Frage von Cliffwover, 336

Mein Bruder will mich zwangseinweisen wegen Unterernährung?

Hallo,

ich (26 Jahre, männlich) habe seit der Teenager-Zeit permanent Ess-störungen. Ich bin 1,84m groß und wiege zur Zeit 47 Kilo. Jetzt will mich mein Bruder zwangseinweisen lassen, in die Psychiatrie oder Krankenhaus, ich weiss nicht genau. Wegen dem Untergewicht.

Mir ist bewusst, dass ich ein massives Untergewicht habe. Aber ich will auf keinen Fall in ein Krankenhaus oder Psychiatrie. Ich will in meiner Wohnung bleiben. Ich kann mich auch selbst noch versorgen.

Nun meine Frage: Gibt es wirklich die juristische Möglichkeit, dass mein Bruder mich zwangseinweisen kann, ohne meine Zustimmung?

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Antwort
von expermondo, 5

Hallo Cliffwover,

Schau mal bitte hier:
Gesundheit Recht

Antwort
von Coza0310, 68

1. Dein Bruder kann gar nichts, er kann nur die zuständigen Stellen informieren.

2. Deutschland ist ein förderales Land, jedes Bundesland hat sein eigenes PsychKG

3. In allen PsychKG sind Eigen- und Fremdgefährdung enthalten.

4. Unterschiedlich ist die Zuständigkeit von Behörden/Institutionen für eine Einweisung nach PsychKG, infrage kommen je nach Bundesland sozialpsychiatrischer Dienst, Polizei, Ordnungsbehörden, Notarzt, Psychiater, Amtsarzt ...

5. Bei einer nicht akuten Einweisung nach PsychKG wird sicher vorab ein ärztliches Gutachten erstellt und ein richterlicher Beschluss herbeigeführt.


Antwort
von Thaliasp, 144

Ich glaube dass dein Bruder schon durchkommen könnte wegen deinem massiven Untergewicht. Du musst wissen dass dein Gewicht in Richtung lebensbedrohlich geht. Du brauchst dringend eine Therapie damit du mit der Zeit wieder auf ein für dich gutes Gewicht kommst. Die permanente Mangelernährung gefährdet dein Leben immer mehr. Sorry, ich will dir wirklich nicht zu nahe treten, aber dass du dich noch selber versorgen kannst werden vermutlich immer mehr Leute bezweifeln. Dein Bruder macht sich sicher große Sorgen. Du bist ihm so wie es aussieht nicht gleichgültig. Packe die Chance und mache eine Therapie damit du dich wirklich wieder selbst versorgen kannst. Alles Gute.

Antwort
von ArchEnema, 61

Dein Bruder selbst kann dich nicht zwangseinweisen. Aber er kann die entsprechenden Vorgänge anleiern, etwa indem er den Sozialpsychiatrischen Dienst informiert.

Die in einigen Antworten erwähnte Einweisung gemäß PsychKG kommt hier wohl nicht in Frage, weil keine akute Gefahr besteht. Jedenfalls noch nicht. Wenn du allerdings umkippst (was jederzeit passieren könnte) wirst du so oder so ins Krankenhaus kommen - und dann ist die Psychiatrie durchaus realistisch.

Für eine "geordnete" Zwangseinweisung (PsychKG ist im Grunde für absolute Notfälle vorgesehen, etwa wg. Selbstmordankündigung; dennoch ist die Einweisung nach PsychKG mittlerweile eher Regel als Ausnahme!) ist ein richterlicher Beschluss notwendig. Sowas dauert, insbesondere wenn du dagegen hältst. Aber möglich ist es allemal. Denn eine Selbstgefährdung liegt nunmal definitiv vor.

Bitte bedenke auch, dass dein Bruder sowas vermutlich nicht androht, um dir das Leben schwer zu machen. Sondern weil er nicht mitansehen will, wie du vor die Hunde gehst. Es gibt selbstverständlich Hilfsangebote (ambulante Therapie, hochkalorische Trinknahrung, etc.), für die du nicht in die Klinik ziehen musst. Zuallererst solltest du dir daher Hilfe suchen, bzw. zulassen, dass man dir hilft. Dann ist eine Zwangseinweisung sowieso vom Tisch.

Antwort
von summersweden, 25

Es gäbe da Möglichkeiten, aber die muss er erst einmal durchsetzen. Und dass kann dauern. Aber grundsätzlich solltest du dich behandeln lassen. Mach doch mit ihm ein Kompromiss: du gehst zum Arzt und lässt dich behandeln. Du tust dein Bestes, und sollte es keine Wirkung zeigen, gehst du stationär. Oder irgendein anderer Kompromiss. 

Antwort
von SevenBeKey, 121

Laut PsyschKG kann er das nur wenn du eigen- oder fremdgefährdent bist.

Ich glaub nicht das er dich Zwangseinweisen kann weil du unterernährt bist.

Ich empfele dir ambulanz zu einem Psychologen deswegen zu gehen, vlt kann er helfen das du die Esstöhrung los wirst.

Du gehst 1 mal die woche zum psychologen und ihr redet halt darüber.

Wenn es nicht klappt kannst du entscheiden ob du dich selber einweisen lässt, meistens geht die Behandlung nur 3 Monate, und so schlimm ist das nicht, wie man sich es immer vorstellt.

Kommentar von Katzentraum ,

wenn es Magersucht ist, ist es nicht getan mit 1 mal die Woche drüber quatschen und nach 3 Monaten ist schluß. Wie kann man Hier geht es nicht nur um Unterernährung. nicht gelesen das er über 1,80 ist und nur über 40 kg wiegt (und wer weiß wie schnell die Kilos noch fallen)

Kommentar von SevenBeKey ,

Wer redet hier, dass man nach drei monaten danach aufhört?

Kommentar von Thaliasp ,

Bin ganz deiner Meinung, das aktuelle Gewicht geht in Richtung lebensbedrohlich. Was ist wenn er noch eine Grippe erwischt? In seinem Zustand ist das Immunsystem sowieso geschwächt. Wenn er noch körperlich krank wird hat er schnell noch einige Kilos weg.

Kommentar von Cliffwover ,

Ich will aber in meiner Wohnung bleiben.

Kommentar von ArchEnema ,

Es ist halt so: Wenn du hopps gehst, dann ziehst du auch um. In ein fensterloses Appartement in 2m Tiefe, wenn du verstehst...

Antwort
von Dexter10x, 81

Ja, es gibt Möglichkeiten. Dann zum Beispiel, wenn du zu einer Gefahr für deine eigene Gesundheit wirst. Dein Bruder macht sich Sorgen um dich und weiß sich nicht mehr anders zu helfen.

Warum machst du keine Therapie oder gehst mal in eine Tagesklinik, dann kannst du abends auch wieder heim. 

Antwort
von baindl, 145

Gibt es wirklich die juristische Möglichkeit, dass mein Bruder mich zwangseinweisen kann,

Definitiv nicht möglich. Das müssten erst Gerichte/Ärzte klären und kann nicht auf Veranlassung Deines Bruders geschehen.

Erste Voraussetzung für eine Zwangseinweisung ist nämlich, dass die
Person durch ihre psychische Erkrankung in erheblichem Maß die
öffentliche Sicherheit und Ordnung oder auch ihr eigenes Leben,
zumindest aber ihre Gesundheit gefährdet.

http://www.allgemeinarzt-online.de/a/1627369

https://de.wikipedia.org/wiki/Unterbringung#Rechtliche_Regelung

Kommentar von Hqdes ,

"oder auch ihr eigenes Leben,
zumindest aber ihre Gesundheit gefährdet"

genau das tut er - Und auf Verlangen des Bruders wird das überprüft. 

Kommentar von baindl ,

Du hast etwas aus dem zitierten Text vergessen!

in erheblichem Maß



Das ist hier sicher nicht gegeben.

Kommentar von user8787 ,

Ooh doch, das ist hier gegeben. Vor allem auch weg. der Vorgeschichte ( Diagnose ), sprich es besteht pot. immer die Gefahr einer weiteren Verschlimmerung und die Betroffenen sind dem hilfls ausgeliefert. 

Kommentar von 67zuhjnm ,

Natürlich, 47kg auf so eine Größe ist lebensgefährlich

Kommentar von Cliffwover ,

Was stimmt denn nun?

Die einen sagen, es geht, die anderen sagen, es geht nicht. :-/

Kommentar von Thaliasp ,

Er hat einen BMI von unter 14, da ist die Formulierung in erheblichem Maße sicher gegeben.

Kommentar von Thaliasp ,

Vielleicht ist es möglich wenn du eine Therapie machst mit einer Ernährungsberatung (Schwerpunkt Gewichtszunahme), dass du in der Wohnung bleiben kannst. Aber dir muss natürlich klar sein dass dein Gewicht um EINIGES zu tief ist.

Antwort
von sunnywobgirl, 83

Dein Bruder kann sich an den sozialpsychatrischen Dienst deiner Stadt oder deines Landkreises wenden und dieser kann dann eine Untersuchung oder Einweisung in ein psychatrisches Krankenhaus anordnen lassen. (Einweisung nach PsychKG). Diese Möglichkeit besteht, wenn du dich aufgrund einer pschischen Erkrankung selbst gefährdest.

Alternativ kannst du dich aber selbst freiwillig in psycatrische Behandlung begeben (dies ggf auch ambulant) und damit einer Zwangseinweisung entgehen. fakt ist, dass du irgend eine Form von Hilfe benötigst, denn dein Gewicht ist definitiv gefährlich gering.

Antwort
von Katzentraum, 73

Ich fürchte bei dem Gewicht liebt schon Selbstgefärdung vor und dein Bruder hat gute Chancen das es klappt.

Sei bitte nicht böse auf deinen Bruder, er tut es nicht weil er dir eins auswischen will, sondern weil er dich liebt und sich um dich sorgt. Er will dich nicht wegen einer Krankheit verlieren für die keiner was kann.

Ich weiß es ist schwer in ein KRankenhaus zu müssen und nicht daheim zu sein, aber versuch es als Chance für dich zu sehen. Du hast eine fiese, hinterlistige Krankheit. Du bist am Sterben und sie gaukelt dir vor es ist noch alles ok.

Noch schaffst du alles, aber das geht nicht ´mehr lange so. wußtest du das dein Körper dann anfängt sich selbst zu verdauen? Du weißt ja offenbar das du ein Problem hast, besser gesagt eine Krankheit. Das ist gut!! Du erkennst es und das ist schon ein Schritt weiter.

Bei deiner Größe und deinem Gewicht wird es wirklich schon tragisch, dann bist du tot!! willst du das etwa'? und wie willst du die kritische Situation zuhause meistern? mehr essen geht nicht...wenn dein körper wenig gewohnt ist, wirst du dich nur übergeben müssen.

Denk doch mal über folgendes nach; Sieh die Einweisung als Chance. Hör dir alles an, lass dir helfen und mach alles mit. Falls alles normal ist kommst du eh wieder raus, wenn nicht weißt du das du hilfe brauchst.

Jetzt wird erstmal die kritische lage behandelt, Wenn du schön daran arbeitest und mitmachst und stabil bist, dann kannst du eh wieder nachhause. Also je besser du daran arbeitest umso schneller bist du wieder daheim und kannst ambulant eine Therapie machen. Das ist doch jetzt nicht so übel.

Bitte nimm die Chance war. alles gute.

Antwort
von Janitschka, 98

Schwer. Letztendlich darfst du selbst für dich entscheiden und gegen deinen Willen ist das kaum möglich...

Kommentar von Hqdes ,

Das ist falsch. 

Kommentar von Janitschka ,

Hast du auch eine Begründung dafür?

Kommentar von Hqdes ,

Wenn er seine eigene Gesundheit gefährdet ist das durchaus möglich. 

Kommentar von Maximilian112 ,

Wer will mich daran hindern mich zu Tode zu hungern?

Kommentar von ArchEnema ,

Jeder, der dir dabei nicht zusehen will. Dann kommen nämlich die Männer in den weißen Turnschuhen, schleppen dich in geschlossene Psychiatrie, und verpassen dir 'ne Magensonde.

Die juristischen Grundlagen dafür sind jedenfalls gegeben.

Ob das ethisch gerechtfertigt ist, darüber kann man sicherlich diskutieren. Wenn es wirklich dein Wille ist, dann müsste man dir den wohl lassen. Problem ist, dass bei vielen psychischen Erkrankungen eben gar nicht so klar ist, ob das wirklich dein Wille ist!

Kommentar von Maximilian112 ,

Die juristischen Grundlagen dafür sind jedenfalls gegeben.

Ach so?

Antwort
von Ramsli, 83

Ja er kann, aber nur wenn dein Untergewicht dir schadet. Also wenn dir etwas zustossen könnte...

Antwort
von Akka2323, 9

Vielleicht hat er keine Lust, Deine Beerdigung zu zahlen oder hast Du schon etwas dafür angespart?

Antwort
von niqabi, 67

Vlt wäre es wenn du es vlt doch versuchst , eine Klinik kann wenn man es will wirklich hilfreich sein such wenn es bei mir nicht viel bringt

Was hast du für einen bmi wenn er unter 14 ist kann er dich einfach einweisen...

Kommentar von Cliffwover ,

Mein BMI ist 13.9

Kommentar von niqabi ,

Aus eigener Erfahrung kann ich sagen das das deine Familie nicht lang aushält sie werden dir nur helfen wollen

Antwort
von Antitroll1234, 54

Gibt es wirklich die juristische Möglichkeit, dass mein Bruder mich zwangseinweisen kann, ohne meine Zustimmung?

Vielleicht hilft dir das:

http://www.allgemeinarzt-online.de/a/1627369

...so ohne weiteres ist dies nicht möglich, nur durch dein Bruder eh nicht.

Antwort
von hauseltr, 65

Er kann dich nur über den Umweg einer öffentlichen Stelle einweisen lassen.

Kommentar von Cliffwover ,

Aber wenn ich nicht mitmache, geht das nicht, oder?

Kommentar von ArchEnema ,

Doch. Gerade wenn du nicht mitmachst. Sobald der Amtsarzt von einer Selbstgefährdung ausgeht können sie dich wegschließen. Und  dein Untergewicht hat halt wirklich gefährliche Ausmaße!

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