Raimund1 am 09.02.2008 um 12:32 Uhr
Die Nato verlangt massiv von der Bundesregierung nach mehr Soldaten im Süden Afghanistans.
Wie steht ihr dazu?

Die Russen haben versucht eine militärische Lösung zu finden... sie haben versagt.
Die Amis haben versucht eine militärische Lösung zu finden... sie haben versagt.
Jetzt sollen es andere versuchen? Mit militärischen Mitteln??? Sie werden versagen!!!
Afghansitan braucht politische Lösungen aus dem Inneren des Landes nicht von außen!
Deutschland gehört zu NATO und sollte sich auch an solchen beteiligen oder aus der NATO aussteigen. Und die andere Seite ist, jeder Berufssoldat weiß worauf er sich eingelassen hat und ist sich der Gefahr bewußt. Dafür hat er sich schließlich verpflichtet.
Kabark am 9. Februar 2008 12:51 Berufssoldaten wissen das schon...

Wir müssen schließlich nicht den Amis helfen andere Länder zu überfallen, um an der Öl zu kommen.

Gibt es da überhaupt Diskussions-Alternativen?


Wenn die Amerikaner abziehen würden, sähe ich gute Chancen, dass dort gemeinsam mit anderen Nationen wirklich etwas aufgebaut werden kann. Wenn man den Berichten aus der Bevölkerung Afghanistans Glauben schenken darf, ist die Bundeswehr dort gut angesehen und hat einen höheren Stellenwert als die USA. Die Verbesserung der Infrastruktur, Schaffen von Bildungseinrichtungen etc sollte immer noch mehr im Vordergrund stehen. Denn von solchen Verbesserungen hat die Bevölkerung mehrheitlich etwas.
Laut Verfassung hat Deutschland eine reine Verteidigungsarmee. Dass sich deutsche Soldaten ausserhalb Deutschlands rumtreiben ist also Verfassungsbruch! Und jetzt?
Kabark am 9. Februar 2008 13:26 Wir verteidigen eben am Hindukusch. Schon mal gehört? ^^^
regideur am 9. Februar 2008 13:41 Eine Verteidigung muss nicht unbedingt im eigenen Land erfolgen sondern kann bei entsprechender Bedrohung des eigenen Landes auch außerhalb des Landes erfolgen. Auch als "Erstschlag"!
Ansprache des ehemaligen Ministerpräsidenten Daoud:
"In Afghanistan lebt eine Reihe von Stämmen, die gemeinsame Schicksale hatten und jahrhundertelang von anderen Nationen, die Einfluß auf unser Land ausübten, in ihrer Freiheit unterdrückt wurden. Es wurde immer wieder versucht, auf die Geschicke in unserem Land von außen Einfluß zu nehmen."
Genau dies ist die mentale Einstellung auch heute zu Karsai's Zeiten mehr oder weniger immer noch. Unter dieser Prämisse wird jeder Militäreinsatz als (unerlaubte) Einmischung in die Angelegenheiten des afghanischen Staates, in dessen Souveränität, angesehen.
Ich glaube kaum, daß irgendein Soldat, der in Uniform auftritt, in abgeschotteten Containern wohnt, keinerlei direkten Kontakt zur Bevölkerung hat, von vorne herein als Freund des Landes angesehen wird.
Was Not täte, wäre die Entsendung von Peace- Corps-Anhängern, die den Lebensstandard der Bevölkerung teilten und die der Landessprachen mächtig sind und einen Klimawechsel in Richtung mehr Sympathie und Öffnung nach außen zuwege brächten.
Und Daoud formulierte anläßlich des Unabhängigkeitstages in seiner Rede weiter:
"... Leider muß ich sagen, daß Pakistan der einzige Staat ist, mit dem es Differenzen über die legalen Rechte von Belutschen und Paschtunen in den östlichen Grenzprovinzen gibt.... Der afghanische Staat wird voller Geduld und mit Sachlichkeit bei der Lösung dieses Problems bestehen.....Wir werden in dieser empfindlichen Phase der Geschichte in unseren Aktionen von den zukünftigen Generationen gemessen werden...."
In der Folge wurde das vom König Zahir Schah, der letztens im Alter von 93 Jahren starb, favorisierte "freie Paschtunistan" in die mit Pakistan verkuppelten Grenzstämme, Mohmand, Sadozai, Afridi, etc. in sogenannten "autonomen Stammesgebieten " integriert. Leider geht gerade von dort der "Taliban"-Terror aus. Diese Ostgrenze ist damals von den Britischen Kolonialtruppen unter General Durrand mitten durch die Stammesgebiete gezogen worden und wurde inoffiziell insbesondere von den Nomadenstämmen niemals anerkannt. Ein spätes Erbe des Kolonialismus, an dem wir heute alle tragen.


Grundsätzlich halte ich die Aussage "Wir verteidigen die Deutsche Freiheit am Hindukusch" für falsch. Jedoch haben wir uns auf dieses Abenteuer eingelassen und sollten es bis zur Übergabe an die afganischen Ordnungskräfte nicht beenden. Es sind schon hohe Geldbeträge aufgewendet wurden die so völlig "für die Katz" wären. MfG

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Warum sollen wir Busch bei seinem Kriegswahn Soldaten opfern.Es ist bekannt - da gehts um Oel.


DH