Frage von Quarksomane, 70

Mehr für Versicherung zahlen als sehr geringfügige Beschäftigung einbringt?

Guten Tag. Ich bin im Sommer schwer erkrankt. Seitdem ich die Klinik verlassen habe, arbeite ich auftragsweise für sehr wenig Geld als Nachhilelehrer. Ich arbeite stundenweise und bekomme dafür Honorar im Rahmen von durchschnittlich 130 Euro monatlich. Nun will meine Versicherung (bin vor kurzem erst 25 geworden und war davor familienmitversichert bei meinen Eltern) von mir statt 85 Euro nun 170 Euro einziehen, wegen meinem Minijobs- heißt es-. DAS IST ABER MEHR ALS ICH DURCHSCHNITTLICH VERDIENE. Und zwar ganze 40 Euro. Arbeitslosengeld erhalte ich noch nicht und ich habe keine Ahnung wie ich die Versicherung bezahlen kann. Ich pausiere krankheitsbedingt ein Jahr von meinem Studium und kann daher (wohl) nicht in die Studentenversicherung.

Dürfen die von mir mehr Geld verlangen als ich an Einkünften habe? Ich bin bei der DAK versichert. Soll ich die Versicherung wechseln? Bin ich nicht eher ein Fall, den alle Versicherung gerne loskriegen möchten, da so eine Erkrankung teuer ist?

Am liebsten würde ich diese Ungerechtigkeit in die Welt rausschreien!

Hilfreichste Antwort - ausgezeichnet vom Fragesteller
von Apolon, 48

 Ich pausiere krankheitsbedingt ein Jahr von meinem Studium und kann daher (wohl) nicht in die Studentenversicherung.

Richtig, man benötigt für die studentische Krankenversicherung eine Immatrikulationsbescheinigung der Uni.

Somit greift der Beitrag der KVdS nicht mehr und man muss den Mindestbeitrag zahlen. Dieser liegt bei ca. 170 €.

Du wohnst doch sicherlich noch zu Hause ?  Dann könnten dir doch deine Eltern unter die Arme greifen, denn sie sind ja schließlich dir auch gegenüber unterhaltsverpflichtet.

Eine andere Möglichkeit sehe ich auch nicht.

Selbst wenn Du Sozialhilfe beantragen würdest, käme von dort zuerst die Frage, wie sieht es mit Unterhalt der Eltern aus.

Kommentar von Quarksomane ,

Leider können sie mir nicht unter die Arme greifen. Sie sind selbst hochverschuldet. Unterhaltsverpflichtet sind sie nicht, Kindergeld bekommen sie keines mehr für mich. Ich bin in allem bis auf die Wohnmögluichkeit für mich selbst verantwortlich.

Mindestbeitrag waren 85 Euro, nun habe ich das mit dem Minijob erwähnt und das hat bewirkt, dass sie nun 170 fordern.

Das ist mehr als ich bekomme.

Der ALGII-Antrag ist gestellt.

Kommentar von Apolon ,

Dies tut mir leid.

Ich drück dir die Daumen, dass es klappt.

Kommentar von DerHans ,

Wenn du krankheitsbedingt nicht studieren kannst, stehst du dem allgemeinen Arbeitsmarkt auch nicht zur Verfügung. 

Dann musst du zum SOZIALAMT

Kommentar von Quarksomane ,

@DerHans: Nein da gibt es eine Möglichkeit. Der Antrag ist bereits im Gange.

@ Herr Uhrig: Nach österreichischem Recht (ich studiere in Österreich) bin ich weiterhin immatrikuliert, nur nicht inskribiert.

Eine Inskription in Österreich ist aber nach deutschem Recht eine Immatrikulation, wenn ich das richtig verstanden habe.

Vielen Dank für die Antwort.

Kommentar von Apolon ,

Sorry - tut mir leid, mit dem Recht von Österreich kenne ich mich nicht aus.

Expertenantwort
von DerHans, Community-Experte für Versicherung, 35

Da du diese Tätigkeit als Selbständiger ausübst, ist das KEIN versicherungsfreier Minijob.

Dieser müsste ganz offiziell als Minijob bei der Knappschaft angemeldet werden und der "Arbeitgeber" müsste die fällige Pauschalsteuer und die pauschale Versicherungsbeiträge zahlen,

Wenn du es nicht angibst, ist es schlicht und einfach strafbare Schwarzarbeit.

Kommentar von Quarksomane ,

Das hat das Nachhilfeinstitut für mich übernommen.

Kommentar von DerHans ,

Wenn du bei der Knappschaft angemeldet bisz, hat dieses Einkommen nichts mit deiner Krankenkasse zu tun.

Trotzdem bleibt es aber beim Mindestbeitrag, wenn du z.Zt. nicht studierst. Den müsstest du aber auch zahlen, wenn du gar nichts verdienst.

Antwort
von eulig, 36

bist du exmatrikuliert oder hast du Urlaubssemester eingelegt?

mit Urlaubssemester würdest du weiter in der KVdS bleiben, solange deine Honorartätigkeit nicht berufsmäßig ausgeübt wird.

ist dies nicht der Fall, dann ist die Versicherung mit ca. 170 der Mindestbeitrag für Versicherte, die keinen anderen Beitragsträger wie Jobcenter oder Arbeitgeber haben. günstiger geht das dann auch nicht mehr. dieser Mindestbeitrag ist gesetzlich so vorgeschrieben. selbst wenn man gar keine Einkünfte hätte, muss man diesen Betrag berappen.

aus deiner Sicht mag das eine Ungerechtigkeit sein, aber so funktioniert die Sozialversicherung in Deutschland. du schreibst, dass du schwer erkrankt warst. zu der Zeit warst du, wenn ich es richtig lese, kostenfrei familienversichert. und die Kasse hat die Kosten dafür getragen. in dieser Zeit hat die Versichertengemeinschaft für dich gezahlt. so funktioniert das System. voller Krankenversicherungsschutz ist nicht für lau zu bekommen


Kommentar von Quarksomane ,

Ich habe zwei Urlaubssemester eingelegt. Das ist mir bescheinigt.

Die Krankheit ist noch nicht vorbei - deswegen die Urlaubssemester, damit ich gesunden kann. Meine kleine Honorartätigkeit hilft mir bei der Wiedereingliederung (mehr wäre noch vielzu stressig und nicht gut für die Genesung) und hat mir bisjetzt auch beim Überleben geholfen.

Kommentar von eulig ,

liegen der Krankenkasse die bescheinigten Urlaubssemester vor und wurde eine sozialversicherungsrechtliche Beurteilung durch die Krankenkasse in Bezug auf deine Honorartätigkeit durchgeführt? hast du irgendwelche Fragebögen, die deine Honorartätigkeit in Geldwerten ausdrückt, ausgefüllt bzw. beantworten müssen? wurde der zeitliche Aufwand für deine Tätigkeit abgefragt?

Keine passende Antwort gefunden?

Fragen Sie die Community

Weitere Fragen mit Antworten