Frage von nocheinnutzer, 160

mein 3 Jähriger Hund hat einen 9 Monate alten Hund von Bekannten zurecht gewiesen weil dieser ihn genervt hat!?

ich habe meinen Hund aus dem Tierschutz seit 4 Wochen bei mir. Der Junghund meiner bekannten ist ziemlich aufgedreht. Mein Hund lag im Garten und der kleine war ziemlich aufdringlich. Mein Hund hat ihn irgendwann weggeschnappt und ihn kurz angebellt. Nun muss ich mir nachsagen lassen, das mein Hund nicht Sozialisiert ist. Für mein Empfinden ist das ein völlig normales hundeverhalten. Ich hatte den Eindruck das meine Bekannten mit der Situation überfordert waren und das verhalten als aggressiv eingestuft haben. Wie seht ihr das ? vielen Dank für eure Antworten

Hilfreichste Antwort - ausgezeichnet vom Fragesteller
von Naninja, Community-Experte für Hund, 77

Grundsätzlich ist es aus Hundesicht legitim, wenn ein erwachsener Hund einen Jungspund, der mitten im Hormonrausch steckt und nervt, maßregelt.

Und nun das Aber: ich hätte es nicht zugelassen. Aus solchen Situationen kann sehr schnell ein Ernstkampf entstehen und deshalb bin ich überhaupt kein Fan von "die regeln das unter sich".

Dein Hund hat sicherlich Anzeichen dafür gezeigt, dass er gestresst ist. An diesem Punkt hättest Du eingreifen, für Ruhe sorgen und den Hund aus der Situation nehmen müssen. Nicht das Verhalten der Hunde war falsch, sondern das ihrer Halter- nämlich das Deiner Bekannten und Dein eigenes.

Kommentar von nocheinnutzer ,

ich muss dazu sagen das wir bei dem Jungspund zu besuch waren. Das ging auch alles ziemlich schnell.. Das war ne Sache von 4 Sekunden, danach waren die Fronten geklärt. Ich werde auch dein/euren Rat annehmen solche Situationen im Vorfeld zu Unterbinden. Danke

Kommentar von Naninja ,

Wenn Du einen Hundebesitzer besuchst, sollten die Hunde vor dem Betreten der Wohnung immer erst auf neutralem Boden zusammengebracht werden.

Neutral ist aus Sicht des Hundes nicht direkt vor dem eigenen Haus.

Erst an der Leine ein paar Meter mit Distanz laufen, dann mit Leine nebeneinander laufen lassen, dann freigeben und dann zusammen mit den Hunden in die Wohnung. Einen fremden Hund einfach in das Territorium eines anderen zu schicken birgt richtig großes Konfliktpotential! 

Ihr habt Glück gehabt, dass die Situation unter diesen Umständen nicht richtig eskaliert ist!

Kommentar von nocheinnutzer ,

Der Jungspund war auch schon bei uns zu besuch. Und ich bleib dabei das das ein ganz normales Hundeverhalten war. Ich habe meiner Meinung nach einen ganz normalen Hund mit einem gesunden Hundeverstand. Da muss man nicht gleich vom worst case ausgehen. Aber ich stimme dem auch zu das man das Ganze schon vorher hätte unterbinden müssen um beide nicht unnötig zu stressen.

Kommentar von Bitterkraut ,

Ja, du hast einen ganz normalen Hund. Und wenn du willst, daß das so bleibt, und daß der Hund lernt, dir zu 100% zu vertrauen (du hast ihn ja noch noch nicht lange), mußt du dich auch als vertrauenswürdig zeigen. Das kannst du, indem du dem Hund in jeder Situation Sicherheit gibst.

Wie schon gesagt wurde, dein Hundebesuch ist deine Sache. Nicht Sache deines Hundes, sich dessen zu erwehren. Es ist schon super, daß er in seinem Garten mal eben einen anderen Hund duldet. Insofern hat Naninja recht, das hätte auch ganz anders ausgehen können, Und auch das wäre normal gewesen.

Fühl dih bitte nicht angegriffen, die Hundeleute hier kommen gern schnell, direkt und mit klaren Worten zur Sache. Auch, um Hundebesitzern schnell mal die Augen zu öffnen, zum Wohle des Hundes und der Freundschaft zwischen Hund und Mensch ;).

Rumgeplänkel bringt da nix.

Kommentar von Naninja ,

Dein Hund hat sich nicht nur normal, sondern extrem sozial verhalten.

Du siehst die Situation zu sehr aus menschlicher Sicht. Da ist ein Jungspund, der voll im Saft steht und seine Kräfte erprobt, und ein souveräner erwachsener Hund, der sich die Butter nicht vom Brot nehmen lässt.

Der "Althund" betritt die Wohnung und der Jungspund kommt mit einem "Ey Alder, alles meins, kommse rein, krichse n paar auf die Zwölf"  auf ihn zugeschossen. Ein erwachsener Hund mit einer kürzeren Zündschnur hätte kurzen Prozess gemacht.

Hunde kommen sich nicht besuchen. Die denken auch nicht in der Kategorie "Ich war in Deiner Wohnung, jetzt darfst Du auch in meine". Sie denken in Territorien, in "Meins" und "Deins". Meine Wohnung, meine Näpfe, mein Korb, mein Spielzeug, meine Menschen, mein Garten. Und da hat ein Fremdhund absolut nichts zu suchen, weil der in genau diesem Umfeld zur Konkurrenz wird.

Zwischen zwei gleichgeschlechtlichen intakten Hunden wäre es "normal", wenn einer den anderen vertreiben oder eleminieren würde. Sei also bitte vorsichtig bei solchen Aktionen.

Kommentar von nocheinnutzer ,

das war eher ein ey Alter spiel gefälligst mit mir und der Alte hat halt gesagt, hau ab ich hab jetzt kein Bock auf dich. Die Stimmung war grundsätzlich nicht aggressiv.

Kommentar von nocheinnutzer ,

so gefällt mir das... Rumgeplänkel brauch ich nicht. Und ich bin auch lernfähig. Ich hatte auch vorher 16 Jahre lang einen Jagdhundmix , er war toll aber nicht Perfekt. Alles meine Schuld. Daher nehme ich auch jeden Ratschlag dankend an.

Kommentar von Bitterkraut ,

Umso besser, wenn du schon Hundeerfahrung hast. Dann kannst du den "Neuen" schneller besser einschätzen. Und dein "Alter" hat dir hoffentlich beigebracht, dich klar und eindeutig zu verhalten, wenn nicht, wird das der Schäfer jetzt tun. Schäferhunde sind da sehr genau ;)

Ich hab übringens auch nen Jagdhund(Setter)mix und nen Pointer, ich bin auf Jagdhunde "spezialisiert" ;).

Kommentar von nocheinnutzer ,

auch eine schöne Mischung.........

Antwort
von HalloRossi, 63

Die Situation war zwar hungerecht normal und dein Hund hat typisch reagiert. Nicht normal ist, dass dein Hund sich um ( in Hundeaugen) deinen Besuch kümmern muss und du ihn mit den Problem und der Situation in seinem Zuhause alleine lässt ! Das war ein bisschen unfair deinem Hund gegenüber

Antwort
von Hamburger02, 64

Da würde ich eher sagen, der jüngere Hund ist nicht sozialisiert, wenn er sofort auf den Älteren losgeht und nicht erst guckt, ob der überhaupt will.

Wenn deiner genervt ist, den anderen wegschnappt ohne ihn ernsthaft zu beißen und nach kurzem Beller wieder aufhört, ist das sogar ein sehr gutes und hundgemäßes Verhalten. Das hat mit Aggression überhaupt nichts zu tun sondern heißt einfach nur "Hör auf, mich zu nerven."

Kommentar von nocheinnutzer ,

du sprichst mir aus der Seele

Kommentar von Bitterkraut ,

Richtig, das hat nichts mit Aggression zu tun. Das ist ein Verhalten aus der Bedrängnis heraus und es ist auch gerechtfertigt. Und der Junghund versteht das auch.

Aber als Hundebesitzer kann ich den Hund auch aus der Bedrängnis befreien, bevor er das selber tut/tun muß. Dann steig ich massiv im "Ansehen" beim Hund, d.h. das sträkt das Vertrauen des Hundes zu mir als kompetenten "Rudelchef".

Es ist also eher eine Frage der Diplomatie, als eine Notwendigkeit, dem Hund hier zu helfen. Und gute Diplomatie ist immer vertrauensbildend.

Kommentar von nocheinnutzer ,

Danke. Das ist eine verständliche Antwort mit der man was anfangen kann

Kommentar von Bitterkraut ,

Danke ebenfalls, ich bin froh, daß du zu den, ich sag mal "Neuhundebesitzern" gehörst, die schnell begreifen (wollen) und die in der Lage sind den Standpunkt des Hundes einzunehmen, ohne ihn zu vermenschlichen.

Antwort
von Susanne464, 79

Ich sage mal, die Hunde haben sonst keine Möglichkeit dem anderen zu sagen, du pass mal auf bis hier hin und nicht weiter. Das ist aber normal und die Hunden regeln es unter sich, da sollte man auch nicht dazwischen gehen, wenn sie sich nicht gerade zerfleischen.

Ich habe 2 Hunde und da müssen sie eben durch, mein Hund ist sozialisiert, aber wenn ihm was zu viel wird, dann sagt er dem anderen auch bescheid und gut ist. Die haben einfach keine Ahnung.

Kommentar von Bitterkraut ,

Wenn sie sich erst mal zerfleischen, ist es zu spät, dazwischen zu gehen. Soweit würde ich es nie kommen lassen und immer vorher eingreifen. Allerdings muß man die Hunde und die Situation auch lesen können, um zu wissen, ob man eingreifen muß oder nicht. Immer alles selber regeln lassen geht nicht.

Ich hab auch 2 Hunde, 2 intakte Rüden, und es ist meine Sache, dafür zu sorgen, daß sie sich vertragen.

Kommentar von spikecoco ,

Hunde regeln dies unter sich, eine sehr riskante Aussage. Kann ziemlich schnell nach hinten losgehen und das Ergebnis wird dir nicht gefallen.

Antwort
von Bitterkraut, 60

Wenn dein Hund einen aufdringlichen Junghund maßregelt, ist das ok. Wenn er aber Kinder maßregelt, wie in deiner anderen Frage, ist das nicht ok.

Allerdings hättest du als Hundehalter eingreifen sollen, bevor dein Hund sich wehren muß. Du bist es deinem Hund schuldig, ihn vor anderen, aufdringlichen Hunde zu beschützen.

Was für ein Hund ist das denn? Rasse oder Typ?

Kommentar von nocheinnutzer ,

Hallo Bitterkraut,

ich habe einen Schäferhundmix. Er ist sehr nett und zurückhaltend.

Er maßregelt keine Besucher oder gar Kinder, aber er schlägt halt an. Du sagst ich muss eingreifen, vielen Dank für den Hinweis aber ist es nicht zumutbar das er das selbst regelt?

Kommentar von inicio ,

wenn man sieht, dass der hund -also dein hund - mehrmals von dem jungen hund belaestgt wird -dann greift man ein. ich draenge dann solche auftdrinlichen hunde weg.ich lasse es nicht zu, dass meine hunde das selber regeln muessen.

Kommentar von Bitterkraut ,

Diese Frage hab ich gemeint, da schläft er nicht nur an, da knurrt er Kinder an. Maßregelung war vielleicht das falsche Wort, nennen wir es Warnung.

https://www.gutefrage.net/frage/ist-es-ok-wenn-mein-hund-ca-3-jahre-kurz-knurrt-...

Ja, dein Hund kann das selber regeln, aber es nützt der Vertrauensbildung, wenn du ihm das abnimmst.

Kommentar von Bitterkraut ,

In der Mensch-Hund Beziehung geht es nicht darum, was für den Hund zumutbar ist, sondern darum, inwieweit er sich auf dich als "Tonangeber" verlassen kann. D.h. der Hund kann erwarten, von dir als "Rudelfüher" beschützt zu werden, du bist für Ruhe und Sicherheit im "Rudel" verantwortlich. Du hast die Kompetenzen.

Aus der Sicherheit heraus, die der Hund nur durch dich und dein Verhalten gewinnen kann, kann er dann auch gelassener mit Kindern und jungen Hunden umgehen. Alles hängt an dir.

Antwort
von Schaeferruede, 19

Der Jüngling wird seien Lektion gelernt haben. Er wurde zurecht gewiesen und hat es verstanden. Alles okay.

Das Verhalten Deines Hundes ist sozial korrekt. Der Jüngling muss noch viel lernen und hat dies bestimmt auch gemacht.

Manchmal muss man seinen Hund auch vor anderen Schützen. Vor allem aber auch vor anderen Menschen ;-)

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