Frage von Kampfsport15, 75

Ich würde gerne meditieren, könnt ihr mir Tipps geben, wie ich am besten anfangen soll?

Ich wollte mal fragen ob ihr meditiert und vor allem wie ihr meditiert. Ich würde gerne damit anfangen, aber es gibt 1000 verschiedene Arten und Techniken. Ich weiß nicht wo ich anfangen soll. Hat jemand Tipps? Danke :)

Hilfreichste Antwort - ausgezeichnet vom Fragesteller
von Enzylexikon, 30

Ich wollte mal fragen ob ihr meditiert und vor allem wie ihr meditiert.

Ich bin Buddhist und mache seit mehreren Jahren "Zazen" (Sitzmeditation).

Das ist eine vergleichsweise formell wirkende Art der Meditation, bei der die Haltung eine wichtige Rolle spielt. Zazen sollte man unter Aufsicht eines Lehrers lernen.

Ich weiß nicht wo ich anfangen soll.

Einem Anfänger würde ich Achtsamkeitsmeditation (Vipassana) vorschlagen, da sie keine besonderen Kenntnisse voraussetzt und nichts mit übernatürlichen Fähigkeiten, Trance, oder dergleichen zu tun hat.

Einen ersten Eindruck, wie Achtsamkeitsmeditation geübt werden kann, bietet dieses fünfzehnminütige Video:

aber es gibt 1000 verschiedene Arten und Techniken

Das ist richtig und sie verfolgen auch teilweise ganz unterschiedliche Ziele - das geht von reiner Entspannung und größerer Achtsamkeit bis hin zum "Zustand reinen Bewusstseins/Einheit mit dem Göttlichen".

Es gibt stille Sitzmeditation, Meditation mit Mantras (heiligen Silben), Gehmeditation und vieles andere mehr.

Ich würde wie gesagt die Achtsamkeitsmeditation nutzen, da sie zwar einfach zu sein scheint, gleichzeitig aber lebenslang eine wertvolle Übung ist.

Meditation ist  keine Technik.

Bei all den verschiedenen Techniken und Zielen sollte man aber nicht vergessen, dass Meditation an sich keine Technik, sondern ein entspannter und zugleich wacher Zustand des Bewusstseins ist.

Auch im Alltag kann man Achtsamkeit üben - etwa indem man immer wieder mal innehält und sich durch ein paar bewusste Atemzüge aus dem Gedankenkarussell und Stress wieder ganz in den gegenwärtigen Moment holt.

Wenn man beides regelmäßig macht - bewusste Meditation und die Achtsamkeitsübungen im Alltag - dann kann man mit der Zeit merken, wie die Meditation immer mehr in das tägliche Leben einfließt - eben weil es keine isolierte Technik ist, die beendet wird, sobald man vom Meditationskissen aufsteht.

Ziele der Meditation

Ich würde mit der Meditation kein Ziel wie Entspannung usw. verbinden, da dies nur Erwartungen weckt, auf deren Erfüllung man dann insgeheim hofft - was natürlich die Achtsamkeit stört.

Wer immer prüft: "Na, bin ich schon entspannter?" ist geistig natürlich gar nicht im Moment, sondern zerstreut sich.

Mache die Meditation einfach um der Meditation willen - nicht weil du stressfreier, oder entspannter werden willst.

Wenn du noch Fragen hast, helfe ich gerne weiter. :-)

Kommentar von Enzylexikon ,

Vielen Dank für den Stern. :-)

Antwort
von purushajan, 22

ich habe alles mögliche aus büchern versucht, bevor ich es einfach von einem lehrer systematisch erlernt habe. und bei dieser technik bin ich dann die letzten 50 jahre geblieben, weil sie einfach, natürlich, mühelos und vor allem sehr wirkungsvoll ist. sie führt dich ganz spontan in feinere bereiche deines eigenen denkens, die du dir vorher gar nicht vorstellen konntest. man kann sie aber nur in einem kurs mit einen ausgebildeten lehrer erlernen. einzelheiten dazu siehe: https://meditation.de/

Antwort
von yuyake, 55

ruhiges zimmer, augen zu, konzentriere dich auf deinen atem, auf deinen körper. eineposition die für dich am angenehmsten ist, liegen, schneidersitz. du kannst dich auf einzelne chakren konzentreren, stell dir z.b. vor wie sich sein drittes auge öffnet.

Kommentar von Enzylexikon ,

Wobei ich persönlich den Schneidersitz bei längeren Meditationen nicht unbedingt für optimal halte, da er anstrengend werden kann.

Ich habe hier schon etwas über die Haltung geschrieben und dabei auch auf einen weiteren Beitrag von mir verlinkt, der das Thema noch weiter ausführt:

https://www.gutefrage.net/frage/wie-wichtig-ist-die-sitzposition-beim-meditieren...

Natürlich muss sich niemand meiner Ansicht anschließen, aber ich fand den Hinweis zumindest sinnvoll.

Antwort
von DrachentigerNo1, 12

Diese unüberschaubare Vielfalt von Techniken, wo man bei der einen die Finger als ein ganz bestimmtes Mudra halten muss, bei der anderen die Hände auf den Knien ablegen muss und wieder bei anderen andere Vorschriften zu beachten hat, das ist aus meiner Sicht eine typisch westliche Sicht der Zersplitterung.

Ein chinesischer Meister hat einmal vor vielen Jahrhunderten als Antwort auf die Frage «Was ist Meditation» geantwortet: "Hier sitze ich auf einem Stein, ganz für mich allein."

Keine Technik zählt etwas oder hilft, wenn Du nicht zu Dir selbst kommen kannst. Und wenn Du es kannst, zählt ebenfalls keine Technik.


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