Medikamente nehmen oder nicht (depressiv)?

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9 Antworten

Schlafstörungen gehören zu den häufigsten Symptomen einer Depression. Ich fand dies noch der letzte Punkt, um die Hölle komplett zu machen. Man schafft es fast nicht durch den Tag und würde dringenst Schlaf benötigen... aber denkste.

Mit den Medikamenten gibt es eigendlich nur eins zu sagen: Du musst entscheiden was schlimmer ist. Dein Zustand bzw. die Depression oder die Nebenwirkungen vom Medikament. So hart es klingt, aber es ist eine Kosten/Nutzen-Abrechnung.

Es gibt verschiedene Gruppen von Medikamenten. Bei Depressionen werden heute am häufigsten Antidepressiva der SS(N)RI-Klasse verwendet (http://deprimed.de/ssri-ssnri-sndri-nari/).

Bei Depressionen mit stark ausgeprägten Schlafstörungen kommen meist sedierende (also schlaffördernde) Antidepressiva wie z.B. Mirtazapin (http://deprimed.de/mirtazapin/) zum Einsatz. Entweder als alleiniges Medikament oder in Kombination mit einem SS(N)RI. Auch antidepressiv wirkende Neuroleptika wie z.B. Quetiapin (http://deprimed.de/quetiapin/) können zum Einsatz kommen.

Diese Medikamente machen weder psychisch noch körperlich abhängig. Das Problem ist, dass sie täglich eingenommen werden müssen, es ca. 2-4 Wochen dauert bis sie wirken und sie sind mit zahlreichen Nebenwirkungen verbunden. Die meisten Nebenwirkungen verschwinden ca. nach 3-5 Wochen täglicher Einnahme, wenige bleiben (z.B. Libidoverlust falls betroffen).

Betreffend Abhängigkeit kommt es sehr darauf an, wie man diese definiert. In der Medizin wird eine psychische Abhängigkeit u.a. dadurch definiert, dass man starke psychische Entzugssymptome (während längerer Zeit) hat und ein aktives Verlangen nach der Substanz da ist. Da ein aktives Verlangen da ist, besteht auch die Gefahr eines Rückfalls.

Eine körperliche Abhängigkeit wird in der Medizin u.a. dadurch definiert, dass der Körper während längerer Zeit starke Entzugssymptome entwickelt. Ebenfalls ein Kriterium ist, dass sich der Körper mit der Zeit an die Substanz gewöhnt und sie die Wirkung verliert bzw. man sie einnehmen muss, um sich überhaupt "normal" zu fühlen.

Praktisch kann man jedoch auch eine Abhängigkeit so definieren, dass man einfach auf die Substanz angewiesen ist. Ein Diabetiker wäre also auch abhängig vom Insulin, doch davon spreche ich nicht wenn ich sage dies und das macht abhängig oder eben nicht.

Zusammengefasst: Antidepressiva und Neuroleptika machen nicht abhängig. Zwar ergeben sich nach längerer Einnahme Absetzerscheinungen, diese können jedoch mit einem langsamen Ausschleichen (das stückweise Reduzieren der Dosis) meist umgangen werden.

Abhängig hingegen machen Benzodiazepine und Z-Drugs, also sogenannte Beruhigungs und/oder klassische Schlafmittel (http://deprimed.de/benzodiazepine-z-drugs/). Diese sind sehr effektiv bei Notfällen, wenn sie jedoch regelmässig und zu lang konsumiert werden, wird der Segen zum Fluch.

Das du Angst vor Medikamenten hast ist übrigens völlig normal. Wer nimmt diese Dinger schon freiwillig ein. Wie gesagt, du musst entscheiden was schlimmer ist: Die Depression oder die Nebenwirkungen.

Eine Übersicht über alle bei Depressionen gebrauchten Medikamente inkl. detailierte Auflistung aller möglichen Nebenwirkungen nach wissenschaftlichen Studien findest du hier: http://deprimed.de/home/

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Kommentar von Midlife16
05.09.2016, 08:22

Die Frage, ob AD abhängig machen oder nicht, ist bisher nicht eindeutig geklärt.Meiner Meinung nach machen sie abhängig, weil es beim Absetzen eben Entzugssymptome gibt.Nur weil sie lt. Definition nicht abhängig machen kann man es nicht ausschliessen.

Bei den den Benzos hiess es zu Beginn auch, dass keinerlei Abhängigkeitspotential besteht...heute wissen wir es besser!

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Hallo,

Ich kann dich zu gut verstehen. Ich selbst leide unter Atemproblemen und meine Psyche ist durch zu viel Konsum von Cannabis leider auch etwas kaputt. Dazu kommt noch die Trennung meiner Eltern und die Trennung mit meiner Freundin. Ich war auf Grund meiner Einbildung sogar im Krankenhaus wo mir gesagt wurde ich hätte nichts. Aber was mir geholfen hat und was ich dir auch rate, rede dir selbst nicht ein dass du Depressionen hast, denm was dir dein Gehirn sagt hat Einfluss auf dich selbst. 

Stelle dir vor du bist der Himmel, und all deine Probleme sind dunkle Wolken. So wie helle Wolken glückliche Momente sind, Regenwolken traurige, rote Abendwolken besonders schöne unvergessliche und Gewitterwolken Zornige Momente sind. Aber jetzt sage dir selbst: Wolken kommen und Gehen doch der Himmel ist immer da und zieht nicht vorrüber. Du entscheidest selbst wann gewisse Wolken an dir vorbeiziehen; manche brauchen länger manche kürzer. Doch du als Himmel existierst immer. Darum tue dir selbst nichts schlechtes und versuche dir Dinge zu suchen an denen du dich festhalten kannst. Nur tue dir selbst nichts an. Damit tust du dir keinen Gefallen, da du bestimmt nicht all das erreicht hast was du dir immer gewünscht hast und vor allem gibt es einige Menschen die du damit traurig machst. 

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Nicht jedes Antidepressivum macht süchtig oder schädigt die Gesundheit bei Langzeiteinnahme. Frage Deinen Arzt. Es gibt heute eine vielzahl erprobter Medikamente, deren Langzeiteinnahme dem Patient nicht schadet, aber ihm massiv hilft, wieder Lebensfreude zu gewinnen. Mitunter kann es sein, dass Du auf ein anderes Medikament umstellen musst, wenn Du eines nicht gut verträgst. Wichtig ist, den "richtigen" Arzt zu haben. Ein Arzt, dem Du vertraust. Dessen Anweisungen bezüglich Medikamenteneinnahme und -Dosis solltest Du aber unbedingt einhalten! Sonst kann es schlimmer werden. Also keine Alleingänge ohne ärztliche Absprache!

Im Uebrigen ist ein häufiges Problem, dass Patienten aus irgendwelchen Gründen plötzlich die Medikamente absetzen oder nicht auf den Rat des Arztes hören. Dann wird es meistens wieder schlimmer. Daher ist eine Absetzung höchstens in Absprche mit einem Arzt durchzuführen. Psychopharmaka dürfen nicht einfach von heute auf Morgen abgesetzt werden, sondern die Dosis muss über Wochen langsam bis auf null heruntergeschraubt werden. Macht man dies nicht, fällt der Patient häufig in ein Loch.

Bei Schlafmitteln musst Du vorsichtig sein. Dort machen tatsächlich viele Präparate süchtig. Aber vielleicht ist ja gerade die Depression die Ursache, dass Du nicht schlafen kannst, und nach der Einnahme von milderen Antidepressiva ist vielleicht ein zusätzliches Schlafmittel gar nicht mehr notwendig. Ich würde jedenfalls nicht zu viele Medikamente nehmen, sondern besser nur 1-2 verträgliche Präparate, mit denen Du dann gut leben kannst.


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Mach doch erstmal einen Termin bei deinem Hausarzt und schildere dein Problem. Er wird schon Mittel und Wege kennen und du kannst mit ihm bestimmt auch über deine bedenken hinsichtlich antidepressiva sprechen.
Alles Gute! :)

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Kommentar von anonymeshilfe
04.09.2016, 20:55

kannst du lesen?

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Kommentar von Jojosaurus
04.09.2016, 21:36

Entschuldigungen? Du schriebst doch etwas von einem Hausarzt... Ich habe die Aussage eben so verstanden, dass du da hingehen willst. Da du auch die anderen Antworten eher putzig beantwortet hast, frage ich mich, was du dir von der Frage genau erhoffst. Tipps und Ratschläge haben sie dir alle gegeben.

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Kommentar von Jojosaurus
04.09.2016, 21:47

Du hast geschrieben, dass du nicht richtig weißt, was du von ihm willst. Dachte ich geb dir mal einen Denkanstoß.

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Kommentar von Jojosaurus
04.09.2016, 22:12

Da will man dir helfen, aber man bekommt nur patzige antworten zurück. Ich habs nett gemeint. thx.

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Ich kann dir nur raten antidepressiva beim Psychiater verschreiben zu lassen, weil sie sich in diesem Themenbereich besser auskennen und es verschiefene antidepressiva gibt. Aus eigener Erfahrung kann ich dir sagen das du keine Angst haben musst. Ich nehme jetzt seit einem halben Jahr antidepressiva und kann sagen das sie wirklich helfen. Lg

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Du must dich Stück für Stück an die Problematik herantasten. 

Hattest du in der Vergangenheit Dauerstress? Stress führt zu Ausschüttung des Stresshormons Cortisol - damit wird man kurzfristig wacher, leistungsfähiger, hat keinen Hunger.

Aber permanenter Stress führt dazu, dass das Cortisol wichtige Neurotransmitter wie Serotonin und Melatonin regelrecht "auswäscht",

Gleiches gilt für Alkohol, der kurzfristig entspannt, aber ein regelrechter Serotoninvernichter ist.

Übrig bleibt ein Gehirn, das so läuft wie ein PC-Prozessor, dem man die Hälfte der Spannung weggenommen hat.

Da hilft es auch nichts, wenn man erzählt "geben sie sich mal einen Ruck"

Zum Wiederaufbau eines gesunden Gehirnstoffwechsels haben sich 5 HTP, Krillöl und Fischöl bewährt.

Im normalen Alltag bauen wir unser Serotin auf, indem wir Milch trinken: das dort enthaltetene Tryptophan wird im Körper umgewandelt in 5 HTP, dieses dann in Serotonin und dieses dann teilweise in melatonin.

Es gibt ein Nahrungsergänzungmittel das 5 HTP aus der afrikanischen Schwazbohne enthält: damit läuft dieser Prozess besser, als würde man Tryptophan oder Milch nehmen.

Fischöl und Krillöl sind ebenfalls sehr gut, um den Gehirnstoffwechsel wieder in Ordnung zu bringen: Die dahinter stehenden Prozesse sind aber nicht so gut bekannt wie bei 5 HTP.

Wesentlicher Unterschied zwischen Krillöl und Fischöl: Krillöl enthält wasserlösliche Fette, die besser ins Gehirn kommen können als die konventionellen Fette des Fischöls.

Die Wirksamkeit bei der Heilung von Depressionen ist mit diversen Studien belegt.

Das Schwierigste kommt dann:

Das Gehirn ist einer permanenter "Lerner", dass aus der erlebten realität lernt.

Du hast möglicherweise über einen sehr langen zeitraum gelernt, dass dein Motor nur noch auf zwei Pötten läuft: Selbst wenn du ab morgen wieder 200 PS hast, wird es lange dauern, bis du begreifst, dass du wieder Kraft hast, bis sich die Persönlichkeit verändert.

Du brauchst Projekte, an denen du arbeitest, wie mit einem Sparringspartner.

Die Wahrscheinlichkeit, dass die einen fähigen Arzt oder Therapeuten findest, der diese komplexe und zeitraubende Arbeit mit dir macht, ist gering - aber es ist auch möglich, diesen Weg alleine zu gehen.

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Soweit ich weiß, kann dein Hausarzt dir keine Psychopharmaka verschreiben, da wäre dein Therapeut/Psychiater der Ansprechpartner.
Wieso haben sie dir in der Klinik nichts gegeben? Ich kenne es so, dass man dort Sachen probiert, um zu gucken auf was du am besten anspringst. Von antidepressiva angefangen über Medikamente zur Beruhigung/zum schlafen.
Ich rate dir, lass dich ambulant weiter betreuen, anscheinend hat dir das stabilisieren in der Klinik nicht ausgereicht. Wenn es ganz schlimm wird, such bitte die nächste Klinik auf, und lass dich erneut stationär aufnehmen.

Alles gute!

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Kommentar von anonymeshilfe
04.09.2016, 20:33

1. ein Hausarzt kann Psychopharmaka aufschreiben

2. ich habe noch keinen ambulanten Therapeuten/Psychiater

3. weil ich nicht wollte bzw weil ich da noch keinen Sinn drin sah...

4. ich werde nicht noch einmal neu aufgenommen, das habe ich schon versucht.

5. Schade, dass du meine Frage in keinster Weise beantwortet hast. Aber danke für deine Mühe

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Kommentar von Jenjka07
04.09.2016, 20:40

Man kann sich ja mal irren, oder?
Und natürlich kannst du in eine Klinik, wenn du für dich selber eine Gefahr bist, wirst du aufgenommen, das wollte ich damit sagen.

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Kommentar von Jenjka07
04.09.2016, 20:56

Dazu sind die verpflichtet, laut deinen Tags die du gesetzt hast, denkst du darüber nach, dir was anzutun. Wenn du das denen so schilderst, MÜSSEN sie dich aufnehmen!

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Zuerst einmal, ich halte eigentlich nicht viel von Antidepressiva, weil das heute, so empfinde ich es, recht leichtsinnig verschrieben wird. Anstatt sich um das richtige Problem zu kümmern, denn du hast da ein seelisches Leiden, womit du nicht klar kommst! Was aber nicht heißen soll, dass ich sowas verteufeln will, denn es gibt durchaus Menschen, die so etwas benötigen, um ihr Alltag besser planen zu können! Aber ich habe die Erfahrung gemacht, dass depressive Menschen mit Medikamenten ruhig gestellt zu werden anstatt den Grund der Ursache zu beseitigen! Also würde ich dir empfehlen einen guten Psychologen zu suchen und deine Probleme richtig auf zu arbeiten! ;)

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Kommentar von davegarten
04.09.2016, 20:43

Es ist leider nicht so, dass jede Depression eine externe Ursache hat. Ansonsten wäre es ja mitunter ein Leichtes, die externe Ursache zu beseitigen, respektive die Lebensumstände zu ändern. Deshalb ist eine sorgfältige Abklärung durch den Arzt in jedem Fall sinnvoll, und dort, wo eine Depression nicht durch externe Umstände ausgelöst wird, ist die Abgabe eines Antidepressivums durchaus prüfenswert.

Es gibt Antidepressiva, die haben Nebenwirkungen. Dort ist es Aufgabe des Arztes, diese klar zu nennen, und wenn übermässige Nebenwirkungen auftreten, ein anderes Medikament (ein anderer Wirkstoff) in Betracht zu ziehen.

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Die Entscheidung kann dir keiner abnehmen.. aber bitte informiere dich vorher gut über die Nebenwirkungen und Alternativen!

Es gibt viele Interessante Beträge/Bücher zur der Wirkung von Psychopharmaka die man sich vor der Entscheidung mal ansehen sollte z.B

Bücher Empfehlung:

-Unglück auf Rezept (sollte jeder Arzt auch lesen! )

Sehr guter Blog

http://my-free-mind.at/

YouTube Beiträge gibt sehr viele zu dem Thema z.B

 

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