Frage von Rudi130, 37

Mein Arbeitgeber will meine Teilzeitstelle in einen 450€ Job ändern. Soll ich das machen oder mir lieber kündigen lassen?

Antwort
von Samika68, 14

Wenn die Teilzeitstelle auf einen Mini-Job reduziert wird, bist Du nicht mehr kranken- und arbeitslosen versichert.

Auch Beiträge zur Rentenversicherung sind freiwillig - d. h., wenn Du hier von den 450€ freiwillig den Beitrag nicht abführst, ruhen Deine Zahlungen in die Rentenversicherung.

Für Dich ist das ein großer Nachteil - für den Arbeitgeber ist es günstiger, weil er nur geringe Pauschalbeiträge für Sozialversicherungen abführt.

Meine Empfehlung ist, diese Änderung des Anstellungsverhältnisses nicht zu akzeptieren.

Antwort
von Hexle2, 15

Ob Du das machen sollst oder nicht, kann ich Dir nicht sagen, das musst du schon selbst entscheiden.

Wie viele Stunden arbeitest Du momentan in der Woche, am Tag? Warum sollen die Stunden gekürzt werden? Wie lange arbeitest Du schon im Betrieb? Gibt es einen Betriebsrat?

Einfach so kann der AG Dich auf alle Fälle nicht auf einen Minijob setzen. Wenn der Betrieb mehr als 10 ständige Vollzeitkräfte hat (Teilzeit- und Minijob werden entsprechend aufgerechnet) und Du schon länger als sechs Monate im Betrieb bist, muss der AG Dir eine Änderungskündigung aussprechen, wenn Du die Stunden nicht reduzieren willst.

Diese brauchst Du nicht annehmen und aus der Änderungskündigung wird eine Beendigungskündigung.

Du nimmst an und arbeitest dann im Minijob

Du nimmst unter Vorbehalt an, lässt die Rechtmäßigkeit der Änderungskündigung beim Arbeitsgericht prüfen und bekommst, sollte die Änderungskündigung keinen Bestand haben, den alten Job zurück.

Klage gegen die Änderungs-/Beendigungskündigung muss aber innerhalb von drei Wochen nach Erhalt der Änderungskündigung eingereicht werden. Der AG muss außerdem die vereinbarte Kündigungsfrist einhalten. Man kann also nicht von heute auf morgen neue Bedingungen schaffen.

Kommentar von Rudi130 ,

Ich arbeite 30 Stunden die Woche-also an 5 Tagen 5 Stunden-in dem Betrieb gibt es außer mir nur noch eine Angestellte mit  der gleichen Std.Zahl-aus finanziellen Gründen soll unsere Teilzeitstelle in einen 450 Euro Job geändert werden-wir arbeiten beide seit 10 Jahren dort

Kommentar von Hexle2 ,

Schade für Dich. Da hat es Dein AG leichter die Stunden zu kürzen.

Da es sich hier um einen Kleinbetrieb handelt, greift das Kündigungsschutzgesetz nur in wenigen Fällen. Wenn der AG Dir kündigen will, wird er das wohl können.

Melde Dich bei der Agentur für Arbeit und mach Dich so schnell wie möglich auf die Suche nach einem neuen AG. Das Angebot eines Minijobs musst Du nicht annehmen, ich würde es auf alle Fälle nicht machen.

Wenn der AG Dir kündigt, bekommst Du wenigstens ALG und das wird bestimmt nicht weniger sein als die 450 Euro/Monat. Außerdem bist Du krankenversichert, bei einem Minijob wird kein Krankenkassenbeitrag abgeführt

Antwort
von noname68, 17

gegen deinen willen wird er das kaum durchsetzen können. wäge vor- und nachteile ab und entscheide dann. wenn es nur 450 € für einen halbtagsjob geben soll, wird allein schon die frage des "mindeslohns" ein k.o.-kriterium sein. (beispiel 85 stunden/monat = 5,30 € pro std.; vorgeschrieben sind aber 8,50 €)

jeder 450 € job, der mehr als ca. 55 std. monatlich umfasst, verstößt gegen das gesetz, weil damit der mindestlohn unterlaufen werden soll.

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