Frage von Selly1980, 32

Mehfamilienhaus teilweise Bleirohre. Zahlen alle Wohningsbesitzer oder nur betroffene?

Nehmen wir ein ein Haus besteht aus sechs Wohnungen mit sechs Wohnungsbesitzern/Vermietern. Das Haus wird auf Bleigehalt im Wasser untersucht. Vier Wohnungen fallen durch (Steigleitungen aus Blei) die Wohnungen in Parterre sind bleifrei. Werden die Kosten dann durch sechs oder durch vier geteilt?

Expertenantwort
von DerHans, Community-Experte für Recht, 32

Wenn eine Sanierung des Versorgungssystem anfällt, trifft das natürlich die gesamte Eigentümergemeinschaft.

Es wird sich kein Betrieb finden der hier "Flickarbeit" leistet, und nur bestimmte Bereiche saniert.

Kommentar von juergen63225 ,

Und selbst für den Fall, dass nur die Zuleitungen zu einer Wohnung betroffen wären: nur Installationen innerhalb der Wohnung sind Sondereigentum, also Zuständigkeit des Eigentümers. 

Alles andere ist Gemeinschaftseigentum, also werden aĺle Kosten auf alle aufgeteilt wie in der Teilungserklärung bestimmt.

Kommentar von Selly1980 ,

Es ist tatsächlich die Steigleitung betroffen. Die unteren Wohnungen wurden in eigenregie bereits instanand gesetzt. Andere Eigentümer wollten nicht, müssen das jetzt nachholen. Einen Verwalter gibt es nicht, Versammlungen auch nicht (andere Baustelle :-))

Kommentar von DerHans ,

Entweder die Hausgemeinschaft zahlt für die Sanierung - oder das Gesundheitsamt lässt das Haus für unbewohnbar erklären.

Kommentar von Selly1980 ,

Dir Wohnungen mit dem hohem Bleigehalt im Wasser wurden vom Gesu-Amt bereits für unbewohnbar erklärt. Diese stehen auch seit über einem halben Jahr leer. 

Ich wurde noch nicht über Kosten informiert oder ob überhaupt etwas auf mich zukommt. Bei einer Sanierung in einer Wohnung habe ich um das Auswechseln der Rohre gebeten, da die Wand gerade drei Monate auf war. Es passierte nix. Weiß nicht mal, wie die Steigleiting jetzt ausgewechselt werden soll, ohne meine neue Küche wieder aufzureißen. 

Antwort
von Immofachwirt, 3

Wenn in der Gemeinschaftsordnung diesbezüglich nichts geregelt ist, zahlen alle.

Denn Versorgungsleitungen sind gemeinschaftliches Eigentum und lt. BGH gehen diese ungeachtet dessen was die Gemeinschaftsordnung vorgibt, bis zur ersten Absperrvorrichtung im Sondereigentum (Wohnung). Ab dieser Absperrvorrichtung sind sie lt. BGH erst Sondereigentumsfähig.

Auf Deutsch: Dem einzelnen Wohnungseigentümer gehört bestenfalls das Teilstück der Wasserleitung, welche vom Absperrhahn in der Wohnung bis zur Entnahmestelle geht.

Da sie also Gemeinschaftseigentum ist, hat die Gemeinschaft auch die Kosten zu tragen. Es kann allerdings auch sein, dass die Kostentragung in der Gemeinschaftsordnung diesbezüglich anders geregelt ist. Da mußt du halt nachlesen.

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