Frage von greife, 86

Mehr als 450€ und Rechnung?

Hallo, ich helfe meiner Oma bei der Verwaltung ihrer Ferienwohnung. Sie ist Rentnerin und verdient sich nebenher mit ihrer Ferienwohnung noch etwas Geld dazu. Sie meint, das wäre auf 450€-Basis. Aktuell hat sie einen Gast, bei dem sie diesen Betrag übersteigt. Statt 450€ hat sie diesen Monat 560€. Letzten Monat hatte sie keine Einnahmen. Gleicht sich das dann aus oder wie wird das in diesem Fall gehandhabt?

Außerdem möchte dieser eine Rechnung haben, auf der der Satz zur Kleinunternehmerregelung nach §19 UStG (Keine Erhebung der Umsatzsteuer) draufsteht, inkl. Steuernummer. Sie hat mit 450€ aber kein Kleinunternehmen angemeldet und auch keine Steuernummer. Was muss stattdessen auf der Rechnung stehen?

Vielen Dank für eure Hilfe!

Antwort
von Xipolis, 32

Hallo, ich helfe meiner Oma bei der Verwaltung ihrer Ferienwohnung. Sie ist Rentnerin und verdient sich nebenher mit ihrer Ferienwohnung noch etwas Geld dazu. Sie meint, das wäre auf 450€-Basis. Aktuell hat sie einen Gast, bei dem sie diesen Betrag übersteigt. Statt 450€ hat sie diesen Monat 560€. Letzten Monat hatte sie keine Einnahmen. Gleicht sich das dann aus oder wie wird das in diesem Fall gehandhabt?

Deine Oma ist Eigentümerin einer Ferienwohnung. Durch die Vermietung erzielt sie einnahmen aus Vermietung und Verpachtung.

Diese Einnahmen haben nichts mit einem Minijob (Einkommensgrenze: 450,00 €) zu tun. Ein Minjob würde vorliegen, wenn die Ferienwohnung Dir gehören würde und Du würdest Deine Oma als Verwalterin einstellen und ensprechen anmelden (wie in einem normalen Job eben). Siehe https://www.minijob-zentrale.de

Um Deine Frage zu beantworten, es ist völlig egal, wie hoch ihre monatlichen Einnahmen sind.

Außerdem möchte dieser eine Rechnung haben, auf der der Satz zur Kleinunternehmerregelung nach §19 UStG (Keine Erhebung der Umsatzsteuer) draufsteht, inkl. Steuernummer. Sie hat mit 450€ aber kein Kleinunternehmen angemeldet und auch keine Steuernummer. Was muss stattdessen auf der Rechnung stehen?

Für Vermietungen von Ferienwohnungen ist solange es nicht hotelmäßig betrieben wird keine gewerbliche Tätigkeit, so dass eine Anmeldung dafür nicht notwendig ist. Ich nehme auch an, dass die Vermietung nicht über den Rahmen ihrer privaten Vermögensverwaltung hinausgeht.

Da Deine Oma die Vermietung privat vornimmt, ist sie nicht verpflichtet eine Rechnung auszustellen. Siehe dazu § 14 Abs. 2 Satz 1 HS 1 UStG; hier wird klar bestimmt, dass nur Unternehmer zur Rechnungstellung in bestimmten Fällen verpflichtet sind.

Der Gast hat Anspruch auf eine Quittung nach § 368 BGB. Diese sollte Deine Oma ausfüllen und unterschreiben. Siehe dazu unter http://www.equittung.de/

Die Kosten der Quittung kann Deine Oma im Voraus von ihrem Gast verlangen nach § 369 BGB.

Natürlich wäre denkbar auch freiwillig eine Rechnung zu schreiben, nur kann Deine Oma nicht die Voraussetzungen des § 14 Abs. 4 UStG erfüllen.

Wenn es dem Gast um die steuerliche Abzugsfähigkeit geht, so ist eine ordnungsgemäß ausgestellte Quittung von den Finanzämtern voll anerkannt.

Antwort
von wilees, 48

Auch Rentner sind zur Abgabe einer Steuererklärung verpfliichtet. Die Steueridentnummer erhältst Du auf Anfrage beim Finanzamt. ( Eine solche Nummer  hat jeder Steuerpflichtige )

Die Vermietung einer Ferienwohnung hat absolut nichts gemein mit einem Minijob bis zur Einkommensgrenze von 450,-- Euro.

Wir haben über Jahre in geringem Umfang Feriengäste aufgenommen und die Einnahmen nur bei der Steuererklärung angegeben. ( Unser Finanzamt war so damit einverstanden )

Kommentar von wilees ,

Ausstellung der Quittung:


Rechnung bei der Vermietung von Ferienwohnung, Monteurzimmer ...

https://www.monteurzimmer.de/artikel/rechnung-ferienwohnung


Privatrechnungen richtig erstellen: So geht's! - FastBill Bloghttps://blog.fastbill.com/privatrechnung-vorlage/



Kommentar von Xipolis ,

Der Gast ist vermutlich der Meinung es mit einer gewerblichen Vermietung zu tun zu haben und verlangt zur Absetzung die Rechnung.

Das ist hier aber Unsinn, da hier die Regel gilt, dass Vermietung und Verpachtung üblicherweise keine gewerbliche Tätigkeit sind, solange bei einer Ferienwohnung dies nicht hotelmäßig geschieht.

Wie Du selbst erkannt hast, hat der Gast Anspruch auf eine Quittung. Und die erkennen auch die Finanzämter an.

Kommentar von wilees ,

Ich habe eher das Gefühl, dieser Gast ist auf Kravall gebürstet und möchte die Zahlung der Rechnung verweigern. Motto - alte Dame - wehrt sich sowieso nicht, weil sie im Unrecht ist.

Kommentar von Xipolis ,

Das wäre dann der schlimmste Fall. 

Aber auch dann muss die Eigentümerin keine Rechnung erstellen und da im Zweifel eine Leistung immer sofort fällig ist, kann sie den Gast mit einer Mahnung (die sollte aus Nachweisgründen schriftlich und nachweislich ergehen) in Verzug setzen (§§ 271, 286 I 1 BGB).

Dazu käme dann auch eine Anzeige wegen des Verdachtes der Leistungserschleichung nach § 265a StGB.

Kommentar von wilees ,

Nur haben sich solch liebe Vermieter meinst keinen Ausweis vorlegen lassen oder nur einmal kurz draufgeschaut.

Antwort
von kevin1905, 34

Eine Wohnung zu vermieten ist keine nichtselbständige Arbeit und nur dort gibt es Minijobbasis.

Ich verlinke nicht gerne, aber musste selbst gerade überlegen ob hier 15er oder 21er Einünfte vorliegen:

https://www.steuertipps.de/lexikon/f/ferienwohnung

Warte mal auf die Antworten von unseren Steuerberatern.

Antwort
von herakles3000, 46

Wen sie in einer Normalen Rente ist kann sie auch wesentlichmerh verdienn wen sie es auch versteuert zb sogar 2000€.

Kommentar von kevin1905 ,

Fraglich wäre dann nur ob noch jemand die Wohnung anmietet ;-)

Antwort
von coffeefreund, 20

Die 450 Euro Grenze gilt doch nur im Angestellten Verhältnis, oder? Für Gewerbetreibende gibt es eben die Kleinstunternehmer Regelung, die besagt, dass bei Einkünften unter einer bestimmten Grenze keine Umsatzsteuer berücksichtigt werden muss, was insofern gut ist für die Unternehmer, da sie dann auch keine in Rechnung stellen und somit auch nicht vorab an das Finanzamt abführen müssen. Ich weiss allerdings nicht, ob man dies beantragen muss, solltet ihr mal googeln.

Antwort
von Dagling, 18

Nun, zu Allererst sollte sie eine Genehmigung dafür haben und hat dann automatisch die Kleinunternehmerregelung und bekommt dafür eine Steuernummer vom Finanzamt

Die Einnahmen können ja höher sein denn sie hat ja auch Kosten zum dagegen rechnen.

Sie ist damit Kleinunternehmer. Dad Heisst alle Einnahmen aufschreiben alle Ausgaben wie Quittungen aufheben... Waschmittel, Handtücher, Seife... alles was sie dafür braucht. Wo bist du denn zu Hause um mal darüber zu sprechen oder sie geht zum Steuerberater denn als Oma muss man ja auch Steuererklärung abgeben

Kommentar von Xipolis ,

Falsch!

Vermietung und Verpachtung ist in der Regel keine gewerbliche Tätigkeit.

Antwort
von intheass, 43

Wenn Sie in Rente ist dann ist das kein Problem, denn da gibt es das sogenannte "Rentenjobminderungsgesetz" das besagt das man einmal innerhalb von 12 Monaten maximal 270 Euro über 450 Euro drüber sein darf. Aber eben nur wenn man in Rente ist und nur einmal im Jahr.

Kommentar von kevin1905 ,

Wer Regelaltersrente bezieht kann unbegrenzt anrechnugnsfrei dazu verdienen.

Auch ist fraglich ob hier Arbeitseinkommen im Sinne des SGB vorliegt. Wenn es sich Einkünfte aus Gewerbebetrieb handelt (§ 15 EStG), dann wohl ehr als bei Einkünften aus V+V (§ 21 EStG).

Kommentar von wilees ,

Interessefrage: Was ist das " Rentenjobminderungsgesetz " ?

Kommentar von Xipolis ,

Seit wann haben Einnahmen aus Vermietung und Verpachtung etwas mit einem Minijob zu tun???

Antwort
von webya, 21

Sie hat ein Gewerbe anzumelden, denn sie vermietet. Mit einem 450€Job hat das nichts zu tun. 

Kommentar von Xipolis ,

Sie hat ein Gewerbe anzumelden, denn sie vermietet.

Vermietung und Verpachtung ist (in der Regel) keine gewerbliche Tätigkeit (§21 EStG).

Kommentar von webya ,

das stimmt, 

Vermietung ist aber auch kein 450€ Job. Mieteinnahmen müssen versteuert werden.

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