Frage von xjustx1111, 44

Mehrwertsteuer, Umsatzsteuer beim Einkauf als Kleinunternehmer?

Guten Tag,

kaufe ich als Kleinunternehmer ein Produkt welches sagen wir mal 650 Euro kostet *zuzüglich Mehrwertsteuer. Was muss ich beachten ?

Als erstes Rechne ich doch die 650+1,19 oder ? = 773,50 €

Dann habe ich ja meinen Preis dem ich dem Großhändler zahlen muss richtig ? Sagen wir mal ich verkaufe das Produkt 50€ teurer dann hätte ich einen Preis für den Endkunden von 823,50 € soweit korrekt ?

Was müsste ich da als Kleinunternehmer jetzt noch beachten ? Was müsste ich an Steuern abegeben ? Habe ich irgendwas vergessen oder hätte ich für den Fall, dass das Produkt jemand kauft dann 50 Euro gewinn gemacht?

Antwort
von Jack98765, 19

Nein du hast nicht 50€ Gewinn gemacht. Du muss als Verkäufer für diesen Artikel 131,48 € an das FA zahlen, bekommst aber als Käufer 123,50 € zurück. Im Grunde zahlst du die Differenz von 7,98 €.

Der Rest wäre Gewinn von dem du aber noch alle Kosten anteilig abziehen müsstest und dann weißt du erst ob ein Gewinn übrig bleibt.

Kommentar von wurzlsepp668 ,

hat er doch ....

da Hinweis auf die Kleinunternehmerregelung .....

somit führt der Fragesteller kein Umsatzsteuer ans Finanzamt ab

Antwort
von kevin1905, 11

Was müsste ich da als Kleinunternehmer jetzt noch beachten ?

Nichts. Du weist keine Umsatzsteuer aus und darfst keine Vorsteuer geltend machen.

Habe ich irgendwas vergessen oder hätte ich für den Fall, dass das Produkt jemand kauft dann 50 Euro gewinn gemacht?

Du dürftest auch außer dem Wareneinkauf selbst weitere Kosten haben (Lagerung, Verarbeitung, Personal, Administration, etc.).

Antwort
von ErsterSchnee, 27

Ja, du hast dann 50 Euro "Gewinn" gemacht. Davon musst Du dann alle anderen anfallenden Kosten abziehen. Miete, Telefon, Internet, Spritkosten, Bürobedarf, Strom, usw. usw. usw.

Danach msust Du noch private Versicherungen bezahlen (Kranken-, Unfall-, Haftpflicht-, Lebens- usw.) - und was DANN noch übrig bleibt, ist dein tatsächlicher Verdienst.

Kommentar von xjustx1111 ,

Ja das ist selbstredend, ging jetzt auch nicht um mich sondern um BWL :D

Antwort
von Killerspiele, 19

Als Kleinunternehmer bist du Umsatzsteuerbefreit.

Das heisst du musst sie nicht bezahlen, darfst sie dem Kunden aber auch nicht anrechnen. Was wiederum bedeutet dass DU Sie nicht zurückbekommst.

Umsatzsteuer ist verschieden hoch, z.B. auf die meisten Lebensmittel zahlst du "nur" 7% Umsatzsteuer.

Es müsste heissen 650€ multipliziert mit dem Faktor 1,19 (bei 19% Umsatzsteuer)  oder 650€ + 19%

Wenn du das Gerät 50 € teuerer verkaufen möchtest kannst du theoretisch einfach 50€ draufschlagen, da du keine Umsatzsteuer zahlst und dementsprechend auch keine Mehrwertsteuer verlangst.

Gewinn ist das dann noch nicht. Schliesslich musst du evtll Gewerbesteuer zahlen und alle anderen Verbindlichkeiten abziehen. Was dann übrig bleibt ist dein Gewinn.


Ich denke das ist so korrekt

Kommentar von ErsterSchnee ,

Nein, das ist nicht korrekt. Natürlich muss ein Kleinunternehmer Umsatzsteuer zahlen - nur halt nicht an das Finanzamt. Aber an jeden anderen Händler.

Kommentar von Killerspiele ,

Die Steuer die er an Händler zahlen muss ist die Vorsteuer!

Kommentar von ErsterSchnee ,

So oder so muss er sie zahlen. Vorsteuer und Umsatzsteuer sind exat dasselbe - mit nur unterschiedlichen Begriffen (damit man es besser unterscheiden kann).

Kommentar von Killerspiele ,

An die Händler ja...ausser er er handelt mit Kleinunternehmern aber Umsatzsteuer zahlt er doch nur wenn er nicht Umsatzsteuerbefreit ist. Die gezahlte Vorsteuer bekäme er somit nicht erstattet. D´akkordeon?

Expertenantwort
von wfwbinder, Community-Experte für Steuern, 11

Regelbesteuerer:

Einkauf 500,- + 19 % Umsatzsteuer 95,- = 595,-

Verkauf 600,- + 19 % UST 114,- = 714,- Euro.

Rohgewinn zur Deckung aller Kosten 100,- Euro

Umsatzsteuerzahllast aus diesem Vorgang 19,- Euro.

Kleinunternehmer:

Einkauf 595,- Euro.

Verkauf 714,- Euro.

Rohgewinn zur Deckung aller Kosten 119,- Euro.

Das klappt aber nur beim Verkauf an Privatpersonen, weil für die der Umsatzsteuerausweis keine Rolle spielt.

Ich würde (als Unternehmer) dem Kleinunternehmer nur 600,- Euro zahlen (was seinen Rohgewinn auf 5,- Euro einschmilzt), oder bei Regelbesteuer kaufen, weil ich bei den 714,- Euro Kaufpreis die 114,- Euro ausgewiesene Umsatzsteuer selbst als Vorsteuer abziehen kann.

Kommentar von xjustx1111 ,

Und jetzt noch mal in verständlich bitte *grins :D 

Kommentar von wfwbinder ,

Noch genauer nur in Schulbüchern, oder von mir für 50,- Euro + Steuer pro angefangene halbe Stunde.

Kommentar von wurzlsepp668 ,

der Stundensatz ist aber günstig ....

Kommentar von wfwbinder ,

Das ist mein Tarif für Existenzgründer, den man bei solchen Fragen wohl voraussetzen kann.

Antwort
von Omikron6, 19

Betriebseinnahmen minus Betriebsausgaben = Gewinn

Einnahmen 823,50 minus Ausgaben 773,50 = Gewinn 50,00

Antwort
von brummitga, 27

Umsatzsteuer wird auf den Verkaufspreis an den Endkunden berechnet; Mehrwertsteuer, die du für die Ware an den Lieferanten bezahlt hast, kannst du als Vorsteuer beim FA geltend machen. Ist zwar blöd, aber in D nun mal so.

Kommentar von ErsterSchnee ,

Aber doch nicht als Kleinunternehmer...

Kommentar von xjustx1111 ,

Ja die Theorie habe ich schon gelesen aber könnte man das eventuell mal mit einem Beispiel erläutern ?

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