Frage von Jaeh85, 45

Mehr Stunden als erlaubt arbeiten?

Hallo ihr Lieben,

Ich arbeite seit kurzem als Zimmermädchen auf 450€ Basis. Bekomme 8,50€ die Stunde. Ich habe gelesen das man bei 450€ Jobs 15 Stunde die Woche arbeiten darf/soll. Umgerechnet sind das in dem Fall 60 Stunden im Monat. Ich komme aber auf 80 +. Ich muss von Dienstags bis Freitags von 8-12 arbeiten. Alles super aber manchmal erwartet man von mir mal eine Stunde länger zu bleiben oder auch das Wochenende zu arbeiten. Ich komme da also immer auf meine 80 Stunden im Monat wenn nicht mehr. Wie wird sowas geregelt und wie verhalte ich mich am besten jetzt? Ich glaube keiner möchte umsonst arbeiten aber bin halt erst seit kurzem dort und möchte mir keine "Feinde" machen. Was sagt ihr dazu?

Dankeschön schon mal im Voraus :-)

Antwort
von Parhalia, 20

Die "Obergrenze" von 15 Stunden pro Woche / 60 pro Monat ist für Nebentätigkeiten nur dann relevant, wenn Du aktuell im Leistungsbezug von Arbeitslosengeld ( ALG I ) stehst.

Übersteigt Deine tatsächliche Arbeitszeit diese Sollwerte, so giltst Du für die "Agentur für Arbeit" nicht mehr als erwerbslos und voll für die Arbeitsvermittlung verfügbar. Dann wird das ALG I eingestellt und der Anspruch ruht.

Beim Jobcenter ( ALG II ) gibt es diese "Obergrenze" nicht. Du musst dort lediglich Deine monatliche Verdienstbescheinigung vorlegen, wenn nicht anders verlangt.

Grundlegend musst Du bei der Anwesenheitszeit noch die Pausenzeiten abziehen, um die "Netto-Arbeitszeit" zu erhalten und berechnen. Allerdings kommst Du bei einem Minijob von 450 Euro mit dem Mindestlohn von 8,50 Euro gerade mal auf eine monatliche Arbeitszeit von 52,5 Stunden.

Aber hier gibt es dann eine zusätzliche Variable der "flexibilisierten Arbeitszeiteinteilung" in Verbindung mit einem Arbeitszeitkonto. Das bedeutet: sofern es vertraglich korrekt SO vereinbart wurde und z.B. eine pauschalisierte Monatsvergütung von 450 Euro angegeben ist, so ist es durchaus möglich, kurzfristig die monatliche Arbeitszeit auf bis zu 50 % der regulären Arbeitszeit anzuheben , wenn während der Beschäftigungsdauer oder spätestens binnen 12 Monaten dann ein Ausgleich in bezahlte Freizeit geleistet wird und somit das gemittelte Monatsentgelt nicht über 450 Euro, bzw. nicht über 5400 Euro pro Jahr hinausgeht.

Ein Beispiel :

 - vertraglich vereinbart sind 52,5 Stunden pro Monat und 450 Euro pauschale Vergütung bei flexibler Arbeitszeitverteilung.

 - Du bist befristet für 2 Monate eingestellt, dann kannst Du im ersten Monat bis zu 78,75 Stunden beschäftigt werden, dürftest im 2. Monat zum Ausgleich aber nur noch 26,25 Stunden eingesetzt werden.

 - Du bist befristet für 6 Monate eingestellt, dann muss die monatliche Arbeitszeit SO verteilt werden, dass das Stunden-Mittel aus diesen 6 Monaten wieder 52,5 ergibt. 

Siehe dazu auch hier :

https://www.minijob-zentrale.de/DE/0_Home/01_mj_im_gewerblichen_bereich/04_450_e...

Antwort
von atzef, 22

Dann machst du keinen steuerbevorteilten 450 Euro-Job mehr,sondern gehst einer Teilzeitarbeit nach, die dann auch mit entsprechennde Steuern ud Abgaben belastet wird.

Das wäre auch schon bei 60 Std. im Monat so (= 510 Euro).


Kommentar von Jaeh85 ,

Aber laut meinem Chef arbeite ich ja auf 450€ Basis, hatte mich dafür auch beworben.. Wie spreche ich das am besten an? 

Kommentar von atzef ,

Du verlierst die 450 -Euro-Eigenschaft, also die Steuer- und Abgabenvorteile, wenn du über das Jahr auf einen Verdienstbetrag von über 5400 Euro kommst und regelmäßig monatlich über die 450 Euro.

Geh zum Chef und teile ihm mit, dass du Gefahr läufst, die Mini-job-Eigenschaft zu verlieren, wenn er dir weiter soviele Stunden gibt.

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