Frage von Xboythehidden, 530

Mein Bruder und ich haben Arger mit unseren Eltern weil wir Organspende und Maschienen abschalten ablehnen?

Erstmal Sorry für den sehr langen Text.

Also ich habe meinen Eltern heute mitgeteilt, dass mein Zwillingsbruder und ich "Nein" zur Organspende ankreuzen (mit 14 dürfen wir das ja) werden und das wir auch nicht wollen, dass im Ernstfall (bei nur fast "hirntod" oder so) nicht möchten, das Maschienen abgeschaltet werden.

Nun sind unsere Eltern da leider komplett anderer Ansicht, die meinen, dass man Wachkomapatienten "erlösen" sollte und dass Organspende moralische Pflicht seie.

Es gab dann ein riesen Krach zuhause, wir sollten doch Organe spenden, es wäre ja moralische Verpfichtung und das es mega Egoistisch seie das abzulehnen.

Ich hab meiner Mutter dann erklärt, dass ich nicht ertragen könnte, wenn ein Arzt den Körper von meinem Zwillingsbruder zerstückeln würde und sie meinte nur, ob ich es besser fände, wenn seine letze Handlung andere Kinder zu Tode verurteilen würde und ob ich damit besser leben könnte.

Als ich ihnen dann erklären wollte, dass uns dieses Thema momentan einfach zu sehr belastet und unsere Entscheidung ja nur vorläufig ist, bis wir besser damit klarkommen, meinte sie einfach nur kalt, "dann lasst doch die Ausweise weg und überlasst die Entscheidung gefälligst euren Eltern"

Ich hab ihr dann gesagt, dass es nur uns etwas angeht, was wir für unsere Körper bestimmen und das mein Bruder der einzige ist, dem ich eines meiner Organe geben würde und hat sie mir vorgeworfen, wir wären die egoistischenten Kinder, die sie kennt und wir würden nur an uns denken und an sonst niemanden und dabei ist sie so laut geworden, dass mein Bruder das in seinem Zimmer mitbekommen hat und auch runtergekommen ist um mir beizustehen (er ist einfach der beste Bruder der Welt :) )

Sie meinte dann zu uns beiden ob wir mal daran gedacht hätten, was es für andere heisst, sich um einen Koma Patieten zu kümmern und dass das kein Leben mehr wäre und all solche Sachen.

Mein Bruder hat ihr dann vernünftig versucht zu erklären, dass uns in einem solchen Fall erstmal wichtig ist, dass der andere seinen Bruder nicht komplett verliert, aber sie fing nur an zu schreien immer wir wir wir und niemand sonst würde uns interessieren

Ich bin dann ausgerastet und hab sie angeschrieen und dabei gesagt, dass ich meinen Bruder viel lieber habe als sie.

Was sollen wir jetzt machen, zuhause ist nur noch Streit unsere Eltern wollen mit keinem von uns reden

sie betrafen ja sogar mein Bruder, obwohl der fast den ganzen Streit lang oben an seinem Laptop war und nichts gemacht hat, das ist nicht fair, warum machen sie das ?.

Warum können unsere Eltern, vor allem unsere Mutter nicht einfach unsere Entscheidung akzeptieren :(

Hat einer ne Idee, wie ich den Streit wieder beenden kann ?

Ich fühl mich grad echt mies, bin immer noch total sauer, auf meine Eltern, eigendlich auf alle außer meinen Bruder und ich fühl mich auch totaal schuldig, wegen dem Spruch

PS: Ich weis nicht, ob das was damit zu tun hat, aber ich glaube, sie kenn ein paar Transplantierte

Antwort
von ponyfliege, 162

hi,

dein letzter satz... 

ja - das kann damit zusammenhängen.

du bist 14. und damit hast du das recht, das für dich zu entscheiden.

ob ich das jetzt gut finde oder nicht ist dabei völlig gleichgültig. das hat man einfach zu respektieren. auch als eltern.

du kannst mit 14 übrigens auch eine patientenverfügung machen und diese bei deinem hausarzt hinterlegen. infos und erklärungen dafür bekommst du zum beispiel kostenlos bei der DAK. das heft ist sehr ausführlich.

die patientenverfügung kannst du selber schreiben. sie muss von zwei zeugen unterschrieben werden und ist dann gültig.

übrigens - du kannst dich, was organspende, maschinen oder auch die patientenverfügung betrifft, jederzeit wieder umentscheiden.

vielleicht kannst du mit einem gespräch, das in diese richtung zielt, deine mutter wieder runterbringen. wichtig zu sein scheint dir das ja schon, dass wieder frieden zuhause ist.

dass du um des lieben friedens willen aber nicht deine meinung ändern wirst, find ich absolut okay. in den nächsten jahren wirst du nach und nach immer mehr entscheidungen, die dich selbst betreffen, selber fällen müssen. und du wirst noch oft auf menschen treffen, die dich beeinflussen wollen in dem, was für dich das richtige ist (wart erst mal ab, bis du die erste längere beziehung hast.... ;-)) )

erstens: du wirst selbst auch kein blatt vor den mund genommen haben (wenn du so drauf warst, wie teilweise in deinen kommentaren und diskussionen hier, bist du daheim sicher eine "harte nuss"). 

zweitens: deine mum liebt dich trotz allem. und du liebst deine mum. das ist jedenfalls schon mal eine gute voraussetzung.

das wäre eben die zweite möglichkeit , die du hast. nämlich deiner mum zu sagen, wie sehr du sie magst - und ihr vielleicht mit einem grinsen zu sagen, du seist ihr dankbar, dass sie euch zur eigenständigkeit erzieht.

ach ja - ich denk, du bist n netter kerl und gehst in die richtige richtung... ausserdem hast du pubertät. das ist das alter, wo die eltern schwierig werden ;-)

versuche in nächster zeit einfach, daheim etwas weniger zu provozieren und vermeide solche themen.

Kommentar von Xboythehidden ,

Danke :)

Also meine Meinung, die werde ich behalten, die tipps mit der Verfügung sind echt gut aber was ist die DAK ?

Und es stimmt, ich bin schon eine harte Nuss, aber eine total knuffige Harte Nuss :)

Und den Spruch war schon etwas hart, aber unprovoziert hätte ich sowas niemals gesagt.

Ich meine sie hat auch auf meinen Gefühlen rumgetrampelt, indem sie mich nicht ernst genommen hat.

Ich werds mal versuchen, mit dem grinsen und so :)

Danke :)

Kommentar von ponyfliege ,

DAK ist ne krankenkasse. genauer gesagt, deutsche angestellten krankenkasse. die haben überall geschäftsstellen. wo eine in deiner nähe ist, kannst du googlen.

glaube mir, für eltern ist es manchmal nicht leicht, ihre kinder in dem alter ernst zu nehmen. einmal seid ihr schon fast erwachsen und im nächten moment führt ihr euch auf, wie trotzige dreijährige. ;-)) das ist innerhalb der familie oft nicht ganz leicht.

hast du eventuell grosseltern, die du um den finger wickeln kannst und die für dich intervenieren? das wäre am einfachsten.

Kommentar von Xboythehidden ,

Ok, danke :)

Ja, wir haben Großeltern, aber die wohnen etwas weg.

Aber das mit dem um den Finger wickeln ist ne super Idee.

Wir müssen nur unseren "wir sind doch totaaal knuffig Blick" aufsetzen und schon sind wir wieder die lieben Enkelchen, die nieeeeemals etwas böses machen :)

Antwort
von GWIFACH, 214

Egoistisch ist in diesem Fall nur die Ansicht deiner Mutter, dass alle Welt der gleichen Meinung sein muss wie sie, auch wenn diese für sie sozial sehr löblich sein mag.

Natürlich wollen alle Eltern, dass sich ihre Kinder ihren Vorstellungen anpassen - das möchte ich auch bei meinen Kindern - nur wenn es um einen Eingriff in den Körper geht, sieht die Sache definitiv anders aus.  Muslimische Eltern missachten dies regelmäßig, in dem sie rein aus religiösen, also nicht medizinisch notwendig Beschneidungen also Körperverletzungen zulassen bzw. die Kinder zumeist gegen ihren Willen dazu zwingen.

Andersrum sieht's anders aus - wenn nämlich der Körperbesitzer =Kind diesen verletzen möchte durch z.B. Rauchen, Tätowierung, Piercing u.s.w. oder eben auch einem "ja zur Organspende" im Kindesalter.  Da Eltern auch die Personensorge haben, ist es durchaus i.O. dies zu untersagen.

Ein "nein zur Organspende" bzw. der Wunsch, dass der eigene Körper unangetastet bleiben soll,  ist ganz allein Entscheidungssache desjenigen, dem der Körper gehört.  Kann ja durchaus sein, dass ihr im Erwachsenenalter anders denkt - dann könnt ihr Euch immer noch dafür entscheiden - niemals aber sollte die Zustimmung aus Gefälligkeit gegeben werden, nur weil es ein anderer fordert ! Denn Ihr müsst damit leben, nicht die anderen.

Habt ihr Verwandte, die evtl. vermittelnd auf neutralem Boden ein Gespräch mit Euch und euren Eltern führen könnten ? Ansonsten gibts sicherlich auch in eurer Nähe Familienberatungsstellen oder Jugendberater im Jugendamt oder auch Tipps vom Vertrauenslehrer in Eurer Schule.

Kommentar von Xboythehidden ,

Da kann ich dir nur zustimmen.

Besonderst das mit dem "andere an die eigenen Werte anpassen" ist so ziemlich die Sache, die mein Bruder und mich an der Menschheit am meisten stört.

Eigendlich sollte sie doch lieber froh sein, wir rauchen nicht, trinken nichts, können Gruppenzwang wiederstehen, sind gut in der Schule und machen kaum Probleme, ich meine solche Teenies wünschen sich doch sonst alle Eltern

Dummerweise wohnen unsere Verwandten weiter weg und so

Kommentar von cyracus ,

Dummerweise wohnen unsere Verwandten weiter weg und so

Telefonieren z.B. wäre vielleicht eine Möglichkeit - ist ja besser als nix.

Antwort
von Weisefrau, 186

Hallo, ich bin sicher die Wogen werden sich wieder glätten.

Du und dein Bruder ihr steht euch unglaublich nahe. Dazu seit ihr noch Mitten in der Pubertät. Das ist für deine Eltern keine leichte Zeit. Vielleicht fühlt deine Mutter sich etwas ausgegrenzt. 

Es ist generell schwer für Eltern wenn die Kinder ihre eigene Meinung entwickeln. Es fehlt euch einfach an Lebenserfahrung. Davon hat deine Mutter sicher sehr viel, daher kennt sie evt. auch Menschen die mit einem Fremden Organ leben.

Außerdem glaub niemals das du alles von Deinen Eltern weist, bestimmt hat sie einen Grund so zu Reagieren, zu mindest aus ihrer Sicht.

Ich würde das Thema erst mal ruhen lassen. Kinder und Eltern können nicht immer einer Meinung sein. 

Kommentar von Xboythehidden ,

Immer einer Meinung sein, das klappt sowie nur Zwillingen, wie meinem Bruder und mir und sonst halt nicht :)

Ich meine es ist zwar so, das mein Bruder und ich uns extremst nahe stehen, auch näher als ihr, aber dafür haben wir sie dann halt zusammen lieb :)

Was die Pubertät betrifft sind wir ja noch moderat, wir würden niemals rauchen, trinken keinen Alkohol und wir sind eigendlich sehr unproblematisch.

Das da vielleicht noch was ist, ok und sie kennt auch einige Transplantierte.

Aber sie argumentiert ja noch nichtmals, sie versucht nur zu bestimmen

Kommentar von cyracus ,

@Weisefrau,

Es fehlt euch einfach an Lebenserfahrung. Davon hat deine Mutter sicher sehr viel ...

Das mag ja sein. Was dieses Thema anbetrifft, kann man davon ausgehen, dass die Xboys (= die beiden Zwillinge) sehr viel mehr wissen als die Mutter. Denn die beiden haben sich in den letzten Tagen intensiv mit diesem Thema auseinandergesetzt.

Sie haben darüber auch ein Referat erarbeitet, für das sie die Note 1 bekamen.

Antwort
von thund3rstrike, 155

Ich finde,dass das eigentlich jeder für sich entscheiden soll, ob er Organspender sein möchte oder nicht. Deine Mutter hat da nichts mitzureden. Ich habe leider keine Ahnung, was du jetzt machen kannst :( ich bin leider kein Streitschhlichter. Aber du darfst daich auf keinen Fall zu etwas überreden lassen. Wenn du das nicht willst, muss sie das akzeptieren. Vielleicht kannst du ihr noch einmal erklären, warum du das nicht willst. Wenn sie es immer noch nicht einsieht erzähl ihr etwas von Meinungsverschiedenheiten und halte dich danch erstmal fern von ihr. Hoffe das hilft dir vielleicht :)

Antwort
von pepeeee, 154

Als ich mal so mega Streit mit meiner Mutter hatte habe ich ihr eine Art schriftlich begründete Stellungnahme geschrieben...kommt halt auf deine Mutter an aber so wie ich sie einschätze hilft nichts...sie ist glaub echt ziemlich eingeschnappt...grundlos...mach einfach alles was sie will,guck nicht blöd,sei nett,steh aufrecht und verdreh die Augen nicht irgendwann kann sie nicht mehr sauer sein

Antwort
von Alexneumann, 142

Also ich würde sagen mit der Organspende hast du richtig entschieden, es geht nur dich etwas an, lasse dir deine Meinung nicht durch Strafen o.Ä zurechtlegen. Deine Mutter hat allerdings auch Recht, die Menschheit/Gesellschaft ist auf Organspenden angewiesen. Eure Mutter reagierte hier jedoch absolut falsch. Sie möchte euch die richtigen Werte vermitteln, was absolut legitim ist, aber es ist eure Entscheidung allein. Sie kann euch ja auch nicht vorschreiben welche Partei ihr mit 18 zu wählen habt, das ist sogar strafbar.  Wie ihr den Krach zuhause löst ist aber wohl dein wichtigeres Anliegen. Ein ruhiges, sachliches und deeskalierendes Gespräch könnte die Antwort sein, es kommt aber darauf an ob ihr alle diesen Streit beilegen wollt. Ich sehe euch hier klar im Recht, heißt die Mutter muss zur Einsicht gebracht werden. 

Kommentar von Xboythehidden ,

Danke :)

Aber was ist mit dem Spruch, denn ich zu ihr gesagt habe ?

Kommentar von ponyfliege ,

wenn sie auch nur einen funken verstand hat, weiss sie,  dass dir das nur so rausgerutscht ist. du kannst aber hingehen und ihr sagen, du hättest das nicht so gemeint.

um entschuldigung bitten ist etwas schwieriges. auch das muss man üben.

Antwort
von Mucker, 37

Wer gegen die Organspende argumentiert, muss mit Konflikten rechnen. Andere sind auf die Schönrederei reingefallen - und nun greift man ihre heile Welt an !

Ich gehe mal davon aus, dass ihr euch mehr mit der Problematik beschäftigt habt als die Eltern - und einen besseren Durchblick habt.

Ihr habt euch sehr intensiv mit dem Thema beschäftigt,  habt ein Referat erarbeitet, das auch noch sehr gut benotet wurde.

Cyracus und ich haben es uns nicht leicht gemacht, sondern beide Seiten genau angeschaut, bis wir uns unsere Meinung gebildet haben.

in unseren Antworten findest du viele stichhaltige Argumente, die deutlich gegen die Organspende sprechen, u.a. über die Leiden von Spendern und auch Empfängern, über die Umstrittenheit des Hirntod-Konzeptes, das Recht des Menschen auf einen friedlichen Tod bzw. ein Sterben in Würde, und dass Patienten, bei denen die Eltern die Zustimmung verweigerten, sich wieder voll erholt haben und heute noch munter weiter leben usw..

Das wär nicht möglich gewesen, wenn die Eltern rigide einer Entnahme der Organe zugestimmt hätte. Es kommen Eltern zu Wort, denen es hinterher sehr leid tat, weil sie erst da begriffen, was eigentlich geschehen war.

Ausserdem gibt es genug Beispiele von Skandalen, die mit der Organspende zusammen hängen. 

Das alles ist NICHT akzeptabel !

An deiner Stelle würde ich das alles mal ausdrucken und die Mutter bzw. die Eltern auffordern, sich das alles mal genau anzuschauen und auch die entsprechenden Videos zur Kenntnis zu nehmen.

Denn nur wer die vollständige Information hat, kann das Thema wirklich beurteilen. Wer sich nur mit der PRO-Seite beschäftigt und der KONTRA-Seite ausweicht, ist kein ernst zu nehmender Diskussionspartner.

In einer solchen Angelegenheit ist es besser , ruhig zu bleiben, anstatt auszurasten. Lasst die (schriftlichen) Fakten für euch sprechen.

Ich würde von den Eltern fordern, sich das alles genau anzuschauen - und vorher jede weitere Diskussion ablehnen.

Alles Gute !





Kommentar von Mucker ,

Die Organspende basiert auf dem sog. Hirntod-Konzept ! Das dürfte ethisch aber weder haltbar noch einwandfrei sein.

Wenn ca. 30% der Hirntod-Diagnosen nachweislich falsch sind - und
wenn Patienten sich trotz dieser Diagnose wieder voll regenerieren
konnten und z.T. noch heute munter unter uns leben, dann müsste man doch
allmählich ins Grübeln kommen und verstehen, warum das Konzept bei
Experten so umstrittenn ist - und erkennen,dass es nichts taugt !


Was sagen Experten zur Organspende ?


Hirntote sind meistens sterbende Menschen, denn der menschliche Körper stirbt langsam.

"Unstrittig" ist dabei, "dass der Stoffwechsel in den Körperzellen
nocheine Weile weiterläuft, wenn der Mensch eigentlich schon tot ist"
(DerSpiegel Nr. 38/2005); d.h., wenn er schon für "tot" erklärt
wurde,während er aber immer noch stirbt und sich die Seele nun
unterentsetzlichsten Schmerzen vom Körper lösen muss.

                      


Mancher für "hirntot"Erklärte ist jedoch auch wieder aufgewacht und wurde gesund.

"Den Hirntod gibt es überhaupt nicht. Er ist eine Erfindung der Transplantationsmedizin." (Prof. Dr. Franco Rest, zit. nach Die Wurzel Nr. 3/2012, S. 36)

"Ich konnte ihnen die Hoffnung nicht zerstören, aber nun habe ich keine mehr, weil ich nicht auf ein falsches Leben setzen kann."        
     
(Ein Jugendlicher mit einem fremden Organ, der keine Kraft
hatte, seinen Eltern klarzumachen, dass er lieber sterben als fremde
Organe erhalten will; aus dem Buch "Herzloser Tod" von Ulrike Baureithel
und Anna Bergmann, Klett-Cotta-Verlag, Stuttgart 1999; siehe hier)


"Wenn wir die Gesellschaft über die Organspende aufklären, bekommen wir keine Organe mehr." (Prof.
Dr. Rudolf Pichlmayr, Pionier der Transplantationsmedizin, "Mediziner
des Jahres" 1990, zit. nach Zeitenschrift Nr. 74, 2013)


"Denn welchen Nutzen hätte der Mensch, wenn er die ganze Welt gewönne
und verlöre sich selbst oder nähme Schaden an seiner Seele."

(Jesus von Nazareth, Lukasevangelium 9, 25; Matthäusevangelium 16, 26)


Kommentar von Mucker ,

Offener Brief einer Krankenschwester über die dunkle Seite der Organspende.

Der Patient ist nicht hirntot, sondern nur tot definiert.

“Mit diesem offenen Brief möchte ich der aktuellen
Organspendekampagne 2013 etwas entgegensetzen.Ihr fehlt nämlich etwas
ganz Wesentliches: die GANZE Wahrheit zum Thema. Die sollte man jedoch
wissen, BEVOR man den Organspendeausweis ausfüllt!”
Erlebnisse mit hirntoten Patienten.
zur Organspende.

Erlebnisse mit hirntoten Patienten.



Interview mit einer ehemaligen Krankenschwester
Die Soziologieprofessorin A. Manzei berichtet aus ihrer Erfahrung
alsKrankenschwester über die Themen Hirntod, Sterben und Alternativen
zurTransplantation.

15 Jahre hat sie auf einer Intensivstation mitKomapatientin gearbeitet und weiß wovon sie spricht.

Sie bereitete in ihrem Team u.a. auch Hirntote auf die Organentnahme vor.

Warum sie der aktuell laufenden Initiative zur Organspende kritisch
gegenübersteht, erläutert sie in einem hoch interessanten Interview:

https://hirntoddebatte.wordpress.com/tag/krankenschwester/r

Antwort
von HopeHome, 36

Hi,

du hast schon viele Antworten und ich finde viele auch sehr gut, trotzdem habe ich mich dazu entschieden dir zu antworten.

Als erstes habt ihr meine Anerkennung, dass ihr euch mit dem Thema auseinander gesetzt habt und für euch eine Entscheidung getroffen habt.

Da eure Mutter anderer Meinung ist und eure Entscheidung nicht respektieren möchte, ist eure Situation nicht einfach. Ich glaube, das sie eine Art Verlustangst hat. Dabei spielt es eine große Rolle, das sie Menschen kennt, die lebensnotwendige Implantate kennt, da es nie leicht ist Menschen gehen zu lassen. Wenn sie an Organspende denkt, hat sie nur vor Augen, dass diese Leute nicht mehr am Leben wären ohne Organspende, jedoch hat sie glaube ich noch nicht so viel über die Spendenden nachgedacht. Daher kommt auch ihre moralische Verpflichtung. Sie hat das Leben dieser Bekannter geschenkt bekommen und nun erwartet sie, das jeder in ihrem Umfeld, das gleiche für jemand anderes tut.

Ich sage nicht im Ansatz, dass ich ihre Ansicht teile, aber ihr solltet euch (falls ihr noch nicht über das Thema gesprochen habt) mal in Ruhe hinsetzen. Sagt ihr sie soll es als euren letzten Willen ansehen, falls es tatsächlich nämlich mal zu so einer Situation kommen würde, wäre es das nämlich. Auch wenn sie es dann nicht mag, soll sie es respektieren, denn keinem Menschen soll man den letzten Willen abschlagen.

Die Abschaltung der Geräte ist eine andere Sache. Du und dein Bruder scheint sie abzulehnen. Dies ist verständlich und auch das sollte eure Mutter respektieren. Hier ist jedoch aus meiner Sicht nicht mal der Patient am schlechtesten dran. Natürlich erlöst man ihn etc... Die Seite betrachtet jeder. Doch was ist mit den Nahestehenden? Rede mit deinem Bruder nochmal darüber. Eure Mutter würde es vermutlich nicht aushalten Tag für Tag oder ein Mal in der Woche in ein Krankenhaus zu kommen um ihren Sohn zu besuchen, zu hoffen das ein Wunder geschieht und das ewig. Sie ist der Auffassung das man einen Schlussstrich ziehen muss, dass das Leben irgendwann vorbei ist und man es dann lieber an dieser als an späterer Stelle beenden sollte. Das Leben ist endlich, das ihr es verlängern wollt ist verständlich, ich glaube auch die andere Sicht. Als letztes sollte euch auch klar sein, das eine Person, wenn sie aus dem Koma erwacht meistens ein Schwerpflegefall ist.

Ich hoffe ihr überlegt das alles gut und auch mal objektiv. Ich wünsche euch alles Gute und viel Kraft!

Antwort
von RoteRose93, 99

Jeder Mensch hat das Recht selbst zu entscheiden ob er der Organspende zustimmt oder nicht. Das habt ihr gemacht und es ist eure Entscheidung. Dies müssen eure Eltern akseptieren ob sie wollen oder nicht. Ob es moralisch ok ist darüber kann man streiten aber es ist euer Körper und eure Entscheidung. :)

lg

Kommentar von Xboythehidden ,

*unsere Körper, wir sind normale Zwillinge, keine siamesischen :)

Aber ansonsten hast du recht, naja bis auf das mit der Moral

Is ja nicht so, das ich nicht gern Leute retten würde, ich würde mich wahrscheinlich auch später bei der DKMS registrieren lassen, aber mit Explantationen haben wir so ein Problem...

Kommentar von RoteRose93 ,

mit " euer körper" wollte ich euch beide ansprechen :)

Kommentar von Xboythehidden ,

Ich hab das ja nur scherzhaft angesprochen :)

Antwort
von Ziaco8D, 138

Kann deine Eltern verstehen, abgesehen davon ist die ganze Diskussion ziemlich Kindisch. Auch wenn ich der Meinung bin das Organspende etwas sehr gutes ist und anderen Menschen das verdammte Leben retten kann (führ dir das mal vor Augen!), sollten deine Eltern die Entscheidung akzeptieren.
Das wird auch wieder vorbei gehen, mach dir da keinen Kopf.

Antwort
von Schwimmakademie, 105

ich habe mir jetzt ehrlich gesagt nicht den ganzen Artikel durchgelesen. Aber diese Diskussion ist mir durchaus bekannt. Es gibt sogar Eltern die mit Ihren Kindern zu Psychologen gehen, damit diese "verqueren Ansichten" korrigiert werden.

Grundsätzlich gilt: Die Ärzte müssen in so einen Fall eine schwere Entscheidung treffen und es ist viel einfacher wenn ihr (oder halt der Betreffende) diese Entscheidung für sich selbst treffen.

Wie ihr diese eEntscheidung trefft darf dabei keine Rolle spielen u8nd auch nicht dazu führen dass man euch "abwertet" oder für "super erklärt".

Entscheidend ist, dass ihr eine Meinung habt und diese solltet ihr auch kommunizieren.

Ich finde euren Mut toll. Weiter so.

Trotzdem: Denkt noch einmal drüber nach, vielleicht liegt es ja irgendwann an euch, ob ein anderes Leben gerettet werden kann. Die Frage sollte auch nicht sein

"kann ich es ertrgaen, dass mein Bruder aufgeschitten wird?" sondern

"ist es OK wenn mit mir so verfahren wird".

LG

Kommentar von cyracus ,

Trotzdem: Denkt noch einmal drüber nach, vielleicht liegt es ja irgendwann an euch, ob ein anderes Leben gerettet werden kann.

Die beiden 14-J. haben sich intensiv mit diesem Thema beschäftigt, findest Du hier unter anderen O-Fragen. Außerdem haben sie ein Referat hierüber erarbeitet und dafür die Note 1 bekommen.

Sie wissen also sehr genau, wovon sie sprechen.

Kommentar von Schwimmakademie ,

ich respektiere Ihre Meinung und ich freue mich auch, dass sie sich mit der Thematik beschäftigt haben. Auch habe ich nie bestritten, dass sie wissen ,wovon sie sprechen. Dennoch denke ich, dass ihre Einstellung nicht die optimalste ist und appelliere an die beiden, sich in diesem Punkt ab und zu zu hinterfragen.

Es wird der Punkt kommen, an dem die Lebenserfahrung, die ja mit jedem Tag wächst, vielleicht eine andere Tendenz zu Tage fördert.

Und unter uns, mir ist es relativ gleich, wie irgendwelche Lehrer Referate bewerten, ich verlasse mich lieber auf meine eigenen Urteile.

In diesem Sinne :-)

Kommentar von cyracus ,

@Schwimmakademie, Du kannst mich ruhig duzen, hier duzen sich alle (außer die wenigen, die das Siezen für sich brauchen, das merkt man aber, die siezen immer).

Dennoch denke ich, dass ihre Einstellung nicht die optimalste ist

Meinst Du mit "ihre" mich oder die beiden 14-J.? - Deine Meinung kann ich Dir aber gerne lassen.

Es wird der Punkt kommen, an dem die Lebenserfahrung, die ja mit jedem Tag wächst, vielleicht eine andere Tendenz zu Tage fördert.

"Lebenserfahrung, die ja mit jedem Tag wächst" = das gehört zur Natur des Lebens, auch bei Dir und mir.

"vielleicht" = alles ist möglich, auch dass sie ihre jetzige Meinung noch klarer festigen.

mir ist es relativ gleich, wie irgendwelche Lehrer Referate bewerten

Damit wies ich darauf hin, dass sich die beiden 14-J. intensiv mit diesem Thema beschäftigt haben und die Note 1 bekamen. Mit Note 1 werfen Lehrer ja nicht gerade um sich, da muss eine Arbeit schon sehr inhaltsreich und aussagekräftig sein.

Kommentar von Schwimmakademie ,

Hi,

also zunächst mal, war meine Aussage keine Kritik an dir. Wenn ich "sie oder "ihre" schrieb meine ich die beiden jungs :-)

Das mit den Noten ist so eine Sache. Ich habe solche und solche Lehrer kennen gelernt. Deshalb gebe ich nicht viel auf ein solches
 Urteil sondern bilde mir mein eigenes :-)

Abschliessend vll noch, ich finde die Auseinandersetzung der beiden mit der Thematik toll und freue mich dass sie eine Entscheidung getroffen haben (was nämlich keiner Entscheidung eindeutig vorzuziehen ist - ja auch wenn sie ander ausfällt als meine Meinung zu dem Thema). Mir ist es nur wichtig darauf hinzuweisen, dass eben die Lebenserfahrung und Verluste die man hinnehmen musste mitunter solch eine Einstellung ändern können und ich würde mich natürlich freuen, wenn sie irgendwann einen Sinneswandel durchlaufen würden.

LG

Kommentar von Xboythehidden ,

Möchtest du meinem Bruder und mir nicht ein paar dieser Erfahrungen erklären ?

Kommentar von Schwimmakademie ,

nun, je älter man wird, desto mehr Menschen lernt man kennen. Mitunter ist auch dann mal jemand dabei, der auf so eine "Gelegenheit" verzweifelt wartet.

Auch ist es möglich, dass man bereits Menschen kannte, denen nicht geholfen werden konnte, weil kein geeignetes
Spendermaterial zur Verfügung stand.

Dies sind nur die offensichtlichsten Facetten dieser Fragestellun, es gibt derer weitaus mehr.

LG

Kommentar von cyracus ,

@Schwimmakademie,

nun, je älter man wird, desto mehr Menschen lernt man kennen.

Klar lernt man im Laufe des Lebens mehr Menschen kennen.

Mitunter ist auch dann mal jemand dabei, der auf so eine "Gelegenheit" verzweifelt wartet.

In meinem Freundeskreis wurde jemandem vom Ärzteteam angeboten, man könne ihm ein "neues" (Gebraucht-)Organ transplantieren. Er lehnt es ab, niemals würde er sich ein Fremdorgan transplantieren lassen. Er hat sich intensiv mit dieser ganzen Thematik beschäftigt und weiß, was die EXplantation für den sogenannten "Spender" wirklich bedeutet.

Und um diejenigen, die als künftige "Spender" umworben werden, muss es ja immer in erster Linie gehen - erst danach um eventuelle Empfänger. Ich kann doch sicher davon ausgehen, dass wir uns darin einig sind.

Auch ist es möglich, dass man bereits Menschen kannte, denen nicht geholfen werden konnte, weil kein geeignetes
Spendermaterial zur Verfügung stand.

     "Wenn man die bereits erwähnten und gebetsmühlenartig
       wiederholten Argumente für eine Organspende ernstnehmen würde,
       könnte daraus leicht eine gesellschaftliche Norm oder gar eine
       Bringschuld werden, denn die Pro-Organspende-Werbung setzt
       ja darauf oder behauptet sogar, daß jedes nicht gespendete Organ
       das Leben eines Kranken bedrohe. Diese Argumentation ist jedoch
       völlig absurd, weil damit die Zusammenhänge gründlich verkehrt
       werden. Lebensbedrohend kann (vielleicht) eine Krankheit sein,
       niemals jedoch der spendeunwillige potentielle Organspender.
       Und bei einer Weiterführung dieser Gedanken kann damit jeder
       Mensch in eine äußerst fragwürdige moralische Verantwortung
       für die Gesellschaft gezwungen werden."
       Quelle: Der Organwahn - Werner Hanne zu Gast bei Michael Vogt

Die beiden 14-J. kennen auch das Interview mit Professor Coimbra

Der tödliche Apnoetest
https://www.youtube.com/watch?v=r5WzwmbbkLA

auch diese Seite von Professor Linus Geisler

Hirntod
http://www.initiative-kao.de/handzettel-zu-organspende-hirntod.pdf

und diesen Bericht vom Medizin.-Journalisten Richard Fuchs:

Die Wertschöpfung einer „Organspende“ - Wirtschaftsfaktor Organtransplantation
http://www.initiative-kao.de/r-fuchs-10-12-11-organtransplantation-und-geschaeft...

Insbesondere wichtig ist dabei der Abschnitt ganz unten

"justified killing" = gerechtfertigtes Töten

Es gibt somit "O-spende"-Kritiker aus gutem Grund.

Ich weiß, dass sehr viele in erster Linie an eventuelle Empfänger zuerst denken, das ist aber verkehrte Welt. Zuerst muss es um denjenigen geben, der seine Organe hergeben soll, und das, während er noch lebt. Denn die stets wiederholte Behauptung, die Organe würden NACH dem Tod entfernt werden, ist ja eine Lüge. Die Menschen leben, und lebenden Menschen werden zum Zweck der Transplantation die Organe herausgeschnitten.

Anders ja in der Pathologie, da sind die Körper ja wirklich tot.

Kommentar von Xboythehidden ,

Ich würde niemals Ja ankreuzen, wenn ich nicht wüsste, dass mein Bruder damit klar käme.

Ich hoffe, dass diese Art von Leben retten niemals an uns liegen wird, weder will ich meinen wunderbaren Bruder verlieren, noch selber draufgehen :(

Antwort
von Woropa, 69

Ihr habt wohl beide überreagiert, sowohl du als auch deine Mutter. So eine Einstellung wie du sie vertrittst, ist eben ziemlich selten, zumindest was das Organe spenden betrifft. Das mit dem Geräte nicht abschalten, wenn man im Koma liegt, verstehe ich schon Es gab schliesslich immer wieder Fälle, wo Patienten nach Jahren wieder aus dem Koma aufgewacht sind.  Zum Thema Organe spenden hat mir erst gestern jemand einen Kommentar geschrieben  wegen eine Antwort von mir für dieses 12jährige Kind, das von den Eltern seiner Freundin so merkwürdige Therorien  über Organmafia gehört hatte). Ich glaube, du oder dein Bruder hatten dem Kind auch geantwortet. Nimm mir das jetzt nicht übel, aber für mich sind solche Theorien wie noch lebenden Menschen Organe klauen oder lieber sterben als das einer der noch nicht tot ist seinetwegen sterben muss (so stand es tatsächlich in dem Kommentar, den ich bekommen habe) dummes Zeug. Das ist durch nichts bewiesen, nichts als dumme Gerüchte. Aber das steht auf einem anderen Blatt. 

Wegen deiner Mutter: Warte erstmal ab, bis sie sich beruhigt hat. Dann rede im netten ruhigen Ton mit ihr. Sag ihr, das du das nicht so gemeint hast, also das du deinen Bruder viel mehr liebst als sie. Und dann bitte deine Mutter einfach, diese Diskussion ruhen zu lassen. Eure Standpunkte sind zu unterschiedlich, da würde es nur dauernd wieder Krach geben. Es kann auch sein, das dein Bruder und du eure Meinung in ein paar Jahren wieder ändert. Ihr seid noch sehr jung, vielleicht, in ein paar Jahren, wenn ihr mehr wisst über dieses Thema, dann seht ihr das ganze Thema wieder komplett anders.

Kommentar von Xboythehidden ,

Ja, hauptsächlich mein Bruder, aber auch ich haben auf diese Frage von dem Jungen unter anderen geantwortet.

Wir prangern halt die unsicheren Testmethoden an, die bestimmte Fälle übersehen und als hirntod erkennen, obwohl es noch Restfunktionen gibt.

Ich weis nicht, warum man das nicht ändert, aber vermutlich sagen sich die Ärzte, dass diese Leute eh sterben oder im Pflegeheim landen und man sie dann gleich mit ausnehmen sollte.

Und das mit den lebenden Menschen ist richtige, denn Leben wird nunmal durch die Natur definiert und nicht durch Menschen die meinen Gesetze und Richtlinien zu machen.

Ein Mensch, dessen meiste Zellen nicht tot sind, kann auch nicht tot sein, höchstens sterbend (also im Übergang).

Wie viel Leben mit abgestorbenem Gehirn noch bringt, ist die andere Frage.

Aber damit können weder mein Bruder, noch ich uns momentan auseinander setzen was uns betrifft, denn allein die Gedanken, die dann aufkommen sind zu quälend.

Deshalb wollen wir ja vorläufig nein sagen und das Thema aufschieben

Kommentar von cyracus ,

So eine Einstellung wie du sie vertrittst, ist eben ziemlich selten, zumindest was das Organe spenden betrifft.

Sie ist weit häufiger, als Du denkst - und das ist gut so. In meinem Bekannten- und Freundeskreis ist niemand bereit, sich als "O-Spender" zu erklären. Und niemand von ihnen will ein Fremdorgan in sich reinkriegen.

Nimm mir das jetzt nicht übel, aber für mich sind solche Theorien wie noch lebenden Menschen Organe klauen ...

Dass der 12-Jährige sich verwirrend ausgedrückt hat und auch (noch) verwirrende Gedanken zu diesem Thema hat, kann man ihm bei seinem jugendlichen Alter doch nachsehen.

Organe zum Zwecke der Transplantation werden IMMER Lebendigen entnommen. Organe von wirklich Verstorbenen = mit den klassischen Todeszeichen sind für Transplantationen unbrauchbar.

  • "Leichenteile kann man nicht verpflanzen. - Wenn man Leichenteile verpflanzen könnte, gäbe es keinen Organmangel, denn Leichen haben wir genug."

Prof. Alexandra Manzei, zitiert aus: rganosprotection.com/organwelten.html

auch in: "Interview Professor Manzei" auf YouTube

Ihr seid noch sehr jung, vielleicht, in ein paar Jahren, wenn ihr mehr
wisst über dieses Thema, dann seht ihr das ganze Thema wieder komplett anders.

"wenn Ihr mehr wisst": Die beiden wissen weit mehr über dieses Thema, als andere Bürger. - Dass sie sich jederzeit neu entscheiden können, wissen sie.

Die Mutter wird hoffentlich begreifen, dass sie den Wunsch ihrer Söhne zu berücksichtigen hat - im Fall des Falles.

.

Jetzt ist es ratsam, dass die beiden ihrem Hausarzt ihren Willen mitteilen und dort die unterschriebene Erklärung hinterlassen.

Auch ist es ratsam, dass sich die Brüder gegenseitig solch eine unterschriebene Erklärung aushändigen, damit im Falle eines Falles der Bruder hilft, solange auf die Mutter diesbezüglich kein Verlass ist.

Antwort
von lindgren, 132

Ihr seid erst 14 Jahre alt! Ihr müsst überhaupt noch keine Organspenderausweise ausfüllen.

Ich finde es sehr vermessen von euren Eltern, dass sie euch dazu zwingen wollen. Es ist freiwillig. Punkt.

Das Transplantationsgesetz erlaubt Jugendlichen ab dem 16. Geburtstag,
ihre Bereitschaft zur Organ- und Gewebespende zu erklären. Bereits ab
dem 14. Geburtstag kann man einer Organ- und Gewebeentnahme
widersprechen.

Ihr habt Zeit, darüber nachzudenken. Lasst euch nichts aufzwingen und lasst euch auch nichts einreden.

Kommentar von Xboythehidden ,

Sie hat mal ne Zeit im Krankenhaus gearbeitet und kennt auch ein paar Leute mit fremden Organ.

Aber das ist kein Grund so zu reagieren, es ist doch allein unsere Entscheidung, nicht ihre

Kommentar von Schwimmakademie ,

:-) ich weis dass Zwillinge da anders "ticken" aber in erster Linie ist es die Entscheidung eines jeden Einzelnen :-)

Kommentar von Xboythehidden ,

Ich würde meinen Bruder auch niemals etwas aufzwingen.

Wenn er sich da anders entscheidet und ja sagen will, dann kann er das gerne tun.

Ich wär ihm auch nicht böse oder so, er wäre immer noch mein Bruder und ich würde ihn immer noch über alles lieb haben.

Da wir aber immer und über alles miteinander reden, und eigendlich immer dieselben Standpunkte haben, kommen wir auch meisten zu sehr ähnlichen Ergebnissen.

Kommentar von Schwimmakademie ,

Das ist nicht korrekt. Ab 14 kann man siene Verweigerung zur Organentnahme erklären.

Kommentar von exxonvaldez ,

Kann man. -Ist aber nicht bindend.

Kommentar von cyracus ,

Kann man. -Ist aber nicht bindend.

@essonvaldez, selbstverständlich ist es bindend, ist Gesetz.

Du solltest Dich besser zu diesem Thema informieren, bevor Du falsche Behauptungen aufstellst und möglicherweise andere verwirrst.


Antwort
von Laury95, 53

Du kannst ja auch lebend Organe spenden, wenn ein Familienmitglied sie braucht und du dich bereit erklärst (ab 18) z.B. eine Niere. Wenn du dagegen bist (kenne einige, aus moralischen Gründen) dann haben sie das auch zu akzeptieren. Natürlich könntest du einem Kind das Leben retten, wenn du (was wir nicht hoffen) früh stirbst. Aber die ganze Sache ist eure Entscheidung.

Kommentar von Xboythehidden ,

Ich würde auch lebend spenden.

Wenn mein Bruder eine Niere oder ein Stückchen von meiner Leber bräuchte, dann würde ich nicht zögern ihm das zu geben.

Und sollte das unter 18 der Fall sein, würden wir dafür einfach in die USA fliegen oder es sonstwo machen lassen, wo es legal ist.

Oder ich würde diese Lebendspenden Kommision irgendwomit erpressen oder bedrohen, dass sie zustimmen müssen

Denn niemals würde ich zulassen, dass mein Bruder die Niere oder Leber von sonstwem bekommt und diese schrecklichen Medikamente nehmen muss, wenn ich ihm viel besser helfen könnte.

Ich werde mich auch bei der DKMS registrieren lassen später, aber die Stammzellen wachsen ja eh nach.

Kommentar von cyracus ,

Natürlich könntest du einem Kind das Leben retten, wenn du (was wir nicht hoffen) früh stirbst.

@Laury, nee, wenn einer gestorben ist, also wirklich, mit den klassischen Todeszeichen, nützen die Organe des Toten nicht mehr für Transplantationen.

Kommentar von Laury95 ,

Ich meine auch nicht die klassischen Todeszeichen, ich meine die, die die Ärzte als Todeszeichen für einen Organspende bezeichnen.

Kommentar von cyracus ,

@Laury,

Ich meine auch nicht die klassischen Todeszeichen, ich meine die, die die Ärzte als Todeszeichen für einen Organspende bezeichnen.

Allein die klassischen Todeszeichen sind Beweis, dass ein Mensch tot ist.

Das, was die (Transplantations-)Ärzte als "tot" bezeichnen, ist lediglich eine Erfindung, um straffrei aus Lebenden Organe zum Zweck der Transplantation herausschneiden zu können. Anderenfalls würden sie ja ins Gefängnis wegen Mordes kommen, und das Helferpersonal wegen Beihilfe zum Mord.

Meiner Ansicht nach und mit klarem logischen Denken handelt es sich bei den Transplantationsorganisationen um eine weltumspannende kriminelle Vereinigung.

Antwort
von exxonvaldez, 64

Solange ihr noch nicht 18 seid können sowieso eure Eltern bestimmen.

Insofern gibt es gar keinen Grund für einen Streit.

Kommentar von Schwimmakademie ,

Falsch.

Gemäß dem Transplantationsgesetz kann man ab dem vollendeten 16 Lebensjahr sein Einverständnis erklären. Seine Verweigereung ab dem 14. Einwilligung der Erziehungsberechtigten ist nicht nötig.

Kommentar von cyracus ,

@exxonvaldez, ups, wozu der Link? Der führt zu einer neuen Überschrift und sagt zum Beitrag von Schwimmakademie doch gar nix.

Die Aussagen 16 J. + 14 J. von Schwimmakademie sind übrigens richtig.

Kommentar von cyracus ,

@exxonvaldez, wie gut, dass die beiden 14-J. sich für den Fall der Fälle schützen können. - Ist besser, wenn Du Dich ein bißchen mehr mit dem Thema beschäftigst, bevor Du solch falsche Antworten gibst.

Kommentar von Xboythehidden ,

Du weist schon, dass das Wort "unter" soviel wie "weniger als" bedeutet.

Ab 14 gilt ein "Nein" und ab 16 gilt ein "Ja".

Kommentar von cyracus ,

Die Antwort ist nicht falsch:

@exxonvaldez, was genau meinst Du, was sei falsch? Nochmal gibst Du einen Link zu einer anderen Frage rein.

Schreib doch per Fingerspitzen, was Du meinst.

Kommentar von cyracus ,

@exxonvaldez, was genau meinst Du, was sei falsch?

Sorry, Fehlerteufelchen, das Wörtchen "nicht" fehlt im Zitat.

Antwort
von HACKERGTA, 118

Die beste Antwort, die ich dir geben könnte, wäre wohl nur : Abwarten.

Kommentar von Xboythehidden ,

Aber warum bestraft sie meinen Bruder mit, der war doch gar nicht unten ?

Das ist einfach nur mies gemein und unfair :(((((((((((((

Antwort
von SerenaEvans, 126

Was ist wenn dein Bruder, oder du selbst, eine Organspende brauchen, um zu überleben?

Nimmst du dann auch einfach den tot als etwas gegebenes hin, auch wenn längst du medizinischen Möglichkeiten bestehen um weiterzuleben?

Sich gegen Organspende zu entscheiden ist okay, aber dann sollte man im ernstfall auch kein Spenderorgan bekommen.

Kommentar von Xboythehidden ,

Hab ich doch geschrieben, wenn er eine "neue" Niere oder Leber brauch würde, dann würde ich ihm die spenden, wäre sowieso das einzige, was wirkliche Heilung bringt und nicht nur Hinauszögerung

Wir sind beide komplett gesund und rauchen nicht, da wird nicht, was Herz und Lunge betrifft kann also nichts kaputt gehen

Kommentar von SerenaEvans ,

Schon mal was von Krebs oder Unfällen gehört?
Wenn du schon behauptest eine Entscheidung treffen zu dürfen, dann informier dich wenigstens richtig über das Thema.

Kommentar von Xboythehidden ,

Ich bin informiert, ich hatte ein Referat über dieses Thema und schon massig Fragen dazu gestellt.

Das Herz kann kein Krebs bekommen und wenn man nicht raucht, ist das Risiko für Lungenkrebs sehr sehr gering.

Und wie gesagt, bei Leber, Niere und theoretisch sogar bei einem Stückchen Darm oder Bauchspeicheldrüse, könnte und würde ich für meinen Bruder spenden (Lebendspende).

Kommentar von Swagger4Life ,

Es gibt nicht nur Krebs. Kardiomyopathie kann das Herz nachhaltig schädigen, sodass eine Transplantation notwendig werden kann. Ich finde es OK, dass du sagst, du willst deine Organe nicht spenden, allerdings stelle dir mal vor dein Bruder hätte durch Unfall, Krankheit etc. (und da gibts es genug außer Krebs, das kannst du mir glauben) ein Organ verloren und benötigt ein neues. Und zwar keines, dass du ihm spenden kannst. Sagen wir ein Herz. Würden alle so denken wie du und ihre Organe nicht spenden, wäre dein Bruder tot. Würdest du das wollen? Wer nicht bereit ist, Organe zu spenden, sollte auch keine annehmen, dann ist das ok. Wer aber im Notfall eines erhalten möchte, sollte auch bereit sein, seine eigenen zu Verfügung zu stellen.

Kommentar von Xboythehidden ,

Erst einmal möchte ich mir das nicht vorstellen, denn es wäre grauenvoll, extremst grauenvoll zumal ein neues Herz bedeutet, das man in durchschnittlich 10 bis maximal 30 Jahren Tod ist.

Und zweitens gibt es laut Internet experimentelle Behandlungen, die eine gewisse Chanche auf Besserung des eigenen Herzens bringen.

Was nun alle anderen transplantierbaren Organe betrifft, also Nieren, Leber, Dünndarm, Bauchspeicheldrüse und sogar Teile der Lunge, sind potentiell Lebendspenden möglich und ja, das würden wir füreinander tun.

Und wie gesagt, unsere Entscheidung ist ja nur vorläufig, so mit 16-17 wenn wir emotional mehr aushalten können, wollen wir das komplett neu überdenken

Kommentar von Xboythehidden ,

Zu den experimentellen Sachen, da wird es zwar noch Jahrzehnte dauern, bis die zugelassen sind, aber ich denke, wenn ich ein Druckmittel um eine Aufnahme in die Studien für ihn für den Notfall zu erzwingen oder zu erpressen.

Ich weis nicht wie weit ich gehen würde, aber solange keiner dabei umkommt oder verletzt wird, heiligt der Zweck die Mittel.

Kommentar von lindgren ,

SerenaEvans....Das ist ein Totschlagargument, welches nicht richtig ist. "Spendest du kein Organ, dann sollst du auch keines bekommen". Zum Glück sieht der Gesetzgeber das nicht so. Wer kein Blut spendet, soll auch keine Transfusion erhalten....die Liste könnte man endlos weiter machen. Ein Glück, dass du das nicht zu entscheiden hast.

Kommentar von SerenaEvans ,

Ja zum Glück, sonst würden alle Egoisten kein Spenderorgan bekommen. Wenn jeder nichts geben aber nehmen will sterben alle.

Kommentar von lindgren ,

Was, wenn es Menschen gibt, die nicht geben können? Schon mal daran gedacht? Nein, zum Glück entscheidest das nicht du.

Kommentar von SerenaEvans ,

Zwischen nicht spenden können und wollen liegen Welten. Wer aus Egoismus nichts für andere gibt bzw. bereit ist zu geben, hat auch kein Recht im Ernstfall was zu bekommen bzw. sollten auf der Warteliste nach unten gestuft werden.

Kommentar von cyracus ,

@SerenaEvans,

Wer aus Egoismus nichts für andere gibt bzw. bereit ist zu geben, hat
auch kein Recht im Ernstfall was zu bekommen bzw. sollten auf der
Warteliste nach unten gestuft werden.

Schon mal über den Begriff "Spenden" nachgedacht? Was Du machst, ist fordern. Seit wann können spenden eingefordert werden??

Egoismus: Es ist kein Egoismus, wenn sich Menschen dazu entscheiden, als Schwerstkranke weiterbehandelt zu werden oder als Sterbende geschützt zu Ende zu sterben.

Ernstfall ... Wartezeit: Sehr viele Menschen wollen gar kein Fremdorgan in sich reinkriegen (ich auch nicht). In meinem Bekannten- und Freundeskreis will keiner "spenden" und keiner will Freundorgane in sich transplantieren lassen.

Meiner Meinung nach sind diejenigen egoistisch, die für den eigenen Vorteil bereit sind, anderen lebend Organe rausschneiden zu lassen, um sie in sich selbst reinzukriegen.

Meiner Ansicht nach ist das moderner Kannibalismus.

Kommentar von SerenaEvans ,

ICH bin aber auch bereit anderen meine Organe zu geben. Wem ist geholfen, wenn sie mit mir im Grab verrotten? Genau, niemandem. Stattdessen gebe ich anderen eine Chance zu Leben. Der Fragesteller ist sehr naiv, wenn er 8-10 Jahre als Aufschub betiteltet. Andere würden alles für diese Zeit geben. Aber klar, gesunde können da ja herablassend sein, weil sie nicht fähig sind, die gegebene Zeit zu würdigen und zu nutzen.

Kommentar von cyracus ,

@SerenaEvans, meinst Du mich mit dem Kommentar, der beginnt mit

ICH bin aber auch bereit anderen meine Organe zu geben. Wem ist geholfen, wenn

Weil unter Deiner Antwort mehrere kommentieren, ist es hilfreich, wenn Du die angesprochene Person mit Namen ansprichst, so wie ich es hier tue.

Die beiden 14-Jährigen sind - zumindest was dieses Thema betrifft - nicht naiv, ganz im Gegenteil.

... wenn er 8-10 Jahre als Aufschub betiteltet.

Falls Du Dich berufst auf diese Aussage im Kommentar:

... so mit 16-17 wenn wir emotional mehr aushalten können, wollen wir das komplett neu überdenken

darf ich Dir vielleicht etwas mit Grundrechnen aushelfen:

aktuell 14 J - evtl. mit 16-17 überdenken

= in 2 bis 3 Jahren (nicht in 8 - 10)

Kommentar von Xboythehidden ,

@SerenaEvans

Das Problem ist wohl eher, dass dich die Explantation der Organe erst in das Grab hineinbringt.

Mal davon ab, habe ich diese Jahre in Realation zum Normalzustand, oder aber zu der Option, dass ich meinem Bruder eine Niere oder einen Teil meiner Leber, meines Dünndarms oder auch meiner Bauchspeicheldrüse spenden würde (was dann eine dauerhafte Lösung wäre), als Aufschub bezeichnet.

Kommentar von GWIFACH ,

SerenaEvans genauso wie es gute Gründe gibt, anderen durch seine u.U. nicht mehr benötigten Organe ein Weiterleben zu ermöglichen, gibt es auch gute Gründe, sich gegen Organentnahme zu entscheiden.

Diese Entscheidung ist immer individuell - niemand hat exakt die gleichen Lebensumstände und Erfahrungshintergründe - jeder kann an sich selbst bestimmte Ansprüche stellen - diese aber niemals von andern einfordern ! Ein Egoist ist jemand, der nur seine Meinung zählen lässt und versucht, diese anderen aufzudrücken !
Wenn sich ein 14 jähriger momentan noch nicht "dafür" entscheidet ist das absolut in Ordnung und bedarf keinerlei Schwarzmalerei was wäre/hätte/würde..... Entscheidend ist, was IST und nicht was sein könnte!

Kommentar von Xboythehidden ,

Prinzipiell sehr richtig.

Nur die erste Hälfte von deinem ersten Satz aus deinem zweiten Abschnitt, die ist falsch, zumindest was mein Bruder und mich betrifft :)

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