Frage von RickGrimes14, 53

Meditation,habt ihr Erfahrungen?

Hat jemand schon Erfahrungen mit Meditation gemacht? Wenn ja, wie oft/lange und vorallem wie meditiert ihr? Danke :)

Antwort
von Enzylexikon, 53

Ich selbst übe seit etwas mehr als 20 Jahren Zazen, eine Form buddhistischer Sitzmeditation. Ich sitze täglich, morgens eine Stunde und Abends eine Stunde, verbunden mit Kinhin (Gehmeditation).

Das ist allerdings kein "Muss" noch irgendeine "Regel".

Einem Anfänger würde ich dazu raten, die Meditation erst einmal bei einem Lehrer zu erlernen und deutlich weniger zu sitzen. Wie lange einem bereits zehn Minuten vorkommen können, weiß vermutlich jeder, der regelmäßig meditiert. ;-)

Mehr als zehn Minuten sollte man meiner Meinung nach zunächst auch nicht machen. Falscher Ehrgeiz bringt nichts, denn schließlich will man ja nichts besonderes dadurch erreichen.

Einen Preis für Hardcore-Langzeit-Meditierer gibt es auch nicht. Also ruhig alles langsam angehen lassen. ;-)

Man muss sich einfach erst einmal an das Nicht-Handeln, Nicht-Denken und Geschehenlassen gewöhnen, weil es so in totalem Gegensatz zu unserem sonstigen Leben zu stehen scheint.

Wenn du weitere Fragen hast, helfe ich gerne weiter. :-)

Kommentar von RickGrimes14 ,

Danke für die Antwort! Ich werde mit 10min anfangen, und ja 10min nichts tun können sehr lange sein :) 1 Stunde würde ich nicht schaffen. Wie sieht deine Meditation genau aus? Also was machst du während der Meditation? Machst du einfach nichts und lässt die Gedanken kommen und gehen oder konzentrierst du dich auf etwas bestimmtes?

Kommentar von Enzylexikon ,

Wie sieht deine Meditation genau aus?

Ich mache wie gesagt "Zazen".

Dieser japanische Begriff bedeutet zwar eigentlich nur "Sitzmeditation", allerdings gibt es eine bestimmte äußere Form im Bezug auf Haltung und Atmung, der man folgt.

Hier ein Video, das die Praxis von Zazen erklärt (trotz des englischen Titels mit deutschen Untertiteln)

https://www.youtube.com/watch?v=hJ\_1nYpVeno

Man sollte meiner Meinung nach Zazen erst bei einem Lehrer lernen und eine Weile mit einer Sitzgruppe üben.

Dabei wird nämlich die Haltung korrigiert, so dass man sich keine Fehlhaltung antrainiert und auch die Konzentration verbessert sich dadurch.

Ist die Zazen-Haltung verinnerlicht, kann man überall "sitzen".

Machst du einfach nichts und lässt die Gedanken kommen und gehen oder konzentrierst du dich auf etwas bestimmtes?

Ich sitze in der empfohlenen Haltung, lasse den Atem kommen und gehen und die Gedanken vorbeiziehen.

So jedenfalls die Idealvorstellung. ;-)

Tatsache ist, dass ich natürlich immer wieder von Gedanken abgelenkt werde, unkonzentriert, oder angespannt bin, mir Ohrwürmern auf den Keks gehen, Schmerzen in den Knien habe und hoffe, dass die erste Sitzperiode bald vorbei ist und das Signal zur Gehmeditation kommt.

Nobody is perfect. ;-)

Wer als Anfänger buddhistische Meditation erlernen will, dem empfehle ich in der Regel Vipassana.

Das ist eine sehr alte Form der Achtsamkeitsmeditation, bei der die Aufmerksamkeit auf den Fluss des Atems gerichtet wird.

Zazen ist im Bezug auf die Haltung stärker reglementiert und man hat kein Achtsamkeitsobjekt wie den Atem beim Vipassana.

Deshalb denke ich, ist der Zugang zum Vipassana einfacher, als zum Zazen. Außerdem wird Achtsamkeitsmeditation recht häufig angeboten, so dass man gut einen Kurs findet.

Wenn du natürlich eine Zen-Gruppe in deiner Nähe hast (ich  gehöre der Soto-Zen-Tradition an), dann kannst du da auch eine Einführung in Zazen erhalten.

Kommentar von RickGrimes14 ,

Dankeschön für die ausführliche Antwort :)

Kommentar von Enzylexikon ,

Keine Ursache. :-)

Antwort
von purushajan, 38

wie Enzylexikon schon geraten hat: am besten am anfang einen lehrer aufsuchen, damit du dir nichts falsches angewöhnst. die natürlichste und einfachste methode, die ich kenne und seit fast 50 jahren ausübe, findest du hier beschrieben: meditation.de

diese methode beruht auf der natürlichen neigung des geistes, zum angenehmen zu wandern. wenn du etwas schönes siehst oder hörst, wandert dein auge oder dein ohr automatisch dorthin. und da feinere bereiche des denkens angenehmer sind als gröbere, taucht dein geist ganz automatisch nach innen, sobald ihm das türchen nach innen geöffnet wird.

deswegen brauchst du zu dieser techniik auch nichts anderes als die fähigkeit, einen gedanken denken zu können. du brauchst weder konzentration noch lenken der aufmerkamkeit noch eine besondere körperhaltung außer bequem mit geschlossenen augen zu sitzen.

und genau aus diesem grund, weil es so völlig mühelos geht und so angenehm ist, mache ich das jetzt seit fast 50 jahren, ohne dass es mir langweilig wurde. denn mein leben und meine einstellung zum leben hat sich dadurch grundlegend zum positiven gewandelt.

aus büchern oder videos kann man diese technik leider nicht lernen, da der lehrer dir auch bei geschlossenen augen anweisungen geben und deine erfahrung der richtigen meditation überprüfen muss.

Kommentar von RickGrimes14 ,

Dankeschön :)

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