Meditation mit Kerze?

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3 Antworten

Versuch es mal, mein Qigong-Lehrer sagte mal, dadurch würde vielen Leuten die Meditation einfacher fallen. Eeben weil sie nicht mehr so auf Atmung achten sondern die Flamme wahrnehmen.

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das betrachten einer kerzenflamme habe ich auch eine zeitlang versucht. aber richtig meditieren habe ich erst gelernt durch die technik, wie man mühelos und ohne sich konzentrieren zu müssen in die transzendenz eintauchen kann, siehe dazu http://de.tm.org/transzendieren-was-ist-das

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Ich selbst habe ein paar Jahre Erfahrung mit buddhistischer Meditation und werde versuchen, dir bei deiner Frage weiterzuhelfen.

Meditation ist keine Technik

Meditation ist nach meinem Verständnis ein Zustand entspannter Achtsamkeit und somit weder schläfrige Trance, noch angespannte Konzentration.

Die verschiedenen Techniken sind lediglich unterschiedliche Möglichkeiten, die letztlich nur dazu dienen, diesen meditativen Zustand zu erfahren.

Meditation ist keine Hypnose

Wie ich schon sagte, ist Meditation für mich durch Achtsamkeit gekennzeichnet - und dieser Aspekt fehlt meiner Ansicht nach bei Hypnose.

Die Beeinflussung des Bewusstseins durch das Induzieren einer Trance unterläuft die Achtsamkeit und steht damit nach meiner Meinung der Meditation entgegen.

Meditation und Atmung

In den meisten mir bekannten Disziplinen wird die Atmung durch die Nase geübt. Dafür gibt es verschiedene Erklärungsmodelle.

Zum Einen gibt es eher esoterisch anmutende Erklärungen, etwa über die Nadis/Meridiane (Energieleitbahnen) die jeweils in einem Nasenloch münden sollen.

Zum Anderen ist das Atmen durch die Nase ein sehr natürliches Atmen, das ohne besondere Anstrengung auskommt und nicht überbetont wird.

Bei Atmung durch den Mund empfinde ich als aktiver, was meiner Ansicht nach das ruhige Fließen lassen stören kann.

Atmet man übertrieben betont, oder intensiv, kann das Hyperventilation begünstigen, was zu überhöhter Sauerstoffaufnahme führt. Das geschieht leichter bei Mundatmung. Außerdem gibt es den Reiz zu Gähnen.

Deshalb ist es meiner Ansicht nach am Sinnvollsten, den Atem durch die Nase fließen zu lassen und einfach zu beobachten, ohne Regulieren zu wollen.

Körperliche Empfindungen

Körperliche Empfindungen können auf Haltung, Atmung und den Geist zurückgeführt werden.

Hat man eine schlechte Haltung, hat man nicht nur Schmerzen in einem Körperteil, sondern auch die Atmung wird behindert und unnatürlich.

Hat man eine unnatürliche Atmung können seltsame Körperempfindungen, wie etwa Kribbeln, das von dir beschriebene Druckgefühl im Kopf auftreten.

Auch geistige Anspannung kann zu körperlichen Missempfindungen führen, weshalb man sich nicht übertrieben konzentrieren sollte.

Ich sage immer: Geist und Körper sind eine Einheit und spiegeln sich

Hat man einen zu angespannten Geist, zeigt sich das in einer verkrampften Haltung. Ist man geistig zu müde, sackt die Haltung zusammen.

Daher bietet die Haltung einen Hinweis auf den Geisteszustand. Umgekehrt fördert eine gute Haltung auch einen ausgeglichenen Geist.

Sonstiges

Wenn du noch nach "der richtigen" Methode für dich suchst, würde ich nicht zu schnell wechseln und die Techniken durcheinanderwerfen.

Meditation zeigt die eigentlichen Effekte eher langfristig und wenn man zu schnell wechselt hat das im Wesentlichen zwei Nachteile.

Zum einen kommt man möglicherweise gar nicht voll in die Erfahrung rein, weil der Geist sich gar nicht in der kurzen Zeit darauf einlassen kann.

Zum anderen können sich aber auch Effekte mischen, so dass du dich zB durch Methode B entspannt fühlst, obwohl dies eigentlich eine Folge von Methode A ist.


Lass dir also genug Zeit und wechsele nicht zu wild zwischen aktiven und ruhigen Formen der Meditation.

Wer zB erst wild herumvisualisiert und dann eine Meditation erlernen will, bei der die "Leere des Geistes" im Mittelpunkt steht, muss sich über Probleme nicht wundern.

Soweit erst einmal von meiner Seite. Wenn du noch Fragen hast, helfe ich gerne weiter.

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