Frage von daFreac, 50

Also ich selber bin derzeit 16 Jahre alt und meine Frage bezieht sich darauf, wie viel Zeit man in meinem Alter im Internet verbringen sollte/dürfte?

Also ich selber bin derzeit 16 Jahre alt und meine Frage bezieht sich darauf, wie viel Zeit man in meinem Alter im Internet verbringen sollte/dürfte. Der Anlass dafür war ein kleiner Disput mit meinen Eltern vor wenigen Tagen, welche meinten, dass ich weniger Zeit vor dem Computer verbringen solle.

Da ich weiß, dass das Situationsabhängig ist, beschreibe ich kurz meine Situation. Ich bin, wie gesagt, 16 Jahre alt und besuche eine Leistungs-Profi-Klasse eines Gymnasiums. Leistungs-Profil-Klassen sind Klassen für "hochbegabte" , sprich Schüler mit einem überdurchschnittlichen Intelligenz Quotienten. Mein Zensuren-Durchschnitt lag letztes Jahr bei rund 2,0 und pegelt sich, da ich mich entschlossen habe mal etwas für die Schule zu tun, bei rund 1,7 -1,6. Meiner Meinung nach also kein Grund meinem Internet-Konsum extreme Grenzen zu setzen. Meine Mutter meinte vor ein paar Tagen dann, ich solle doch meinen Konsum ein wenig einschränken sonst tut sie das. Als ich dann versucht habe mit ihr darüber zu diskutieren, und ja das kann ich sehr gut, blockte sie total ab und behauptete das Internet sei schlecht für mich, bezog sich jedoch auf nichts spezifisches. Nun zu meiner Person. Ich bin relativ ruhig, habe einen Humor den nicht jeder versteht und bin eigentlich sehr zuvorkommend.

Zu guter Letzt zu meiner Frage: Denkt ihr es müssen einem Grenzen in Sachen Medienkonsum gesetzt werden und wenn ja, welche. Ich würde mich auch sehr über eigene Erlebnisse oder Erfahrungen freuen.

Mit Grüßen daFreac | Oliver

Hilfreichste Antwort - ausgezeichnet vom Fragesteller
von petrapetra64, 26

also 2 - 3 Stunden sollten reichen am Tag, ich kenne das Problem auch von meinen Kindern in dem Alter. Das ist echt ein Problem fuer Eltern, da Grenzen zu setzen.

Auch wenn du hochbegabt bist, bedeutet da ja nicht, dass der uebertriebene Konsum dir nicht schaden. Du schreibst ja selbst, wenn du mal was tust fuer die Schule, werden deine Leistungen besser. Egal wie begabt man sein mag, man kann sich nie auf seinem Koennen aufruhen, das kann schnell nach hinten los gehen, man ist zu muede, man verpasst wichtiges und ehe man sich versieht, sind die Schulprobleme da.

Auch vor Suchtverhalten schuetzt sich das nicht, man merkt das ja nicht, wie man da hinein geraet und irgendwann ist einem nur das wichtig und nichts anderes mehr und man kommt nicht davon los.

Bei meinem aelteren Sohn konnte ich nach zu langem Spielen auch immer deutlich feststellen, dass er aggresiver wurde. Wenn ich ihm das sagte, schrie er gleich : "das waere Quatsch, es macht ihn gar nicht aggresiv", aber wenn er nicht so viel gespielt hat, hat er auch nicht gleich so rumgebruellt.

Wichtig ist halt auch, dass man den menschlichen Kontakt zu Freunden und Klassenkameraden ebenso pflegt (nicht ueber den Computer), sonst verliert man die Realitaet aus den Augen und hat irgendwann wirklich nur noch den Computer.

Also ja, es muessen Grenzen gesetzt werden zum Schutz des eigenen Kindes. Man soll es mit den Grenzen auch nicht uebertreiben, aber ohne geht es auch nicht. Denn die Jugendlichen selbst sehen die Notwendigkeit von selbst nicht.

Und irgendwann wird das dann meist auch wieder weniger. Mein aelterer Sohn hat inzwischen nur noch wenig Zeit fuer Computerspiele.

Antwort
von flozze, 35

Ich bin jetzt 30, aber mit 16 war es bei mir ähnlich. Das ist meiner Meinung nach vollkommen normal und war früher auch nicht anders. Eltern finden immer, dass das, was ihre Teenager-Kinder tun, nicht gut ist, und sind dabei oft überempfindlich/übervorsichtig. Wichtig ist anzuerkennen, dass sie es eigentlich nur gut meinen. Oft ist es dann so, dass Teenager auch empfindlicher und mit Unverständnis auf die "Anschuldigungen" reagieren. Dadurch kommt es dann zu Konfliktsituationen, die eher auf einem Missverständnis beruhen.

Dieses Missverständnis lässt sich wohl kaum überwinden. Vieles hängt davon ab, wie dein weiteres Leben verläuft. Wenn du in ein paar Jahren als soziopathischer, einsamer junger Mann endest, dann werden deine Eltern sagen "Wir haben es immer gewusst". Wenn aber Pubertät und Erwachsenwerden ihren Job getan haben, wirst du ebenfalls mit 30 ein ganz normaler Mann sein, zurückblicken und drüber lächeln, was es mit 16 so für Problemchen gab.

Am sinnvollsten ist es also tatsächlich, mit den Eltern darüber zu reden und zu beteuern, dass das nichts Besonderes ist, worüber man sich sorgen bräuchte. Deine Eltern können ja auch nicht soooo alt sein, dass sie das nicht nachvollziehen könnten. Frage sie doch mal, was sie mit 16 so gemacht haben, worüber sich deren Eltern aufgeregt haben. Vielleicht hilft ja ein Perspektivenwechsel. Zeige du ebenfalls Verständnis für ihre Sorgen und prüfe dich selbst: Kannst du deinen Medienkonsum einschränken, wenn du möchtest? Falls nicht sind vielleicht doch Anzeichen für eine mögliche Sucht vorhanden und du solltest dich tatsächlich versuchen einzuschränken.

Antwort
von wutzimama, 26

Hallo, ich habe auch einen hochbegabten Sohn (bald 12), der gern seine Zeit im Internet verbringt, allerdings hauptsächlich mit Spielen. Dadurch kommt es auch bei uns zu Diskussionen. Mein Wunsch als Mutter ist es, dass das Verhältnis Medienkonsum/ Freunde/Bewegung/Natur ausgewogen ist. Seine Schulleistungen sind gut bis sehr gut, ansonsten wäre das für mich auch ein Faktor. Vielleicht kannst du mit deinen Eltern eine gemeinsame Lösung ausarbeiten, mit der beide Seiten zufrieden sind? Als Obergrenze erscheinen mir persönlich 3h täglich schon recht viel, aber vielleicht sehe ich das anders, wenn mein Sohn 16 ist :-) Man sollte halt die reale Welt mit Freunden und vor allem mit dem Naturerleben (ich weiß, klingt jetzt doof) nicht vergessen, sonst versumpft man im Cyberspace. Ich bin meinen Eltern heute dankbar, dass sie meinen TV-Konsum als Kind massiv begrenzt haben ... obwohl ich das damals ätzend fand ;-)

Kommentar von eggenberg1 ,

Ich gebe dir  vollkommen  recht.gerade  bei  heranwachsenden ist  die"" vielseitige  nutzung  des lebens "" ,lach   , sehr wichtig .  sich nur am computer auszurichten   verdummt die kinder  und vernachlässigt ihr soziales  potential. wenn  sie nur  am computer sitzen  können s ie garnicht ausprobieren ,was ihnen sonst noch liegt oder gefällt . das  gilt aber auch für  erwachsene mitmenschen :-)

Antwort
von MariceLou, 50

Es kommt immer drauf an. Als ich 16 Jahre alt war, war ich auch sehr oft im Internet und das hat meinen Eltern auch nicht gepasst. Es kommt immer darauf an, wie lange du insgesamt vor dem Computer sitzt. Mittlerweile kann ich meine Eltern verstehen und finde es auch richtig irgendwo eine Grenze zu setzen. Allerdings sollte man darüber auch miteinander reden, da jeder eine andere Ansicht von "zu viel/zulange" hat. Da deine schulischen Leistungen, wie du sagst, ja sehr gut sind, bezieht sich das vielleicht auf etwas anderes. Da ich deine genaue Situation nicht kenne, kann ich dazu aber nicht wirklich viel sagen. Oftmals ist die Computersucht ein Punkt, aber da solltest du nochmal versuchen mit deinen Eltern zu reden.

Kommentar von daFreac ,

Ich danke dir für die ausführliche Antwort.

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