Frage von piper66, 40

Medizinstudium oder Psychologiestudium wählen?

Ich überlege Medizin oder Psychologie zu studieren und weiß nicht recht was ich machen soll da mich beide Sachen sehr interessieren. Ich hoffe jemand hat Vorschläge zur Orientierung :)

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Antwort
von garfield262, 26

Moin,

darf ich zunächst einmal nach deinem Alter fragen, um eine grobe Vorstellung zu bekommen, in welcher Lebensphase du dich derzeit befindest?

Ich selbst bin in beide Studiengänge involviert und kann dir daher folgende Informationen bieten:

Psychologie ist ein sehr wissenschaftlich geprägtes Studienfach. Dies ist unter anderem darin begründet, dass die moderne Psychologie "erst" seit Ende des 19. Jahrhunderts als eigenständige und forschende Wissenschaft existiert. Der junge Charakter dieser Wissenschaft ist auch daran erkennbar, dass es sehr viele verschiedene Herangehensweisen an die Psychologie gibt, bspw. den Behaviorismus (Watson, Thorndike, Skinner und Co.), den Kognitivismus (Piaget etc.), Psychoanalyse (Freud, Erikson etc.) und so weiter. Besonders im Bereich der Neuropsychologie, welche sich in erster Linie mit der Funktionsweise des Gehirns, Abweichungen vom Normzustand und deren Auswirkungen auf das Verhalten etc. beschäftigt wird viel Grundlagenforschung betrieben; jedoch werden auch z.B. in Gebieten wie der Sozialpsychologie unzählige Experimente angestellt, um das menschliche Verhalten, die Wahrnehmung etc. erklären zu können.

Um Forschung betreiben zu können, muss ein grundlegendes Verständnis für die Methodik vorhanden sein, daher wird von Beginn an Statistik und Methodenlehre unterrichtet - dieses sind hier die Killer Nr. 1 für angehende Psychologen. Man muss kein Mathematiker sein, um Statistik zu verstehen und zu bestehen, allerdings sollte keine absolute Abneigung gegenüber der Mathematik bestehen.

Medizin ist keinen Deut leichter oder entspannter als Psychologie, dieser Punkt muss absolut unmissverständlich klar sein. Medizin, besonders im Stex-System in Deutschland, ist eines der lernintensivsten Studienfächer, die man finden kann; das liegt an der Fülle der Informationen, die der Student zu lernen hat. Je nach Uni muss z.B. die gesamte Anatomie binnen eines Semesters, manchmal sogar in weniger als einem Semester komplett gelernt und verstanden sein. Darüber hinaus werden auch Fächer wie Terminologie, Psychologie+Soziologie, Biologie, Chemie und Physik für Mediziner unterrichtet, einen großen Anteil nehmen auch Biochemie, Physiologie und Histologie ein. Dies sind die hauptsächlichen Fächer der ersten 4 Semester (!) eines Medizinstudiums in Deutschland. Alle diese Fächer werden in Klausuren während dieser sog. Vorklinik abgeprüft; nach Beenden der Vorklinik wird der Großteil dieser Fächer im ersten Staatsexamen, dem sog. Physikum erneut schriftlich und mündlich geprüft. Sei dir gewiss, dass die ersten 4 Semester alles andere als entspannt sein werden und auch, dass die Arbeitslast nach dem Physikum nicht unbedingt geringer wird (z.B. fallen auch große Teile der Semesterferien durch Famulaturen etc. flach).

Die wichtigste Frage ist nicht, welches Studium interessant ist (auch wenn dieser Aspekt natürlich auch nicht unwichtig ist), sondern was du perspektivisch beruflich mit deinem Leben anstellen willst. Wenn du das Gefühl hast, dass du zur Wissenschaft etc. beitragen willst, wären eher Psychologie oder auch andere akademische Fächer wie Biochemie, Molekulargenetik o.ä. für dich geeignet. Wenn du lieber direkt am Menschen tätig werden willst, vor hoher Arbeitsbelastung durch viele Wochenstunden und Schichtdienst etc. nicht zurückschreckst und lieber Wissen anwenden als vorantreiben möchtest, dann wäre möglicherweise Medizin die passende Wahl; dazu muss jedoch auch gesagt sein, dass ein großer Teil der Psychologen natürlich auch Wissen vermehrt anwendet (Beispiel klinische und forensische Psychologie, Arbeits- und Organisationspsychologie etc.). Egal welchen Beruf man jedoch ergreifen möchte, eines muss immer klar sein: Prestige und Gehalt sind absolut falsche Freunde. Jeder Mensch möchte Geld haben, ich auch; zumindest um den Lebensunterhalt ohne Sorgen bestreiten zu können. Am Ende musst du aber daran denken, dass du deinen Beruf möglicherweise 40+ Jahre lang ausüben musst, daher ist es absolut empfehlenswert, sich umfassend über die Berufsbilder zu orientieren und auf Grundlage dessen zu entscheiden.

Ich hoffe, dass ich dir etwas weiterhelfen konnte. Hast du sonst noch Fragen dazu?

Lieben Gruß :)

Antwort
von triunitas3in1, 15

Wenn es möglich (NC) und nicht zu viel oder zu schwer für dich ist, würde ich beides gleichzeitig studieren. Wahrscheinlich wird das dann quasi ein Vollzeitstudium...

Ansonsten kannst du eins wählen und das andere als Selbstudium machen (Literatur, Internet, Vorlesungen als Gasthörer usw). Zum Selbststudium empfehle ich eher Psychologie, da du mit dem medizinischen Abschluss mehr Möglichkeiten hast (u.a. auch eine psychotherapeutische Weiterbildung im Anschluss)...

Antwort
von Hyperius, 40

Beide Studiengänge haben einen sehr hohen NC, solltest also dein Abitur mit 1,0 bis 1,3 abschließen. Letztlich musst du entscheiden, was dir mehr Freude bereitet und kannst ggf. das Angebot der Arbeitsagentur in Anspruch nehmen, dass du ein Gespräch mit dem Berufsberater hast.

Antwort
von sozialtusi, 35

Wie sehen die Noten denn aus? Manchmal gehts ja auch danach, wie viele WArtesemester man einkalkulieren muss.

Antwort
von user8787, 33

Beide Studien sind anstrengend, zeitaufwendig und wegweisend. 

Es ist dein Leben....ergo deine Entscheidung. 

Antwort
von alicemedstudent, 23

Ich bin für Medizin! Ich will selbst Medizin studieren, weil ich es einfach unglaublich spannend finde und du hast super Jobchancen. Ich habe mich letztens mit einer Psychologin unterhalten, die mir erzählte, dass sie den Job an sich zwar total toll findet, aber dass das Studium der Horror war und ihren Erwartungen in keinster Weise gerecht wurde. Natürlich empfindet das jeder anders, aber das war eben ihre Meinung. 

LG Alice :)

Antwort
von Kreuzzzfeuer, 32

Medizin, wenn du etwas Richtung Ärztliche Hilfe machen willst.

Psychologie, wenn du eher Richtung Praxis (also z.B. Management) gehen willst. Es gehen nicht mal ein Drittel der Studenten in die therapeutische Psychologie.

Antwort
von SpiegelSich, 24

Eindeutig Medizin. Damit stehen dir die meisten Wege offen. Unter anderem Facharzt für Psychiatrie. 

Antwort
von scrubbys, 25

Medizin ist doch klar :D

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