mindestens fünf Tagen in der Woche ausgeübt wird. Bei Beschäftigungen von regelmäßig weniger als fünf Tagen in der Woche ist auf den Zeitraum von 70 Arbeitstagen abzustellen.

Kommentar von Familiengerd ,

Was soll das, solche Zitate, die mit der Frage nicht zu tun haben, ohne Sinn und Verstand aus dem Internet abzuschreiben und noch nicht einmal als Zitat zu kennzeichnen und die Quelle zu benennen!?!?

Kommentar von Familiengerd ,

Ob dir lt Arbeitsgericht Geld zuseht oder nicht, liegt an der Art des Vertrages, den du mit dem Chef abgeschlossen hast.

Das ist Unsinn (wie der Rest der Antwort in Zusammenhang mit der Frage)!

Es gibt einen gesetzlichen Anspruch auf Entgeltfortzahlung im Krankheitsfall! Was dazu im Arbeitsvertrag vereinbart wurde, ist irrelevant; dieser Anspruch ist unabdingbar: es kann auf ihn also nicht verzichtet werden - weder vertraglich erzwungen noch freiwillig.

Und für jedes Arbeitsverhältnis - ob mit regelmäßiger Arbeitszeit, mit Arbeit auf Abruf, mit völlig unregelmäßigen Arbeitszeiten, ob als Teilzeit- oder Vollzeitarbeitnehmer, Mini- oder Midijobber, sogenannte Aushilfe oder was auch immer - kann dieser Anspruch nach den gesetzlichen Bestimmungen des Entgeltfortzahlungsgesetzes EntgFG und den darauf aufbauenden Rechtsprechungen berechnet werden!

Antwort
von bmke2012, 41

Ganz ehrlich: Such Dir was Neues!

Antwort
von loewenherz2, 42

Was nützen die tollsten Gesetze,

wenn man sich alles bieten lässt

nimm das Geld und geh zur Gewerkschaft (Arbeitsgericht)

dann merkt er das auch er sich an Gesetze zu halten hat

auch wenn es dir nicht hilft (aber deinen Nachfolgern)

Antwort
von kenibora, 43

Dein Chef kann Dich jederzeit "gesetzlich" kündigen. Füge Dich oder suche Dir selbst eine  neue Stelle!

Kommentar von Familiengerd ,

Dein Chef kann Dich jederzeit "gesetzlich" kündigen.

Ach! Meinst Du? Woher willst Du das wissen?

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